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Gottfried Benn
Zeichnung von Gottfried Benn von Tobias Falberg (± 1951)

Gottfried Benno (Mansfeld, 2. Mai1886Berlin, 7. Juli1956) war ein DeutscheSchriftsteller und Dichter, und als solcher ein wichtiger Vertreter der Expressionismus.

Leben

Gottfried Benn war der Sohn eines Pfarrers. Er musste zunächst Theologie studieren, was ihm nicht gefiel. Mit einiger Mühe bekam er die Erlaubnis einzutreten Magdeburg, und später BerlinMedizin zu studieren. In dieser Zeit begann er auch zu schreiben. Seine erste Gedichtsammlung, Leichenschauhaus, über die PariserLeichenschauhausEr fand eine kontroverse Rezeption: Benn gab in seinen Gedichten sehr plastische Schilderungen von Tod und Verfall, die nicht von allen geschätzt wurden.

Während der Erster Weltkrieg Benn arbeitete als Armeearzt in Brüssel. Er veröffentlichte unter dem Titel gehirne ("Gehirn") eine Zahl Novellen über den Arzt Rönne; in seinem Stil verzichtete er auf alle Erfindungen und verwendete medizinische Fachsprache, Alltagssprache und Fremdwörter. Benn schrieb wie ein Arzt, achtete genau auf die Unterscheidung zwischen Geist und Körper und auf ausdrucksstarke Bilder, was die damaligen Leser oft wegen ihrer Offenheit schockierte. Nach dem Krieg ließ er sich als Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Berlin nieder.

Benn wurde ein höchst maßgeblicher Dichter, der zahlreiche Essays und Reden schrieb, darunter ein On an Stefan Georgeder 1933 starb. Mit George teilte Benn die strikte Trennung zwischen Kunst und Welt; mögen Nietzsche er strebte das Verschwinden der seiner Meinung nach überholten Werte der vorherrschenden Religion und Staatsordnung an. Inspiriert von der "irrationalen" Psychologie u.a. Jung er suchte Zuflucht in der schöpferischen Kraft des Künstlers, wie seine Werke bezeugen der junge Nietzsche und der junge Hebbel. Dies waren große, unabhängige Persönlichkeiten, die wenig Rücksicht auf gesellschaftliche Konventionen nahmen.

Die Lösung des Problems des Niedergangs der Kulturschule nach Benn im In Nationalsozialismus. Er schloss 1934 seine fehlgeschlagene Arztpraxis, zuversichtlich, dass die Machtergreifung durch die NSDAP würde das Volk zu etwas „Höherem“ vereinen, das auf die umständlichen und enttäuschenden Formalitäten der Demokratie verzichten und Raum für den ultimativen künstlerischen Ausdruck lassen könnte. Benns Ernüchterung kam jedoch schnell, als die Nazis seine gesammelten Gedichte heftig kritisierten. Trotzdem weigerte er sich auszuwandern und reagierte scharf auf die vielen Schriftsteller, die Deutschland verlassen hatten. Dennoch nahm die NS-Regierung Anstoß an ihrer berüchtigten Leiche und verfaulten Gedichte, die nicht in das Bild des Dritten Reiches passten. Um sich vor weiterer Kritik zu schützen, trat er in die Wehrmacht. Benn wurde 1938 und während der Zweiter Weltkrieg tief liegen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg veröffentlichte Benn seine Autobiographie, Doppelleben, in dem er seine strikte Trennung zwischen „Benn dem Künstler“ und „Benn dem Soldaten“ begründet. Benn war ein überzeugter Kulturaristokrat und in dieser Hinsicht mit Ernst Junger ähnlich, obwohl Benn den Ästhetizismus zugunsten einer rohen Expressivität aufgab. Seine elitäre Haltung, die ihn dazu verleitet hatte, mit dem Nationalsozialismus zu flirten, ließ ihn auch ganz in der Tradition von Stefan George zur „Totalen Kunst“ streben. Seine antibürgerlichen, konservativen Ideen basierten nicht auf Rassen- oder Völkertheorie – Benn schrieb wörtlich: „Die Rassen sind zu Ende“ –; Benn ging es um einen absoluten Kunstkult, der politisch und ideologisch völlig gleichgültig bleiben sollte. Zu dieser Erkenntnis gelangte man in den 1980er Jahren, als Benns Werk von den Postmodernismus wurde rehabilitiert.

Benn war nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Arzt in Berlin geworden und blieb es bis zu seinem Tod 1956. In dieser Zeit verfasste er zahlreiche Abhandlungen über Lyrik, neue Gedichtbände, ein Hörspiel und einen Kurzroman.

Während der junge Benn als "Medizyniker" bezeichnet wurde, beschäftigte sich seine spätere Lyrik mit den Problemen der Kunst in der modernen Welt; eine Welt, in der Distanz, Isolation und Aussagekraft in einer ausgehöhlten und abgeflachten Sprache nicht mehr existieren. Benns Oeuvre wird wegen seiner poetischen und stimmungsvollen Ausdruckskraft hoch geschätzt; seine persönlich-politischen Ansichten hat er stets strikt von seiner Kunst getrennt und aus seiner Sicht sind sie eigentlich belanglos.

1951 erhielt er den Georg-Buchner-Preis.

Neu ist bei Verlag Koppernik eine integrale Übersetzung mit einem Nachwort von Huub Beurskens aus der Gedichtsammlung "Morgue und andere Gedichte" von 1912 (ISBN 978 94 923 1339 3).

Arbeiten

In niederländischer Übersetzung

  • Gottfried Benn: Brücken bauen. Gedichte. überset. von Huub Beurskens. Amsterdam, Meulenhoff, 1978. ISBN 90-290-0589-0
  • Gottfried Benn: Doppelleben. überset. von C. van Grafenberg. Amsterdam, De Arbeiderspers, 1986. ISBN 90-295-0215-0
  • Gottfried Benn: Ronne, Arzt. Fünf Novellen. überset. von Klaus Siegel. Utrecht, Nota Bene, 1990. ISBN 90-71456-03-X
  • Gottfried Benn: 'Vortrag in Knokke' (übersetzt Huub Beurskens). Im: Der Führer, voll. 162 (1999), Folgen 9-10 (Sept.-Okt.), S. 162 (1999). 694-697
  • Gottfried Benn: Probleme der Lyrik. überset. von Bart Rensink. Amsterdam, Sjolsea, 2003. ISBN 90-77206-58-2
  • Gottfried Benn: Statische Gedichte. überset. und naja. von Huub Beurskens. Amsterdam, Meulenhoff, 2008. ISBN 978-90-290-7984-6
  • Gottfried Benn: Ich habe Leute kennengelernt, die. überset. von C. O. Gelee. Drempt, Keijzer, 2012. Keine ISBN
  • Gottfried Benn: Leichenhalle und andere Gedichte. überset. und naja. von Huub Beurskens. Amsterdam, Koppernik 2017. ISBN 978-94-923-1339-3
  • Gottfried Benn: Gottfried Benns Philosophie. von prof. Freddy Verbruggen. neblig, Lulu.com , 2012. ISBN 978-14-709-9266-8

Original

  • 1912 Leichenhalle und andere Gedichte
  • 1913 Söhne. Neue Gedichte
  • 1916 gehirn. Novellen (Prosa)
  • 1917 Fleisch. Geschmolzene Lyrik
  • 1919 Der Vermessungsdienst. Anerkennungstheoretisches Drama (Theater)
  • 1920 Schopferische Beichte (Aufsatz)
  • 1920 Dieses moderne Ich (Aufsatz)
  • 1924 Schütt
  • 1925 Spaltung. Neue Gedichte
  • 1925 Betaubung
  • 1930 Zur Problematik des Dichterischen (Aufsatz)
  • 1930 Der Aufbau der Persönlichkeit. Grundriss einer Genealogie des Ich (Aufsatz)
  • 1932 Akademie-Rede (Aufsatz)
  • 1933 Der neue Staat und die Intellektuellen (Aufsatz)
  • 1933 Antwort an die literarischen Auswanderer (Aufsatz)
  • 1934 Rede von Stefan George (Aufsatz)
  • 1936 Ausgewählte Gedichte
  • 1947 Berliner Novelle (Prosa)
  • 1948 Statisches Gedicht
  • 1949 Der Ptolemäer (Prosa)
  • 1949 Roman des Phanotyps (Prosa)
  • 1949 Weinhaus Wolf (Prosa)
  • 1950 Doppelleben. Zwei Selbstdastellungen (Prosa)
  • 1951 Probleme der Lyrik (Aufsatz)
  • 1952 Vortrag in Knokke (Aufsatz)
  • 1952 Die Stimme hinter dem Vorhang (Theater)
  • 1953 Destillationen. Neue Gedichte
  • 1955 Aprèslude

Externer Link

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