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Elisabeth Gerhardt, nennt sich später Elisabeth Erdmann Macke (Bonn, 11. Mai1888 - Berlin, 17. März1978) wurde bekannt als die Frau des DeutscheExpressionist Maler August Macke, Bedienung Muse und sein Hauptmodell. In seinem kurzen Leben fertigte er mehr als hundert Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen von ihr an. 2009 veröffentlichte sie ein Buch mit biografischen Erinnerungen berühmter Persönlichkeiten aus der Kunstwelt kurz vor dem Erster Weltkrieg.
Leben mit Macke
Elisabeth Gerhardt war die Tochter von Carl Gerhardt, einem erfolgreichen Hersteller chemischer Analysegeräte. Sie lernte August Macke 1903 in Bonn im Alter von fünfzehn Jahren auf dem Weg zum Gymnasium kennen, das sie beide besuchten. In ihren späteren Memoiren schreibt sie, dass es Liebe auf den ersten Blick war. Allerdings würden sie sich nur über einen längeren Zeitraum treffen. Elisabeth ging 1905 nach Bern eine praktische Ausbildung in der Hauswirtschaft zu erhalten. In diesem Jahr macht Macke eine Reise nach Italien mit ihrem Bruder Walter und ging später nach Paris um die Impressionisten studieren.
Elisabeth verbrachte 1908 erstmals längere Zeit mit Macke Berlin, wo er dann studierte mit Lovis Corinth. Später in diesem Jahr würden sie zusammen nach Italien reisen, unter anderem in Begleitung ihrer Mutter. Sie verlobten sich am Heiligabend 1908, als Macke in den Dienst trat, und heirateten im Oktober 1909. Dank der Erbschaft, die Elisabeth nach dem Tod ihres Vaters 1907 erhielt, kam das Paar gut zurecht. Flitterwochen machten sie in Paris, wo die schwangere Elisabeth jedoch eine Blutung erlitt und sich ausruhen musste. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland ließen sie sich ein Tegernsee und kurze Zeit später wieder in Bonn, in eine Wohngemeinschaft im Elternhaus[1].
Ihr Sohn Walter wurde 1910 und Wolfgang 1913 geboren. Die junge Familie führt ein harmonisches Leben und zwischen Elisabeth und ihrem Mann besteht eine fast symbiotische Bindung. Macke nannte sie „mein zweites Selbst“, „meine Seele“ und „den Spiegel, in dem ich mich selbst gerne sehe. In seinem kurzen Leben fertigte er mehr als hundert Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen von ihr in verschiedenen Stilvarianten an, die schließlich in einer einzigartigen Form des Expressionismus gipfelten. Er zeigt sie in allen möglichen Posen und Lebenslagen: lesend, schreibend, als Mutter und Madonna, mit Kindern im Garten, beim Einkaufen in der Stadt, mal als Dame, mal auch nackt und sinnlich. Elisabeths Kritik an seinem Werk war für seine künstlerische Entwicklung wesentlich.
1913 zieht das Paar nach Hilterfingen, danach reist Macke nach Tunesien macht mit Paul Klee. Bei Ausbruch des Erster Weltkrieg Macke meldet sich wieder und wird im September 1914 an der französischen Front getötet.
Leben nach Macke
1915 begann Elisabeth ihre Erinnerungen an prominente Persönlichkeiten der Kunstwelt zu Papier zu bringen und schrieb über hundert Texte unter anderem über: Robert Delaunay und seine Frau Sonja, Paul Klee und seine Frau Lilie, Franz Marc und seine Frau Maria, Lyonel Feininger, Paul Hindemith, Wassili Kandinskic, Herwarth Walden, Mary Wigman. Erst 2009 wurden diese biografischen Schriften unter dem Titel Anfänge erscheinen anlässlich der Ausstellung dem 'Mein zweites Ich' im August Macke Haus.
Elisabeth heiratet 1916 wieder Lothar Erdmann (1888-1939), einen Schulfreund von Macke, und nennt sich später Erdmann-Macke. Als er im August 1914 die Front verließ, hatte sich Macke im Falle seines Todes bereits mehr oder weniger zusammengetan. Das Paar hatte zwei Kinder, Dietrich und Constanze. 1925 zog die Familie Erdmann nach Berlin, wo 1927 ihr Sohn Walter Macke starb. Erdmann, Journalist und Kritiker der Nazi-'s, verloren nach der Machtergreifung von Hitler sein Job. 1939 wurde er inhaftiert und im Konzentrationslager inhaftiert Sachsenhausen. Hier starb er am 18. September 1939 an den Folterungen und Misshandlungen durch die SS.
Elisabeths Leiden war noch nicht vorbei. 1943 verlor sie ihr Zuhause in Berlin durch einen Bombenangriff. Nach einigem Umherziehen kehrte sie 1948 nach Bonn zurück, wo sie nach dem Tod ihrer Mutter 1947 in das Elternhaus einzog, das sie 1947 geerbt hatte. 1963 veröffentlicht sie ihre Erinnerungen an Macke unter dem Titel Erinnerungen an August Macke, nach ihren eigenen Worten vor allem dazu gedacht, ihn in den Erinnerungen ihrer Kinder wach zu halten. Sie starb 1978, fast neunzig Jahre alt. Die letzten drei Jahre ihres Lebens verbrachte sie mit ihren beiden jüngsten Kindern. 1975 starb ihr Sohn Wolfgang Macke.
Galerie

Porträt mit Äpfeln

Elisabeth liest

Mutter und Kind

Elisabeth am Schreibtisch

Porträt der Frau des Künstlers bei Mondschein

stickende frau
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Elisabeth am Schreibtisch

Lesen, Weihnachten

Nackt mit Kissen sitzen

Elisabeth mit Walter im Garten
Literatur und Quellen
- Ingo F. Walther (Herausgeber): Meisterwerke der westlichen Kunst II. Taschen, Köln 2005, S. 587. ISBN 3-8228-4746-1
- Stephen Farthing: 1001 Gemälde, die Sie sehen müssen. Librero, 2012, S. 598. ISBN 978-90-8998-209-4
Externe Links
- Biografische Informationen zu August Macke und Elisabeth Gerhardt auf Cubisme.info
- Informationen zu Elisabeth Gerhardt zum Lesen im Kunstblog
- (das) Informationen zu Elisabeth Gerhardt auf der Website Macke-haus[toter Link]
- (das) Informationen zu August Macke und Elisabeth
Hinweis
- ↑Es ist jetzt bekannt als August Macke Haus und beherbergt eine Dauerausstellung des Künstlers
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