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Robert Marjolin | ||||
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Robert Marjolin (1964) | ||||
| Geboren | 27. Juli1911 Paris | |||
| Verstorben | 15. April1986 Paris | |||
| Politische Partei | Sektion Française de l'Internationale Ouvriere | |||
| Beruf | Politiker | |||
verantwortlich Wirtschaft und Finanzen | ||||
| Ernennung | 1. Januar1958 | |||
| Schlussendlich | 30. Juni1967 | |||
| Präsident | Walter Hallstein | |||
| Vorgänger | Nein | |||
| Nachfolger | Raymond Barre | |||
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Robert Marjolin (Paris, 27. Juli1911 - Dort, 15. April1986) war ein französischer Ökonom und Politiker, der eine wichtige Rolle bei der Bildung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Marjolin hatte sowohl in Frankreich als auch in Europa hohe politische Positionen inne.
Jugend
Robert Marjolin wurde in Paris als Sohn eines Polsterers geboren. Im Alter von 14 Jahren verließ er die High School und ging zur Arbeit, belegte aber Abendkurse an der Sorbonne. 1931 erhielt Marjolin ein Stipendium der Rockefeller-Stiftung, mit dem er das Studium Soziologie und Wirtschaftswissenschaften an der Yale Universität finanzieren könnte. Marjolin schloss die Ausbildung 1934 ab. 1936 promovierte er zum Doktor der Rechtswissenschaften. Marjolin arbeitete ab 1938 als Chefassistentin von Charles Rist am Wirtschaftsinstitut in Paris. Seine Forschung am Institut sowie sein späteres politisches Leben waren geprägt von den Neues Geschäft von Franklin Delano Roosevelt. Marjolin beschäftigte sich vor allem mit der Produktions- und Preisgeschichte sowie der Geldpolitik.
Zweiter Weltkrieg und De Gaulle
Nach der Kapitulation Frankreichs im Juni 1940 wurde Marjolin Wirtschaftsberater der französischen Regierung von Charles de Gaulle im Exil. Bevor das Ende des Krieges sichtbar wurde, hatte Marjolin bereits Pläne für den Wiederaufbau Frankreichs und Europas entworfen. 1943 vertrat er die Regierung in Washington auf Einkaufsmission. In den USA kam er mit einem Künstler in Kontakt, den er später heiraten sollte.
Nach dem Krieg wurde Marjolin die erste Direktorin der Außenhandelsabteilung im Wirtschaftsministerium. Er war auch Staatssekretär für Wiederaufbau. In dieser Position bestimmte Marjolin die wirtschaftliche Entwicklung Frankreichs in den kommenden Jahrzehnten. Anders als die Deutschen Ludwig Erhard Marjolin war für eine starke staatliche Kontrolle der Wirtschaft. Dieser Gegensatz war charakteristisch für die französische und deutsche Politik im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts.
Der Marshallplan und die OECD
Durch seine ministerielle Verantwortung war Marjolin eng an der Umsetzung der Marshall Plan in Europa. Im August 1947 beschloss er, den Plan des Kongresses der Vereinigten Staaten zu unterstützen. Ein Jahr später wurde Marjolin die erste Generalsekretärin der Organisation für Ökonomische Kooperation und Entwicklung. Die OECD war für die Umsetzung des Marshallplans verantwortlich. In den letzten Jahren seiner Amtszeit versuchte Marjolin, die Organisation zu mehr als nur einer Behörde zu machen, die für die Verwaltung der europäischen Handelsbeziehungen zuständig ist. Marjolin war der Meinung, dass sie politisch aktiv werden sollte und wollte damit indirekt eine weitere europäische wirtschaftliche und politische Integration erreichen.
Ende 1954 beschloss Marjolin, als Generalsekretärin der OESS zurückzutreten. Für kurze Zeit war er beim sozialistischen Außenminister angestellt, Christian Pineau und wurde Professor an der Universität von Nancy. 1955 führte er die französische Delegation bei den Verhandlungen zur Gründung der EWG. Er legte großen Wert auf die Schaffung einer gemeinsamen Wirtschafts-, Währungs- und Finanzpolitik. Marjolin konnte daher auf die Unterstützung des deutschen Delegationsleiters zählen Alfred Müller Almack und sein Stellvertreter Hans von der Groeben.
1958 wurde er einer der ersten EU-Kommissare in der Ausschuss-Hallstein I. Marjolein verantwortete das Wirtschafts- und Finanzportfolio. 1962 wurde er erneut EU-Kommissar in der Kommission-Hallstein II. Im selben Jahr kandidierte Marjolin für die französischen Sozialisten bei den französischen Parlamentswahlen im November 1962. Hätte Marjolin gewonnen, hätte er den Ausschuss verlassen müssen. Marjolin war jedoch bis Januar 1967 EU-Kommissarin. Er starb im Alter von 74 Jahren.
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