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Irm Hermann | ||||
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Irm Hermann im Jahr 2008 | ||||
| Allgemeine Information | ||||
| Geboren | München, 4. Oktober1942 | |||
| Verstorben | Berlin, 26. Mai2020 | |||
| Land | Deutschland | |||
| Arbeit | ||||
| aktive Jahre | 1966 - 2018 | |||
| Beruf | Darsteller | |||
| (und) IMDb-Profil | ||||
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Irm Hermann (München, 4. Oktober1942 - Berlin, 26. Mai2020) war eine deutsche Schauspielerin.
Rainer Werner Fassbinder
Hermann gehörte zu den Rainer Werner FassbinderClan, eine Gruppe treuer Gefährten zum Aushängeschild des Neuen Deutschen Films.
Dieser Clan wurde unter anderem von den Schauspielern gebildet Gottfried John, Günter Lamprecht, Günther Kaufmann, Kurt Raab, Ulli Lommel, Hark Böhm, Harry Bär und Volker Spengler und die Schauspielerinnen Brigitte Mira, Hanna Schygulla, Margit Carstensen, Barbara Valentino und Ingrid Höhle. Ebenfalls KameramannMichael Ballhaus und Filmkomponist-Schauspieler-Regisseur Birne Raben gehörten dazu.
Hermann war von Anfang an in Fassbinders Universum präsent. Sie debütierte mit ihm in Der Stadtstreicher und in Dieses kleine Chaos, sind zwei Kurzfilme aus den Jahren 1966-1967. Von Anfang an war sie am Einfluss von Fassbinder und Peer Raben im Mai 1968 beteiligt München gründete Antitheater, eine Theatergruppe, die als Gegenstück zum offiziellen Staatstheater konzipiert wurde. Fassbinders erste zehn Filme wurden unter dem Namen Antiteater-X-Film produziert, von seinem Debüt, dem Krimi Liebe ist kälter als der Tod (1969), zur Tragikomödie Pionier in Ingolstadt (1971).
Fassbinder forderte Hermann für siebzehn Spielfilme (darunter mehrere Fernsehfilme), zwei Kurzfilme und zwei Fernsehserien. Sie war eine vertraute Figur, meist in Nebenrollen. Eine Ausnahme war ihre weibliche Hauptrolle in Handler der Vier Jahreszeiten (1971). In diesem Drama betreiben sie und ihr Mann Hans einen Wanderhandel mit Obst und Gemüse. Sie ist eine kalte Frau, die wenig Zuneigung zeigt, oft melancholisch und nachtragend ist und zusammen mit Hans, für den sie nur die zweite Wahl war, in einer unglücklichen Ehe gefangen ist.
Fassbinder besetzt sie oft in einer solchen Rolle: der einer kalten, distanzierten Frau, die Opfer der Liebe wird und manchmal Selbstironie zeigt. So hat sie gespielt Fontane Effi Briest (1974), die Verfilmung von Theodor Fontane's gleichnamiges Meisterwerk, die Haushälterin, die ihren Herrn, in den sie verliebt ist, mit einer neuen Frau nach Hause kommen sieht.
Sie füllte immer noch bemerkenswert solide Nebenrollen aus, wie zum Beispiel in Katzelmacher (1969), in Die bitteren Tränen der Petra von Kant (1972) und in Angst essen Seele auf (1974). im Drama Katzelmacher sie gehörte zu den deutschen Frauen, die sich für den griechischen Gastarbeiter Jorgos interessieren, was zu Eifersucht und Feindschaft führen wird. Im lesbischen Drama Die bitteren Tränen der Petra von Kant Hermann brachte die masochistische Marlene zur Welt, eine hingebungsvolle Stylistin und Assistentin eines hochmütigen Modedesigners, der ihre Liebe ignoriert und sie wie eine Sklavin behandelt und erniedrigt. Im Angst essen Seele auf sie spielte die Tochter einer älteren deutschen Witwe. Er verliebt sich in einen marokkanischen Gastarbeiter und heiratet ihn schließlich, woraufhin die herzlose Tochter ihre Mutter als Hure bezeichnet.
Bis Mitte der siebziger Jahre war sie fast ununterbrochen in Fassbinders Werk eingebunden.
Spätere Karriere, nach Fassbinder
1975 beendete Hermann seine Tätigkeit bei Fassbinder und verließ München. Sie ließ sich in Berlin nieder, wo sie ihre Bühnenkarriere unter anderem an der bekannten Freien Volksbühne Berlin entwickelte. Zwischendurch wurde sie von Filmemachern gecastet wie Werner Herzog, Hans W. Geissendorfer und Percy Adlon.
Neben ihrer Tätigkeit in der Theater- und Filmwelt arbeitete Hermann auch regelmäßig für Fernsehen und Hörfunk (Hörspiele).
Privatleben
1976 heiratete Hermann den Kinderbuchautor Dietmar Roberg. Sie hatten zwei Söhne: Franz (1977) und Fridolin (1981).
Hermann starb 2020 im Alter von 77 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit.
Filmografie (Auswahl)
- 1966 - Der Stadtstreicher (Rainer Werner Fassbinder) (kurzer Film)
- 1967 - Dieses kleine Chaos (Rainer Werner Fassbinder) (kurzer Film)
- 1969 - Liebe ist kälter als der Tod (Rainer Werner Fassbinder)
- 1969 - Katzelmacher (Rainer Werner Fassbinder)
- 1970 - Mathias Kneisl (Reinhard Hauff)
- 1970 - Götter der Pest (Rainer Werner Fassbinder)
- 1970 - Warum lauft Herr R. Amok? (Rainer Werner Fassbinder)
- 1970 - Der amerikanische Soldat (Rainer Werner Fassbinder)
- 1971 - Pionier in Ingolstadt (Rainer Werner Fassbinder) (Fernsehfilm)
- 1971 - Handler der Vier Jahreszeiten (Rainer Werner Fassbinder)
- 1972 - Die bitteren Tränen der Petra von Kant (Rainer Werner Fassbinder)
- 1972/73 - Acht Stunden sind kein Tag (Rainer Werner Fassbinder) (fünfteilige Fernsehserie)
- 1973 - Wildwechsel (Rainer Werner Fassbinder)
- 1973 - Die Zärtlichkeit der Wölfe (Ulli Lommel)
- 1974 - Nora Helmer (Rainer Werner Fassbinder) (Fernsehfilm)
- 1974 - Angst essen Seele auf (Rainer Werner Fassbinder)
- 1974 - Fontane Effi Briest (Rainer Werner Fassbinder)
- 1975 - Faustrecht der Freiheit (Rainer Werner Fassbinder)
- 1975 - Mutter Küsters' Fahrt zum Himmel (Rainer Werner Fassbinder)
- 1975 - Angst vor der Angst (Rainer Werner Fassbinder)
- 1976 - Schätze des Engels (Daniel Schmidt)
- 1977 - Frauen in New York (Rainer Werner Fassbinder) (Fernsehfilm)
- 1979 - Woyzeck (Werner Herzog)
- 1980 - Berliner Alexanderplatz (Rainer Werner Fassbinder) (vierzehnteilige Fernsehserie)
- 1980 - Lili Marleen (Rainer Werner Fassbinder)
- 1981 - Heute spielen wir den Boß – Wo geht's denn hier zum Film? (Birne Raben)
- 1982 - Der Zauberberg (Hans W. Geissendorfer)
- 1982 - Fünf letzte Tage (Percy Adlon)
- 1983 - Eisenhans (Getankter Durst)
- 1985 - Marie Ward – Zwischen Galgen und Glorie (Angelika Weber)
- 1988 - Zum Beispiel Otto Spalt (René Perraudin)
- 1989 - Johanna d'Arc der Mongolei (Ulrike Ottinger)
- 1990 - Letztes aus der Da Da eR (Jörg Foth)
- 1990 - Das deutsche Kettensägenmassaker (Christoph Schlingensief)
- 1995 - Hades (Herbert Achternbusch)
- 1996 - Willi und die Windzors (Hape Churchling)
- 2004 - Mein Bruder ist ein Hund (Peter Timm)
- 2004 - Germanikus (Hanns Christian Müller)
- 2008 - Anonym – Eine Frau in Berlin (Max Farberbock)
- 2017 - Fack ju Göhte 3 (Bora Dagtekin)
Preis
Hermann hat zweimal gewonnen Deutscher Filmpreis für die beste schauspielerin:
- 1972 - Handler der Vier Jahreszeiten
- 1983 - Fünf letzte Tage
