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Wilhelm Morgner
Selbstporträt im Gehrock IV, 1910

Wilhelm Morgenner (soest, Rheinland, 27. Januar1891Langemark, Westflandern, 16. August1917) war ein Deutsche Maler. Er zählt zu den aktuellen der Expressionismus.

Leben und Arbeiten

Selbstporträt, 1910 19

Morgner war der Sohn eines Musikers. Als Maler war er überwiegend Autodidakt und besuchte nur 1908-1909 für einige Monate die Kunstschule seines Landsmannes Georg Tappert. Tapperts natürliche Lyrik prägte ihn zunächst stark und in der Zeit von 1909 bis 1910 malte er auch hauptsächlich Szenen mit Bauern, die auf dem Lande arbeiteten, und Motive, die sich auf die weite norddeutsche Landschaft beziehen. Er fertigte auch eine Reihe von Porträts und Selbstporträts an. Sein Werk aus dieser Zeit ist geprägt von einem stimmungsvollen Naturalismus und ein charakteristischer erdfarbener Colorit. Manchmal benutzt er pointillistisch Techniken.

Ab 1911 Morgner, teilweise unter dem Einfluss der Maler von Die Brücke, sich zunehmend für die formalen Elemente seiner Arbeit zu interessieren, die er als autonome Gestaltungsmittel einsetzt. Die Formen sind vereinfacht und monumentalisiert zugleich. Seine Pinselführung wird breiter und systemischer. Exakt nebeneinander angeordnete Striche überziehen die gesamte Leinwand „wie ein Farbteppich“. Die Betonung von Farben und Kontrasten rückt die Illusion der Perspektive immer weiter in den Hintergrund. Er betont die Oberflächen in seinen Bildern, indem er die Motive oft im Profil nebeneinander setzt.

Nach seiner Bekanntschaft, während einer Ausstellung in Köln („Sonderbund“, 1912), mit Gemälden von Vincent van Gogh, Robert Delaunay und Wassily Kandinsky, merkte Morgner, dass er seine Linien zu sehr stilisiert und die auffälligen Merkmale der Farbe zu sehr betont hatte. Nach seinen eigenen Worten waren seine Bilder besser gezeichnet als gemalt. Dem Beispiel Delauneys folgend, versuchte er dann, das Licht durch die Farben selbst darzustellen und nicht durch ein Spiel von Licht und Schatten. Ein bekanntes Beispiel dafür war Einzug in Jerusalem (1912). Alle Elemente werden in stark vereinfachter Form als Silhouetten dargestellt. Dabei handelt es sich jedoch keineswegs um dunkle Schatten, sondern sie scheinen von der Leinwand zu leuchten. Die kontrastierenden Farben bestimmen somit ganz die Aussagekraft des Gemäldes.

Nach 1912 nehmen religiöse Werke einen zentralen Platz im Werk des tiefgläubigen Morgner ein. Er sah in der Neues Testament und die Agonie Christi eine Möglichkeit, seinen eigenen psychischen Zustand darzustellen. Darüber hinaus nähert er sich immer stärker der Abstraktion, was sich in den stark reduzierten Landschaften seiner sogenannten astralen und ornamentalen Kompositionen zeigt. Diese Entwicklung wurde jedoch im Keim erstickt durch den Ausbruch des Erster Weltkrieg. Morgner wurde zum Dienst einberufen. Er fertigte nur wenige kleine Zeichnungen und Skizzen an. Er war Soldat in Mazedonien und in Flandern, wo er 1917 im Alter von 26 Jahren auf dem Schlachtfeld bei Langemark starb.

Galerie

Literatur

  • Dietmar Elger: Expressionismus. Eine Revolution in der deutschen Kunst. Taschen, Köln, 2002. ISBN 3 8228 2044 X
  • Staatliche Museen zu Berlin: Expressionisten. Die Avantgarde in Deutschland 1905-1920, Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1986, ISBN 336200819

Externe Links

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