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Aliscans
Vivien in Aliscans. Illustration von Édouard Zier im Buch Chevaliers-Futures von Noemi Balleyguier.

Aliscans oder Aleschans ist spät 12. JahrhundertChanson de Geste, geschrieben in Picardie. Das zentrale Thema ist die schreckliche Schlacht, die zwischen den christlichen und sarazenischen Armeen an einem Ort namens "Aliscans" in Südfrankreich stattfindet. Der Protagonist dieses epischen Gedichts ist Guillaume d'Orange, basierend auf dem echten Guillaume de Gellone.

Inhalt

Aliscans erzählt die fiktive Geschichte des katastrophalen Kampfes, den christliche Armeen gegen die „heidnischen“ Sarazenen in Aliscans, Frankreich, führen. Vivien, der Neffe von Guillaume d'Orange, wird getötet. Nach dieser schrecklichen Niederlage für die Franzosen durchquert Guillaume das Königreich, um Truppen zu sammeln. Es gelingt ihm schließlich, die sarazenischen Armeen in einer zweiten Schlacht der Aliscans zu besiegen.

Die gleiche Geschichte wird auch in einer weniger entwickelten Form in einem älteren Chanson de Geste erzählt: La Chanson de Guillaume (Chançun de Willame), die erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt wurde. Es ist definitiv die Quelle des Gedichts Willehalm von Wolfram von Eschenbach, die die gleiche Geschichte erzählt.

Aliscans gehört zum Zyklus Guillaume Gellone (oder Cycle de Guillaume). Es ist in der Picardie geschrieben und enthält etwa 8000 Decasyllabi (Zeilen von zehn Silben). Es wurde um 1180-1190 zusammengestellt und ist in dreizehn Handschriften erhalten, während zwei weitere Handschriften Fragmente davon enthalten.

Struktur

In der Arbeit lassen sich drei Teile unterscheiden. Der erste befasst sich mit der Schlacht der Aliscans und endet mit der schrecklichen Niederlage der fränkischen Ritter und dem tragischen Tod von Vivien. Die zweite zeigt Guillaumes Rückkehr und seine mühsame Suche nach einer neuen Armee. Der dritte Teil erzählt von Guillaumes Sieg mit Hilfe von Renouard. Dieser letzte Teil unterscheidet sich von den beiden vorherigen pessimistischen Teilen durch den optimistischen, fast komischen Ton, in dem er geschrieben ist.

Besonders der Teil über Viviens Tod mit seinem Onkel Guillaume an seiner Seite ist besonders lang: die Klage (Planktus) van Guillaume in der Nähe seines sterbenden Cousins ​​nimmt mehr als 250 Verszeilen ein.

Aliscans geht ein weiteres Epos voraus, La Chevalerie Vivien (die Ritterschaft von Vivien), die als Prolog dient. Aliscans selbst beginnt in Medienauflösung, mitten im Kampf, und der Prolog über Vivien soll also diesen Kampf und die Wut der Kämpfer erklären.

Die früheste gedruckte Ausgabe des niederländischen Historikers Willem Joseph Andreas Jonckben sah das Licht 1854.