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Jan Schoonhoven
Für Schoonhovens Enkel (1975) siehe Jan Schoonhoven jr.
Jan Schoonhoven
Jan Schoonhoven in Delft (1969), gesehen von Lothar Wolleh
persönliche Daten
GeborenDelft, 26. Juni1914
VerstorbenDelft, 31. Juli1994
Beruf(e)Grafiker, Maler
RKD-Profil
Portal  Portalsymbol  Kunstkultur
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Linderung, Max Havelaarweg in Rotterdam-Hoogvliet

Johannes Jacobus (Jan J.) Schoonhoven (Delft, 26. Juni1914 - Dort, 31. Juli1994) war ein Niederländisch visuell Künstler. Er war Teil der Niederländische Nullbewegung.

Training und Start

Der junge Schoonhoven besuchte das MULO in Delft; er zeichnete schon viel und mit 13 wurde er von einem einheimischen Maler unterrichtet. Er fertigte bereits eine Reihe von Karikaturen an, die er für jeweils einen Cent verkaufte.[1] Von 1930 bis 1934 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste im Den Haag. Es war eine Zeit der Krise und er konnte keine Arbeit finden. Seine Eltern wollten, dass er diese Ausbildung zum Kunstlehrer macht und so ein festes Einkommen erwirtschaftet. Schon während seiner Studienzeit begann Schoonhoven, für sich selbst im deutschen Stil zu malen Expressionismus. Die Arbeit von Paul Klee inspirierte ihn; ebenfalls George Grosz und Otto Dix er hat es wirklich geschätzt.[2]

Seine erste (Gruppen-)Ausstellung hatte er bereits 1938 bei Die Unabhängigen in Amsterdam. In den Kriegsjahren bis 1945 arbeitete er kaum als Angestellter; 1941 hielt er sich für kurze Zeit im Lager Amersfoort auf. Bis 1948 machte er nach seinen eigenen Worten viel Arbeit in einem Paul KleeStil, mit dem er bewusst aufgehört hat. Seine Werke wurden in diesen Jahren mehrfach im Der Haager Kunstkreis dessen Mitglied er war. Einen Großteil dieses Frühwerks zerstörte er kurz darauf.[1]

Leben und Arbeiten

Schoonhoven arbeitete von 1946 bis zu seiner Pensionierung 1979 in der Zentralbauabteilung des (damals staatseigenen Unternehmens) PTT. Seine Artistik fand daher in den Abendstunden und an den freien Wochenenden statt.

Um 1956-57 begann er mit seinem allerersten monochromen Weiß Erleichterungen zu machen, nicht mehr in Farbe sondern in Pappmache, um in seinem Werk einen greifbaren Auftritt zu bekommen. Die Betonung des Materials war bereits in der künstlerischen Luft greifbar, was er damals unter anderem in den pastosen abstrakten Gemälden von Bram Bogartdas hat ihn inspiriert.[1] Als Material für seine Kunstwerke verwendete Schoonhoven fortan Wellpappe, Pappmaché und viele Toilettenpapierrollen. Sie wurden auf einem Sperrholzsubstrat montiert. Die Darstellungen in diesen ersten Reliefs entstanden nach geometrisch Prinzipien. Außerdem erhielten seine Kunstwerke keinen Titel mehr, sondern nur noch Buchstaben (bezogen auf die Art des Kunstwerks, wie z. T für eine Zeichnung und R für ein Relief)), gefolgt von einer Nummer (für das Herstellungsjahr) und einer Seriennummer.
Viel später, ab 1978, entstanden viele Zeichnungen: Mit Linien, Punkten und Schraffuren zeichnete Schoonhoven teils expressive, fast kalligraphische Feder- und Pinselzeichnungen.

Zitat von Schoonhoven über seine weißen Reliefs:
„Ich spreche von einem komplett weißen Bereich. Abgesehen von jedem malerischen Phänomen, abgesehen von jeder flächenfremden Interferenz. Das Weiß ist keine Polarlandschaft, egal, was bestimmte Assoziationen hervorruft, keine schöne Materie, keine Sensation, kein Symbol oder sonst etwas. Ein weißer Bereich ist ein weißer Bereich.' [3]

Schoonhoven und das 'Zil'

1957 gründete Schoonhoven mit Bram Bogart, Armando, Aus Böhmen, Jan Henderikse und Henk Peeters die informelle Gruppe. Die 'Informals' wollen den Ausdruck des Materials betonen, dies als Reaktion auf die emotionale Haltung der Maler, wie die von Kobra. Die Gruppe hatte verschiedene Ausstellungen, unter anderem in Deutschland und Antwerpen. Dadurch kamen sie wieder in direkten Kontakt mit der Arbeit des Deutschen Null KünstlerOtto Pienec, Heinz Mack und cker, ihre Ansichten über moderne, objektive Kunst weiter radikalisieren.[2]

Zusammen mit Armando, Henk Peeters, Jan Henderikse gründete Schoonhoven die de Nullgruppe auf. Die Künstlergruppe suchte nun nach einer objektiven Kunst, die jeglichen emotionalen Werts entkleidet war und in der die Präsenz des Künstlers als Person möglichst vollständig ausgelöscht wurde. Schoonhoven erwies sich in der Gruppe als guter Organisator; er knüpfte viele Kontakte und in der Folge verschiedene Ausstellungen im In- und Ausland. Aber er wollte seinen Job (und dessen Regelmäßigkeit) bei der PTT nicht missen und war deshalb sehr beschäftigt. In Delft fand er einige Assistenten, die ihm bei der Ausführung seiner Entwürfe im Endmaterial halfen.[2] Schoonhovens Suche nach der Kunst lässt sich am besten in seiner Aussage zusammenfassen: Man muss sich um ein Minimum bemühen, aber es wird nie anonym.

Zitat von Schoonhoven über die Zero / Zero:
„Zero ist in erster Linie eine neue Wirklichkeitsauffassung, in der die individuelle Rolle des Künstlers auf ein Minimum reduziert wird. Der Zero-Künstler wählt nur aus, isoliert Teile der Realität (Materialien sowie aus der Realität abgeleitete Ideen) und zeigt sie auf die neutralste Art und Weise... Realität intensiver zu zeigen.' [1]

Bewusstsein und Verbreitung

Schoonhovens Arbeiten wurden auf zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt. 1968 gab es eine Retrospektive im Van Abbemuseum in Eindhoven; 1984 folgte - nach dem David Ro Prizell-Preis - eine neue Übersicht im Haags Gemeentemuseum. 1979 erhielt er bei der neunten Biennale von Sao Paulo einen zweiten Preis und erlangte damit internationale Anerkennung.[2]
Schoonhoven, dessen Frau Anita dafür bekannt war, Jazzkonzerte zu organisieren, starb im Juli 1994.

Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl)

Ausstellungen (Auswahl)

  • 2009 - Jan Schoonhoven Reliefs und Zeichnungen vom 12. September 2009 bis 28. Februar 2010, Gemeentemuseum Den Haag[7]
  • 2019 - Jan Schoonhoven Kunst im Umlauf vom 29. Juni 2019 bis 29. September 2019, Gemeentemuseum Den Haag[8]

Wissenswertes

  • R 61-5 Jalousieentlastung wurde 2009 für 540.750 Euro bei Sotheby's in Amsterdam.[9]
  • Weiß Strukturrelief R 62 wurde am 10. Februar 2010 bei Sotheby's in London für über 814.000 Euro versteigert.[9]

Siehe auch

Literatur

  • "Du musst ein Dogma haben, wenn du es morgen verlässt." Betty van Garrel im Gespräch mit Jan Schoonhoven. In: "HP", 24.02. - 03.02.1971.
  • der neue Stil. Teil 1. Amsterdam: Die fleißige Biene, [1964] (LRP 136).

Externe Links