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Jan Nepomuk Neruda (Prag, 9. Juli1834 - Dort, 22. August1891) war ein Tschechisch Schriftsteller, Dichter und Journalist. Er gilt als einer der bedeutendsten tschechischen Literaten seiner Generation.
Leben und Arbeiten
Neruda wurde als Sohn eines Lebensmittelhändlers geboren, studierte Philologie und Rechte. Aus Geldmangel konnte er jedoch sein Studium nicht abschließen, woraufhin er Journalist wurde.
Inzwischen hatte Neruda einige junge Literaten kennengelernt, mit denen er die sogenannte „Maigruppe“ („Májovci“) gründete. Gegen den konservativen Nationalismus ihrer Zeit proklamierten sie die "Weltoffenheit“, mit dem sie die tschechische Literatur für ausländische Einflüsse öffnen wollten (Heinrich Heine, Victor Hugo) und auf europäischer Ebene.
Nerudas Bündel Hřbitovní kvití (1858, Friedhofsblumen) wurde für seine bittere Ironie und ironischen Spott kritisiert. In den 1960er Jahren erholte er sich jedoch von diesem Rückschlag und seine journalistische und literarische Autorität wuchs. Seine 186868 veröffentlichte Sammlung published knihy vers (Frische Bücher) ist weniger skeptisch im Ton und eher lyrisch. Am charakteristischsten sind jene Gedichte, in denen er sich als "Antiheld“, wie ein ängstliches Kind, das sich in einer herzlosen Welt nach Liebe sehnt.
1878 erschien Nerudas bekannteste Prosa, die Sammlung von Kurzgeschichten Povidky malostranske (Geschichten über Mala Strana), in dem er mit seinen typischen Verhaltenskodizes den Alltag in seiner Heimatstadt der 1940er Jahre beschreibt.
In Nerudas späteren Gedichten, dem Ballade zentral und beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema Alter. Sein poetischer Stil ist prägnant und konkret, ohne Klischees oder reichlich Bildmaterial; sein Thema ist allgemein menschlich, mit Sympathie für den sozial oder geistig schwächeren Menschen.
Neruda kämpfte mit einem schlechten Gesundheitszustand, litt nach drei gescheiterten Liebesbeziehungen und dem Tod seiner Mutter in den 1970er Jahren an Depressionen, zog sich ab den 1980er Jahren aus dem öffentlichen Leben zurück und starb 1891 in Prag.
Wissenswertes
- Es wurde oft vorgeschlagen, dass NobelpreisträgerPablo Neruda wählte den Nachnamen seines Schriftstellers, um Jan Neruda zu ehren. Einige Quellen weisen auch darauf hin, dass er sich nach einem Geiger benannt hat Wilhelmine Neruda, Schwester des Komponisten Franz Neruda.[1]
Literaturverzeichnis
- Hřbitovní kvití ("Friedhofsblumen"), 1857
- knihy vers ("Frische Bücher"), 1867
- Zpěvy pateční ("Freitagslieder"), 1869
- Povidky malostranske ("Geschichten über Mala Strana"), 1877
- pisn kosmicke ("Kosmische Lieder"), 1878
- Balady eine Romanze, 1878
- Proste-Motivation ("Einfache Motive"), 1883
- der Vampir
Literatur und Quellen
- A. Bachrach u.a.: Enzyklopädie der Weltliteratur. Büsum, 1980-1984. ISBN 90-228-4330-0