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Teldec
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Das Teldec Schallplatten GmbH war eine Tochtergesellschaft der AEGKonzern und zählte jahrzehntelang zu den größten und traditionsreichsten deutschen Tonträgerherstellern.

Frühe Jahre

In den frühen 1920er Jahren wurde die Telefunken Die Gesellschaft für drahtlose Telegraphie m.b.H war federführend beim Bau des ersten deutschen Funksenders und begann mit der Herstellung von Funkgeräten für den Endverbraucher. 1930 präsentierte das Unternehmen unter dem Namen Arcofar das erste Kombigerät mit Funkempfänger und elektrischem Plattenspieler. In Verbindung mit den Marktchancen dieser neuen Technologie wuchs das Bedürfnis von Telefunken nach einem Einstieg in die Schallplattenbranche.

Die Gelegenheit ergab sich, als Anfang 1932 nach knapp dreijähriger Frist die deutsche Ultraphon AG, ein mittelständisches Plattenlabel, verschuldete sich und suchte einen Käufer. Die AEG und Siemens & Halske als Telefunken-Mutterkonzerne im März 1932 die deutsche Ultraphon übernahmen und die als solche erworbene Schallplattenproduktion bei Telefunken organisatorisch installierte. Im Juli 1932 gründete Telefunken die Telefunkenplatte GmbH als Tochterunternehmen. Die Missbräuche, die zum Konkurs von Ultraphon geführt hatten, wurden im Zuge einer Reorganisation aufgeklärt. Der künstlerische Leiter Herbert Grenzebach blieb dem Unternehmen treu. Sein Vertrag wurde übernommen. Grenzebach war auch gelernter Techniker. Seine Entwicklungsarbeit im Bereich der Aufnahmetechnik wurde von Telefunken unterstützt. Die vielen prominenten Künstler, die bei Ultraphon unter Vertrag standen, setzten ihre Aktivitäten bei Telefunken weitgehend fort. In einer Zeit, die für viele kleine und mittelständische Plattenlabels den wirtschaftlichen Ruin bedeutete, entwickelte sich Telefunken in erstaunlicher Geschwindigkeit zu einer der drei führenden Musikgruppen. Die hohe technische und künstlerische Qualität der Schallplatten brachte dem Label einen treuen Kundenstamm ein.

Weitere Entwicklung

Die politische Entwicklung wurde 1933 durch die Aufnahme mehrerer Propagandatitel bezeugt. Unter dem Motto Deutsche Musik, die neue Staatshymne, die Horst Wessellied, sowie Marschlieder aus der Kampfzeit der Bewegung auf der Schallplatte. Wirtschaftliche Aspekte waren 1934 das Ergebnis der Einführung der Telefunken Musikus-Reihe, die mit 1,60 Reichsmark sehr günstig war. In dieser Reihe wurde beliebtes Swing-Repertoire veröffentlicht. Damit akzeptierte das Unternehmen als einziges deutsches Plattenlabel die in den 1930er Jahren gleichzeitig in den USA verbreitete Werbeidee, Schallplatten aus einer braunen statt einer schwarzen Pressemasse zu produzieren. Bei diesen Produkten handelte es sich um normale Schellackplatten und nicht um Presslinge aus Ersatzstoffen. Dieses bis 1938 verwendete Material war billiger, aber von etwas schlechterer Qualität als die Standard-Schallplattenausgaben, die bis 1943 für Beträge ab zwei Reichsmark unter dem Label Telefunken – Die Deutsche Weltmarke vermarktet wurden. Trotzdem wurde die Musikus-Reihe bereits 1939 eingestellt.

Da Telefunken nicht über entsprechende Kapazitäten verfügte, wurde ein erheblicher Teil der Telefunken-Platten als Lohnpressungen bei den Deutsche Grammophon im Hannover, mit denen Telefunken entsprechende Vereinbarungen getroffen hatte. Trotz mehrerer ähnlicher Versuche scheiterte Mitte der 1930er Jahre der Versuch, die beiden Konzerne zusammenzuführen.

Telefunken produziert in der Zeit des NSRegel im Rahmen der Möglichkeiten ein relativ liberales Unterhaltungsmusikprogramm. Mit Heinz Wehner und seinem Telefunken Swing Orchester leistete das Unternehmen eine Swing-Band mit amerikanischem Charakter. Von 1936 bis 1939 hatten sie die schweizerisch Swingmusiker Teddy Stauffer und sind Original Teddys unter Vertrag. Aufgrund des Austauschs von Formen mit dem französischen und tschechischen Label Ultraphon wurden Titel von Jazzgrößen wie Django Reinhardt, Jaroslav Ježek, Kamil Běhounek, Fud Candrix, Stan Brenders und Eddie-Turm in Deutschland veröffentlicht.

Der Ausbruch des Zweiter Weltkrieg brachte das Unternehmen anschließend in eine unerwartet günstige Position, da die Ultraphon-Standorte in Paris und Prag wurden unter der deutschen Besatzung nach Telefunken verlegt. Dadurch verfügte das Unternehmen über Druckmaschinen, die praktisch vor Bombenangriffen sicher und nicht von der Rohstoffversorgung abgeschnitten waren, was ein großer Vorteil gegenüber den anderen deutschen Plattenlabels war, denn ein erheblicher Teil der Telefunken-Platten für den deutschen Markt war jetzt Protektorat Böhmen und Mähren gepresst und die Produktion konnte fortgesetzt werden, da sich der Luftkrieg während des Zweiten Weltkriegs verschärfte. Im September 1944 lieferte die Prager Firma eine monatliche Produktion von 53.000 Tonträgern. Kurz vor Kriegsende gelang es dem Telefunken-Firmenleiter, die Druckformen aus Prag zu beschaffen und Berlin in einem Minenschacht bei Dresden wo sie den Zusammenbruch des Regimes sicher überlebten.

Strukturelle Veränderungen nach 1945

Wenige Monate nach Kriegsende wurden die Formen auf Initiative von Grenzebach zurück nach Berlin transportiert, wo Telefunken in einem mit Pressen ausgestatteten AEG-Werk untergebracht wurde Hennigsdorf Die Plattenproduktion wurde wieder aufgenommen. In der Folge wurden mit Genehmigung der Alliierten nur noch Neuausgaben von Vorkriegstiteln produziert, die Aufnahmeaktivitäten wurden jedoch erst im Juni 1947 wieder aufgenommen.

1948 eröffnete die Telefunken Schallplatten GmbH in nortorf eine Plattenfirma in einer ehemaligen Lederfabrik, die mit einer ehemaligen Lederpresse Tonträger herstellte. Mitte der 1960er Jahre beschäftigte das Unternehmen rund 1.000 Mitarbeiter. Unter anderem waren goldene Schallplatten Peter Maffay (So ​​bist du, 1979) und Elvis Presley (Presly, 1958) hergestellt. Bis zur Auflösung 1989 hatte das Unternehmen rund 850 Millionen Tonträger gepresst. Im selben Jahr wurde in Nortorf ein Schallplattenmuseum eingerichtet. Es gibt rund 32.000 Schallplatten und diverse Abspielgeräte zu bestaunen.

Telefunken beschränkte sich bei der Vermarktung der Platten nicht auf die Westzonen. Bis etwa 1949 lieferte es ein eigenes Netz Erfurt Druck auf die sowjetische Besatzungszone. 1948 gelang es Telefunken, einen Formentauschvertrag mit dem US-amerikanischen Label abzuschließen Capitol Records. 1950 vereinbarte das Unternehmen eine intensive Zusammenarbeit mit dem britischen Traditionsunternehmen Decca-Rekorde. Telefunken verbot die Schallplattenproduktion aus dem eigenen Firmenverbund und platzierte sie in der neu gegründeten TELDEC Telefunken-Decca Schallplatten GmbH mit Sitz in Hamburg. Die fragliche britische Decca hatte eine Tochtergesellschaft in der Schweiz, die ihrerseits mehrere Schlagerstars unter Vertrag hatte, darunter Hans Albers, Vico Torrianic und Lys Assia. Die entsprechenden Aufnahmen kamen zur Veröffentlichung in Deutschland bei Telefunken Records und bescherten dem Unternehmen ein rasantes Wachstum. Bereits 1950 erreichte die Schallplattenproduktion das Niveau von 1935. Telefunken belegte beim Verkauf von Tonträgern den zweiten Platz auf dem deutschen Markt. Polydor-Deutsche Grammophon. 1951 bestätigte Teldec Telefunken zusätzlich das Label Decca als zweites deutsches Warenzeichen, ohne dass es eine eindeutige relevante Abgrenzung gegeben hätte. Interessant ist Telefunkens umfangreiche Auftragsproduktion von Werbeschildern und anderen Pressungen unter ausländischen Labels. Unter dem Seriennamen Wort und Stimme unterhielten sie zudem ein umfangreiches Vortragsprogramm. 1953 war Teldec das erste Unternehmen in Deutschland, das Vinylsingles mit 45 U/min auf den Markt brachte.

Klassisch

Zahlreiche klassische Aufnahmen mit Deutsch (Bamberger Symphonie, Berliner Symphoniker, Berliner Philharmoniker, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg) und internationalen Orchestern (Orchester Symphonique de la Radiodiffusion Nationale Belge). Vor allem die Dirigenten Joseph Keilberth, Artur Rother und Franz André zählten zu den Vertragsdirigenten. Die amerikanische Geigerin Joan Field spielte die großen Violinkonzerte von . für Telefunken bruch, Dvořák, Mendelssohn, Mozart und Spohr. Ein Schwerpunkt im Klassik-Katalog von Teldec besetzte den Teil des Alte Musik, die ab 1958 unter dem eigenen Sublabel Das Alte Werk angeboten wurden. Ab 1964 entstanden die ersten Aufnahmen mit dem Dirigenten Nikolaus Harnoncourt, die mit dem Concentus Musiker Wien und später mit anderen Orchestern zu einem der nachdrücklichen Interpreten des Labels. Eines der größten Projekte in diesem Bereich war die mehrfach mit Rekordpreisen ausgezeichnete erste Gesamteinspielung der Kantaten von Johann Sebastian Bach, die von 1970 bis 1989 gemeinsam vom Concentus Musicus Wien unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt und dem Leonhardt-Consort unter der Leitung von Gustav Leonhardt zusammen mit verschiedenen Solisten und Chören gespielt. In der Reihe Das Alte Werk erschienen mehrere Opern, darunter erste Anspielungen auf die rekonstruierten Montagen von Monteverdi's Opern L'Orfeo, Il Ritorno d'Ulisse in Patria und L'Incoronazione di Poppea mit dem Concentus Musicus unter der Leitung von Harnoncourt. Die Aufführungen des Zürcher Monteverdi- und Mozart-Zyklus unter Leitung von Harnoncourt sind bei Teldec erschienen.

Ein Projekt aus den 1980er Jahren war die erste Vorahnung der Montagen der Sinfonien von Anton Bruckner mit dem RSO-Orchester Frankfurt dirigiert von Eliahu Inbal als Koproduktion mit dem HR.

Entwicklung in Deutschland

Teldec existierte jahrzehntelang als eigenständiger Konzern. 1983 zogen sich die Mutterkonzerne Telefunken und Decca-GB aus Teldec zurück. Seit 1987 gehört das Unternehmen zum Medienimperium der ZeitwarnerGruppe, die noch vereinzelt die Handelsnamen Teldec und Telefunken für CD-Produktionen verwendet. 1990 wurde Teldec in den Katalog von East West Records aufgenommen, der bis zu diesem Zeitpunkt von Time-Warner übernommen wurde. Die CD- und MC-Presse in Nortolf sollte 1997 von Time-Warner geschlossen werden. Im Rahmen von a Management-Buyout die bis dahin tätigen Geschäftsführer führten die CD-Pressarbeiten unter dem Firmennamen OK Media weiter. Seit 2001 werden dort DVDs produziert und seit 2005 Speicherkarten geschrieben, bis das Unternehmen Anfang 2009 am Standort Nortolf Insolvenz anmeldete und die alleinige Geschäftsführung und später die Logistik dem ursprünglichen Standort überließ. Danach wurden diese Abschnitte verschoben nach Hohenwestedt. An der ursprünglichen Stelle befindet sich heute ein Einkaufszentrum. Nur das ehemalige Verwaltungsgebäude mit der berühmten Schallplattenuhr erinnert noch an seine frühere Nutzung.

Bekannte Künstler

DeccaTelefunkenSchwimmbad
Die Rolling Stones (Ich kann keine Befriedigung bekommen)Udo Lindenberg (Alles klar von Andrea Doria)Karat (Über sieben Brücken musst du gehn)
Silvio Francesco (Hallo Mary Lou)Michael Holm (Alle Wünsche kann man nicht erfüllen)Puhdys (Alt wie ein Baum)
Hildegard Knef (Eins und eins das Power Zwei)Gitta Lindo (Fahre mit mir in die Ferne)Stadt (bin Fenster)
Billy Moc (Ich kauf' mir lieber einen Tirolerhut)Ronny (Oh mein Liebling Caroline)Ted Herold (Rockabilly-Willy)
Vico Torrianic (Kalkutta liegt am Ganges)Manuela (Schuld war nur der Bossa Nova)Drafi Deutscher (Marmor, Stein und Eisenbricht)
Caterina Valentina (Rosen seit faul)Ernst Mosch ("Der König der Blasmusik")Detlef Engel (Herr Blau)
Zehn Jahre nach (Ich gehe nach Hause)
Gerd Bottcher (Fur Gabi tu ich alles)
Patsy Cline (verrückt)