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Willy Cohn
Willy Cohn
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Allgemeine Information
GeborenBreslau, Deutschland, 12. Dezember1888
VerstorbenKaunas, Litauen, 29. November1941
StaatsangehörigkeitDeutsche
Bekannt ausZweiter Weltkrieg

Willy Cohn (Breslau (Deutschland), 12. Dezember1888Kaunas (Litauen), 29. November1941) war ein Deutsche Historiker und Lehrer von jüdisch Abstammung. Er ist vor allem für seine Tagebücher bekannt, die sich mit dem jüdischen Leben beschäftigen Nazi-Herrschaft in seiner Heimatstadt beschreiben Breslau.

Lebenszyklus

Cohn wurde in eine wohlhabende Kaufmannsfamilie hineingeboren. Er studierte von 1906 bis 1909 Geschichte in Breslau und Heidelberg. Er promovierte über die Erforschung der Normannische Flotte im Sizilien. Seine Dissertation wurde 1910 veröffentlicht. Später veröffentlichte Cohn mehrere Werke, unter anderem zum jüdischen Leben im Mittelalter, Kurzbiografien über die Gründer der deutschen Sozialdemokratie und die "Gründerväter" der" KommunismusKarl Marx und Friedrich Engels.

Nach seiner Beförderung legte Cohn eine Prüfung ab, die es ihm ermöglichte, Lehrer an der zu werden Gymnasium. Er strebte eine akademische Laufbahn an der Universität Breslau, aber er wurde wegen seiner jüdischen Abstammung diskriminiert. Während der Erster Weltkrieg Cohn diente in der Bundeswehr und erhielt a Eisernes Kreuz. Cohn begann 1919 seine Lehrtätigkeit am Johannesgymnasium in Breslau. Er wurde dort im Juni 1933 wegen seiner SPD-Mitgliedschaft gekündigt. Einer seiner Schüler war der spätere Historiker Walter Lack, der 1996 auf Cohns Tagebücher aufmerksam machte.

Trotz der Zunahme Verfolgung der Juden Cohn blieb mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Deutschland, mit denen er sich stark verbunden fühlte. In seinen Tagebüchern beschrieb er das jüdische Leben in Breslau. Die Stadt umfasste damals die drittgrößte jüdische Gemeinde in Deutschland. Cohn erwog, auszuwandern, da die Verfolgung zunahm. 1937 besuchten er und seine Frau Palästina, aber wegen seines schlechten Gesundheitszustandes sah er wenig Arbeitsaussichten. Nach dem Kristallnacht die Familie wollte noch fliehen, doch es war inzwischen zu spät. Nach dem Ausbruch des Zweiter Weltkrieg das NS-Regime ließ niemanden ausreisen. Die Cohns wurden am 21. November 1941 verhaftet und in das inzwischen besetzte Litauen abgeschoben. Am 29. November 1941 wurde er in die Neunte Festung Biene Kaunas erschossen, zusammen mit zweitausend anderen Juden aus Breslau und Wien. Dazu gehörten auch Cohns Frau Gertrud (geb. 1901) und die Töchter Susanne (geb. 1932) und Tamara (geb. 1938).

Cohns Tagebücher sind erhalten und befinden sich im Zentralarchiv für die Geschichte des jüdischen Volkes in Jerusalem und wurden im Dezember 2006 veröffentlicht. 2012 erschien eine englische Übersetzung: Keine Gerechtigkeit in Deutschland: Die Breslauer Tagebücher, 1933-1941. Zusammen mit Victor Klemperer Cohn gilt als einer der bedeutendsten Dokumentaristen der Judenverfolgung in der Zweiter Weltkrieg.