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James Meyerus oder Jacob De Meyere (Schlittschuh, 27. Januar1491 - Brügge, 5. Februar1552) war ein Flame Humanist und Historiker. Er nannte sich Meyerus Balliolanus, sein Name mit der lateinischen Endung uns und die Hinzufügung seines Geburtsortes.
Lebenszyklus
Er wurde in Vleteren (Flêtre) geboren, einem Dorf im KastellanKassel von dem Grafschaft Flandern, zwei Meilen von Belle (Bailleul). Seine erste Ausbildung erhielt er in Kassel, jetzt auch in Französisch-Flandern. Von ca. 1509 bis 1515 studierte er Theologie und Philosophie, beide promovierte er an der Sorbonne im Paris. Dort lernte er die Grundlagen, die ihm halfen, die Struktur und Geschichte seines Heimatlandes zu beschreiben.
Dann wurde Meyerus Kleriker in Ypern, wo er einen Lateinkurs einrichtete und Kontakt zu Erasmus, der als Vordenker der gelehrten Welt bekannt war. Nach kurzer Zeit wurde er Kaplan von St. Donaas und er leitete eine Schule in Brügge, zu seinen Schülern gehörten Jacob und Philips van Praet, Söhne des Herrn von Praet, Ludwig von Flandern. Das Lehramt war jedoch nicht seine Berufung. Er wollte Geschichtsschreiber werden, er wollte die Flamen mit ihrer Vergangenheit versöhnen.
In Brügge traf er den Domdekan des Heiligen Donaas Marcus Laurins und die Humanisten, die sich in der vom Prediger Jan De Witte gegründeten gelehrten Stiftung versammelten. 1541 lernte er auch die Pittemnaar . kennen Joris Cassander und begrüßte ihn mit einem Gedicht. Er wurde besonders von dem Prior der Willemijnen, Jacob van den Driessche, selbst ein Praktiker der flämischen Geschichte.
Von 1543 bis zu seinem Tod war er he Pastor der St. Antonius-Kirche in Blankenberge.
Historiker
Meyerus hat geschrieben Gedichte und eine Geschichte der Grafschaft Flandern. Sein erstes Originalwerk „Res Flandricae“ war ein historisch-geographischer Essay, der in zehn Kapitel unterteilt war. Dafür hatte er die 'Germania' (1458) von Enea Silvio Piccolomini als Vorbild genommen. Er zog viele Informationen aus der 'Vitae sanctorum' und aus dem Manuskript 'Antiquités de Flandre' von Philip Wielant. Außerdem aus vielen gedruckten oder unveröffentlichten Chroniken, aus mündlichen Mitteilungen von Juan Luis Vives, aus eigener Korrespondenz mit Jodocus Badius, usw. Das Ganze (insbesondere Buch IX) wurde um 1530 zu einem Panorama Flanderns: Handel, Landwirtschaft und Industrie - Familienleben und soziale Beziehungen - Wohlstand und Armut - Kunst- und Literaturpraxis.
Nach seinem ersten Buch sammelte er weiterhin Daten und reiste in Klöster und Gemeinden, um die Archive zu konsultieren. Er kopierte zahlreiche Urkunden, die er veröffentlichen wollte, aber es gelang ihm nicht. 1538 erschien sein „Compendium Chronicorum Flandriae“, in dem er – soweit die Zensur es zuließ – seine Ansichten über die alten Privilegien und Freiheiten der flämischen Gemeinden teilte, die seiner Überzeugung nach erhalten bleiben sollten. Die Politik von Kaiser Karl V ging in eine andere Richtung. In diesem „Kompendium“ wurde die Geschichte Flanderns von 445 bis 1278 rezensiert, unterteilt in Abschnitte nach den Namen der aufeinanderfolgenden Grafen. Dieser Text des Kompendiums wurde in die überarbeiteten 'Annalen' aufgenommen und die Geschichte wurde bis 1477 (Tod von Karl der Kühne). Seine Erstveröffentlichung erfolgte erst 1561 aufgrund der Bedenken seines Neffen Antonius De Meyere, der jedoch den Text der persönlichen Äußerungen und Überlegungen des Autors beraubt hatte, die in den führenden Kreisen des Landes unerwünscht gewesen wären Auf den ersten Blick war das in trockenem und nüchternem Latein verfasste Werk von De Meyere nichts anderes als eine Fortsetzung der unkritischen Schriften der Chronisten. Die Analyse der Arbeit zeigt jedoch, dass er einen gesunden kritischen Geist hatte, der innovativ war. Der Vergleich mit zeitgenössischen Schriften zeigt, inwieweit er Legende und Fantasie hinter sich gelassen hatte, um sich mit kritischer Geschichte zu beschäftigen.
Alle Historiker, die ihm nachfolgten, blieben ihm bis ins 18. Jahrhundert zu Dank verpflichtet. Als erster „moderner“ Historiker trägt er den Namen „Vater der flämischen Historiker“.
Veröffentlichungen
- Flandricarum rerum Tomi X, Brügge, Drucker Hubrecht De Croock, 1531.[1]
- Kompendium Chronicorum Flandriae, Nürnberg, 1538 und Antwerpen, 1561 (Verb und Verb.) [2]
- Commentarii sive annales rerum Flandricarum libri XVII, Antwerpen, 1561 [3]
Literatur
- A. BONVARLET & C. LOOTEN, Jacob De Meyere, in: Annales du Comité Flamand de France, 1895, S.? 1-81.
- V. FRAU, Essai sur la Flandre de Jacques De Meyere, in: Bulletijn der Gesellschaft für Geschichte und Archäologie in Gent, 1910, S. 71-91.
- V. FRAU, Essai d'une analysis des Commentarii sive Annales Flandricarum von Jacques De Meyere, Gent, 1908.
- V. FRAU, Anmerkungen zu den Werken von Jacques De Meyere, in: Bulletin de la Commission Royale d'Histoire, 1920, S. 245-303.
- Anthony VIAENE, Jacob De Meyere, in: Transaktionen der Gesellschaft für Geschichte, Brügge, 1952, S. 5-13.
- L. de RYCKER. Aus der Zeitschrift 'Het Leesmuseum'. - Gent, I. S. Van Dosselaere. 1958.
- Fernand Bonneur, Brügge beschrieben. Wie eine Stadt in Texten erscheint, Brüssel, Elsevier, 1984.