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Kurt Raab | ||||
| Allgemeine Information | ||||
| Geboren | Kasperske Hory, 20. Juli1941 | |||
| Verstorben | Hamburg, 28. Juni1988 | |||
| Land | Deutschland | |||
| Arbeit | ||||
| aktive Jahre | 1969 - 1988 | |||
| Beruf | Darsteller, Drehbuchautor, Produktionsdesigner und Regisseur | |||
| (und) IMDb-Profil | ||||
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Kurt Raab (Kasperske Hory, 20. Juli1941 - Hamburg, 28. Juni1988anhören)) war ein deutscher Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur, Dekorateur und Produktionsdesigner.
Leben und Arbeiten
Herkunft, Ausbildung und erste Schritte
Raab wurde während des Zweiten Weltkriegs in Bergreichenstein (Kasperske Hory in der Gegenwart Tschechien) das in Sudetenland lag das war damals ein Teil von Nazi Deutschland. Er ist im Nachbarland aufgewachsen Bayern. Während seiner Sekundarschulausbildung in Straubing er lernte kennen Birne Raben. Nachdem ich seine bekommen habe Abitur 1963 zog Raab nach München zu germanisch und Geschichte studieren. Zwischenzeitlich arbeitete er beim ZDF-Fernsehsender, u.a. als Inhaber. Er wurde auch Kassierer im Action Theatre, wo Rainer Werner Fassbinder war eine kreative Führungspersönlichkeit. Er spielte auch seine erste Rolle in Rabens Inszenierung von Antigone. So lernte Raab Fassbinder kennen.
1968 war Raab einer der Gründer des Antiteater, der aus dem Action Theater hervorgegangen ist, einer Theatergruppe, die als Gegenstück zum offiziellen Staatstheater konzipiert ist. Neben Bühnenauftritten produzierte der Antiteater auch mehrere Fassbinder-Filme.
Rainer Werner Fassbinder
Raab wirkte in 25 Filmen von Fassbinder mit, in denen er meist auch mitspielte. Bis auf drei Filme trat er immer in einer Nebenrolle auf. Außerdem holte Fassbinder ihn manchmal als Regieassistent, Produktionsdesigner, künstlerischer Leiter, Kostümmanagerin und Drehbuchautorin.
Sein Filmdebüt gab Raab 1969 als Schauspieler im Krimi Liebe ist kälter als der Tod. Fassbinder gab ihm dann die Titelrolle in dem Drama Warum lauft Herr R. Amok? (1970). In der satirischen Tragikomödie satanische Gören (1976) besetzte er Raab in der Hauptrolle als den geldbedürftigen anarchistischen Dichter, der auf alle möglichen Arten an Geld zu kommen versucht. Raab übernahm dann die Titelrolle Bolwieser (1976) in seinem Namen. In diesem nach dem gleichnamigen Roman von Oskar Maria Graf Basierend auf einem Drama spielte er den naiven, gewissenhaften und unterwürfigen Bahnhofsvorsteher, der sich weigert, zu sehen, dass er regelmäßig von seiner jungen schönen und autoritären Frau betrogen wird.
Falsche deutsche Porträts und Kollaborationen mit Mitgliedern des Fassbinder-Clans
Ulli LommelEr, ebenfalls Mitglied des Fassbinder-Clans, besetzte Raab gleich zweimal in einer denkwürdigen Rolle: Im Krimi Die Zärtlichkeit der Wölfe (1973) Raab, der inkarnierte Serienmörder Fritz Haarmann. In der Komödie Adolf und Marlene (1977) gab er Form Hitler. Das tat er später noch zweimal, auch im historischen BiopicMussolini und ich (1985). Raab ist in die Haut von noch mehr gekrochen Nazi-ist wie eine SSOberscharführer (im Kriegsdrama Flucht aus Sobibor ab 1987) und Parteifunktionär.
Ebenfalls Birne RabenEr, ein weiteres Mitglied des Fassbinder-Clans, gab Raab eine Hauptrolle: in der Komödie Heute spielen wir den Boß – Wo geht's denn hier zum Film? (1981) Raab spielte einen Schauspieler, für den alles Leben ein Film ist. Zehn Jahre zuvor war Raab Teil der Fassbinder-Starbesetzung in Rabens Die Ahnfrau, ein Drama nach dem gleichnamigen Stück von Franz Grillparzer.
Literaturfilme
Raab hat auch zu einer Reihe ehrgeiziger Literaturverfilmungen beigetragen, wie z Gruppenbild mit Dame (1977, nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Böll) und Der Zauberberg (1982, zum gleichnamiger Roman von Thomas Mann). im Drama Gruppenbild mit Dame er hat a geformt NSDAP-Offizier und im Drama Der Zauberberg er inkarnierte als Psychoanalytiker. Raab war auch als Vorsitzender Richter in der grotesken Satire zu sehen Liebeskonzil (1982), nach dem skandalösen Stück von Oskar Panizza. Direktor Werner Schröter, neben Fassbinder auch ein wichtiger kompromissloser Vertreter des Neuen Deutschen Films der 1960er und 1970er Jahre, geriet in Konflikt mit der österreichischen Zensur, die den Film wegen Beleidigung der katholischen Religion verbot.
Nach Fassbinder
Nach Fassbinders frühem Tod blieb Raab in der Film- und Fernsehwelt sehr aktiv.
1982 inszenierte er mit dem abenteuerlustigen ExploitationsfilmDie Insel der blutigen Plantage sein einziger Spielfilm.
krank
In den 1980er Jahren war Raab betroffen von Aids. 1988 diskutierte er seine Erfahrungen und Emotionen als kranker Mensch in der selbst inszenierten Dokumentation Mitten im Leben (1988). Schauspieler und Freund Hans Hirschmüller widmete den Dokumentarfilm Sehnsucht nach Sodom (1989) an Raab, der sehr offen über die Folgen seiner Krankheit sprach.
Raab starb 1988 im Alter von 46 Jahren an AIDS (Kaposis-Sarkom).
Filmografie (große Auswahl)
- 1969 - Liebe ist kälter als der Tod (Rainer Werner Fassbinder)
- 1969 - Die Revolte (Reinhard Hauff)
- 1970 - Warum lauft Herr R. Amok? (Rainer Werner Fassbinder)
- 1970 - Götter der Pest (Rainer Werner Fassbinder)
- 1970 - Der Niklashauser Furz (Rainer Werner Fassbinder)
- 1970 - Der amerikanische Soldat (Rainer Werner Fassbinder)
- 1971 - Whity (Rainer Werner Fassbinder)
- 1971 - Pionier in Ingolstadt (Rainer Werner Fassbinder) (nur Produzent und Produktionsdesigner)
- 1971 - Rio das Mortes (Rainer Werner Fassbinder)
- 1971 - Mathias Kneisl (Reinhard Hauff)
- 1971 - Warnung vor einer Heiligen Nutte (Rainer Werner Fassbinder)
- 1971 - Handler der Vier Jahreszeiten (Rainer Werner Fassbinder)
- 1971 - Die Ahnfrau (Birne Raben)
- 1972 - Die bitteren Tränen der Petra von Kant (Rainer Werner Fassbinder) (nur Regieassistent und Produktionsdesigner)
- 1972-1973 - Acht Stunden sind kein Tag (Rainer Werner Fassbinder) (fünfteilige Fernsehserie)
- 1973 - Wildwechsel (Rainer Werner Fassbinder)
- 1974 - Fontane Effi Briest (Rainer Werner Fassbinder) (nur Art Director)
- 1973 - Die Zärtlichkeit der Wölfe (Ulli Lommel)
- 1973 - Welt am Draht (Rainer Werner Fassbinder) (zweiteilige Fernsehserie)
- 1974 - Martha (Rainer Werner Fassbinder)
- 1974 - Die Verrohung des Franz Blum (Reinhard Hauff)
- 1974 - Angst essen Seele auf (Rainer Werner Fassbinder)
- 1975 - Wie ein Vogel auf dem Draht (Rainer Werner Fassbinder)
- 1975 - Faustrecht der Freiheit (Rainer Werner Fassbinder)
- 1975 - Mutter Küsters' Fahrt zum Himmel (Rainer Werner Fassbinder)
- 1975 - Angst vor der Angst (Rainer Werner Fassbinder)
- 1976 - Der Atlantik Schwimmer (Herbert Achternbusch)
- 1976 - Ich will aber nur, dass ihr mich liebt (Rainer Werner Fassbinder) (nur Produktionsdesigner)
- 1976 - satanische Gören (Rainer Werner Fassbinder)
- 1976 - Chinesisches Roulette (Rainer Werner Fassbinder) (nur Art Director)
- 1976 - Bolwieser (Rainer Werner Fassbinder) (zweiteiliger Fernsehfilm)
- 1977 - Belcanto oder Darf eine Nutte schluchzen? (Robert van Ackeren)
- 1977 - Adolf und Marlene (Ulli Lommel)
- 1977 - Gruppenbild mit Dame (Aleksandar Petrovic)
- 1977 - Leidenschaftliches Blümchen (André Farwagic)
- 1978 - Der Sturz (Alf Brustellin)
- 1979 - Porträt einer Trinkerin (Ulrike Ottinger)
- 1980 - Warum unsere UFOs Salat klauen (Hansjürgen Pohland)
- 1980 - Freiheit . Endstation (Reinhard Hauff)
- 1981 - Engel aus Eisen (Thomas Brasch)
- 1981 - Heute spielen wir den Boß – Wo geht's denn hier zum Film? (Birne Raben)
- 1981 - Frankfurter Kaiserstraße (Roger Fritz)
- 1982 - Liebeskonzil (Werner Schröter)
- 1982 - Der Zauberberg (Hans W. Geissendorfer)
- 1982 - Die Insel der blutigen Plantage (Kurt Raab)
- 1982 - Schnallen binden (Herbert Achternbusch)
- 1983 - Im Himmel ist die Hölle los (Helmer von Lützelburg)
- 1984 - Tricheure (Barbara Schröder)
- 1984 - Abwarts (Carl Schenkel)
- 1985 - Bittere Ernte (Agnieszka Holland)
- 1985 - Parker (Jim Goddard)
- 1985 - Mussolini und ich (Alberto Negrino)
- 1986 - Motten im Licht (Urs Egger)
- 1987 - Flucht aus Sobibor (Jack Gold)
- 1988 - Mitten im Leben (Kurt Raab) (Dokumentarfilm)
- 1989 - 3 Akkord für ein Hallelujah (Trini Trimpop) (Musikdokumentation über die Punkgruppe Die Toten Hosen)
- 1989 - Sehnsucht nach Sodom (Hanno Baethe und Hans Hirschmüller) (Dokumentarfilm)
- 1992 - Ich will nicht nur, dass ihr mich liebt. Der Filmemacher Rainer Werner Fassbinder (Dokumentation mit Archivmaterial)
Veröffentlichung
- Kurt Raab und Karsten Peters: Die Sehnsucht des Rainer Werner Fassbinder, 1982