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Robbert Ammerlaan

Robbert Ammerlaan (Pijnacker, 16. Februar1944) ist ein niederländischer Verleger und ehemaliger Journalist. Von 1999 bis Anfang 2012 war er Verlagsleiter Die fleißige Biene. Er war auch Gründer und Chefredakteur des Kulturmagazins Niederländische Tiefe.

Familie und Jugend

Robbert Ammerlaan ist aufgewachsen in Pijnacker als einziger Sohn und jüngstes von 3 Kindern. Sein Vater war Einkäufer in der Buchabteilung von Der Bienenstock zu Amsterdam. Mutter war Hausfrau. Seine Liebe zu Büchern verdankt Ammerlaan seinem Vater, der oft mit Büchern für seine Kinder nach Hause kam und ihnen gerne vorlas.Ammerlaan absolvierte die Grundschule in Pijnacker und die HBS in Delft, danach entschied er sich für ein Wirtschaftsstudium an der Universität Rotterdam.

Parlamentsredakteur

1966 brach Ammerlaan sein Studium ab und bot seine Dienste an der Haagsche Courant. Nach einer Probezeit von 3 Monaten wurde er als Parlamentsredakteur eingestellt. Es war eine Zeit, in der die niederländische Politik turbulente Zeiten durchlebte: Wenige Tage nach dem Amtsantritt von Ammerlaans als politischer Journalist stürzte die Regierung aufgrund der "Nacht der Schmelzer1969 wechselte die Ammerlaan zum Die Haager Post (je später HP/Zeit), eines der damals führenden Nachrichtenmagazine, wo er politischer Redakteur wurde.

Das Schmelzer-Phänomen

Zwischen 1970 und 1973 verfasste Ammerlaan neben seiner Funktion als Redakteur eine Biografie von Norbert Schmelzer, von dem er Zugang zu seinen Tagebüchern, Aufzeichnungen und Korrespondenzen erhielt. Das Buch trug den Titel Das Schmelzer-Phänomen – Aus dem Tagebuch eines politischen Dackels und wurde zum Zeitpunkt seines Erscheinens in den Medien breit diskutiert. Mehr als 65.000 Exemplare wurden verkauft.

Herausgeber

1976 erhielt Ammerlaan von seinem Verlag A. W. Sijthoff ein Angebot, Verleger zu werden. Außerdem würde ihm Zeit gegeben, sich einer anderen Biografie zu widmen, diesmal von Prinz Bernhard (siehe unten). 1980 wechselte Ammerlaan zum Verlag publishing Gewerkschaftsbuch. Hier wurde er Herausgeber von John Irving, eine Zusammenarbeit, die viele Jahre andauern und zu einer persönlichen Freundschaft führen sollte. 1985 wechselte Ammerlaan zum Verlag publishing Bosch & Keuning und fand Irving und auch Joseph Heller bereit, mit ihm umzuziehen. 1986 nahm Ammerlaan ein Angebot des damaligen Queen's Commissioner of . an Nordbrabant, Dries van Agtsein Pressesprecher zu werden. Als Van Agt 1987 jedoch zurücktrat, kehrte Ammerlaan zu Bosch en Keuning zurück, wo er Direktor und Herausgeber von . wurde Ambo-Anthos.

In den folgenden Jahren entwickelte er Ambo-Anthos schnell zu einem erfolgreichen Verlag für Belletristik und Sachbücher. Neben Irving und Heller unter anderem auch Susan Sontag, Don Delillo, Karen Armstrong und morgens Häuser zum Fonds. 1993 erzielte die Ammerlaan einen ihrer größten Erfolge durch ''Die verborgene Geschichte'' der damals noch unbekannten jungen Debütantin Donna Tartt zu erteilen. Das Buch führte wochenlang die Bestsellerlisten an und verkaufte sich insgesamt über 800.000 Exemplare. In dieser Zeit stand die Ammerlaan auch an der Wiege einer völlig neuen Buchgattung: der „literarischer Thriller“. Unter diesem Namen veröffentlichte er unter anderem die ersten drei Bücher des Schriftstellerehepaares Nicci Französisch heraus, dessen Debüt über 100.000 Mal verkauft wurde.

1999 wurde Ammerlaan gebeten, Verlagsleiterin zu werden die fleißige Biene, das trotz seiner glanzvollen Vergangenheit und seines reichen Literaturbestandes bereits seit mehreren Jahren Verluste erlitten hatte. Indem er diese Position annahm, wurde er Herausgeber großer Namen der niederländischen und flämischen Literatur, darunter Hugo Claus, Harry Mulisch, Gerard Revez, Remco Camper, Jan Wolkers, Leon de Winter, Tommy Wieringa, Jules Deelder, Kees van Kooten und Jan Cremer. Auch Donna Tartt, John Irving und Karen Armstrong folgten ihm ins Bezige Bij. Innerhalb kurzer Zeit konnte Ammerlaan den maroden Verlag wieder in altem Glanz erstrahlen. Während seiner Amtszeit wechselten viele Autoren zu De Bezige Bij, darunter Jan Siebelink, Erwin Mortier, Kees van Beijnum, Gerrit Komrij, Cees Nooteboom, Charlotte Mutsaers, Marcel Moring, A.F.Th. Van der Heijden, Philip Roth und Amos Ozu. Diese große Zahl von Transfers führte dazu, dass sich Ammerlaan bei seinen Mitbewerbern einen Ruf als Personalvermittler erarbeitete, der große Summen verstreute, um Autoren anzuziehen. Ammerlaan hat jedoch immer fest daran festgehalten, dass die Schriftsteller aus eigener Initiative zu ihm gekommen sind und landete aufgrund seines Erfolgs beim Bezige Bij immer wieder auf Platz eins der literarischen "Hackordnung", die HP/Zeit jährlich zusammenstellen.

Im Jahr 2012 legte Ammerlaan, damals 68 Jahre alt, seine Position als Direktor/Herausgeber nieder und widmete sich der Entwicklung eines flämischen Pendants zu De Bezige Bij in Antwerpen. Ende 2014 ging Ammerlaan in den Ruhestand. Bei seinem Abschied wurde Ammerlaan mit dem Frans Banninck Cocqpenning für sein langjähriges Engagement für den Amsterdamer Kultursektor.

Im September 2014 gab das NRC Handelsblad bekannt, dass die pensionierte Ammerlaan einen neuen Literaturverlag namens . gegründet hat Niederländische Tiefe, ging zu etablieren. Der Verlag soll zu einem der "prominentsten niederländischsprachigen Verlage" in den Niederlanden werden.[1]

Niederländische Tiefe

2007 gründete die Ammerlaan die Kultur glänzend-Zeitschrift Niederländische Tiefe auf. Inspiriert wurde es vom gleichnamigen Kulturmagazin aus den 1970er Jahren. Große Namen aus in- und ausländischer Kunst, Literatur und Journalismus trugen zum Magazin bei. Ammerlaan wurde Chefredakteur, eine Position, die er mit seiner Tätigkeit als Director-Publisher kombinierte. Das Magazin startete mit einer Auflage von 80.000 Exemplaren und erreichte durchschnittlich 126.000 Leser. 2007 wurde Hollands Diep mit dem Mercur-Preis für „Launch of the Year“ und wurde 2009 für „Magazine of the Year“ und „Magazine Report of the Year“ nominiert. Nach knapp fünf Jahren wurde das Magazin aufgrund rückläufiger Anzeigenumsätze eingestellt. Hollands Diep wurde zuletzt im Dezember 2011 veröffentlicht.

Memoiren Prinz Bernhard von Lippe-Biesterfeld

Ammerlaan arbeitet seit den 1970er Jahren schon lange mit Prince zusammen Bernhard van Lippe-Biesterfeld zu seinen Memoiren, die nie erschienen. Ab 1974 führte Ammerlaan etwa 160 Gespräche mit dem Ehemann der Königin Juliana aus den Niederlanden, mit denen er sich kennenlernte und befreundete. Er erhielt Zugang zu Bernhards persönlichem Archiv, seinen Tagebüchern, Notizen, Korrespondenzen und Tonbändern. Königin Beatrix verhinderte jedoch trotz des Wunsches ihres Vaters die Veröffentlichung des Buches. Das Quellenmaterial wurde an die Royal Archives überführt und ist für niemanden zugänglich. In der Sendung des Programms Buitenhof vom 17. März 2013 hat Ammerlaan die Hoffnung geäußert, dass Willem Alexander als neuer König wird bei der Veröffentlichung des Manuskripts nachsichtiger sein.