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Jens Jürgen Rohwer (Neumünster, 6. Juli1914 – Lübeck, 4. Juni1994) war ein Deutscher Komponist, Musikpädagoge, Musiker und Schriftsteller.
Er wurde vor allem für seine Lieder und Kanons bekannt. Er trug die Ideale der Jugendmusikbewegung das Singen und Spielen von Volksmusik durch Laien und war ein leidenschaftlicher Verfechter des Gesangs von historische Volkslieder.
Lebenszyklus
Jens Rohwer war der Sohn von Charlotte und Klaus Johann Heinrich Rohwer. Sein Vater spielte Keyboard und Cello. Jens Rohwer heiratete am 30. September 1944 in Neumünster Gabriele Carry Zimmermann (1918–1998). Sie hatten sechs Kinder.
Rohwer erhielt ab seinem neunten Lebensjahr Geigen- und Klavierunterricht. Schon als Kind begann er zu komponieren und durfte im Alter von elf Jahren seine eigene Klaviersonate für den damaligen Professor Fritz Stein spielen Kiel.
Von 1930 bis 1933 besuchte er Kurse an der Schule am Meer, gegründet von Martin Luserke, basierend auf den pädagogischen Idealen der Reformbewegung. Daraus hat er gelernt Eduard Zuckmayer und Kurt Sydow, wo er die spätere Komponistin Felicitas Kukuck kennenlernte. Er engagierte sich auch in der Deutsche Jugendbewegung und der Jugendmusikbewegung, was ihn stark machte.
Danach studierte er Wirtschaftswissenschaften mit dem Ideal, Musik und Kultur in großen Unternehmen zu integrieren. Seine erste Komposition, die KinderkantateDer kleine Klaus und der große Klaus (1933) erschien im Voggenreiter Verlag in Potsdam. Dieser Verlag, wie Bärenreiter, Kallmeyer und Möseler, war mit der Deutschen Jugendbewegung verbunden. Ihre Ausgaben hatten einen großen Einfluss auf die Bundische Jugend, und später zum Zeitpunkt der Nationalsozialismus, auf der Bund Deutscher Mädel (BDM) und die Hitler-Jugend (HJ). Letztere hatte sich bewusst die Bräuche und Traditionen der Jugendbewegung angenommen. Der Einfluss setzte sich aber auch auf die Nachkriegsjugend in der Bundesrepublik Deutschland in den 1950er bis 1960er Jahren.
1934/35 studierte Rohwer bei Georg Götsch in dem Musikheim von Frankfurt an der Oder, der sich für die Bildung des „Musikanten“ einsetzte. Hier traf er Kurt Sydow (der die Schule am Meer). Anschließend studierte er Schulmusik bei Paul Hindemith und Heinrich Spitta über die Gymnasium für Musik in Berlin.
Nach seinem Staatsexamen wurde er 1938 zum Militärdienst eingezogen. 1941 wurde er schwer verwundet Operation Barbarossa. Während seiner Genesung kam er in Kontakt mit Fritz Jode, eine Schlüsselfigur der Deutschen Jugendmusikbewegung und Musikpädagoge an der Wandervogel. In dieser Zeit komponierte Rohwer dreißig Lieder für Klavier mit selbstgeschriebenen Gedichten nach einer Erzählung von Adalbert Stifter.
In den Jahren 1943-1945 lehrte er an der Universität Posen. Anfang 1945 musste er vor dem Vorrücken fliehen rote Armee, zu seinem Elternhaus in Neumünster. Ab 1946 lehrte er an der Landesmusikschule Schleswig-Holstein im Lübeck im Bereich Komposition, Klangkomposition und Gehörbildung. Von 1955 bis 1971 war er Direktor der Schleswig-Holsteinische Musikakademie und Norddeutsche Orgelschule.
In den 1950er Jahren propagierte er weiter das „neue Jugendlied“. Dabei versuchte er, die Werte der Jugendbewegung, insbesondere die der Jugendmusikbewegung (mit ihren Spielidealen) zu fördern Volksmusik von Laien), um von der nationalsozialistischen Ideologie der Volksgemeinschaft. Er blieb ein starker Verfechter des Erhalts und auch der Fortführung von Altem und Neuem Volkslieder.
Jens Rohwer Promotion 1958 über die Dissertation Der Sonanzfaktor im Tonsystem. Von 1972 bis 1980 war er Professor Auf Musikschule in Lübeck. In Anerkennung seiner außergewöhnlichen Verdienste wurde er dort am 20. Februar 1993 zum Ehrensenator ernannt. Jens Rohwer starb am 4. Juni 1994 nach schwerer Krankheit, wenige Wochen vor seinem 80. Geburtstag.
Arbeiten (Auswahl)
Jens Rohwer wurde vor allem für seine Lieder und Kanons bekannt, wie zum Beispiel das Lied „Wer nur den lieben langen Tag…“ (auch bekannt unter dem Titel Das Jungbrunnenreich) und den Kanon 'Fa la la la la la la la la la la la, musica' (gekennzeichnet durch seine ansteckende Melodie, über die Freude am Singen und Musizieren).
- Der kleine Klaus und der große Klaus. Singe-Spiel für Kinder, nach Andersens Märchen (Potsdam, 1934)
- Dieses Tagelied. Eine Chorsuite für gleiche Stimmen (Potsdam, 1944)
- Kleine Sonate für Violoncello (Bratsche) und Klavier (Potsdam, 1944)
- Der Mond ist aufgegangen. Motette für gemischten Chor, Sopran-Solo und Gemeinschaftsgesang (Wolfenbüttel, 1947)
- Kleine Serenade für Klavier zu Vier Handen (Wilhelmshaven, 1953)
- Familienmusik. Sehr leichte bis leichte Spielweisen mit Singtexten, für c-Flöte (oder Geige) mit Begleitung von Klavier, Cembalo oder Streichtrio oder Fideltrio – after Gefallen auch zum Singen (Wolfenbüttel, 1954)
- Sonate für Klarinette in B und Klavier (Wolfenbüttel, 1955)
- Das Wunschlied (Wolfenbüttel, 1956)
- Wach auf, wach auf, 's ist höchste Zeit. Choralkonzert aus 11 Verse in einem Satz für Streichorchester und gemischten Chor ad lib. (Wiesbaden, 1956)
- ewig. Leichte Sätze zu bekannten Volks- und Jugendliedern zum Singen und Spielen in jeder Besetzung, schnell auswendig zu lernen, mit Strophen-Brücken (Wolfenbüttel, 1956)
Sonstige Ausgaben (Auswahl
- „Junge Musik – Bewegung im Feuer der Kritik“. Im: Junge Musik (1953), S. 107-111 und 141-148
- „Wer komponiert den Menschen? Streiflicht aus einer Handwerkswoche für Tonsatz im Jugendhof Barsbüttel'. Im: Junge Musik (1954), S. 45–58
- 'Zur Frage der Natur der Tonalität und des auditiven Musikbegriffs'. Im: Die Musikforschung 7 (1954), S. 129–142
- »Das andere Lied. Ein Beitrag zur Frage des Singens in der Schule'. Im: Musik im Unterricht 45 (1954), S. 303
Auszeichnungen
- 1952: Schleswig-Holsteinischer Kulturpreis
- 1993: Ernennung zum Ehrensenator der Musikhochschule Lübeck
- 2014: Ehrung anlässlich seines 100. Geburtstages und seines 20. Jubiläums durch die Schleswig-Holsteinische Bibliothek Kiel
- 2015: Gedenkkonzert anlässlich seines 100. Geburtstages und seines 20. Jubiläums, mit dem, Hamburger Kammerspieler und die Sopranistin Lisa Schmalz in der Bibliothek Neumünster
Literatur
- Wilhelm Keller, Jens Rohwers Evangelienmusik: Wen der Tod trifft. Im: Zeitschrift für Musik, 114 (1953), S. 263–267
- Dieter Lohmeier, Bozena Blechert und Arndt Schnoor, Jens Rohwer, 1914–1994. Eine Erinnerung, herausgegeben von der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek (Kiel, 1998)
- Helmut König, "Wer nur den lieben Longen Tag". Gedankenreise um das Lied von Jens Rohwer'. In: Barbara Stambolis, Jürgen Reulecke, Auf Wiedersehen Erinnerungen? Lieder im Generationengeächtnis des 20. Jahrhunderts (Essen, 2007)
- Claus Woschenko, 'Der Komponist Jens Rohwer (1914–1994). Ein Porträt'. Im: dass Tonkunst, 2-2 (2008), S. 278–281
- Svea Regine Feldhoff, 'Rohwer, Jens'. Im: Neue Lübecker Lebensläufe (Neumünster, 2009), S. 522–527
Siehe auch
Quellen
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