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Ödön Lechner
Ödon Lechner
Die Postsparkasse (Postatakarékpenztar) in Budapest (2006)
Das Museum für Angewandte Kunst (Iparművészeti Múzeum) in Budapest (2004)
Decke im Museum für Angewandte Kunst in Budapest (2006)
Das St.-Elisabeth-Kirche ("Blaue Kirche") in Bratislava (2007)
Denkmal für Ödön Lechner, Budapest

Ödon Lechner (Schwarzer Tod, 27. August 1845 – Budapest, 10. Juni 1914) war ein ungarischArchitekt. Er war der Begründer der ungarischen Variante des Jugendstil, ein Stil, der nach österreichischem Vorbild vor Ort szecesszió wird genannt. Seine Hauptwerke sind die Gebäude der Postsparkasse, des Museums für Angewandte Kunst und des Geologischen Museums in Budapest sowie die Rathäuser von Kecskem und Szeged. Charakteristisch für Lechner sind die orientalischen Motive, die er in den ungarischen Jugendstil einführte und die häufige Verwendung von Pyrogranit, ein synthetischer Stein, hergestellt von der Töpfer- und Porzellanfabrik von Vilmos Zsolnay entwickelt worden war.

Leben und Arbeiten

Lechner wurde in eine wohlhabende bürgerliche Familie süddeutscher Abstammung hineingeboren. Sein Vater hatte eine Ziegelei in Pest und in seiner Vorfahren gab es viele Bauunternehmer. Er erhielt seine Schulausbildung in Pest, begann dort auch seine Berufsausbildung und setzte diese an der Berliner Bauakademie. Zunächst etablierte er sich als unabhängiger Architekt und entwarf Wohnhäuser im damals angesagten Neorenaissance-Stil. Später gründete er zusammen mit Gyula Partos ein Architekturbüro. Von beiden war Pártos der Kaufmann und Lechner der Künstler. Die vielen Aufträge, die die Agentur erhielt, wurden weitgehend in einem historisierender Stil erkannte. Das Büro beteiligte sich teilweise über den Verein der buda und Schwarzer Tod 1873 und der anschließenden Bauexplosion gute Geschäfte.

Kurz nach seiner Heirat starb Lechners Frau. Lechner verließ das Büro und ging ins Ausland, um sein Glück zu versuchen. Zwischen 1875 und 1878 machte er in Paris Clemens Elternteil mit dem vertraut Jugendstil und beteiligte sich am Bau und der Restaurierung einer Reihe von französischen Schlössern. Nach seiner Rückkehr nach Ungarn arbeitete er erneut mit Pártos zusammen. Die bedeutenden öffentlichen Gebäude, die sie gestalten durften, waren noch von einem historisierenden Stil geprägt. Das änderte sich erst nach Lechners Reise nach London 1889-1890, wo er mit der örtlichen Gemeinde in Kontakt kam moderner Stil.

Seitdem ist es Lechners Ziel, einen neuen Stil basierend auf ungarischen Volksmotiven zu entwickeln. Er begann auch, orientalische Motive zu verwenden, die damals in Ungarn als Grundlage der ungarischen Volkskunst galten. Lechners Motto, das er 1906 in einer Kunstzeitschrift formulieren sollte, lautete: Es gab keine ungarische Formsprache, wird es aber geben. Lechner hatte gute Beziehungen zur Töpferei Vilmos Zsolnay und hatte eine Vorliebe für den grünlich-grauen PyrogranitMajolika, ein granitartig von der Fabrik Zsolnay entwickelter Kunststein. Lechners Stil wird vor allem durch seinen Einsatz vielfältiger Ornamentik auf geschwungenen Linien mit dem österreichischen Jugendstil in Verbindung gebracht. Auch sonst unterscheidet er sich von österreichischen Gleichgesinnten wie Otto Wagner: Wagner war zum Beispiel im Gegensatz zu Lechner nationalen Rücksichten abgeneigt.

1896, nach Fertigstellung des Museums für angewandte Kunst, endete die Zusammenarbeit mit Pártos. Zudem konnte Lechner bei der Auftragsakquise nicht mit seinem ehemaligen Partner mithalten. Dennoch entstanden eine Reihe charakteristischer Gebäude, von denen das Gebäude der Postsparkasse in Budapest (1901) das bekannteste ist. Bemerkenswert ist, dass Otto Wagner einige Jahre später in Wien ein Gebäude mit genau der gleichen Funktion entwarf, so dass die beiden Architekten richtig verglichen werden können.

Lechners Arbeiten wurden mit denen der etwas jüngeren verglichen Antoni Gaudí die, wenn auch an einem ganz anderen Ort in Europa, auf der Grundlage des Jugendstils ebenfalls einen eigenen Stil entwickelt hat.

Auswahl an Werken

  • 1882-1882: Rathaus in Szeged (neobarock, zusammen mit Pártos)
  • 1882-1884: Wohngebäude der Pensionsanstalt der Ungarischen Staatsbahn (MÁV Nyugdíjintézet bérháza, später Kaffeehaus Drechsler) in Budapest (zusammen mit Pártos)
  • 1885-1886: Comitaatshuis (heute Rathaus) in Nagybecskerek (jetzt Zrenjanin, Serbien; zusammen mit Pártos).
  • 1888-1889: Thonet-Haus in Budapest (zusammen mit Pártos)
  • 1890-1896: *Rathaus in Kecskemét (zusammen mit Pártos)
  • 1891-1896: *Museum für Angewandte Kunst (Iparművészeti Múzeum) in Budapest (zusammen mit Partos)
  • 1891-1897: *St. Ladislauskirche (Szent László-plebániatemplom) In budapest
  • 1896-1899: *Geologisches Institut (jetzt Geologisches Museum) in Budapest
  • 1899-1901: *Postsparkasse (Postatakarékpenztar) In budapest
  • 1907-1913: St.-Elisabeth-Kirche im Pozsony (Presburg; jetzt Bratislava, Modr Kostelik, Blaue Kirche).

*Diese Gebäude wurden im Mai 2008 für die Aufnahme in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

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