WikiDer > Hydropneumatisch
Hydropneumatisch ist eine Kombination aus Hydraulik und Pneumatik (Druckluft oder anderes Druckgas). Hydraulik verwendet Hydropneumatik, wo Druckspeicherung oder Dämpfung von Druckspitzen darin erforderlich ist.
Eine sehr bekannte Anwendung der Hydropneumatik ist die spezielle selbstregelnde Federungssystem, die erfunden wurde von Zitrone und auf verschiedene Modelle angewendet. Das hydropneumatische Federungssystem sorgt für eine selbstkorrigierende und variable Fahrhöhe, unabhängig von der Beladung.
Citroen passt in die Traktion Avanti ab 1954 erstmals eine hydropneumatische Federung an der Hinterachse. Eine vollständige Implementierung war auf der Citroen DS 1955. Es wurde auch bei Modellen von Mercedes Benz, Rolls Royce, Bentley, Peugeot, Berliet LKW und GINAF Trucks. Letzterer nutzte das System noch 2012 bei seinen Serienmodellen. Auch Militärfahrzeuge, insbesondere Panzer, verfügen über eine hydropneumatische Federung.
Das System wie es ist von Zitrone angewendet wurde, verwendet a Motor riemengetriebene Pumpe zu LHMFlüssigkeit im integrierten Hydrauliksystem des Bremsen, Suspension und Servolenkung unter Druck setzen. Auch Kupplung und Getriebe wurden auf diese Weise bedient.
Das nebenstehende Bild zeigt einen Querschnitt von Federzylinder, Federballen und Pumpe. Es gibt auch eine Druckversorgungslampe, die das System stabilisiert. Federkugel und Speicherkugel unterscheiden sich wenig in der Konstruktion: Beides sind Stahlkugeln, die auf der einen Seite mit einer Membran mit einem Gas unter Druck (Stickstoff) und auf der anderen Seite mit Hydroöl (LHM) versehen sind. Die Federwirkung wird durch das Gas bereitgestellt, das komprimierbar ist und gegen die Membran drückt.
Das Gas im Federballen wird bei beladenem Fahrzeug oder beim Überfahren einer Bodenwelle stärker komprimiert, wobei das Öl (eine Flüssigkeit und damit inkompressibel) nur das Übertragungsmedium zur Übertragung der Kraft ist, die von der Radaufhängung auf die Kolben ausgeübt, auf die Membran in der Kugel übertragen werden. Durch eine Verengung an der Unterseite des Federballens ist es für das Öl etwas schwieriger hin und her zu fließen, so dass die Stoßdämpfung realisiert wird, so dass kein separater Stoßdämpfer notwendig ist.
Die Höhenregulierung erfolgt über ein doppeltwirkendes Ventil, das bei Unterschreitung des eingestellten Wertes mehr Öl aus der Serienbirne zulässt. Steigt die Fahrhöhe über den eingestellten Wert (zum Beispiel wenn jemand aussteigt), lässt dieses Ventil Öl drucklos zum Vorratsbehälter an der Pumpe zurückfließen.