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Jef De Brock

Jeff De Brock (Ostende, 13. April1880 - Ostende, 30. Oktober1960) war ein belgischer Maler.

Lebenszyklus

Seine früheste zeichnerische Ausbildung erhielt er an der „Ecole Industrielle“ in Ostende. Dort lag der Schwerpunkt auf den eher technischen und praktischen Aspekten: Technisches Zeichnen in Verbindung mit. Maschinenbau, Maschinen- und Schiffbau, Zierzeichnungen, Holz- und Marmorimitationen. Darüber hinaus wurden die Fächer Geometrie, Algebra, Wirtschaftswissenschaften, Rechnungswesen, Physik und Mechanik unterrichtet. Jef De Brock wurde Beamter bei „Bruggen & Wegen“. Sein zeichnerisches Talent wird sich hier sicherlich bewährt haben. Von einem Arbeitsunfall auf einer Baustelle hat er sich nie vollständig erholt.

Eine Zeitlang besuchte er auch Kurse an der Akademie in Brügge. Dort erhielten Talente aus Brügge und aus der Provinz eine hochwertige Ausbildung durch Fachkräfte wie Florimond Van Acker (1858-1940), Edmond Van Hove (1851-1912), Charles Rousseau (1862-1916) und Emile Rommelaere (1873-1961).

Am 5. November 1908 war er Mitbegründer und Sekretär der „Cercle Artistique d'Ostende“. Dieser Kunstkreis wurde im Haus des Malers gegründet Jan De Clerk in der Edith Cavell-Straße. Neben Jef De Brock und Jan De Clerck gehörten dem Kreis folgende Mitglieder an: Eugene-Achille Gerbosch, Louis Boel, Pieter-Nikolaas Boel, Michel Van Cuyck, Oktave Van Cuyck, Marinemaler Louis Royon, Maurice Desforges, Bildhauer Karel De Kesel, der noch junge Bildhauer Oscar De Clerk und zwei Damen: Lucie Royon und Madeleine De Pape. Der Verein entstand aus Unzufriedenheit mit dem mangelnden öffentlichen Interesse und den hervorragenden Ausstellungsmöglichkeiten. Die Aktion des "Cercle" führte zu jährlichen Gruppenausstellungen im Kursaal und später in den Königlichen Galerien (mit Unterbrechungen während der beiden Weltkriege).

De Brock heiratete zum ersten Mal Mélanie Naert. Sie hatten einen Sohn Raoul. Während des Ersten Weltkriegs floh Jef De Brock mit seiner Frau und seinem Kind nach England. Er hat sich darauf eingelassen Leicester in den East Midlands. Seine Adresse dort war Tennyson Street 38. Während dieses Aufenthaltes erhielt er eine künstlerische Ausbildung am Royal Institute of Fine Arts in Leicester. Aber De Brock lebte zu weit weg von London, um wirklich an der sich allmählich organisierenden belgischen Kunstszene teilzunehmen. Gegen Ende des Krieges zog er aus unbekannten Gründen nach Le Havre, Rue Césaire Oursel 29. Die belgische Exilregierung hatte ihren Sitz in Le Havre (St. Adresse). Vermutlich zog er um, um Kontakt zu französischen Künstlern aufnehmen zu können.

1924 eröffneten er und seine Frau ein Fotogeschäft "Photo Moderne" in der Adolf Buylstraat 49 in Ostende. Künstlerische und industrielle Fotografie, Studiofotos, Vergrößerungen, Fotoartikel hauptsächlich der Marken Kodak und Agfa Gevaert. Aber auch für blutige Zeichnungen und gezeichnete Porträts konnte man dort hingehen. Er hielt den Fotoladen bis Januar 1949 geöffnet.

Auch die Person von Ernestine Decerf (°Oostende, 1905) trat in sein Leben ein: 1925 wurde sie als junge Ladenbesitzerin in den Fotoladen aufgenommen. Sie wurde bald in die Intimität der Familie aufgenommen und fungierte auch als Gefährtin für Jefs schwer depressive Frau. Sie übernahm auch einen Teil der Pflege für Raoul. Mélanie und Raoul müssen vor Mai 1940 gestorben sein.

Jef De Brock war eine Zeit lang Lehrer an der Kunstakademie Ostende, die 1934 neu begann. Alfons Blomme wurde der Direktor. Er war raus Roeselare und hatte einen Aufenthalt in Hahn. Die Vrije Academie begann am 1. Oktober 1934. Zum Lehrpersonal gehörten neben Jef De Brock auch Gustav Sorel, Antoine Schyrgens, Daan Thullez, Michel Poppe, Jef Verbrugge und Dora Rommelaere. Die Akademie war im norwegischen Stall untergebracht. Zu den Studenten der Akademie in den späten Zwischenkriegsjahren gehörten: : Raymond ArtoJohan Baks, Raymond Béclard, Jan Becu, Gustaaf Broux, Roger Corveleyn, Robert De Hollander, Claire Dorchain, Jenny Dufait, Sibylle Ferabolie, Albert Hagers, Guillaume Hodeige, Margot Knockaert, Jan Maes, Jo Maes, Albert Nyssen, Gust Plovie, Mimi Seys, Henriette Verknocke, NN. Traurig und Alfons Zeebroek. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs endeten die Kurse.

Auf der Flucht vor der Besatzungsmacht im Mai 1940 landete er zusammen mit Ernestine Decerf tief in Frankreich, er heiratete sie am 8. Juni 1940. Limoges in zweiter Ehe. Das Paar muss vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder in Ostende gewesen sein. 1946 adoptierten Jef und Ernestine ein Mädchen, Nicole.

nach dem anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Kunstkreises Ostende 1957 wurden vier verbliebene Gründungsmitglieder im Rathaus (damals noch im Berufungsgericht) empfangen und geehrt: neben Jef De Brock waren dies Pieter-Nikolas Boel, Louis Royon und Jan DeClerck. Tatsächlich lebte auch Oscar De Clerck noch, aber er lebte in Brüssel (Woluwe-Saint-Pierre) und hatte sich dem Kreis entfremdet. Damit war der Betrieb des Kunstkrings eingestellt.

De Brock lebte am Prinses Clementinaplein, später Adolf Buylstraat 49, wo er seinen Fotoladen hatte, dann Graaf de Smet de Naeyerlaan 39 und schließlich im neuen Wohnviertel "Cité Edebau", Happy Haardstraat 38.

Er starb am 30. Oktober 1960 nach einer Krankheit in Ostende und wurde auf dem Friedhof Stuiverstraat beigesetzt. Ernestine überlebte ihn um mehr als dreißig Jahre und starb am 20. Mai 1992.

Seine Malerei

De Brock malte hauptsächlich Landschaften, Marines, Strände, Hafenansichten von Ostende, Fischer, Brügge Gesichter und ein paar Stillleben.

1931 nahm er an einer Gruppenausstellung in der Galerie "Studio" in der Adolf Buylstraat teil. Die Ausstellung trug den Titel "Marines" und zeigte neben drei Arbeiten von De Brock auch Arbeiten von James Ensor, Von Boerewaard, Carol Deutsch, Oscar Cornuc, Armand Delwaide, Leonard De Selliers, J. Genot, Felix Labisse, Leon Spilliaert, Louisa Seghers, Maurice Seghers, Edmund Templer, Gustave Van Heste und Willem Van Hecke.

Im Auftrag der Stadt Ostende malte er eine Serie von 8 didaktischen Szenen, die die verschiedenen Angeltechniken darstellen. Sie dienten zur Ausstellung während der Weltausstellung 1930 in Antwerpen. In der Zwischenkriegszeit entwarf er auch verschiedene Plakate für die Feierlichkeiten in Ostende. Er war auch Mitgestalter des Bloemencorso 1933, wieder eine blumengeschmückte Parade.

Für die Weltausstellung 1935 in Brüssel erhielt ein neuer Auftrag: ein großes Panoramagemälde mit Blick auf den Zeedijk und den Strand, der vom Oosteroever über Ostende nach Mariakerke führt.

In der Osterzeit '36, im April, organisierte der Cercle Coecilia, ein philanthropischer Kreis, der auch den Bal du Rat Mort organisiert, eine Ausstellung in ihren Räumlichkeiten auf dem Wapenplein. Nur gelegentlich wurden dort Ausstellungen organisiert. Alfons Blomme war 1934 zu Gast. 1936 waren es Jef De Brock, Gustaaf Sorel, Rene Hansoul und Michel Poppe. 1938 Frans Regoudt.

Noch 1936 wurde im "Casino Communal" ein "Großer Weihnachtssalon" organisiert, eine Gruppenausstellung ostender Künstler: Alfons Blomme, Carlo Bens, Maurice Boel, Ado Carroen, Oscar Cornu, Jef De Brock, K. Devadder, Daniel Devriendt, Claire Dorchain, M. Gitsels, J. Gruwez, Guillaume Hodeige, Margot Knockaert, M. Lauwers, H. Levecque, Gusto Leys, Michael (der Fotograf) ), E. Meulders, F. Ollivier, J. Patfoort, E. Pauwels, Antoine Schyrgens und Gustaaf Sorel.

Zur Dekoration des - auffallend modern wirkenden - Ostendes Pavillons auf der "Exposition Internationale de L'Eau" 1939 in Lüttich Gefragt wurden unter anderem Jef De Brock und René Hansoul. Diese Ausstellung am Maasufer entstand anlässlich der Eröffnung des Albert-Kanal um zuzuhören. Die Ouvertüre war am 20. Mai 1939 und die Schließung war für November geplant. Die für Europa nach dem deutschen Überfall auf Polen große Kriegsgefahr und die unvorhergesehene Explosion einer als militärische Vorsichtsmaßnahme mit Sprengstoff bestückten Brücke zum Ausstellungsgelände zwangen diese jedoch am 2. September zur Schließung.

1949 entwarf De Brock zusammen mit Emile Bulcke die Parade "Die Musik im Wandel der Zeiten" anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Konservatoriums: Konzept, Kostüme und Wagen. Die Prozession ging am 15. August los. Sie wirkten auch bei der Parade von 1950, der "Blumenprozession", mit.

Ausstellungen

  • 1910, 4° Salon Cercle Artistique d'Ostende (Kursaal) : "Le vieux bachot", "Dernière lueur" (2 Pastelle)
  • 1911, Salon Cercle Artistique d'Ostende („Le Drift à Breedene“, „Vieilles maisons à Ostende“)
  • 1913, Salon Cercle Artistique d'Ostende („L'épave“, „Impressions de plage“, „Marine“, „Barque de pêche échouée“, „Sur un brise-lame“)
  • 1914, Salon Cercle Artistique d'Ostende
  • 1931, Ostende, Atelier (Gruppenausstellung "Marines")
  • 1933, Ostende, Kursaal
  • 1936, Ostende, Cercle Coecilia
  • 1936, Ostende, Schouwburg, Großer Weihnachtssalon (Gruppenausstellung)
  • 1950, Ostende, Casino Communal (mit Gustaaf Sorel, Maurice Boel und Bernard Van Humbeeck)

Kollektionen

  • Ostende, Mu.ZEE (ex send. M.S.K.O) (Hamiltonhoeve; Didaktische Tafeln über Fischereitechniken; Porträtserie von Postschiffen der Linie Ostende-Dover)
  • Ostende, Sammlung Kon. Ortsgeschichtlicher Kreis De Plate ("Fort Napoleon", "Oostende 1640")
  • Sammlung der Flämischen Gemeinschaft ("Alte Schleuse in Ostende"; Ankauf ab 1932 durch den belgischen Staat).