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Joris Cassander
Joris Cassander

Joris Cassander (Pittem, 15. August1513 - Köln, 3. Februar1566), ebenfalls Kassanderus genannt, war ein flämischHumanist und Mittler zwischen den Religionen.

Lebenszyklus

Cassander war noch drin Cadzand weder in Brügge geboren, wie in einigen biographischen Notizen erwähnt, sondern in Pittem in Westflandern.

Er studierte an der Universität Leuven, wo er 1532 den Titel annahm Meister Artium erreicht. Dann lehrte er die Geisteswissenschaften im Gent und Brügge. Als er in Brügge ankam, war der Historiker James Meyerus mit einem Gedicht begrüßt. 1541 wurde in Brügge ein Lehrstuhl für Theologie und Literatur eingerichtet, dessen finanzielle Mittel von Johannes de Witte, Prediger und erster Bischof von Kuba. Cassander hatte 1541 als erster den Lehrstuhl für Theologie inne und hielt dort am 3. Mai desselben Jahres eine Antrittsrede.

Mit seinem Freund, dem wohlhabenden Cornelius Wouters, Kanoniker der St.-Donaas-Kirche, dann unternahm er Studienreisen, bei denen er sich an den theologischen Fakultäten der Köln (1544) und Heidelberg (1546). Ab 1549 lebte Cassander hauptsächlich in Köln. Im Geist von Erasmus, den er sehr bewunderte, kritisierte er die katholische Kirche sehr. Er wollte auch nicht mit der Kirche brechen, sondern die Unterschiede zwischen den Glaubensrichtungen versöhnen. Bei diesem Bemühen beharrte er immer in mildem Ton, ohne harte Worte. Herzog Wilhelm von Gulik wurde von den Ideen Cassanders für seine Religionspolitik inspiriert. Das Graf von Horne hoffte, Cassanders Vermittlung in den Niederlanden nutzen zu können und befahl ihm, Wilhelm von Oranien Auf. Zusammen wollten sie Cassander im Geheimer Rat ernannt, um seinen toleranten Ideen in den Niederlanden Akzeptanz zu verschaffen. Dies gelang ihnen jedoch nicht. Ebenfalls Kaiser Ferdinand II und sein Nachfolger wollten den positiven Einfluss Cassanders nutzen, musste aber wegen seiner Krankheit (rheumatische Erkrankungen) eine Einladung nach Wien ablehnen.

Cassander schrieb über einige Diskussionspunkte seiner Zeit, unter anderem gegen die Säuglingstaufe und über die Verwaltung der Kommunion unter den beiden Formularen. In seinem Consultatio de articulis religionis inter catholicos et protestantes controverssis (1564) versuchte er, einen Kompromiss zwischen Protestanten und Katholiken zu finden. Dieses Werk erschien 1577 posthum und wurde bald auf der veröffentlicht Index Gesendet. Hugo de Groot, dessen Ziel das gleiche war wie das von Cassander, gab 1642 eine Neuausgabe davon heraus. Obwohl Cassander die Kritik vieler Protestanten an der katholischen Kirche (die Allmacht der Papst, das Reliquienverehrung, es Zölibat), starb er als Katholik.

Seine Herkunft aus den Niederlanden und sein Plädoyer für ein friedliches Zusammenleben verschiedener Religionen machten ihn gleichsam zu einem „nationalen“ Reformator und brachten ihm nicht nur die Wertschätzung von Zeitgenossen wie Wilhelm von Oranien und später Hugo de Groot, aber auch von späteren Historikern wie Henri Pirenne. Das Universitätsbibliothek Leiden besitzt eine große Anzahl von Briefen von Zeitgenossen an Cassander.

Veröffentlichungen

  • Tabulae praeceptionu(m) dialecticarum, quae quam brevissime et planissime Artis methodum complectuntur, in puerorum et rudium gratiam, Köln, 1545
  • De baptismo infantium, testimonia veterum ecclesiasticorum scriptorum, (...), Köln, 1563.
  • Die sacra communione christiani populi in utraque panis & vini specie, (...), Köln, 1564.
  • De communione sub utraque specie dialogus, una cum aliis superiore seculo scriptis et actis eodem facient, Helmest., 1642.
  • Consultatio de articulis religionis inter Catholicos et Protestantes controversis consultatio, Köln 1577 - Leiden, 1608.
  • Opera quae reperiri potuerun omnia, Paris, 1616.
  • De officio pii ac publicae tranquillitatis vere amantis viri, in hoc religionis dissidio, Broschüre, 1562, 37 S.

Literatur

  • A. J. VAN DER AA, Biographisches Wörterbuch der Niederlande Teil III, Haarlem, 1858, 221-226.
  • August VAN DER MEERSCH, Georges Cassander, in: Biography Nationale de Belgique, T. III, Brüssel, 1872, 364-367.
  • AC DE SCHREVEL, Histoire du séminaire de Brügge, Brügge, 1895.
  • Maria E. NOLTE, Georgius Cassander und sein ökumenisches Streben, Nimwegen, 1951.
  • Valer ARICKX, Geschichte von Pittem, Pittem, 1951.
  • John Patrick DOLAN, Der Einfluss von Erasmus, Witzel und Cassander auf die Kirchenordnungen und Reformvorschläge der Vereinigten Herzogtümer von Kleve in der Mitte des 16. Jahrhunderts, Münster, 1957 (Reformationsgeschichtliche Studien und Texte).
  • Biographical-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, 1990, 949-950.
  • Rob VAN DESCHOOR, Die Rezeption von Kassander in der Republik im 17. Jahrhundert, in: Die Entstehung der Toleranz in der niederländischen Republik, 1997, S. 101-115.
  • Rob VAN DE SCHOOR, Cassanders Ode an Brügge als Auftakt zum Irenismus, in: Transaktionen des Geschichtsvereins Brügge, 1998.
  • Erika RUMMEL, Die Konfessionalisierung des Humanismus im reformatorischen Deutschland, Oxford University Press, New York, 2000.
  • Daniel GASCHICK, Witzelt Kassander? Der Briefwechsel zwischen Georg Cassander (1513-1566) und Georg Witzel (1501-1573), in: Kirchengeschichtliches Autorenkollektiv (Hrsg.), Remscheid, 2008, S. 97-114.
  • Rob VAN DE SCHOOR & G.H.M. POSTHUMUS MEYJES (Hrsg.), Georgius Cassanders De officio pii viri (1561), De Gruyter, Berlin-Boston, 2016.
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