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Jan Provoost
Kreuzigung (mit dem fehlenden im Hintergrund) St.-Donaas-Kirche) von Jan Provoost im MSK in Gent
Das Martyrium der Heiligen Katharina von Alexandria in dem Königliches Museum der Schönen Künste (Antwerpen)

Jan Provoost (Berge, ca. 1463-'65 - Brügge, 1529) war ein HennegauMaler. Wahrscheinlich hat er das Handwerk im Atelier seines Vaters erlernt. Er verließ ungefähr 1480 für Valentinstag im Hennegau dort bei einem Maler-Miniaturisten zu arbeiten Simon Marmion.

Lebenszyklus

Als Marmion 1489 starb, heiratete Jan Provoost seine Witwe Johanna de Quarube und wurde damit einer der Erben des Ateliers. Er zog 1493 nach Antwerpen und wurde Mitglied der Lukasgilde. Ein Jahr später wurde er als freier Meister in das Brüggeische Bildhauer- und Sattlerhandwerk aufgenommen. Provoost hatte wahrscheinlich Ateliers in Antwerpen und Brügge. In Antwerpen traf er sich 1521 Albrecht Dürer, der mit ihm nach Brügge kam und den er auch drei Tage lang kennenlernte. Provoost heiratete ein zweites Mal mit Magdalena de Zwaef (Tochter des Sattlers Adriaan). Ein Porträt von Jan Provoost und seiner dritten Frau Katelijne Beaureins wurde von Dürer gemalt.

Eines der frühesten erhaltenen Werke von Provoost ist Die Kreuzigung (Gröningemuseum, Brügge) mit einem überraschend realistisch präsentierten Panorama von Jerusalem. Dieses Gemälde (entstanden zwischen 1505 und 1510?) war wahrscheinlich die Mitteltafel eines Altarbildes aus dem Hochchor der Jerusalem-Kirche in Brügge. Im Diptychon mit dem das Kreuz tragen (1522) und betender Mönch ist der direkte Einfluss von Marmion sichtbar. Es ist eines der frühesten Beispiele dafür, dass Christus das Kreuz in zwei Hälften trägt. Zwischen 1520 und 1525 erhielt er von der Stadt Brügge den Auftrag zur Malerei Letztes Urteil, die sich stark von der konventionellen Ikonographie unterscheidet. Die Provoost zugeschriebene Sammlung von Werken besteht aus mehr als hundert Gemälden, in denen Einflüsse von Quinten Matsijs, Hieronymus Bosch, Albrecht Dürer und Gerard David.

Einige Arbeiten

Quellen

  • Till-Holger Borchert, Flämische Primitive in Brügge, Ludion, 2006, S. 34-35.
  • Maximilian P. J. Martens (Führer), Brügge und die Renaissance Von Memling bis Pourbus, Ludion, 1998, S. 94-95.
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