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Pierre van Hauwe
Pierre van Hauwe

Pierre van Hauwe (Terneuzen, 12. Januar1920 - Delft, 25. Juni2009) war ein niederländischer Musiker und Musikpädagoge flämischer Abstammung. Ab 1946 lebte und arbeitete er in Delft in der Ausbildung und als r.-k. Kirchenmusiker im mittlerweile abgerissenen Kirche des Heiligen Hippolyt. Von 1960 bis zu seiner Pensionierung 1982 war er Direktor der Städtischen Musikschule Delft.

Delfter Madrigalchor

Von Anfang an die fünfziger als Dirigent des von ihm gegründeten Delfter Madrigal-Chores, der aus Mädchen im Alter von 12 bis etwa 20/25 Jahren bestand, machte er sich europaweit einen Namen. Der Chor probte damals täglich. Der Chor wurde um 1965 aufgelöst. Bis zu seinem Tod trafen sich die am längsten lebenden Reunions dieses Chores noch monatlich, um mit Pierre van Hauwe zu singen. Es gab immer noch unregelmäßige Aktionen. 2007 war der jüngste Reunionist fast 60 Jahre alt; der älteste Brunnen in den 70er Jahren Als Komponist arrangierte Pierre van Hauwe viele holländische und ausländische Volkslieder für diesen Chor. Aber darüber hinaus war dieser Chor berühmt für seine Polyfonie, darunter viel Arbeit von Claudio Monteverdic.

Delfter Volksgesangstag

Für viele Delfter ist der Name Pierre van Hauwe untrennbar mit dem Delfter Folk Singing Day verbunden, der von 1923 bis 1970 unter der Schirmherrschaft des inzwischen aufgelösten Committee Folk Singing Day organisiert wurde. Pierre van Hauwe leitet den Volkszangdag seit Anfang der fünfziger Jahre. Pierre van Hauwes bekannter Vorgänger war Meister Bak. Am Volkszangdag, Schüler aller höchsten Klassen Grundschulen in Delft ein Repertoire von Volkslieder. Songs wie "High on the yellow Wagon" und "Hear the Musicians" machten am meisten Eindruck. Aber auch über dem Delfter Markt waren Kanonen wie "De uil sat in de Olmen" und "Gouden Zonne" zu hören. In den Jahren nach 1970 wurden einige Versuche unternommen, die Tradition des jährlichen Volksgesangstages aufrechtzuerhalten. 1996 - Delft war die Kulturhauptstadt dieses Jahres Süd-Holland und feierte es 750 Jahre Stadtrechte hatte - das Standardrepertoire wurde bei sommerlichen Nachbarschaftsfesten in verschiedenen Stadtteilen wieder gesungen. Am 25. August 2007 versammelten sich mehrere tausend (ehemalige) Delfter auf dem Markt, um unter der Leitung von Pierre van Hauwe wieder einen echten Volksgesangstag zu singen. Diese Veranstaltung wurde am 23. August 2008 wiederholt, jedoch krankheitsbedingt nicht mehr unter seiner Leitung.

Orff Schulwerk

Pierre van Hauwe war einer der größten Förderer der Orff-Schulwerk. Das Orff-Schulwerk wurde vom deutschen Komponisten entwickelt Carl Orff. Pierre van Hauwe hat die musikalischen Prinzipien des Orff-Schulwerks zunächst in vier Büchern "Muziek voor de Jeugd", erschienen ab 1961, adaptiert. In Kombination mit der Methode des ungarischen Komponisten und Pädagogen Zoltan Kodaly Pierre van Hauwe hat für die Niederlande die Musikmethode "Playing with Music" entwickelt. Diese Methode wurde in vollem Umfang an der Städtischen Musikschule für die Ausbildung im allgemeine musikalische Ausbildung (AMV) und stellte eine hervorragende Vorbereitung auf die anschließende Instrumentalausbildung dar. Auch alle Kindergärten und Grundschulen (und später Grundschulen) in Delft nutzten bis weit in die Die Neunziger diese Methode. Berater der Musikschule betreuten die allgemeine musikalische Ausbildung der Lehrer in den Schulen. Diesem Beispiel wurde in vielen Gemeinden in den Niederlanden gefolgt. Im Zuge der siebziger Jahre diese Methode wurde in verschiedene Sprachen übersetzt und fand daher eine große Zahl von Nutzern im In- und Ausland. In den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern auch die Methode "Spielen mit Musik" ist weit verbreitet, sowohl an Grundschulen als auch an Musikschulen. Neben Deutsch erschien die Methode in Russisch, Litauisch, Tschechisch, Polnisch, Hebräisch, Norwegisch und Dänisch sowie in Portugiesisch zur Verwendung in Portugal (auch die Insel Madeira) und Brasilien. Zur Verwendung in Mexiko und mehreren Ländern in Südamerika erschien eine spanische Übersetzung.

Musikschulorchester aus Delft aus den 1970er Jahren und achtzig des 20. Jahrhunderts große Reisen in Länder, in denen die Musikmethode "Playing with Music" angewendet wurde. 1978 fuhr der Zug nach Lublin (Polen) und Wilna (Litauen). 1979 und 1980 mit dem Bus nach Portugal und einige Jahre später mit dem Flugzeug nach Madeira und Israel. In Schulen und Kirchen gab es oft tägliche Aufführungen, um zu zeigen und zu hören, was mit den pädagogischen Prinzipien der Methode "Spielen mit Musik" erreicht werden konnte. Aber auch in großen Konzertsälen gab es Aufführungen. Das pädagogische Prinzip in den Orchestern war, dass jeder Musikschulschüler vom AMV-Alter bis zum jungen Erwachsenen jeden musikalischen Entwicklungsstandes einen Platz in einem Musikschulorchester bekommen kann. Klavierschüler fanden sich oft auf den Orff-Instrumenten zurecht, Streicher und Bläser bekamen am Rednerpult Orchesterparts auf eigenem Niveau. Ein großer Blockflötenchor in 4- oder 5-stimmiger Besetzung war ein fester Kern dieser Orchester, denn alle Musikschulschüler im AMV hatten die Blockflöte elementar gelernt. Musikschulen oder Musikschulorchester in Inning am Ammersee (Bayern), Prag und Porto trägt den Namen Pierre van Hauwe.

Pädagogische Arbeit

Kernstück der Methode „Spielen mit Musik“ ist ein vierteiliges Handbuch für den Lehrer und vier Arbeitshefte für die Kinder. Bei der Anwendung der Methode im Musikschulkontext, zwei Jahren mit Klassenzimmer-AMV für zwei Stunden pro Woche und einem dritten Jahr mit einer Stunde pro Woche AMV und der ersten Einführung in die Instrumentalpädagogik, scheinen die Kinder alle vier Hefte danach durcharbeiten zu können 3 Jahre. Bei Verwendung in der Grundschule ab Gruppe zwei oder Gruppe drei erscheint das vierte Buch in Gruppe acht machbar. Die Songwahl und die schwierigeren Modi sind auf dieses Alter zugeschnitten. In der Grundschule ist die Zusammenarbeit eines Fachlehrers oder Beraters mit dem Gruppenlehrer von großem Wert. Kinder können aus den Arbeitsheften singen, Noten lesen, Notation durch Schreiben und Diktat üben, an einem Rhythmus-Takt und dem fünfzeiligen Notensystem arbeiten. Die Kinder lernen von Anfang an das relative Singen (solmization), ausgehend von der Kindermelodie so(l) mi, später gefolgt vom Ton la. Diese drei Töne werden später zu einem (zunächst pentatonischen) Hexachord und nochmal später bis zum voll Rahmen, wo auch in anderen Modi wird gesungen. Neben den Arbeitsheften lernen die Kinder von Anfang an Recorder spielen, ebenfalls ausgehend von der Kindermelodie, die Töne "g" und "e". Das bedeutete, dass bei der Methode "Gemeinsam Blockflöte spielen" die Kinder vom ersten Tag an das Spielen der Zweihand-Blockflöte lernen, im Gegensatz zu vielen anderen Methoden, bei denen die ersten Töne ausschließlich mit der linken Hand gespielt werden und die rechte Hand erst bei ein späteres Stadium. Für die Spielhaltung und den Handstand des Blockflöten spielenden Kindes erweist sich das Spielen mit zwei Händen auf Anhieb als Erfolg.Natürlich werden die Orff-Instrumente sowohl rhythmisch als auch melodisch von Anfang an bei dieser Methode beim Singen, aber auch beim Blockflötenspiel eingesetzt. Neben der Methode Playing with Music schrieb Pierre van Hauwe Bücher, in denen er die Bourdonleder, ein Harmonie, was bedeutet, dass insbesondere bei der Verwendung Orff-Instrumente, ganz einfach über die Pentatonik, Lieder oder Melodien können polyphon begleitet werden.Wichtige und zeitgemäße Variationen sind inzwischen in Deutschland und Portugal auf Basis der Methode erschienen.

Nach 1982

Nachdem Pierre van Hauwe 1982 als Direktor der Städtischen Musikschule Delft in den Ruhestand treten konnte, förderte er weiterhin seine eigene Musikmethode und die Bourdonharmonie. Bis kurz vor seinem Tod gab er in verschiedenen Ländern Kurse für Grundschullehrer, Musiklehrer und Konservatoriumsstudenten. Dutzende von Kompositionen wurden von ihm geschrieben, meist für Schulorchester, die in Portugal, Tschechien und Deutschland immer noch häufig aufgeführt werden. Außerdem dirigierte er regelmäßig ein Sinfonieorchester in Portugal. Den letzten Kurs, den er besuchte und noch einmal mit einer Gruppe von Schülern mit Orff-Instrumenten improvisierte, war in Inning an der gleichnamigen Musikschule, wo Musiklehrer noch jedes Jahr einen Grundkurs Spielen mit Musik belegen können, nach dem Delfter Tradition.

Die Städtische Musikschule Delft ist jetzt Teil (Musikabteilung) der Kostenlose Akademie, Zentrum für die Künste der Gemeinde Delft.

Pierre van Hauwe stammte aus 1946 verheiratet mit Elisabeth Everaert, ebenfalls in Terneuzen geboren. Sie hatten sechs Kinder. Einer ihrer Söhne ist der BlockflötenspielerWalter van Hauwe.Pierre wurde in 1977 Ritter im Orden von Oranien-Nassau und erhielt 2001 den Deutschen Preis Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Er erhielt weitere Auszeichnungen in Mexiko, Polen und von der Gemeinde Delft; er war Ehrenbürger der Gemeinde Inning am Ammersee in Deutschland.

Pierre van Hauwe verstarb am 25. Juni 2009 in seiner Heimatstadt Delft und wurde am Mittwoch, dem 1. Juli 2009, nach einem Abschiedsgottesdienst in der Maria van Jessekerk am Burgwal privat eingeäschert. Seine Witwe starb am 25. Juli 2010.

Im 2014 herausgegeben vom Delfter Journalisten Delft Trudy van der Wees das Buch Besessen von Musik, das Universum von Pierre van Hauwe. Das Buch beschreibt hauptsächlich das Leben von Pierre in Delft und seine nationalen und internationalen Aktivitäten und Bedeutung.[1]

Der Stadtrat von Delft hat am 22. April 2015 beschlossen[2] dass der letzte Teil der Martinus Nijhofflaan der Name wird Pierre van Hauwelaan gegeben. Die Martinus Nijhofflaan läuft aus der Nachbarschaft Vorhof, wo viele Straßennamen nach niederländischen Autoren benannt sind, nach der Nachbarschaft des Komponisten im Bezirk Buitenhof. Dieser letzte Teil dieser Allee, die sich bereits in das Komponistenviertel erstreckt, wird Pierre van Hauwe heißen. Das Verbindungsviadukt über die Provinzstraße wurde ebenfalls in Pierre van Hauwe-Viadukt umbenannt.

Literaturverzeichnis

  • Musik hören; n.d. Desclee de Brouwer
  • Musik für die Jugend, Einführung in das Orff-Schulwerk; 1961 Amsterdam
  • Ebenda: Lakštuté, Ausgabe für Litauen; n.d. Wilna
  • Spiel mit Musik, Leitfaden für das unbegleitete Moll; 4 Bände und 4 Arbeitsbücher; 1968 Amsterdam
  • Dito: Spielen mit Musik, deutsche Ausgabe; 1969 Amsterdam
  • Idem: Vivre la musique, Ausgabe für Wallonien und Frankreich; 1973 Amsterdam
  • Ebenda: Musikleik, Veröffentlichung für Norwegen; n.d. Oslo
  • Ebenda: Jugando con música, Ausgabe für Mexiko; n.d. Mexiko Stadt
  • Idem: Expresión Musical, Ausgabe für Peru; n.d. Lima
  • Dito: Musik spielen, hebräische Ausgabe für Israel; n.d. Kfar Saba
  • Idem: Padorar Mempage, Ausgabe für Russland; n.d. Winogradow
  • Allgemeine Bourdon-Doktrin und die Orff-Instrumentierung; 1974 Amsterdam
  • Allgemeine Bordunlehre; 1975 Amsterdam
  • spielen Sie zusammen die Blockflöte; 4 Teile; 1968 Amsterdam
  • Dito: Gemeinsames Blockflötenspiel; 1969 Amsterdam
  • Dito: Wie man den Recorder spielt; israelische Ausgabe; n.d. Amsterdam
  • Ebenda: Manual da Flauta de bisel; Portugiesische Ausgabe; n.d. Porto
  • Ebenda: Hudebni Skolka; Tschechische Ausgabe; n.d. Prag
  • Ebenda: Toquemos Juntos la Flauta; Spanische Ausgabe; n.d. Mexiko Stadt
  • Meter und Rhytmus; Methode für Takt und Rhythmus und Spielstücke für Schlagzeug; n.d. Delft

Pierre van Hauwe hat auch zum Buch "Zigeunermusik" von . beigetragen Frederik H. Kreuger. Der Eintritt Zigeunermusik in Wikipedia ist von diesem Buch abgeleitet.

Kompositionen

  • Tschiribim; 5 Lieder für Frauenchor; n.d. Hilversum
  • 8 Volkslieder; n.d. Hilversum
  • Da ist ein Baum; Schullied mit Orff-Instrumenten; n.d. Haarlem
  • Oktober; Schullied mit Orff-Instrumenten; n.d. Haarlem
  • Sardana; Schulorchester; n.d. Amsterdam
  • Bolero; n.d. 1964 Amsterdam
  • Suite Fantasie Mexicana; 1976 Amsterdam
  • Cantica Vitae: Deklamatorium für Soli, Chor, Orchestertexte Niederländische Dichter des 17. Jahrhunderts; n.d. Amsterdam
  • 4 Volkslieder; Chor und Orff-Instrumente; n.d. Amsterdam
  • Lied und Spiel 1 und 2; Lieder und Performance-Stücke mit Orff-Instrumenten; n.d. Amsterdam
  • Zehn Volkslieder/Zehn Volkslieder; Blockflötenensemble und Orff-Instrumente; n.d. Amsterdam
  • 18 Volkslieder für Blockflöten und Orff-Instrumente; n.d. Delft
  • Slawische Suite; Schulorchester; n.d. Salzburg
  • Laune; Altblockflöte und Orff-Instrumente; n.d. Amsterdam
  • Europäische Tanzsuite; Schulorchester; n.d. Amsterdam
  • Das Weihnachtsevangelium; Sprecher, Sänger und Schulorchester; n.d. Delft
  • Bordun und Pentatonik in Farben; Orff-Instrumente im Vorschulalter; n.d. Delft
  • Idem: Música als Cores Bordôes; Portugiesische Ausgabe; n.d. Delft
  • Missa Festiva; gemischter Doppelchor und Orgel
  • Fräulein Christ Rex; dreistimmiger gemischter Chor a cappella
  • Ärmere von Delft; Deklamatorium für Soli, Chor und Orchester zu Texten von Delfter Dichtern
  • Magnifikat; Solochor und Orchester
  • Der glückliche Löwe; Pantomime für Ballett/Theatergruppe, Sprecher und Orchester
  • Hommage de Delft; Sprecher und Orchester
  • Parteifanfare 1968; Schulorchester
  • Intrada 1986; Schulorchester
  • Tour du Monde; Schulorchester
  • Europäische Suite; Schulorchester
  • Thema mit Variationen; Schulorchester
  • Suite Madeira; Schulorchester
  • Serenata Espana; Schulorchester
  • Heimatname; Schulorchester
  • Caprice Arabe; Schulorchester
  • Hommage an einen El Jazir; Schulorchester
  • Cappricio a Tres; Schulorchester
  • Suite Hemitonica; Schulorchester
  • Schalom Israel; Schulorchester
  • Homenagemdes Anos do Instituto Orff do Porto; Schulorchester
  • Suite Lateinamerikanisch; Schulorchester
  • Lieder für Kindergarten und Schule mit Orff-Instrumentarium; 4 Teile
  • Gleiches; Portugiesische Lieder
  • Israelische Lieder mit Orff-Instrumentierung

Viele Kompositionen und musikpädagogische Werke von Pierre van Hauwe sind erschienen bei Theo Ettema.

Quellen