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Genadestoel
Gnadenstuhl vom Evangeliar von Perpignan, Ms. 1 Mediathek von Perpignan

EIN Gnadenstuhl ist eine Darstellung der Heilige Dreifaltigkeit in der christlichen Kunst. Der Gnadenstuhl zeigt Gott der Vater der auf einem Thron sitzt und das Kreuz hält, an dem Christusder Sohn wurde gekreuzigt. Das Heiliger Geist schwebt in Form einer Taube zwischen den beiden.

Seit den Anfängen des Christentums haben Künstler versucht, die Dreifaltigkeit darzustellen. Für die Entstehung des Gnadenstuhls verwendeten sie Symbole wie das Dreieck oder Darstellungen der aus den Wolken kommenden Vaterhand, Christus als Mensch und der Geist als Taube, die das Bild vervollständigten. Auch die triandische Dreifaltigkeit (9. bis 12. Jahrhundert) geht dem Gnadenstuhl voraus, in dem die drei göttlichen Personen als drei fast identische Figuren mit gleicher Kleidung und Attributen dargestellt sind, nur die Gesichter unterscheiden sich: der Vater etwas älter und mit Bart.[1]

Rublyovs Ikone der Heiligen Dreifaltigkeit

Diese Darstellungen, die auf der biblischen Geschichte vom Besuch dreier Engel bei Abraham beruhen sollen (1. Mose 18,1-5), wurden in der Ostkirche besonders populär. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Philoxenia-Ikone von Andrei Rublyov.

In der Westkirche wird die Ikonographie des Gnadenstuhls zur wichtigsten Darstellung. Die Ikonographie des Gnadenstuhls entsteht nach und nach aus dem Eure Majestät Dominic, die in der Frühzeit des Western Buchmalerei war das am häufigsten verwendete Gottesbild.[2] Zuerst geht es Medaillons aus dem tetramorph ersetzt durch Bilder von Lamm Gottes und die symbolische Darstellung des Heiligen Geistes als Taube, und schließlich wären die Majestas domini mit der Kreuzigungsszene verschmolzen.[3][4]

Die Darstellung in ihrer endgültigen Form stammt aus dem 12. Jahrhundert.[5] Ein Beispiel aus der Zeit um 1120 findet sich im Messbuch von Cambrai, f2r "Trône de grâce"[6], laut Leroquais wäre dies das älteste Bild.[7] Auch eine sehr frühe Darstellung findet sich in einem Evangeliar aus dem 12. Perpignan (siehe Bild oben).[8]

Robert Campin oder der Meister von Flemalle, Die Heilige Dreifaltigkeit um 1410, Öl auf Holz – Grisaille, 148,7 x 61 cm, Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts entsteht eine weitere Variante, bei der der Vater den Körper des Gekreuzigten auf seinem Schoß hält (siehe Bild links). Ein gutes Beispiel für diese spätere Variante ist der Gnadenstuhl im gotischLiebfrauenkirche im Aarschot, die aus dem 16. Jahrhundert stammt. Der Gnadenstuhl ist seit vier Jahrhunderten bis weit ins 16. Jahrhundert die beliebteste Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit.[9], aber auch später ist der Gnadenstuhl oft Gegenstand von Malern und Bildhauern. Peter Paul Rubens malte 1620 einen Gnadenstuhl für den Altar der Heiligen Dreifaltigkeit der Kirche der beschuhten Karmeliter oder Brüder Unserer Lieben Frau.[10] In der Kirche von Testelt findet man sogar ein neugotisches Glasfenster aus dem 20. Jahrhundert, das einen Gnadenstuhl zum Thema hat.[11]

Ursprünglich im 12. und frühen 13. Jahrhundert wurden die Bilder mit dem Eucharistie,[12] oder sie wurden zur Veranschaulichung des eucharistischen Gebets verwendet[13] oder zur Dekoration von tragbaren Altären. Später wird es ohne weiteres auch als Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit verwendet.

Der Gnadenstuhl wurde unter anderem häufig in Stundenbücher (siehe Bild unten), um die Trinity-Gezeiten zu veranschaulichen.

Waldburg Gebetbuch, um 1480, WLB Stuttgart, Cod.-Nr. brev. 12, fol. 19v

Es wird oft geschrieben, dass Martin Luther benutzte in seiner Bibelübersetzung zum ersten Mal den Begriff "Sitz der Barmherzigkeit", aber das sollte sich auf den Deckel des Bundeslade und hatte somit überhaupt keine Verbindung mit dem Bild der Heiligen Dreifaltigkeit.

Externe Links

  • Leuchten - Wählen Trône de Grace für einige Bilder
Siehe die Kategorie Thron der Barmherzigkeit von Wikimedia Commons für Mediendateien zu diesem Thema.