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Otto Pächt (Wien7. September1902 – ebenda, 17. April1988) war ein österreichischProfessor und Kunsthistoriker.
Biografie
Er war der Sohn des jüdischen Textilfabrikanten David Pächt, aus Bukowina aber leben in Wien und Josefine Freundlich, eine jüdische Wienerin. Er studierte an der Volksschule und bei der Städtisches Gymnasium im Hietzing und 1920 immatrikulierte er sich an der Universität Wien Kunstgeschichte bei Max Dvořák zu studieren.[1] Nächster Kunstgeschichte hat er studiert? Archäologie und Philosophie. Nach Dvořáks plötzlichem Tod im Jahr 1921 studierte er ein Semester in Berlin mit Adolph Goldschmidt. Karl Maria Swoboda, Dvořáks Assistent, bat bei dieser Gelegenheit Bruno Fürst, Pächt unter seine Fittiche zu nehmen. Daraus entwickelte sich eine lebenslange Freundschaft zwischen Pächt und Fürst.[2] Nach dem Semester in Berlin nahm er sein Studium in Wien bei Julius von Schlosser wieder auf. Über einige Kontakte mit Wilhelm Pinder in Leipzig danach absolvierte er dort seine Ausbildung. 1925 promovierte er mit einer Arbeit Das Verhältnis von Bild und Vorwurf in der Mittelalterlichen Entwicklung der Historiendarstellung unter der Leitung von Julius von Schlosser. Otto Pächt und Hans Sedlmayr waren prominente Mitglieder der Neue Wiener Schule für Kunstgeschichte und sie waren die Begründer des kunstwissenschaftlichen Strukturalismus.[3] 1929 veröffentlichte er sein erstes Buch: österreichische Tafelmalerei der Gotik. 1931 gründete er zusammen mit Sedlmayr die Zeitschrift Kunstwissenschaftliche Forschungen, dessen Herausgeber er war. Nur zwei Ausgaben erschienen, 1931 und 1933, das Jahr, in dem die Zeitschrift aus Geldmangel eingestellt wurde. Er hat auch dazu beigetragen, dass Kritische Botschaften der kunstgeschichtlichen Literatur die 1927 von seinem Berliner Freund Bruno Fürst gegründet wurde.[2]
Erster sein Habilitation geht er zum Universität Heidelberg in Deutschland mit August Grisebach. Dort hält er seine Diplomarbeit über den Maler Michael Pacher 1932 wurde er zum Privatlehrer. Wenn 1933 die 1933 NSDAP an die Macht kam, wurde ihm sein Hauslehrertitel entzogen und er kehrte nach Österreich zurück.[3]
Zurück in Wien trennt er sich von Hans Sedlmayr, der der NSDAP beigetreten war und sich anfreundet Robert Musil und Oskar Kokoschka. 1935 nahm er mit Musil an einem antifaschistischen Kongress teil. Pächt sorgte für die Veröffentlichung von Musils Werk Nachlass zu Lebzeiten 1935 und leistete zusammen mit Fürst und anderen ein kleines Stipendium, als Musil 1938 ohne Lebensunterhalt ausziehen musste Genf. Mit Musil blieb er bis zu seinem Tod 1942 in Kontakt.[4]
1935 stattete er England einen ersten Besuch ab und kehrte Ende 1936 zu einem zweiten Besuch zurück. Im März 1937 besuchte er in Dublin sein Freund George Furlong, Direktor der Nationalgalerie von Irland. Im Sommer 1937 macht er einen kurzen Besuch in Wien, lässt sich dann aber 1938 in London. In einem Brief vom 2. April 1938 berichtet er von der Verhaftung seines Vaters, der bis dahin für seinen Lebensunterhalt gesorgt hatte.[5]
Am 11. Januar 1940 heiratete er die Engländerin Jeanne Michalopoulo, die als Hilfsbibliothekarin an der Courtauld-Institut. Inzwischen hatte Pächt damit begonnen, die illuminierten Handschriften der Britisches Museum. Diese Sammlung wurde zu Beginn des Zweiten Weltkriegs verlegt, und es war wahrscheinlich Francis Wormald, den er im British Museum kennengelernt hatte, der es ihm ermöglichte, bei der Katalogisierung der illuminierten Handschriften der Bodleian-Bibliothek im Oxford. Anfang 1941 war er nach Oxford gezogen. Der Pächt hatte im Oktober 1942 einen Sohn Michael. Seine Frau half ihm bei der Arbeit im Bodleian.[6] In den Jahren 1966, 1970 und 1973 wurde jeweils der Katalog der europäischen außer italienischen, italienischen und englischen Handschriften veröffentlicht.
Ab 1945 ist er Dozent für Kunstgeschichte an der Oriel College in Oxford. Im Mai 1947 wurde er britischer Staatsbürger. 1952 veröffentlichte er eine Notiz zum Altarbild der Hochschule, die er dem Bernard van Orley. Dank seines Freundes Sir George Clark wurde er 1952 zum Senior ernannt Dozent zum Geschichtsschule und Leser 1962.[3][7]
Als Karl Maria Swoboda 1963 als Professor für Kunstgeschichte zurücktrat, wurde Pächt auf die Stelle berufen. Pächt, der sich in England wohl nie wirklich heimisch gefühlt hat, kehrt als Professor für Kunstgeschichte an die Wiener Universität nach Wien zurück. Ab 1969 leitete er die Manuskriptabteilung der österreichische Nationalbibliothek. Er wurde ernannt zu Emeritus 1972 an der Universität.[7]
1971 verlor er seine Frau an Krebs. Nach seiner Pensionierung 1972 wird er sich voll und ganz auf sein eigenes Studium konzentrieren
Arbeit
Pächt sprach nicht fließend Englisch und behandelte zunächst die Themen, die ihn interessierten. Er machte keine Zugeständnisse an den allgemeinen Geschmack oder die Forderung nach der Behandlung bekannter Werke. So waren die Seminare, die er in Oxford gab, nicht sehr erfolgreich. Außerdem waren in seinem Lehrstoff keine Prüfungen vorgesehen, was dazu führte, dass die Schüler in großer Zahl abbrachen. Das Publikum, das er anzog, bestand hauptsächlich aus Freunden, Experten und einigen Doktoranden. Als 1955 am Oriel College ein Lehrstuhl für Kunstgeschichte eingerichtet wurde, wurde dieser dem Edgar Wind der über die beliebten Künstler sprach und sehr erfolgreich wurde.[7] Dies soll unter anderem der Grund für seine Gastvorträge in den USA 1956-1957 und seine Rückkehr nach Österreich 1963 gewesen sein.
In Wien war die Situation ganz anders. Er nahm seine Arbeit als Professor sehr ernst und verbrachte viel Zeit mit der Vorbereitung seiner Vorlesungen. Die positiven Reaktionen stimulierten ihn sehr und seine Vorträge wurden legendär.[7]
Neben seiner Tätigkeit als Professor oder Dozent beschäftigte sich Pächt auch mit allgemeinen theoretischen Studien zur Methodik der Kunstgeschichte. Seine Methode, am deutlichsten beschrieben in seinem Methodisches zur Kunstgeschichtlichen Praxis, ausgewählte Schriften, eine Reflexion seiner Vorlesungen, beruhte auf dem Gestaltungsprinzip, das die Struktur des Kunstwerks und die gesellschaftliche Bedeutung enthüllte, die der Künstler ihm geben wollte. Diese Strukturen können sehr vielfältig sein und sowohl die Bildelemente als auch Figur-Grundideen-Beziehungen verwenden. Pächt stellte dieser Ansicht die Betonung gegenüber, die Kunsthistoriker in der Kunst des Mittelalters und der Renaissance auf die Ikonographie oder die Auftragsgeschichte legten. Pächts Ansatz eignete sich gut für den Umgang mit der Buchmalerei und der Malerei der nördlichen Renaissance. Er nutzte Riegls Idee, dass Stil relativ und von künstlerischer Absicht abhängig ist. Von Beginn seiner Karriere an war er vom Vorhandensein „nationaler Merkmale“ in den Kunstwerken überzeugt. Er verteidigte die Ansicht, dass der mittelalterlichen Kunst die Wahrhaftigkeit der Klassik oder der Renaissance fehlte, zumal sie eher Wunder Gottes als die reale Welt zeigen sollte. Er kämpfte sein ganzes Leben lang gegen die Hegemonie der ikonographischen Methode.[3] Seine Kommentare zu Frühe niederländische Malerei von Erwin Panofsky ist typisch dafür, aber trotz seiner Kritik an den Methoden von Panofsky pflegten sie weiterhin herzliche Beziehungen und Pächt trug zur Festschrift für Panofsky 1961.[7]
Daneben veröffentlichte Pächt eine Vielzahl detaillierter Studien zu einzelnen Werken und Studien zum Stil einzelner Künstler oder Künstlergruppen, die in der Buchmalerei tätig waren, sowie zu Malern des Spätmittelalters und der Frührenaissance. Dank seiner Arbeit an der Beschreibung der illuminierten Handschriften im British Museum und im Bodleian hatte er ein enormes Wissen und Know-how auf diesem Gebiet aufgebaut.
Veröffentlichungen
- Das Verhältnis von Bild und Vorwurf in der mittelalterlichen Entwicklung der Historiendarstellung, Phil. diss., (Dissertation), Wien, 1925.
- österreichische Tafelmalerei der Gotik. Augsburg, 1929.
- Gestaltungsprinzipien der westlichen Malerei des 15. Jahrunderts, (Habilitationsschrift), Heidelberg, 1932.
- Diese historische Aufgabe Michael Pachers. In: Kunstwissenschaftliche Forschungen, 1, Berlin 1931, p. 95 - 132.
- Ein Stundenbuch von Jean Fouquet. In: The Bodleian Library Record, 1, Oxford 1941, p. 245-247.
- Der Meister der Maria von Burgund, London 1948.
- Frühe italienische Naturstudien und die frühe Kalenderlandschaft. In: Journal of the Warburg and Courtauld Institute, 13, London 1950, p. 13-47.
- Das Diptychon von Avignon und seine östlichen Vorfahren. In: De atticus opuscula XL. Essays zu Ehren von Erwin Panofsky, Hrsg. M. Meiss, New York, 1961, S. 117. 402-421.
- Die Gotik der Zeit um 1400 als Gesamteuropäische Kunstsprache, in: Ausstellung. Katze. Europäische Kunst um 1400, Wien 1962.
- "Panofskys 'Frühniederländische Malerei'", Burlington-Magazin 98 (1956), Teil I (April): 110-116, Teil II (August): 267-79.
- "Alois Riegla", Burlington-Magazin 105 (Mai 1963): 188-93.
- Methodisches zur Kunstgeschichtlichen Praxis, ausgewählte Schriften, München: Prestel, 1977. * Van Eyck: Die Begründer der Alt-Niederländischen Malerei. München: 1989.
- Buchmalerei im Mittelalter. Eine Einleitung. London: Harvey Miller Verlag, 1994.
- Frühe niederländische Malerei. Von Rogier van der Weyden bis Gerard David, Hrsg. von Monika Rosenauer, London: Harvey Miller Publishers, 1997.
- Venezianische Malerei im fünfzehnten Jahrhundert. Von Mantegna nach Bellini. London: Harvey Miller Verlag, 2003.
Auszeichnungen
- 1956: Mitglied der British Academy of Sciences
- 1967: Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- 1976: Wilhelm-Hartel-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- 1971: Ehrendoktor an der Universität Oxford
- 1981: Goldene Ehrenmedaille der Stadt Wien
- 1982: Officier de l'Ordre National de Mérite de la République Française
- 1984 : Commandeur de l'Ordre des Arts et des Lettres
- 1985: österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
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