WikiDer > Stille antico
stille antico (wörtlich der 'alte Stil', auch genannt Tolle Praktika genannt) ist ein Begriff, der einen bestimmten Musikstil beschreibt, der vom 16. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert verwendet wurde. Es bezieht sich auf eine Kompositionsweise, die aus historischem Bewusstsein entsteht und als Gegenstück zum stilvolle moderne.
Der 'stile antico' wird hauptsächlich mit Komponisten von Barockmusik und mit früh Klassisch Komponisten. Der Stil ist geprägt von einem Streben nach Kontrolle über Dissonanz, Gebrauch von Modi (Kirchenwaage) und die Vermeidung aufwendiger Instrumentaltexturen und zu reicher Ornamentik und führt in der Regel zu einer Imitation des Kompositionsstils von Komponisten der Spätrenaissance.
Der 'stile antico' galt als besonders geeignet für die eher konservative Kirchenmusik oder als Kompositionsübung wie in Johann Fux' Gradus Ad Parnassum (1725), das klassische Lehrbuch über strenge Kontrapunkt. Ein Großteil der Musik, die mit dem 'stile antico' verbunden ist, ähnelt Musikmodellen aus Palästina.
Im Frühbarock erfunden Claudio Monteverdic und sein Bruder die Bedingungen tolle Praxis sich auf den alten Stil von Palestrina und den Begriff beziehen Seconda Pratica auf die zeitgenössische Musik ihrer Zeit verweisen.
Die großen Komponisten des Spätbarocks (einschließlich Johann Sebastian Bach) beherrschten alle die Komposition des „stile antico“. Das Messe in h-Moll (Messe von Bach) hat Abschnitte, die im 'stile antico' konzipiert sind. Spätere Komponisten wie Haydn und Mozart benutzte auch den 'stile antico'. BeethovenMissa Solemnis, geschrieben nach Beethovens Palestrina-Studie, ist eine spätere Ausarbeitung des Stils.
Siehe auch
- stilles concitato (der 'fröhliche, aufgeregte Stil')
- stummes Konzert (der 'konzertante Stil')
- Stil moderno (der „innovative Stil“)
Verweise
- Stephen R. Miller. "Stile Antico", Grove Musik Online, Hrsg. L. Macy (19-3-2006), grovemusic.com.
- Claude V. Palisca. "Große Prattika", Grove Musik Online, Hrsg. L. Macy (19-3-2006), grovemusic.com.