WikiDer > Carl Teike

Carl Teike
Carl Teike
Carl Teike im Jahr 1895
Allgemeine Information
Vollständiger NameCarl Albert Hermann Teike
Geboren5. Februar1864
Verstorbender 28. Mai1922
LandFlagge von Deutschland Deutschland
Arbeit
Genre(s)HaFaBra-Musik
BerufKomponist, Dirigent, Hornist
Instrumente)Horn
(und) Allmusic-Profil
Portal  Portalsymbol  Musik

Carl Albert Hermann Teike (Altdamm Biene stettin (jetzt: Stettin), Westpommern), 5. Februar1864Landsberg an der Warthe, (jetzt: Gorzow Wielkopolski), der 28. Mai1922) war ein DeutscheKomponist, Kapellmeister und Hornist.

Lebenszyklus

Teike war das vierte von vierzehn Kindern des Ehepaares Teike. Kurz nach Carls Geburt zog die Familie nach Züllchow in Stettin, wo der Vater an der Vulkan-Werf. Hier wurde er schon früh durch das Militärorchester der Garnison Stettin an die Blasmusik herangeführt. Er war Schüler des Stadtkapellmeisters Paul Bottcher im Wollin und lernte verschiedene Blasinstrumente zu spielen. Teike war sehr begabt, so dass ihn Böttcher im zweiten Jahr als Solohornist an die sog Kurorchester im Badeort misdroy (jetzt: Miedzyzdroje) an der Ostsee. Böttcher war 25 Jahre erfolgreicher Dirigent dieses Orchesters und Teike spielte vier Jahre mit ihm.

Ab 1883 war er Oboist in der Militärkapelle des Grenadier-Regiment König Karl Nein. 123 (5. Württembergisches) im Ulm die dann angeführt wurde von Julius Schrek. Der talentierte und erfahrene Musiker fand bald eine weitere Anstellung als Hornist im Städtischen Orchester Ulm. Das war vor allem eine finanzielle Verbesserung. Der musikalische Horizont wurde sicherlich auch von den vielen Konzertreisen geschätzt, die er mit dem Militärmusikkorps unternahm und die ihn unter anderem in die Niederlande führten.

In dieser Zeit schrieb er sein erstes Märsche, unter anderem Am Donaustrand. Dieser Marsch wurde bald von allen Kapellen der Ulmer Garnison gespielt.

Weil der neue Kapellmeister der Regimentskapelle, Oelte, genug Märsche im Repertoire fand, gab es für den neuen Marsch new Alte Kameraden Van Teike glaubt, dass es keine Notwendigkeit gibt ("Wir haben genug Märsche. Wirf sie einfach in den Ofen!"). Dieser Marsch wurde kurz darauf weltberühmt. Ende des Jahres 1889 schied Teike aus der Militärkapelle aus. Am 23. November 1889 heiratete er Babette Löser.

Teike wechselte daraufhin zur Polizei in Ulm. Am 1. September 1895 wurde er Polizeibeamter im sogenannten- Königliche Schutzmannschaft im Potsdam. Nun war er auch finanziell abgesichert, denn in dieser Position war er Beamter und hatte später einen Rentenanspruch. Die alte Garnisonsstadt am havel war für ihn ein fruchtbares Feld, denn die dort stationierten Banden gehörten zu den besten der alten Armee und gaben ihm natürlich Inspiration und Rat zugleich. Hier ist neben dem Alte Kameraden, berühmtester Marsch Im Treuefest. Sein kompositorisches Schaffen ist bewundernswert, denn seit seiner Abreise nach Potsdam war er musikalisch nicht mehr aktiv. Im Laufe der Zeit wurde der Polizist, der sonst seinen Dienst in der historischen Bittschriftenlinde verrichtete, so bekannt und berühmt, dass der Musikpolizist sogar im Ausland berichtet wurde, wie in der belgischen Tageszeitung. Le Petit bleu du matin.

Aber auch außerhalb der Marschmusik bemühte sich Teike, zum Beispiel 1906 einen Walzer zu komponieren Nur ein Versuch und schrieb zwanzig Tänze für seine Frau Babette (Mazurkas, Polka's und Rheinländer), die er mit Hingabe zu einem Album zusammengestellt hat. Im strengen Winter 1907 erkrankte Teike während einer Nachtschicht an einer schweren Lungenentzündung, die sein Leben veränderte. Er konnte sich von dieser Krankheit nicht schnell erholen. Er wurde in einem speziellen Sanatorium für Lungenkrankheiten behandelt, in das er erstmals im Sommer 1908 zurückkehrte. Sein Antrag auf eine weitere Schicht – ohne Nachtschichten – war bei der Polizei in Potsdam nicht möglich. Ihm wurde geraten, in Rente zu gehen. Mit Hilfe des Kronprinzen bekam er ab 1. Februar 1909 eine Anstellung als Angestellter der Kreisverwaltung des Kreises Landsberg an der Warthe. Er freundete sich mit seinem obersten Diener, dem Grafen Clairon d'Haussonville, an.

Teike erhielt von der Polizeikapelle von New York ein Dankesschreiben mit großem Foto für seine schönen Märsche. Er bedankte sich bei diesem Korps mit einem neuen Marsch Die blaue Polizei. Er wurde von der französischen Armee beauftragt, mehrere Märsche zu schreiben.

In der Stadt Landsberg an der Warthe später wurde ihm eine Statue errichtet, obwohl er damals in einem armen Grab beigesetzt wurde.

Kompositionen

Arbeiten für eine Konzertband

  • 1885 (Am Donaustrand) später: Prinz Albrecht, März
  • 1889 Alte Kameraden, März[1]
  • 1906 Nur ein Versuch, Walzer
  • 1914 Die blaue Polizei, März (gewidmet der New Yorker Polizei)
  • Abschied von den Gladiatoren, März
  • Am Oderstrand
  • Auf gut Glück, März
  • Aus allen deutschen Gauen, März
  • Borussia, März
  • Bruderherz, März
  • Der Fahne nach, März
  • Der Kaiser kommt, März
  • die alte Garde, März
  • Die Welt ohne Waffen, März
  • Durchhalten!, März
  • Ein Hoch dem Sport, März
  • Ein Hoch der Avitik, März
  • fahnengruss, März
  • fahnenjunker, März
  • Pommes-Banner, März
  • Friedensfeier, März
  • frisch auf, März
  • Frisch gewartet, März
  • Fröher Wanderer, März
  • Pelzthron und Reich, später: Hohenstaufen-Marsch
  • Fürchte nichts!, März
  • Gewartet und gewonnen, März
  • Graf Zeppelin, März
  • Großer Sportmarsch
  • Gruß an Potsdam, März
  • Hansa-Marsch, März
  • Heil Potsdam, März
  • Hoch Braunschweig, März
  • Heil Deutschland
  • Heldengru
  • Helgoland März
  • Hoch soll er Leben
  • Hinter dem Schellenbaum
  • In Freud und Leid, März
  • In Freundschaft und Treue, März
  • Im Treuefest, März
  • Internationale Marsch
  • Jugend heraus, März
  • Jung Deutschland, März
  • Kaiser Bewährung, März
  • Genosse, März
  • Kopf hoch, März
  • Kronprinzen, März
  • Mit voller Segeln, März
  • Neue Kameraden, März
  • Neue Zeiten, März
  • Beobachtermarsch, März
  • Ohne Furcht und Tadel, März
  • Prinz Wilhelm, März
  • Regimentskameraden, März
  • Schillerfest, März
  • Schneidig am Tete, März
  • Schneidige Attacke, März
  • Siegesfestmarsch, später: Festivalmarsch
  • Sorgenbrecher, März
  • Treue um Treue, März
  • Zwanzig Tänze (gewidmet seiner Frau Babette)
  • Unter Genossen, März
  • Für die Front, März
  • Wieder daheim, März

Literaturverzeichnis

  • Jozef Robijns, Miep Zijlstra: Allgemeine Musiklexikon, Haarlem: De Haan, (1979)-1984, ISBN 978-90-228-4930-9
  • Wolfgang Suppan, Armin Suppan: Das Neue Lexikon des Blasmusikwesens, 4. Auflage, Freiburg-Tiengen, Blasmusikverlag Schulz GmbH, 1994, ISBN 3-923058-07-1
  • Wolfgang Suppan: Das neue Lexikon des Blasmusikwesensik, 3. Auflage, Freiburg-Tiengen, Blasmusikverlag Schulz GmbH, 1988, ISBN 3-923058-04-7
  • Wolfgang Suppan: Lexikon des Blasmusikwesens, 2. eränzte und erweiterte Auflage, Freiburg-Tiengen, Blasmusikverlag Fritz Schulz, 1976
  • Paul E. Bierley, William H. Rehrig: Die Erbe-Enzyklopädie der Bandmusik: Komponisten und ihre Musik, Westerville, Ohio: Integrity Press, 1991, ISBN 0-918048-08-7
  • Werner Schwarz, Franz Kessler, Helmut Scheunchen: Komponisten aus Pommern im 19. und 20. Jahrhundert, in: Musikgeschichte Pommerns, Westpreussens, Ostpreussens und der baltischen Länder, Dülmen: Laumann, 1989, 189 p.
  • Waldemar Diedrich: Frag mich nach Pommern. Über 1000 Antworten von A–Z. Rautenberg, Leer 1988, S. 215, ISBN 3-7921-0352-4 ,
  • Werner Schwarz: Pommersche Musikgeschichte : mehr historischer Überblick und Lebensbilder, Teil I: Historischer Überblick, Wien: Bohlau Verlag, 1988, 308 S.
  • Norman E. Smith: Musiknoten im März, Lake Charles, La.: Program Note Press, 1986, ISBN 978-0-9617346-1-9
  • Norman E. Smith: Musiknoten der Band, Revidierte Ausgabe, San Diego, Kalifornien: Niel A. Kjos, Jr., 1979, 299 S., ISBN 978-0849754012
  • Sven G. Winquist: Musik i svenska ljudfilmer 1950-1959, Stockholm: Svensk Musik, 1985, 194 S., ISBN 978-9185470235
  • Joachim Töche Mittler: Armeemärsche, 1. Teil – Eine Historische Plauderei zwischen Regimentsmusiken und Trompeterkorps rund um die deutsche Marschmusik, 2. Auflage, Neckargmünd, Kurt Vowinckel Verlag, 213 S.
  • Joachim Töche Mittler: Armeemärsche, 2. Teil – Sammlung und Dokumentation, 2. Auflage, Neckargmünd, Kurt Vowinckel Verlag, 1977, 161 S.
  • Joachim Töche Mittler: Armeemärsche, 3. Teil – die Geschichte unserer Marschmusik, 2. Auflage, Neckargmünd, Kurt Vowinckel Verlag, 1977,
  • Gösta Morin, Carl-Allan Moberg, Einar Sundstrom: Sohlmans Musiklexikon – 2. Rev. oh utvidgade uppl., Stockholm: Sohlman Förlag, 1975-1979, 5 v., ISBN 9171980202
  • Gösta Morin, Carl-Allan Moberg, Einar Sundstrom: Sohlmans musiklexikon : nordiskt och allmänt upplagsverk för tonkonst, musikliv och dans, Stockholm: Sohlmans Forlag, (1951-)
  • Karl Anton Puppe: Alte Kameraden, Frankfurt am Main: Teike 1961. 96 S.
  • Kenneth Walter Berger: Band-Enzyklopädie, Kent, Ohio: Band Associates, 1960, 604 p.
  • Arthur Krebs: Lebensbeschreibung d. dt. Marsch-Komponisten "Alte Kameraden", "In Treue fest"! Carl Teike, Potsdam, R. Schneider, Potsdamer Fremdenblatt, 37.16 S.80.
  • Paul Frank, Wilhelm Altmann: Kurzgefasstes Tonkünstler-Lexikon : für Musiker und Freunde der Musik, Regensburg: Gustav Bosse, 1936, 730 S.

Externer Link