WikiDer > Fritz Höger

Fritz Höger
Das Anzeiger-Hochhaus in Hannover
Das Rathaus von Wilhelmshaven
Das Kirche am Hohenzollernplatz im Berlin

Johann Friedrich (Fritz) Hogeger (Bekenreihe, durchschn. Kiebitzreihe Biene Elmshorn, 12. Juni1877 - Bad Segeberg, 21. Juni1949) war ein DeutscheArchitekt. Er ist einer der Hauptvertreter der deutschen Backstein-Expressionismus, eine Bewegung im Zusammenhang mit der Amsterdamer Schule. Seine berühmteste und einflussreichste Kreation ist die Chilehaus in hamburg.

Leben und Arbeiten

Fritz Höger wurde geboren in Schleswig-Holstein und war ein Zimmermannssohn mit holländischen Vorfahren. Von 1897 bis 1899 besuchte er die Bauschule in Hamburg und trat nach seinem Militärdienst als Bauzeichner in ein Hamburger Architekturbüro ein. Ab 1908 fertigte er als selbstständiger Architekt eigene Entwürfe an. Mitgliedschaft in der Bund Deutscher Architekten wurde ihm jedoch vorenthalten, da er keine höhere Architekturausbildung absolviert hatte. Er würde sich selbst als Baumeister Titel.

Er schloss sich dem an Bund Heimatschutz, die traditionelle regionale Bautraditionen bewahren wollte und der konservativen Ausrichtung innerhalb der Deutscher Werkbund. Die Verwendung von BacksteinDass Högers charakteristischer Baustoff erhalten blieb, lag an diesen Traditionen. Er wendet es in seinen beiden ersten großen Werken an, dem Rappolthaus und der Klöpperhaus, beide Bürogebäude in Hamburg.

Sein bekanntestes Werk, das Chilehaus, war ein Hamburger Bürogebäude. Es wurde zwischen 1922 und 1924 von dem Kaufmann Henry D. Sloman in Auftrag gegeben, der in der Salpeterhandel auf Chili, dem Land, von dem das Gebäude seinen Namen hat. Das Gebäude dominiert es Kontorhausviertel und bildet einen bemerkenswert scharfen Winkel auf der Ostseite, wodurch diese Seite einem Schiffsbug ähnelt. Das „steinerne Flaggschiff“ wurde zum Symbol des Wiederaufbaus Deutschlands nach dem Krieg. Es enthält 4,8 Millionen Steine.

Zwischen 1927 und 1928, in Hannover es Anzeiger-Hochhaus im Auftrag des Verlags August Madsack. für Service Hannoveraner Anzeiger Höger entwarf einen 51 m hohen Backsteinbau, das erste Hochhaus Hannovers. Unter der Kuppel befand sich zunächst ein Planetarium und später ein Kino.

Auch das von Höger entworfene Rathaus zog viel Aufmerksamkeit auf sich Rüsringen, ein Ort, der bald verschmelzen würde Wilhelmshaven. Dieses Gebäude würde den Spitznamen tragen Burg am Meer zu bekommen. Dieses 1929 fertiggestellte Schloss am Meer hat einen markanten Turm, der Wasserturm Funktionen. Später entwarf er in der Gegend ein Arbeiterviertel.

Die Machtergreifung der Nazi-'s 1933 wurde von Höger begrüßt. Er war Mitglied der NSDAP und er hoffte auf wichtige Aufträge. Er erhielt es jedoch nicht: Obwohl er sich mit der Nazi-Spitze teilte[1] die Abneigung dagegen neue bauen 1934 wetterte er in Leipzig unter anderem gegen die Bauhaus, das Weißenhofsiedlung und den Bolschewiki gefiel Högers Backsteinexpressionismus den Mächtigen nicht. Er würde immer noch hauptsächlich private Villen entwerfen. Sein eigenes Hamburger Haus überlebte die Zweiter Weltkrieg nicht.

Nach dem Krieg war Höger unter anderem am Wiederaufbau des zerstörten Lübecker Rathausplatzes beteiligt. Er starb 1949 in Bad Segeberg.

Auswahl an Werken

  • 1911-1912: Rappolthaus, Hamurg
  • 1912-1913: Klöpperhaus, Hamburg
  • 1913-1919: Hapaghaus, Hamburg (Erweiterung Bestandsgebäude)
  • 1921-1924: Chilehaus, Hamburg
  • 1922-1923: Sturmarnhaus, Hamburg
  • 1925-1926: Broschekhaus, jetzt Hotel Ramada Renaissance, Hamburg
  • 1926-1927: Parfümfabrik Scherk, Berlin
  • 1926-1928: Mädchengymnasium, Hamburg-Eppendorf
  • 1926-1928: Krankenhaus Delmenhorst (Erweiterung Bestandsgebäude)
  • 1926-1929: Zigarettenfabrik Reemtsma, Hamburg (Erweiterung Bestandsgebäude)
  • 1927-1928: Fabrikgebäude Leder-Schüler, Hamburg
  • 1927-1928: Anzeiger-Hochhaus, Hannover
  • 1928: Wasserturm, Bad Zwischenahn
  • 1927-1929: Rüstringer Rathaus, Rüstringen (jetzt Wilhelmshaven)
  • 1927-1943: Sprinklenhof, Hamburg
  • 1930-1933: Lutheraner Kirche am Hohenzollernplatz, Berlin-Wilmersdorf
  • 1934: Wasserturm, Hohenkirchen (Jever)
  • 1935-1941: Siedlung Siebethsburg, Wilhelmshaven

Wissenswertes

  • Auch ein Bruder von Fritz, Hermann Höger (* 15. Januar 1882 in Bekenreihe; † 13. Juli 1950 in Hamburg) war Architekt. Er arbeitete in etwa im gleichen Stil wie Fritz Höger, konzentrierte sich jedoch Ende der 1920er Jahre vor allem auf die Gestaltung von Wohngebieten (3-5-geschossige Wohnungen) und Einfamilienhäusern im Hamburger Umland. Eine von ihm selbst entworfene Villa sowie mehrere Wohnhäuser seines Entwurfs wurden vom Land Hamburg auf die Denkmalliste gesetzt.
  • Dass Fritz Höger am Ende des Zweiter Weltkrieg die nationalsozialistische Ideologie nicht mehr voll unterstützt, zeigt sich daran, dass er in Zusammenarbeit mit Gyula Trebitsch (1914-2005)[2], ein bekannter deutsch-ungarischer Filmproduzent jüdischer Abstammung, der Holocaust hatte überlebt, in 1946 entwarf ein weiteres, zum Teil aus Backsteinen, Denkmal für Nazi-Opfer. Dieses Denkmal ist Itzehoe. Es wird von manchen als das älteste Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus in ganz Deutschland angesehen.

Literatur

  • Bucciarelli, Piergiacomo (1992), Fritz Höger - Hanseatischer Baumeister 1877-1949, Aus dem Italienischen von Claudia Eichenlaub, Berlin-Kreuzberg, umgekehrt.
  • Claudia Turtenwald (Hrsg.) (2003), Fritz Höger 1877 - 1949 - Modernes Denkmal, Hamburg, Dölling und Galitz.
Siehe die Kategorie Fritz Höger von Wikimedia Commons für Mediendateien zu diesem Thema.