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Ernst Verbeek

Ernst Verbeek (Semarang (Niederländisch-Ostindien), 2. April 1919) ist Holländer Psychiater, Professor und Publizist.

Biografie

Ernst Verbeek studierte Medizin in Leiden und Amsterdam. Anschließend wurde er Assistent von H. C. rumke (Utrecht) und Jan Droogleever Fortuyn (Groningen).

1956 ließ er sich als Psychiater in Arnheim nieder.[1] Von 1969 bis 1985 war er Professor für Klinische Psychiatrie an der Universität Gent. Er war auch Leiter der Psychiatrischen Klinik in Gent.[2]

Verbeek war ein Unterstützer der sogenannten Utrechter Schule. Er plädierte für eine Art existenzielle Psychiatrie, die sich stark auf die Phänomenologie, sowie auf der Psychoanalyse.

Verbeek schrieb gerne über Literatur. Er „mischte“ die Biographie des Literaten mit der Interpretation der literarischen Kunstwerke. Im Zusammenhang mit dieser Methodik war er gegen die Strukturalismus, wie Tel Quel Gruppe. Diese Bewegung wollte den literarischen Text so gut wie möglich aus dem Text selbst erklären, ohne sich auf die Subjektivität des Schriftstellers oder Dichters zu verlassen - wie seine Psychopathologie. Dieser Ansatz führe seiner Ansicht nach nicht zu einem Wissenswachstum, was seiner Ansicht nach nur einen begrenzten Wert habe. Verbeek hingegen hatte eine Vorliebe für Autoren, die ihr Leben in ihren Werken mystifizierten, wie zum Beispiel kafka[3], Rimbaud, Shakespeare (in seinem Sonette) und Freud.[4]

Verbeek war auch ein Gegner der Antipsychiatrie.[5]

Buchveröffentlichungen

  • Arthur Rimbaud : eine Pathographie, Amsterdam, 1957, Diss. Utrecht. Henriette-Roland-Holst-Preis 1959.
  • Der sympathische Mensch, Utrecht, 1962
  • Bedeutung und Wert von Schüchternheit, Amsterdam, 1968
  • Das Maß und die Wahl : ein pathographischer Essay über Samuel Johnson, Gent, 1971
  • Glaube und Unglaube an Sigmund Freud, Nijkerk, 1971
  • Victor E. van Vriesland, 1892-1972, Amsterdam, 1972. Erschienen auch in Messen.
  • Der Mann mit dem Glashut: Über Sigmund Freuds Träume, Nijkerk, 1973
  • Psychiatrie in konkaven und konvexen Spiegeln: eine kritische Untersuchung der Antipsychiatrie, Nijkerk, 1975
  • Löhne für den Teufelsdienst: Zur Beziehung zwischen Person und Werk von Franz Kafka, Assen, 1984
  • Die Götter bitten: John Cowper Powys, seine Person und sein Werk, Assen, 1989
  • Kafkas Alibi: im Auftrag der Kapitäne seines Romans "Der Proze", Assen, 1992
  • Eine innere Reise: Psychologische Biographie von Stendhal, Assen, 1994
  • Der Himmel kann es wissen: Über die Poesie und Persönlichkeit von Tristan Corbiere, Assen, 1997
  • Im Schatten des Wortes: das Rätsel Tolstoi, Assen, 2001