WikiDer > Wilhelmstraen-Prozess
Es Prozess in der Wilhelmstraße war der vorletzte der Nürnberger Prozesse. Der offizielle Name des Prozesses war Die Vereinigten Staaten von Amerika vs. Ernst von Weizsäcker et al.. Die Verfahren gegen ehemalige Mitarbeiter der Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten und einige andere Ministerien wurden dort behandelt. Das Verfahren wurde daher im Volksmund nach dem Wilhelmstraße im Berlinwo sich das Außenministerium befand. Im englischen Sprachraum nennt man diesen Vorgang auch Ministerien-Prozess erwähnt. Der Versuch war der größte und längste aller zwölf Versuche. Es begann am 15. November1947, während die Urteile im April 1949 ausgesprochen wurden. Gerichtspräsident war der Amerikaner William C. Christianson.
Aufladen
Den 21 Angeklagten wurden folgende Verbrechen vorgeworfen:
- zu einem aggressiven Angriffskrieg beitragen
- Verschwörung
- Kriegsverbrechen, Tötung und Misshandlung von Kriegsteilnehmern und Kriegsgefangenen
- Verbrechen gegen die Menschheit
- Kriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit (Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung)
- Kriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit (Raub und Plünderung)
- Kriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit (Zwangsarbeit)
- Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung
Verdächtige
| Name | Funktion | Bestrafung | |
|---|---|---|---|
| Ernst von Weizsäcker | Staatssekretär bei der Auswärtiges Amt (Außenministerium) unter ribentrop bis 1943, danach: Botschafter beim Heiliger Stuhl; SS-Brigadeführer. | 7 Jahre Haft; am 12. Dezember 1949 auf 5 Jahre verkürzt; im Oktober 1950 veröffentlicht. | |
| Gustav Adolf Steengracht von Moyland | Nachfolger von von Weizsäcker als Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten (bis 1945) | 7 Jahre Haft; am 12. Dezember 1949 auf 5 Jahre verkürzt; veröffentlicht im Jahr 1950 | |
| Wilhelm Keppler | Außenminister; Hitler's Berater für Wirtschaft | 10 Jahre Haft; veröffentlicht im Jahr 1951 | |
| Ernst Wilhelm Bohlea | NS-Gauleiter, Kopf des Auslandsorganisation der NSDAP. | 5 Jahre Gefängnis | |
| Ernst Wormann | Sekretärin im Auswärtigen Amt; Leiter der politischen Abteilung. | 7 Jahre Haft; am 12. Dezember 1949 auf 5 Jahre verkürzt; veröffentlicht im Jahr 1951 | |
| Karl Ritter | Verbindungsoffizier zwischen Auswärtigen Angelegenheiten und dem Oberkommando der Wehrmacht | 4 Jahre Gefängnis, abzüglich Untersuchungshaft; nach dem Urteil freigelassen. | |
| Otto von Erdmannsdorff | Sekretär des Außenministeriums; Stellvertreter von Wörmann. | freigesprochen | |
| Edmund Veesenmayer | Treuhänder in Ungarn | 20 Jahre Gefängnis; 1951 auf 10 Jahre reduziert; im selben Jahr veröffentlicht. | |
| Hans Heinrich Lammers | Leiter der Reichskanzlei | 20 Jahre Gefängnis; 1951 auf 10 Jahre reduziert; veröffentlicht am 16.12.1951. | |
| Wilhelm Stuckart | Staatssekretär des Innern | 3 Jahre und 10 Monate Gefängnis; nach dem Urteil freigelassen | |
| Richard Walther Darre | Minister für Ernährung und Landwirtschaft | 7 Jahre Haft; veröffentlicht im Jahr 1950 | |
| Otto Meissner | Chef der Präsidialkanzlei | freigesprochen | |
| Otto Dietrich | Pressechef der NSDAP Staatssekretär der Propagandaministerium | 7 Jahre Gefängnis inkl. Untersuchungshaft; veröffentlicht im Jahr 1950 | |
| Gottlob Berger | Kopf des SS-Hauptamt, SSObergruppenführer | 25 Jahre Gefängnis; 1951 auf 10 Jahre reduziert; im selben Jahr veröffentlicht | |
| Walter Schellenberg | Zweiter Ehemann der Gestapo, Kopf des SD und der Abwehr, und Nachfolger von Wilhelm Canaris als Leiter der vereinigten Sicherheitsdienste; SS-Brigadeführer. | 6 Jahre Gefängnis, inklusive Untersuchungshaft | |
| Lutz Graf Schwerin von Krosigko | Finanzminister | 10 Jahre Haft; veröffentlicht im Jahr 1951 | |
| Emil Johann Puhl | Vizepräsident der Reichsbank | 5 Jahre Gefängnis, inklusive Untersuchungshaft | |
| Karl Rasche | Direktor des Dresdner Bank | 7 Jahre Gefängnis, inklusive Untersuchungshaft | |
| Paul Körner | Staatssekretär, Stellvertreter von Göring. | 15 Jahre Gefängnis; 1951 auf 10 Jahre reduziert; im selben Jahr veröffentlicht | |
| Paul Pleiger | Kopf des Hermann-Göring-Werke (beschlagnahmte Stahlunternehmen mit Zwangsarbeitern) | 15 Jahre Gefängnis; 1951 auf 10 Jahre reduziert; im selben Jahr veröffentlicht. | |
| Hans Kehrli | Sekretär des Rüstungsministeriums; Kopfplanung | 15 Jahre Gefängnis; veröffentlicht im Jahr 1951 |
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
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