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Das Wiener Gruppe ist eine Gruppe österreichischer Schriftsteller, die zwischen 1954 und 1964 die Literatur radikal erneuern wollten. Die Gruppe entstand, als mehrere Schriftsteller, die zusammen mit Musikern und Künstlern Teil des Art-Clubs in Wien waren, sich auf die Produktion und Aufführung literarischer Werke konzentrierten. Die Mitglieder waren H. C. Artmann (1921-2000) (nur bis 1958), Gerhard Ruhm (1930), Konrad Bayer (1932-1964), Friedrich Achleitner (1930) und Oswald Wiener (1935).
Die Schriftsteller entdeckten das Werk der historischen Avantgarde (wieder), abgelöst von der NS-Zeit (Expressionismus, Dadaismus, Surrealismus), von barocke dichter und Figuren wie D.A.F. de Sade, Max Stirner, Lautreamont und der damals noch wenig bekannte Philosoph Ludwig Wittgenstein.
Sie versuchten, die Literatur auf das Niveau der progressiven Kunst des 20. Jahrhunderts zu bringen. Die Wiener Tradition der erkenntnistheoretischen und sprachlichen Skepsis führte dazu, dass Äußerungen mit großer Freiheit behandelt wurden. Für sie ging es beim Schreiben von Literatur nicht primär darum, persönliche Gedanken und Gefühle auszudrücken, sondern der Versuch, durch neue literarische Formen die ausgetretenen Pfade des Bewusstseins zu verlassen. Dazu haben sie geschrieben Beton und visuelle Poesie, Laut- und Mundartgedichte, Montagetexte und ungewöhnliche Theaterstücke. Im Kollektiv entstand in unterschiedlichen Konstellationen einiges an Arbeit.
1958 und 1959 traten sie in Wien mit ihrem „literarischen Kabarett“ auf, ein Schlagwort, hinter dem sich die ersten Happenings in Europa verbargen. 1964, als die Gruppe eigentlich für einige Jahre auseinander gefallen war, führten sie zum letzten Mal gemeinsam ihre „Kinderoper“ auf, ein Stück, in dem sie sich selbst spielen, in der Annahme, dass Erwachsene hier wie Kinder sprechen und sich benehmen.
Nach dem Tod von Konrad Bayer (1964) publizieren die Mitglieder der Wiener Gruppe weiterhin getrennt, oft ebenso radikal wie zuvor, und fächern sich auf verschiedene andere Disziplinen auf: Rühm im Grenzbereich zu Musik und bildender Kunst, Achleitner als Architekturkritiker und Historiker, Wiener als anarchistischer Philosoph und Bewusstseinswissenschaftler. 1997 war der Österreich-Pavillon auf der Biennale Venedig Venice ganz der Arbeit der Wiener Gruppe gewidmet.
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