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Weense Aktionisme

Es Wiener Aktionismus war eine radikale und umstrittene Bewegung in der modernen Kunst, deren Hauptvertreter vertreten waren Günter Brus (1938), Otto Mühl (1925 - 2013), Hermann Nitsch (1938) und Rudolf Schwarzkogler (1940 - 1969), die zwischen 1960 und 1971 ihren Höhepunkt erreichte. Ihre weitreichende und kompromisslose Antiästhetik richtete sich insbesondere gegen autoritär und lebensfeindliche Tendenzen in der westlichen Welt Kultur sowie andere zu modern Konsumenten Gesellschaft damit verbundene Exzesse.

Allgemeines

Der Wiener Aktionismus war keine Künstlergruppe, sondern eher ein Sammelbegriff für eine Reihe von Künstlern, die gleichzeitig und am selben Ort nach den gleichen Ideen arbeiteten. Malcolm Grün zitiert Hermann Nitschs: "Der Wiener Aktionismus war nie eine Gruppe. Eine Reihe von Künstlern reagierten auf bestimmte Situationen, denen sie alle in einem bestimmten Zeitraum begegneten, mit ähnlichen Mitteln und Ergebnissen."

Tabus zu brechen ist eines der wichtigsten Elemente und das beginnt beim Bemalen und Beschmieren des eigenen Körpers und geht bis hin zu extremen Formen der Selbstverstümmelung von Günter Brus.

Ursprung

Lange bevor Performancekunst gesucht wurde Antonin Artaud (1896 - 1948) kehrten bereits zum Mysterienspiel zurück, um die Urängste und Instinkte des Menschen sichtbar zu machen. Sein Manifest „Le théâtre et son double“ von 1938 hatte großen Einfluss auf das Avantgarde-Theater nach dem Zweiten Weltkrieg. Zweifellos hat er auch die Entwicklung des Wiener Aktionismus beeinflusst. Der Wiener Aktionismus entstand in den 1960er Jahren aus der GeschehnisseInspiriert wurden die österreichischen Künstler jedoch von Ideen aus Georges Bataille, Marquis de Sade und Friedrich Nietzsche was den Aufführungen und anderen Werken einen meist skurrilen oder düsteren Charakter verlieh.

Unter den Künstlern gab es Verwandtschaften mit Malern wie Arnulf Rainer und Adolf Frohner, Maler mit einem starken Hang zum Abstrakten. Rainer: "Malerei um Malerei zu verlassen". Die Wiener Aktionisten suchten nach ähnlichen Grenzen der Malerei. Nitsch zum Beispiel arbeitete 1962 an einer Serie von Gemälden, in denen er die Farbe mit einem Schwamm oben auf die Leinwand auftrug oder aus einem Eimer auf die horizontale Leinwand laufen ließ.

1963 machten Nitsch und Muehl gemeinsam mit Adolf Frohner den ersten Schritt zur Aufführung. Das Trio ließ sich für drei Tage in Muehls Kelleratelier einsperren und arbeitete gemeinsam an einem Gemälde. Dann wird Nitsch, in ein weißes Hemd gekleidet und an ein Kreuz gebunden, von Muehl mit Blut bespritzt.
Dieses „Fest des psychophysischen Naturalismus“ gilt als erste öffentliche Aufführung des Wiener Aktionismus und wurde von der Polizei sofort vorzeitig abgebrochen.

Gradient

Brus und Schwarzkogler begannen 1965 mit Performances, diese fanden oft ohne Publikum statt und die Fotografie wurde für sie zu einem ihrer wichtigsten Mittel.

Nitsch und Muehl suchten nach alternativen Verkörperungen, in denen die Fotografie einen wichtigen Platz einnahm. Die Aufführungen bleiben jedoch die wichtigste Ausdrucksform des Wiener Aktionismus. 1966 werden die Wiener Aktionisten zum "Zerstörung im Kunstsymposiumin London und erhielt internationale Aufmerksamkeit innerhalb der Fluss- und Happening-Bewegung. Diese internationale Aufmerksamkeit führte zu mehr gesellschaftskritischen Elementen in den Performances der Wiener Aktionisten, die 1968 in "Kunst und Revolution" an der Wiener Universität gipfelten. Diese Leistung löste einen allgemeinen Aufschrei und zahlreiche Prozesse und Verurteilungen aus.

Brus und Muehl verabschieden sich Ende der 1960er Jahre von den aktionistischen Formen (Schwarzkogler ist inzwischen verstorben). Nur Nitsch erweitert seine von Symbolik geprägten Aufführungen konsequent zum fast dramaturgisch angelegten "Orgien- und Mysterientheater".

Die Gruppe stammt aus dem Wiener Aktionismus“Aktions Analytische Organisation"(AAO) fährt fort.

Eigenschaften

Die Wiener Aktionisten lehnten das Beschönigen der Schattenseiten der Gesellschaft im Allgemeinen und des Privatlebens im Besonderen komplett ab und entwickelten neue Rituale zum Umgang mit Traumata und psychischen Spannungen. Auf sehr konfrontative Weise, von der Schlachtung der Tiere bis hin zur Selbstverstümmelung, wurde der Zuschauer, der oft auch mitwirkte, mit allen Sinnen in ein Gesamterlebnis mitgenommen.

Um den Wiener Aktionismus richtig zu verstehen, ist es wichtig, ihn im extrem Konservativen zu sehen soziales Umfeld in dem es entstanden ist.

Das große Interesse an dieser Aktionsform ist auf den Einsatz neuer Medien wie Film und Fotografie, aber nicht zuletzt auf die offene, visuelle und extreme Herangehensweise zurückzuführen.

Literatur

  • Weibel, Peter und Export, Valie (Hrsg.): Wien: Bildkompendium Wiener Aktionismus und Film. Kohlkunstverlag, Frankfurt am Main 1970.
  • Malcolm Grün: Brus Mühl Nitsch Schwarzkogler. Schriften der Wiener Aktionisten. Atlas-Presse, London 1999.
  • Nitsch, Hermann: Orgien Mysterien Theater – Orgien Mysterien Theater. Marz-Verlag, Darmstadt 1969.
  • Otto Mühl: Abseits vom Sumpf. AA Verlag, Nürnberg 1977. (Autobiographie)
  • Brucher, Rosemarie: Durch seine Wunden sind wir geheilt: Selbstverletzung als neue Handlung in der Aktionskunst von Günter Brus. Locker Verlag, Wien 2008.
  • Thomas Dreher: Performancekunst nach 1945. Aktionstheater und Intermedia. München, Wilhelm Fink 2001, Kapitel 2.5, Wiener Aktionismus, p. 163-298 (online).

Externe Links