WikiDer > Dichter Maudit
EIN poete maudit (doomed poet) ist die Bezeichnung für einen missverstandenen oder sozial unangepassten Dichter. Der Dichter gilt als Ausgestoßener, der nicht in die Gesellschaft gehört.
Les poètes maudits war ursprünglich der Titel einer Anthologie, die 1884 von Paul Verlaine einschließlich Arbeit von Charles Baudelaire, Arthur Rimbaud, Comte de Lautreamont, Tristan Corbiere, Gerard de Nerval und Stephane Mallarme. Bald begannen sich diese und eine ganze Generation von Dichtern nach ihnen unter dieser Überschrift zu präsentieren und es wurde fast eine Art literarische Bewegung. Als Prototypen wurden gesehen: François Villon, Oscar Wilde und Edgar Allan Poe.
Gemeinsame Themen in der Arbeit der "poètes maudits" waren ungesunde Lebensweise, Alkohol- und Drogenkonsum, Kriminalität, sündiges Leben, Krankheit, Dekadenz, Perversionen, Satanismus und vorzeitiger Tod (der wahre 'poète maudit' zerstört sich selbst). Es bestand eindeutig ein Zusammenhang mit der Symbolismus, besonders bei Formexperimenten wie der Prosa. Typisch war der Konflikt zwischen der Freiheit des Dichters und den Forderungen der Gesellschaft, an dem viele Dichter zugrunde gehen.
Bald war der Begriff „poètes maudits“ nicht mehr auf französische Schriftsteller und Dichter beschränkt, sondern wurde auch im Ausland übernommen. In dem Niederländische Literatur man kann zum Beispiel denken an Willem Kloos und J. Slauerhoff und später in Flandern Jotie T'Hooft. Oft wurde der Begriff auch unverkennbar gepflegt, zum Beispiel von den Dadaisten.
Baudelaires Der Albatros
Das Bild der poète maudit ist durch Baudelaires Gedicht "der Albatros“, enthalten in Les Fleurs du Mal (1857) (Die Blumen des Bösen).
- Oft fangen Matrosen, um sich zu amüsieren
- diese großen Meeresvögel, die Albatrosse,
- träge Gefährten der Reise, Gefolgsleute
- des Schiffes über das salzige Meer.
- Kaum in die Regale gelegt, breitet sich aus
- diese Fürsten des Himmels, ungeschickt und beschämt,
- ihre großen weißen Flügel
- wie Ruder traurig neben ihm.
- Wie ungeschickt und schwach ist dieser geflügelte Reisende jetzt!
- Er, einst so schön, jetzt so komisch und hässlich!
- Jemand neckt seinen Mund mit einer brennenden Pfeife,
- ein anderer verkörpert ihn humpelnd, den lahmen Flieger!
- Der Dichter ist wie dieser Wolkenprinz,
- der Stürme sucht und den Bogenschützen auslacht;
- Verbannt auf die Erde unter den Schreien des Volkes,
- seine riesigen Flügel hindern ihn am Gehen.
- (Übersetzung Jules Grandgagnage)
Der Dichter wird mit einem Albatros verglichen, der sich dank seiner mächtigen Flügel über die Erde erheben kann. Wenn er jedoch zu Boden gelockt wird, sind es dieselben Flügel, die ihn daran hindern, der weltlichen Existenz wieder zu entkommen. Der Künstler ist dazu verdammt, unter Nicht-Künstlern missverstanden zu bleiben.
Galerie

François Villon, Holzschnitt von 1489

Charles Baudelaire durch nadar.

Arthur Rimbaud, 1872

Stephane Mallarme durch nadar.
Literatur, externe Links und Quellen
- A. Bachrach et al.: Enzyklopädie der Weltliteratur. Büsum, 1980-1984. ISBN 90-228-4330-0
- R. Ghesquière: Literarische Imagination 2, eine Geschichte der europäischen Literatur und Kultur von 1750. Acco, 2006. ISBN 90-334-6254-0.
- Poètes maudits im Kunstbus
- (fr) Poètes maudits in der Literatur