WikiDer > Zinkographie

Das Zinkographie ist eine grafische Flachdrucktechnik analog zu der des Lithographie; es funktioniert nach dem gleichen Prinzip der Abstoßung wässriger Stoffe durch Fettstoffe, aber statt mit schwerem, schwer zu handhabendem lithografischem Kalkstein arbeitet man mit viel leichteren und gleichzeitig billigeren Zinkplatten. In der Vergangenheit wurde die Technik sowohl als industrielle Drucktechnik als auch als Technik für den Kunstdruck verwendet. Der Nachteil ist, dass die Zinkplatten nach und nach korrodieren und daher für längere Zeit weniger brauchbare Ausdrucke.
Der Künstler zeichnet auf einer polierten Zinkplatte mit spezieller lithografischer Fettkreide oder mit einer fettigen lithografischen Tinte. Die Oberfläche der Platte selbst ist so bearbeitet, dass das Wasser einen gleichmäßigen dünnen Film darauf bildet, während die mit dem Fett der Zeichnung abgeschirmten Teile der Platte nicht nass werden.
Zum Drucken wird die Platte mit einer feuchten Walze benetzt; die Zeichnung selbst weist das Wasser ab und wird nicht nass. Dann fährt man mit einer Walze mit fettiger Druckfarbe über die Platte; die Druckfarbe verbleibt nur auf der Zeichnung selbst und nicht auf vorgenässten Stellen der Platte. Zum Drucken der Zeichnung wird ein Blatt Papier zusammen mit der Platte unter eine Presse gelegt; die Tinte auf der Zeichnung wird vom Papier absorbiert. Auf diese Weise wird ein Spiegelbild der Originalzeichnung erhalten.
Ende neunzehntes Jahrhundert und Start zwanzigstes Jahrhundert viele bedeutende Künstler haben mit diesem Verfahren gearbeitet, wie zum Beispiel Felix Vallotton, Paul Gauguin, Emile Bernard und Charles Doudelet.