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Wilhelm von Tyrus (Jerusalem, ca. 1130 - Dort, 29. September1185) war mal Erzbischof von Tyrus und Autorin von Büchern über die Kreuzzüge und der Mittelalter. Er stammte aus einer italienischen oder französischen Familie, die in die Levante gezogen worden war.
Leben
Willem wurde wahrscheinlich um 1130 in Jerusalem geboren, sein genaues Geburtsdatum ist jedoch unbekannt. Über seine Eltern ist so gut wie nichts bekannt. In einem 1961 in der Bibliothek des Vatikans gefundenen Kapitel seines Werkes verweist er auf seine Eltern, nennt sie aber nicht namentlich. Seine früheste Ausbildung erhielt er in Palästina. Er lernte Latein, Französisch, Arabisch, Griechisch und Hebräisch und beherrschte auch einige andere östliche Sprachen. Willem ging dann, um sein Studium in Europa fortzusetzen, wo er zwanzig Jahre lang blieb und Kurse an den Universitäten von Bologna und Paris besuchte. Wahrscheinlich hat er hier Jura studiert (die Universität von Bologna war für ihre juristische Fakultät bekannt), was ihm half, in der Kirche aufzusteigen, die von der höheren Geistlichkeit immer mehr Professionalität verlangte.
Willem wollte zunächst gar kein Historiker werden, sondern die kirchliche Leiter erklimmen, um schließlich Patriarch von Jerusalem zu werden. 1163 kehrte Wilhelm nach Jerusalem zurück und wurde and Kanonist aus Reifen. 1167 wurde Wilhelm zum König gekrönt Amalrich I. von Jerusalem Erzdiakon ernannt. Willem wurde auch vom König um a gebeten Geschichte der Taten von König Amalrik schreiben. Es ist nicht genau bekannt, warum der König Willem auswählte.
In den Jahren 1170-1174 beschäftigt sich Willem hauptsächlich mit der Erziehung des aussätzigen Sohnes von Amalrik, Boudewijn. In dieser Zeit schreibt er noch viel und wird auch von Amalrich beauftragt, die Chroniken Jerusalems vor Amalrichs Herrschaft zu beschreiben. Willem legt sein erstes Werk nieder und beginnt damit. Dann hat Amalrik eine weitere Bitte: ob Willem auch ein Buch über die Geschichte der Fürsten aus dem Osten schreiben kann. Während dieser Zeit arbeitet Willem gleichzeitig an diesen drei Werken. Dies ist die erste Etappe in seinem Leben als Historiker, in der er die Rolle des Schreibers unter der Schirmherrschaft des Königs wahrnimmt.
Die zweite Phase seines Lebens begann, als König Amalrich 1174 starb und sein Sohn Baudouin IV - Willems Schüler - wurde erfolgreich. Dieser war jedoch dreizehn Jahre alt und deshalb Raymond von Tripolis zum vorübergehenden Regenten ernannt. Als Boudewijn zwei Jahre später für volljährig erklärt wurde und selbst die Königswürde antreten konnte, legte Raymond sein Amt nieder. Willem wurde König Baudouins wichtigster Berater. In den folgenden Monaten wurde William sowohl Kanzler des Königreichs als auch Erzbischof von Tyrus. Trotz seines vollen Terminkalenders als Erzbischof und Kanzler des Königreichs gelang es William, viele andere großartige Dinge zu vollbringen. Zum Beispiel führte er die Begräbnisriten zum Tod von Wilhelm von Monferrat 1177. Er war auch Leiter der Delegation aus Jerusalem während der Drittes Laterankonzil. Während dieser Zeit arbeitete Willem auch still an seinen Werken weiter, oft für lange Zeit unterbrochen von seinen anderen Funktionen.
Auf Wunsch des Papstes ging er an den byzantinischen Hof und verbrachte anschließend zwei Jahre im Dienste des byzantinischen Kaisers. Manuel I Komnenos. 1180 kehrte Wilhelm nach Jerusalem zurück. Doch seit seiner Abwesenheit hatte sich viel verändert: Balduin IV. war in einem schlechten Zustand, und sein nahendes Ende sorgte für einen Konflikt am Hof. Weil Willem mit ihm befreundet war Raymond von Tripolis und wer letztendlich verlor, war William bei Hofe nicht mehr willkommen. Als er auch für die zeitlebens angestrebte Position des Patriarchen übergangen wurde, zog er sich weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurück und trat damit in den dritten Lebensabschnitt ein.
Diese dritte Phase markierte den Beginn von Willem, der als objektiver Beobachter, der nicht mehr am Hofe gebunden war, Geschichtsschreibung schrieb. In dieser Phase arbeitete er seine Historia rerum in partibus transmarinis gestarum fertig, ein Werk, das schließlich dreiundzwanzig Bücher umfassen würde, mit der Figur von Gottfried von Bouillon war zentral.
Es ist nicht genau bekannt, wann er starb, obwohl es nicht später als das Jahr 1185 sein kann.
Relevanzarbeit
Willems Werk unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von anderen Historikern seiner Zeit.
Da ist zum einen seine kritische Haltung gegenüber den Quellen. Auch wenn er dies nicht in allen seinen Werken gleich konsequent ist, so ist doch insgesamt eine klare Tendenz in seinem Werk zur Wahrheit zu erkennen.
Zweitens sticht seine Objektivität in seiner Arbeit hervor, auch bei Ereignissen, die er selbst erlebt hat. Dies macht sich besonders bei den Ereignissen nach 1180 bemerkbar.
Dazu passt, dass Willem in seiner Arbeit Vorurteile überwindet. Es war seine Arbeit, die das westliche Bild von veränderte salatin zum Beispiel angepasst.
Ein weiterer Punkt, in dem sich Willem von seinen Zeitgenossen unterschied, war die enorme Vielfalt der Themen, die er für wichtig hielt. So beschrieb er beispielsweise viele geographische Orte und schenkte in seiner Arbeit auch der Genealogie, aber auch Kunst, Literatur und Musik viel Aufmerksamkeit.
Willem widmete auch den menschlichen Aspekten in der Geschichte, den Ursachen und Folgen menschlichen Handelns, etwas, das für diese Zeit einzigartig war.
Aufgrund seiner Abschweifungen zu diesen verschiedenen Themen ist es jedoch schwierig, die in seinem Werk erwähnten Ereignisse, insbesondere kleinere, zu datieren.
Sein Werk ist die wichtigste Informationsquelle über die erste Periode des Templer, obwohl er mehr als fünfzig Jahre nach den Ereignissen schrieb und sich auf Zeugnisse aus zweiter oder dritter Hand verließ.
Arbeiten
- Gesta orientalium principum
- Historia rerum in partibus transmarinis gestarum
- Willelmi Tyrensis Archiepiscopi Chronik
Konsultierte Quellen
- A. C. Krey, Wilhelm von Tyrus: Die Entstehung eines Historikers im Mittelalter, in Spekulum 2 (1941), p. 149-166.
- Wilhelm von Tyrus, Historia rerum in partibus transmarinis gestarumXIX 12.
Externer Link
- Vollständiger lateinischer Text von Historia rerum gestarum in partibus transmarinis
- Eine integrale niederländische Übersetzung der Chronik des Wilhelm von Tyrus
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