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Édouard Otlet
Edouard Otlet im Jahr 1887.

Edouard Barthelemi Lucien Joseph Otlet (Brüssel, 13. Juni1842Blancquefort, 20. Oktober1907) war ein BelgierSenator und Unternehmer.

Lebenszyklus

Otlet war hauptsächlich Bankier von Beruf, war aber auch am Bau und Betrieb von Eisenbahnen beteiligt. Er begann 1867 mit dem Bau und Betrieb von Eisenbahnstrecken in Nordfrankreich. 1874 beendete er die Eisenbahn Ostende-Torhout-Armenières.[Quelle?]

Ab 1875 konzentrierte er sich hauptsächlich auf den Bau von Straßenbahnlinien. Zunächst mit großem Erfolg, der ihm den Namen „König der Straßenbahnen“ einbrachte.[Quelle?] Im Wettbewerb, manchmal auch in Zusammenarbeit, mit anderen unternehmungslustigen Belgiern, wie z Edouard Empain, war er fast überall in Europa präsent.[Quelle?] Die sieben wichtigsten Unternehmen, die er zum Bau von Straßenbahnen gründete, betrafen die Städte de Den Haag (1875), Prag (1875), Düsseldorf (1876), München (1878), Florenz (1879), Odessa (1880) und Neapel (1881). Er wurde bald das Oberhaupt eines Imperiums. Andere Städte folgten, darunter Moskau.

Otlet erlitt jedoch mehrere Rückschläge, die zusammen mit der Wirtschaftskrise von 1900 und auch seiner Rücksichtslosigkeit den Bankrott eines Großteils seines Imperiums verursachten. Große Teile davon wurden von anderen übernommen und seine beachtliche Sammlung von Kunstwerken versteigert.

Vermögen

Otlet hatte in seiner Blütezeit über ein beträchtliches Vermögen geführt. Neben seinen Anteilen an zahlreichen Bahn- und Straßenbahngesellschaften besaß er wichtige persönliche Gegenstände.

Vieles davon musste er nach 1900 loswerden, aber seinen Kindern blieb noch ein ganzes Vermögen übrig.

Westende

Bei einem zufälligen Spaziergang im Jahr 1887 lernte Otlet unweit von Ostende ein unberührtes Dünengebiet von 65 ha kennen. Es wurde öffentlich versteigert und er kaufte es. Er und seine Söhne Paul und Maurice begannen mit der Entwicklung dieses Gebiets, das sie in eine Firma namens „La Westendaise“ einbrachten. Das Hôtel des Bains öffnete 1896 seine Pforten. Der Architekt war Alban Chambon.

Paul Otlet baute dort zwischen 1894 und 1898 sein Landhaus mit Hilfe von Octave Van Rysselberghe und Henry Van de Velde. Es wurde ein Gebäude in Jugendstil, das als Vorbild für den weiteren Ausbau von Westende dienen sollte. 1897 ließ Otlet einen Deich bauen. Alles wurde mit privatem Kapital finanziert. Der Ort bekam Tennisplätze, eine Kirche, ein Postamt, einen Kursaal, ein Kraftwerk, während die Straßenbahnlinie Ostende-Middelkerke wurde bis Westende verlängert.

Mitglied des Parlaments

1894 setzte sich Otlet für die katholische Partei. Er wurde nicht direkt gewählt, sondern wurde Provinzsenator für die Provinz Luxemburg und hatte dieses Mandat bis 1900 inne.

Erben

Paul Otlet, dem Gründer des Mundaneums, und Maurice Otlet, Haupterweiterung des Seebades Westendewaren seine Söhne.

Literatur

  • Catalogue des tableaux (écoles gothique, renaissance, modern), Gobelin, Kunstgegenstände, Sammlung Meubles de la vente Otlet, Brüssel, 1902.
  • M. DUMOULIN, Edouard Otlet, in: Biography nationale de Belgique, T. XLI, Brüssel, 1980.
  • Marc KONSTAND, Westende, eine erfolgreiche Brüsseler Tourismusinitiative (1896-1914), in: Transaktionen der Geschichtsgesellschaft in Brügge, 1981
  • Ginette KURGAN - VAN HENTENRYK, Bahn, Finanzen und Politik : les entreprises Philippart (1860-1890), Brüssel, ULB, 1982.
  • J. DELMEE, La S.A. "La Westendaise" 1898-1906. Naissance de la plage de Westende, le rêve urbanistique de la famille Otlet, in: Belgische Zeitschrift für Neuere Geschichte, 1985.
  • L. DE RYCK, Otlet und Söhne, Entwickler und Erbauer eines Imperiums des internationalen öffentlichen Verkehrs (1864-1914), Dissertation (unveröffentlicht), VUB, 1989.
  • Marc KONSTAND, Das verschwundene Seebad: die Geschichte von Westende-Bad von 1896 bis 1918, Middelkerke, 1996.
  • Ginette KURGAN-VAN HENTENRIJK u.a. Dictionnaire des Patrons en Belgique, De Boeck, Brüssel, 1996.
  • Marc KONSTAND, Westende in der Belle Époque. Vom exklusiven Strandresort zur Geisterstadt, Brügge, 2007.
  • Marc KONSTAND, Heliopolis aus Westende? Die Westend-Schule des Architekten Ernest Jaspar, in: Proceedings of the History Society in Brügge, 2010.