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Fritz Jöde
Fritz Jode im Jahr 1932.

Fritz Jode (Hamburg, 2. August1887 - Dort 19. Oktober1970) war ein Deutscher Musikpädagoge und eine der Schlüsselfiguren der Deutsche Jugendmusikbewegung.

Lebenszyklus

Fritz Jöde war der Sohn eines Schuhmachermeisters. Nach seinem Studium arbeitete Jöde als Pädagoge in Hamburg. Er trat der 1916 bei Deutsche Jugendbewegung. Musikalisch war er ein selbst erlernt. Aufgrund seiner volksmusikalischen Kompetenz wurde er von seiner Schultätigkeit entbunden, so dass er Musikwissenschaft aufs College gehen könnte. In den Jahren 1920-1921 studierte er in Leipzig, insbesondere bei Hermann Abert.

1923 wurde Jöde dann Lehrer an der Staatlichen Akademie für Kirchen- und Schulmusik in Berlin. Im selben Jahr gründete er dort eine Musikschule für Jugendliche. 1926 stellte Jöde sogenannte Offene Singstunden (frei zugängliche Gesangsstunden) op. Ab 1930 wurde er Leiter der Volks- und Jugendmusikabteilung an der Landesakademie. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 wurde Jöde "bis auf weiteres" beurlaubt.

Nach einem Disziplinarverfahren im Oktober 1936 wurde Fritz Jöde mit Wirkung vom 26. Februar 1937 aus allen seinen Funktionen entlassen. Außerdem wurden einige seiner Schriften verboten. 1937 wurde er jedoch Leiter des Jugendradios in München und 1938 Leiter einer a Hitler-Jugend-Gruppe. Von 1939 bis 1945 arbeitete er als Lehrer an der Hochschule Mozarteum im Salzburg.

Seine Einstellung zu den Nationalsozialismus ist umstritten. Er sah sich als unpolitisch und wurde von den Nazis wegen politisch-linker Kontakte feindselig behandelt. Er trat jedoch am 1. Januar 1940 in die NSDAP um seine Berufung in Salzburg zu sichern (er trat 1943 aus der Mitgliedschaft aus). Er war auch Mitglied der Reichskulturkammer.

Von 1940 bis 1944 war er Herausgeber der Zeitschrift für Spielmusik. Ab 1941 lebte Jöde in Bad Reichenhall und leitete 1945 den dortigen evangelischen Kirchenchor. Von 1947 bis 1952 war er Leiter des Büros für Jugend- und Schulmusik in Hamburg und von 1951 bis 1953 unterrichtete er Musikpädagogik an der Musikschule in derselben Stadt. Dann ging er zu Trossingen, wo er Leiter der Internationales Institut für Jugend- und Volksmusik.

1957 erhielt er den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Fritz Jöde starb am 19. Oktober 1970 in Hamburg im Alter von 83 Jahren. Er wurde auf dem Friedhof von begraben Nienstedten.

Musikpädagogische Grundsätze

Die pädagogischen Grundsätze von Jöde sind aus dem Deutsche Jugendmusikbewegung. Sein Ziel war es, „eine singende Jugend“ und „ein singendes Volk“ zu erreichen.

Ein schulpflichtiges Kind musste auch außerhalb der Schule musikalisch geführt werden. Offener Gesangsunterricht auf Märkten und Plätzen in Großstädten musste Popmusik, Schlager-Songs und Jazz entgegenwirken. Er widersetzte sich auch der „bürgerlichen Heuchelei der Kunst“ in Opern- und Konzertsälen.

Der Leitsatz von Jöde lautete: "Musik selber machen ist besser als Musik hören." Für ihn ging es also darum, die Jugend zu bewegen, sie zum Musizieren und Singen zu ermutigen.

Kosten

Liederbücher und Sammlungen

  • Ringel-Rangel-Rosen (1913)
  • 1813 Im Lied. Eine Sammlung von Volks- und Volkstümlichen Liedern aus der Zeit der Befreiungskriege (1913)
  • Der kleine Rosengarten. Liedkompositionen zu Gedichten von Hermann Löns (1917, Nachdruck 1950)
  • Der Musiker (1923)
  • der Kanone (3 Bde., 1925–26)
  • Das Chorbuch (1925)
  • Die Singstunde, Liederblätter (1929)
  • Frau Musica. Ein Singbuch fürs Haus (1929)
  • Der Pott (1936)
  • Alte Madrigale und other A cappella-Gesänge für gemischten Chor aus dem 16. und dem Anfang des 17. Jahrhunderts (1948)

Musiktheoretische Schriften

  • Musik und Erziehung. Ein pathologischer Versuch und eine Reihe Lebensbilder aus der Schule (1919)
  • Die Lebensfrage der Neuen Schule (1921)
  • Musikschulen für Jugend und Volk. Ein Gebot der Stunde (1924)
  • That Art Bachs (1926)
  • Handbuch für Musikerziehung (1927–1932). von diesen:
    • Teil 3: Elementarlehre der Musik gegeben als Anweisung im Notensingen
    • Teil 5: Diese abschaffende Art in der Musik. Eine Anweisung für Lehrer und Freunde der Jugend
  • Kind und Musik. Eine Einfuhrung (1930)

Literatur

  • Sabine Busch, Hans Pfitzner und der Nationalsozialismus (2001)
  • Matthias Kruse, Fritz Jode 1906-1923. Pädagogik im Umbruch zu Beginn des 20. Jahrhunderts. (2017)
  • Hildegard Krutzfeldt-Junker, Fritz Jode. Ein Beitrag zur Geschichte der Musikpädagogik des 20. Jahrhunderts (1996)
  • Rika Schütte, The Menschenbild Fritz Jödes und seine Bestrebungen zur außerschulischen Musikvermittlung im Zusammenhang mit der Jugendmusikbewegung, Meisterarbeit (2004): https://www.grin.com/document/110088
  • Rika Tjakea Schütte, Fritz Jödes Wirken in der Jugendmusikbewegung (2008)
  • Reinhold Stapelberg, Fritz Jode. Leben und Werk (1957)
  • Günter Trautner, Die Musikerziehung bei Fritz Jöde (1968)

Siehe auch