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Martin David

Martin David (Posen, 3. Juli 1898Rotterdam, 9. April 1986) war Deutscher, später Niederländer Rechtshistoriker und Papyrologe.

Lebenszyklus

David wurde in Posen geboren, der Hauptstadt des damaligen deutschen Provinz Posen. Seine Eltern waren Abraham David und Bertha Pinczower. Nach der High School in dieser Stadt ging er Rechte studieren an der Universität Berlin. Er tauchte auch in die Geschichte der Naher Osten und der semitische Sprachen. Ab 1924 setzte er sein Studium in Leipzig Biene Paul Koschaker und Benno Landsberger. Er promovierte 1925 summa cum laude bei Koschaker über die Dissertation Die Adoption im altbabylonischen Recht. Er hat seine Habilitation 1930 mit dem Studium Studien zur Heredis institutio ex re certa im klassischen römischen und justinianischen Recht. Anschließend wurde er zum Privatlehrer Römisches Recht, Papyrologie und altorientalische Rechtsgeschichte an der Universität Leipzig.

Am 5. Dezember 1930 heiratete David Else Feuchtwanger (1905-1995). Das Paar hatte zwei Söhne und eine Tochter.

Wegen der Machtübernahme der Nazis zogen David und seine Familie 1933 nach Leiden, wo er Universität wurde zum Privatdozenten für östliche Rechtsgeschichte und griechisch-ägyptische Papyrologie ernannt. Seine öffentliche Lektion am 31. Januar 1934 hielt er auf Niederländisch: Form und Wesen der Ehe nach altorientalischer Rechtsauffassung. Von 1935 bis 1940 lehrte er auch als Sonderassistent griechische Papyrologie an der Universität Amsterdam.

David war zusammen mit B. A. aus Groningen und J. C. aus Ofen, Gründer[1] von dem Leiden Papyrologisches Institut 1935, nach Schenkung der Papyrussammlung von Edward Perry (Ned) Warren. Die Publikationen des Instituts wurden von ihnen herausgegeben: insbesondere die Reihe Papyrologica Lugduno-Batava (ab 1941), in dem die Papyrus in der Sammlung des Instituts veröffentlicht werden,[2] und der Nachrichtenliste griechischer Papyrusurkunden aus Ägypten (ab 1952). 1937 wurde David ernannt Professor nach besonderer Ernennung antike semitische, hellenistische und jüdische Rechtsgeschichte in Leiden (Antrittsrede am 19. November 1937: Der Rechtshistoriker und seine Aufgabe).

David wurde 1939 als niederländischer Staatsbürger eingebürgert. Im Herbst 1940 wurden alle jüdischen Mitarbeiter der Universität Leiden von den deutschen Besatzern geplündert. Nach Protest, initiiert von R. P. Cleveringa, die Universität wurde geschlossen. Im März 1943 wurden David und seine Familie nach Barneveld und dann Westerbork abgeschoben; An Verrückter Dienstag sie wurden geschickt an Theresienstadt transportiert. David und seine Familie überlebten das Konzentrationslager und kehrten am 29. Juni 1945 nach Leiden zurück.

Nach dem Zweiter Weltkrieg David nahm seine Arbeit an der Universität Leiden wieder auf. Am 31. Dezember 1945 wurde er durch besondere Berufung zum Professor für vergleichende Rechtsgeschichte der Antike berufen. Der Stuhl wurde 1952 in einen umgebauten Ordinariat, dass er zu seinem ist emeritierter Status 1968 statt. 1953 wurde er zum Königlich Niederländische Akademie der Wissenschaften.

David war in Leipzig und in Leiden als hervorragender Lehrer bekannt, der seinen Schülern beibrachte, einen Text kritisch zu betrachten und sich nicht blindlings der Interpretation eines anderen zuzuwenden. Für einen Rechtshistoriker der Antike hielt er gute Kenntnisse mehrerer alter Sprachen für unabdingbar. Er plädierte dafür, antike Rechtssysteme vor dem Hintergrund der eigenen Kultur zu studieren und nicht primär auf der Grundlage des modernen oder römischen Rechts.

Veröffentlichungen

Davids Veröffentlichungen betreffen hauptsächlich die altes Mesopotamien Rechtsgeschichte, das Recht der altes Israel, griechische Papyrologie und die Antike römisches Recht.

1940 veröffentlichten David und Van Groningen a Lehrbuch der Papyrologie. Die englische Version erschien 1946 Papyrologische Grundierung, ein Standardwerk der Papyrologie, das seitdem viele Male (mit Überarbeitungen) nachgedruckt wurde.

David war Mitglied der Redaktion der Zeitschrift für Rechtsgeschichte (ab 1950) und das internationale Komitee der IURA, Rivista internazionale di diritto romano e antico (ab 1959).

  • Bibliographie bis 1968: [R. Feenstraße,] ‘Bibliographie der Schriften von Martin David’, in Symbolae iuridicae et historicae Martino David dedicatae. Bearbeitet von JAWOHL. Ankum [et al.] (2 Bde.; Leiden, 1968) ix-xvi.
  • Ergänzungen: Herbert Petschow und Hans Ankum, in Zeitschrift der Savigny Stiftung für Rechtsgeschichte. Rom. Abt. 105 (1988) 988 (Anm. 2).