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Das Metzeler AG ist ein deutscher Reifenhersteller mit Sitz in München. Die Marke Metzeler ist bekannt für Motorradreifen und Matratzen.
Geschichte
1863-1900: die Anfänge
1863 gründete der Kaufmann Robert Friedrich Metzeler in München ein Handelsunternehmen für Gummiprodukte. Das Sortiment umfasste technische und chirurgische Artikel, Spielzeug, wasserdichte Kleidung, luft- und wasserdichte Utensilien. 1871 beschloss Metzeler, neben dem Handel, eine eigene Produktion von Gummiwaren zu starten und gründete seine erste Fabrik in der Münchner Schwanthalerstraße. 1874 wurde er „Königlich Bayerischer Hofmanufaktur für Gummi und Guttapercha. 1881 wurde das Unternehmen a company v.o.f., das Metzeler oHG. 1887 waren in der jetzigen Fabrik zu wenig Kapazitäten mehr vorhanden, und in der Westendstraße wurde eine neue Fabrik gebaut, heute die Gewerbehof Westend. Neue Verfahren zur Verarbeitung von Gummi wurden entwickelt.
Mit der Ankunft der Luftfahrt Für Metzeler entstand eine Neuentwicklung. Während die ersten Ballons noch aus Stoffstücken bestanden, innen und außen aus strapazierfähigem Papier oder Seide, entwickelte Metzeler ein luftundurchlässiges Gewebe aus Leinen, Musselinund vulkanisiertem Gummi. Auf der Weltausstellung von 1878 im Paris Metzeler war mit dem bisher größten Heißluftballon der Welt mit einem Durchmesser von 36 Metern vor Ort. Die Zuschauer konnten den Blick auf Paris auf 500 Metern Höhe genießen.
So begann die Erfolgsgeschichte von Metzeler in der Luft, entscheidend war jedoch der Einfluss der Entwicklung des Autos, die ohne die modernen Reifen undenkbar gewesen wäre. Metzeler hat sich deshalb aktiv an der Entwicklung von Fahrrad-, Motorrad- und Autoreifen beteiligt. 1892 haben die Schweizer Eidgenössisches Amt für geistiges Eigentum, das Patent CH4828 erteilt.
1901-1975: Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Am 7. Mai 1901 wandelte Robert Friedrich Metzeler seine Firma rückwirkend zum 1. Januar 1901 in eine Gesellschaft um NV und wurde Mitglied des Aufsichtsrats. Das Unternehmen hieß bis 10. März 1933 Metzeler AG & Co. 1933 änderte das Unternehmen seinen Namen in Metzeler Gummiwerke AG und ab 1965 wurde es Metzeler AG. 1933 wurden die ersten einsatztauglichen Reifen aus Buna-Synthesekautschuk hergestellt, ein Erfolg, der in Verbindung mit dem damals gewünschten Unabhängigkeitsbedürfnis stand. 1945 wurden zwei Drittel des Unternehmens durch den Krieg zerstört. Während der Restaurierung kamen neue Artikel wie technische Gummiartikel und Produkte für den schnell wachsenden Tourismusmarkt hinzu, um den Reifensektor zu ergänzen. Das Sortiment an Gummi- und Kunststoffprodukten wurde kontinuierlich erweitert, wie PVC-Bodenbeläge, Gummischläuche, Matratzen, Felgenbänder, Werkstattmaterialien, Polyesterartikel, Absätze für die Schuhindustrie, Tauchartikel, Bootsbau für Sport und Freizeit, Teller und Folien aus verschiedenen Kunststoffen, Kleber und Kleister und so weiter. Zusammen mit dem Reifensortiment für Motorräder, Pkw und Lkw entwickelte sich Metzeler in den Nachkriegsjahren zu einem weltweit agierenden Unternehmen.
1972 kam es zu einer Kapitalerhöhung von 75 auf 100 Millionen Deutsche Mark, die zusätzlichen 25 Millionen DM kamen vom Chemiekonzern Bayer AG. Bayer war nun mit 35 % an der Metzeler AG beteiligt.
1974-1987: Liquidation der Metzeler AG, der Sparte
1974 erwarb die Bayer AG überraschend drei Unternehmen von der Metzeler-Gruppe: Metzeler Kautschuk AG in München, Metzeler Schaum GmbH im Memmingen und Metzeler Isobau GmbH im Bad Wildungen und Mannheim. Dies führte zu einem großen Streit zwischen den Altaktionären Bayer AG und dem Bundeskartellamt, der 1975 endete Metzeler AG lösen. 1978 wurde es aus wirtschaftlichen Gründen umstrukturiert Metzeler Automotive Profilsysteme in Lindau. Die Reifenproduktion konzentrierte sich auf Motorradreifen und die Produktion von München nach Breuberg eingezogen im Odenwald. 1979 wurde die Produktion in München endgültig eingestellt, danach übernahm die Stadt München den Standort. 1986, Metzeler Kautschuk GmbH bis zum Pirelli Gruppe übernommen. Das Reifengeschäft wurde 1987 in der Metzeler Reifen GmbH befindet sich in München.
Metzeler Elefant
Ein Elefant taucht erstmals in der Metzeler-Geschichte 1906 auf der Internationalen Automobilausstellung in Berlin auf: Metzeler demonstriert dort die Qualität seiner Produkte mit Hilfe eines Elefanten, der erfolglos versucht, einen Reifen zu zertrampeln. Am 21. August 1951 wurde eine entsprechende Designmarke in das Markenregister des Deutschen Markenamtes eingetragen. Offenbar wird der Elefant mit der Robustheit und Qualität der Metzeler Produkte (insbesondere Reifen) in Verbindung gebracht. In den folgenden Jahren wurden zahlreiche kleine blaue Gummielefanten als Werbegeschenke an Kunden verteilt, zunächst hohle, später Vollgummifiguren. Heute ist der Metzeler Elefant eine Rarität Sammlerstück.
Metzeler heute
Die neu gegründeten Unternehmen der ehemaligen Metzeler AG haben sich über die Jahre erfolgreich entwickelt. Metzeler ist eine der führenden Marken in der Welt der Motorradreifen mit einem Marktanteil von über 30% in Deutschland. Leser der deutschen Zeitschrift Motorrad wählte Metzeler 2006 und 2008 als "Best Brand" im Reifensegment. Das Metzeler Schaum GmbH mit 500 Mitarbeitern gehört den Briten Vita-Gruppe im Manchester und ist der größte Schaumhersteller von Europa. Auch der Vita-Gruppe Inhaber des 1989 gegründeten Metzeler Plastics GmbH.
Das Metzeler Automotive Profilsysteme GmbH hat sich zum Marktführer im Bereich Karosseriedichtungen entwickelt. Nach mehreren Vorbesitzern seit März 2000 ist es privater AktienfondLebenslauf Hauptaktionär. 2007 wechselte sie erneut den Besitzer. Ein Mitbewerber, Cooper Standard Automotive, mit Sitz in den Vereinigten Staaten nahm die Metzeler Automotive Profilsysteme GmbH Über.
Auf dem westlichen Teil des ehemaligen Fabrikgeländes in München befindet sich die Wohnungsbaugenossenschaft München West eG etwa 100 Wohnungen. Im östlichen Teil wurde 1982 auf Beschluss des Stadtrates ein Industriekomplex errichtet, Gewerbehof Westend.