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Ina Lohr
Ina Lohr
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Allgemeine Information
Vollständiger NameIna Lohr
Geboren1. August1903
GeburtsortAmsterdam
Verstorben8. Oktober1983
Ort des TodesBasel
LandFlagge der Niederlande Die Niederlande
Arbeit
BerufGeiger, Musikpädagoge, Komponist und Musikwissenschaftler
Instrumente)Violine
Portal  Portalsymbol  Musik

Ina Lohr (Amsterdam, 1. August1903Basel, 8. Oktober1983) war ein niederländischer Geiger, Musikpädagoge, Komponist und Musikwissenschaftler. Sie ist die meiste Zeit ihres Lebens in Schweiz arbeitete, pflegte aber vor allem nach 1945 intensive Verbindungen zur niederländischen (Kirchen- und Haus-)Musikpraxis.

Biografie

Studie

In eine musikalische Familie hineingeboren, studierte sie Violine an der 1920er Jahre gerade gegründet Musiklyzeum in Amsterdam, Biene Ferdinand Helman. Ihre schwache Gesundheit, die nur zwei Stunden am Tag zu studieren erlaubte, hinderte sie nicht daran, ihr starkes Talent für Theorie, Komposition und Musikgeschichte zu entwickeln, unterstützt von ihren Lehrern. Anthony van der Horst, Herman Rutters, Eugene Calkoen und Hubert Cuypers. Sie setzte ihr Studium in Basel fort, wo sie weiter lebte und arbeitete.

Wirksamkeit

Seit 1931 ist sie als Assistentin des Dirigenten dem Basler Kammerchor en -orchester verbunden Paul Sacher. 1933 gründete sie mit ihm und einigen anderen die bald berühmte Schola Cantorum Basiliensis (Lehr- und Forschungsinstitut für alte Musik). Sie ist seit langem als vielseitige Lehrerin tätig und hat durch ihre historisch orientierte Forschung und theoretische Ausbildung vielen Schülern neue Wege für die Musikpraxis aufgezeigt. An der Universität Basel führte sie Theologiestudenten in Text und Melodie der Kirchenlied; an der Schola leitete sie ihr eigenes Ensemble Kirchenmusik. 1956 erhielt sie die Ehrendoktorwürde in Theologie der Universität Basel.

Hauptarbeit

1943 und 1948 erschienen bereits zwei Ausgaben ihres Hauptwerks „Solmisation und Kirchentonart“ (Hug & Co., Basel); weitere Auflagen erschienen 1960 und 1981. Ihre ehemalige Schülerin kümmerte sich um die letzte Auflage Jan Böke und Henk van Benthem 1983 eine niederländische Adaption (Den Haag, Stiftung Kirchengesangszentrum), die ihr noch kurz vor ihrem Tod in Basel angeboten werden konnte. Im Jahr 2005 Henk Waardenburg, eine ihrer vielen anderen niederländischen ehemaligen Schülerinen, lieferte eine Adaption für dasselbe Zentrum, die mehr auf die niederländische Praxis ausgerichtet war („Mi-Fa est tota musica. Solmisatie en kerkkeys“).

Einfluss und Kontakte

Lohr war nach dem Krieg in bestimmten niederländischen Musikkreisen kein Unbekannter mehr. Sie pflegt intensiven Kontakt mit der niederländischen Musikpraxis; sie waren hauptsächlich durch die Stiftung für (evangelischen) Kirchengesang aber auch durch die Verein für Hausmusik und ihre persönlichen, freundschaftlichen Beziehungen, etwa zu ihren ehemaligen Schülern Jan Böke und Wil Waardenburg und mit dem Musikpädagogen von Amersfoort Renske Nieweg.

Ab 1946 kam sie fast jedes Jahr in die Niederlande, um Kurse zu geben, was zu verschiedenen Veröffentlichungen führte. 1946 besuchte der junge Kantor-Organist Jan D. Boeke einen Vortrag von ihr in Haarlem war so beeindruckt, dass er sie einlud, bei ihm zu Hause vor einigen jungen Kollegen zu sprechen; 1947 reiste Boeke selbst für ein Jahr nach Basel, wie sein Kommilitone Gustav Leonhardt an der Schola zu studieren. Ein Beispiel, dem viele aus den Niederlanden gefolgt sind. Die Gründung durch Jan Boeke der Zentrum für Evangelischen Kirchengesang 1950 kann durchaus als teilweise von ihr inspiriert angesehen werden.

Ihre Bedeutung

In dem oben erwähnten Standardwerk von 1943 ging Lohr auf die didaktische und musiktheoretische Methode des Benediktinermönchs zurück. Guido von Arezzo (ca. 995 in der Nähe Paris - Avellano 1050). Seine Lehren von Hexachorde da sich die strukturellen Grundprinzipien der damaligen (einstimmigen) Vokalmusik als Augenöffner für die Analyse und Aufführungspraxis westeuropäischer Musik bis einschließlich erwiesen haben Bach. Dies liegt daran, dass die Töne innerhalb ihres melodischen Kontexts je nach ihrer Beziehung zu den in dieser Melodie vorkommenden Halbtonintervallen (mi-fa) unterschiedliche Funktionen haben und daher für die Aufführungspraxis relevant sind.

Arbeiten

  • Die Lieder der Reformatoren und ihre Bedeutung für unsere Zeit (Vortrag während der Tagung des Vereins für evangelische Kirchenmusik, 6. Juli 1946, Haarlem [Aufdruck fehlt])
  • Geste und Taste (Einführung in Utrecht 5. März 1960, Stiftung Zentrum für Evangelischen Kirchengesang; Schablone)
  • Was kann „Alte Musik“ für uns bedeuten? (Einleitung 7.-8. September 1963 Oolgaardthuis, Arnheim. - Schablonen-Edition des Zentrums für Evangelische Kirchenmusik Stiftung [sic] und der Verein für Hausmusik)
  • Rhythmus als Voraussetzung für das Musizieren (Einführung an den Wochenenden des 3. April und 10. Oktober 1964 in 's-Graveland, Land en Bosch, Leitung Dr. Ina Lohr. - Schablonenausgabe der Stiftung Evangelischen Kirchengesang und des Vereins für Hausmusik)
  • Sprechen lauschen singt: 120 Kinderlieder mit Melodien die der Sprache abgelauscht sind; ein Weg in das wiederentdeckte Reich der Vokaltonarten [...] (Verlag Hug & Co., Basel o. J. [1969])
  • Solmisation in der Erziehung von Kindern (Schablonenausgabe mit Fotokopien, o. J., o. J.)
  • Die Sprachmelodik und Zahlensymbolik des Salve Regina as Antiphon (11. Jahrhundert) und als Meistergesanges der Reformationszeit (16. Jahrhundert) (S. 125-144 in: Alte Musik, Praxis und Reflexion. Sonderband der Reihe 'Basler Jahrbuch für Historische Musikpraxis' zum 50. Jubiläum der Schola Cantorum Basiliensis herausg. von Peter Reidemeister und Veronika Gutmann. - Amadeus z.j. [1983?])

Literatur

  • Jed Wentz: "Ina Lohr: An den Wurzeln der Alten-Musik-Bewegung" (in: Zeitschrift für Alte Musik 4/2014, S. 50 bis 53; Interview mit Anne Smith von der Schola Cantorum Basiliensis, die an einer Lohr-Biografie arbeitet.)

Externe Links