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Wilhelm Raabe
Wilhelm Raabe

Wilhelm Raabe (Eschershausen, 8. September1831Braunschweig, 15. November1910) war ein DeutscheSchriftsteller von Romane und Novellen von dem poetischer Realismus.

Leben

Raabe ist nah Braunschweig geboren als Sohn eines Gerichtsvollziehers. Er ging hinein Wolfenbüttel ging zur Schule, beendete aber nie die High School. Sein Vater starb 1845. Raabe interessierte sich von Kindheit an für Literatur; 1849 entschloss er sich, bei einem Buchhändler in zu arbeiten Magdeburg lernen. 1854 versuchte er, die Sekundarschule zu beenden, scheiterte jedoch. Trotzdem ging er an die Universität von Berlin, und besuchte als freier Student Vorlesungen im Philosophie. Während dieser Zeit schrieb er unter der Pseudonym Jakob Corvinus, a Bildungsroman, Die Chronik der Sperlingsgasse, was auf Anhieb ein Erfolg war. Danach wollte er Berufsschriftsteller werden; in seinem Leben schrieb er ständig Geschichten und Romane, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Sein Gesamtwerk umfasst mehr als 30 Romane und 35 Novellen. Nach der Mode der Zeit wurden die allermeisten von ihnen als seriell in Zeitschriften.

1856 kehrte Raabe nach Wolfenbüttel zurück. Er blieb literarisch sehr produktiv und unternahm 1859 eine Studienreise nach Österreich und Süddeutschland. Nach seiner Heirat 1862 zog er nach Stuttgart, wo er unter anderem beeinflusst wurde von Fischer und Freiligrath. Während seiner Stuttgarter Zeit schrieb er a Trilogie, bestehend aus den Romanen Der Hungerpastor, Abu Telfan und Schüdderump. Nach acht Jahren kehrte er nach Brunswijk zurück und schrieb auch hier eine Romantrilogie: Alter Nester, Stopfkuchen und Die Akte von Birdsangs. Es folgte eine lange Reihe von Novellen, die jedoch wenig zu seiner Popularität beigetragen haben: Der verstorbene Raabe wurde missverstanden und war gegen Ende seines Lebens in Vergessenheit geraten, was ihn frustrierte. Erst im späten 20. Jahrhundert wurde den reiferen Werken Raabes Beachtung geschenkt, die sich im Vergleich zu seinem Jugendwerk deutlich weiterentwickelt haben.

Raabes Karriere, die durch hohe Produktivität und ein gründliches Pessimismus gekennzeichnet, zeigt verschiedene Phasen. Aus seinem Frühwerk, mit Biedermeierschräg, drückt noch immer eine heitere Gemütlichkeit aus, in der das einfache Leben der Volksleute mit sanften Ironie erholt wird. Dabei bediente er sich auch historischen Materials. Eine von Raabes bekanntesten Novellen, Der schwarze Galeere, handelt von dem Streben nach Freiheit Die Niederlande im späten 16. Jahrhundert. Ein tolles Beispiel für Raabe war Jean Paul, der wie er mit viel Ironie und Humor alltägliche Dinge beschrieben hatte. Mit fortschreitender Entwicklung wurde Raabe jedoch immer pessimistischer. Er war anfangs Nationalist und sehnte sich nach einem starken Preußisch Einheitsstaat, aber der bombastische Imperialismus der Industriegesellschaft desillusionierte ihn: Das Streben nach Geld und Prahlerei, die aus der politischen Expansion resultierten, ging zu Lasten der Menschheitwährend dies genau das Ziel des Menschen ist. Auch führte diese Entwicklung nicht zu mehr Freiheit, was er als Liberaler übel nahm.

Inspiriert von Schopenhauer der spätere Raabe wandte sich gegen den Wahn, der Mensch sei fähig, große soziale Pläne zu verwirklichen. Seine Geschichten hatten Exzentriker als Hauptfiguren, einsame oder entfremdete Figuren, die die Fassade der Gesellschaft aufrechterhalten, aber gleichzeitig ihre Nutzlosigkeit sehen. Dennoch blieb der Ton der Werke unbeschwert; ein gewisser Humor war nie weit weg. Raabe . selbst überlegt Stopfkuchen als seine beste Arbeit; hier ist der Protagonist ein scheinbar dummer Ausgestoßener, der jedoch ein edles Gemüt hat und von seinem Gefolge nicht verstanden wird.

Raabe war ein antireligiöser Freidenker, dessen grundsätzliche Skepsis gegenüber der Gesellschaftsordnung zu Lebzeiten fälschlicherweise als zivile Resignation interpretiert wurde. Da der Zeitgeist im Vorfeld der Erster Weltkrieg, die er nicht erlebte, widersprach seinen Ansichten, sein Oeuvre um 1900 fand kaum Resonanz. Er gilt heute als Romanautor auf Augenhöhe mit Dickens, obwohl sein Werk international weit weniger bekannt ist.

Literaturverzeichnis

Romane

  • 1857 Die Chronik der Sperlingsgasse
  • 1861 Der Heilige geboren. Blätter aus dem Bilderbuch des 16. Jahrhunderts; (historischer Roman)
  • 1861 Nach dem großen Kriege
  • 1863 Die Leute aus dem Walde; (Ned. Übers.: 1868; Die Kinder des Waldes; ihre Sterne, Wege und Schicksale)
  • 1864 Der Hungerpastor
  • 1868 Abu Telfan oder die Heimkehr vom Mondgebirge; (Ned. transl.: 1870; Abu Telfan. Oder der Mann der Mondberge)
  • 1870 Der Schudderump
  • 1873 Christoph Pechlin. Eine internationale Liebes-Geschichte
  • 1874 Meister Autor, oder die Geschichten vom versunkenen Garte
  • 1881 Alter Nester
  • 1884 Pfisters Mühle. Ein Sommerurlaub
  • 1885 Unruhiger Gast. Ein Römer aus dem Sakulum
  • 1887 Im alten Eisen
  • 1892 Husten stoppen. Eine See- und Mordsgeschichte (Ned. transl. Ard Posthuma: Oliebol. A sea and mords story, 2007)
  • 1891 Gutmanns Reisen
  • 1896 Die Acten des Vogelsangs
  • 1911 Altershausen; (unvollendetes Werk)

Geschichten

  • 1857 Der Weg zum Lachen
  • 1857 Ein Fruhling
  • 1857 Der Student von Wittenberg
  • 1858 Weihnachtsstimmung
  • 1858 Lorenz Scheibenhart. Ein Lebensbild aus wüster Zeit
  • 1858 Einer aus der Menge
  • 1859 Halb Mar, halb mehr!; (Geschichten, Skizzen und Reime)
  • 1859 Die Kinder von Finkenrode
  • 1859 Die alte Universität
  • 1859 Der Junker von Denow
  • 1860 Aus dem Lebensbuch des Schulmeisterleins Michel Haas
  • 1860 Wohin können wir uns wenden? Eine Fantasie in Spaß Bruchstücken
  • 1860 Ein Geheimnis. Lebensbild aus den Tagen Ludwigs XIV
  • 1861 Auf dunklem Grund
  • 1861 Die schwarze Galeere
  • 1862 Unser Herrgotts Canzlei
  • 1862 Das letzte Straight
  • 1862 Verlorenes Leben; (Romanen und Skizzen)
  • 1863 Eine Grabrede aus dem Jahre 1609
  • 1863 Holunderblüte. Eine Erinnerung aus dem "Haus des Lebens"
  • 1863 Die Hämelschen Kinder
  • 1864 Keltischer Knochen
  • 1865 Else von der Tanne. Oder das Glück Domini Friedemann Leutenbachers, Poor Dieners am Wort Gottes zu Wallrode im Elend
  • 1865 Drei Federn
  • 1865 Ferne Stimmen
  • 1866 Die Gänse von Butzow
  • 1866 St. Thomas
  • 1866 Gedelöcke
  • 1866 Im Siegeskranze
  • 1868 Theklas Erbschaft. Oder die Geschichte eines schwülen Tages
  • 1869 Die Regenbogen
  • 1870 Der Marsch nach Hause
  • 1870 Des Reiches Krone
  • 1872 Der Traumling
  • 1873 Deutscher Mondschein
  • 1874 Zum Wilden Mann
  • 1874 Eulenpfingsten
  • 1875 Höxter und Corvey
  • 1875 Frau Salome
  • 1875 Von alten Proteus. Eine Hochsommergeschichte
  • 1876 ​​​​Die Innerste
  • 1876 ​​​​Horacker
  • 1912 Der gute Tag. Oder die Geschichte eines ersten Aprils
  • 1878 Wunnigel
  • 1878 Deutscher Adel
  • 1878 Auf dem Altenteil
  • 1879 Krähenfelder Geschichte
  • 1881 Das Horn von Wanza
  • 1882 Fabian und Sebastian
  • 1883 Prinzessin Fisch
  • 1884 Villa Schönow
  • 1884 Ein Besuch
  • 1888 Das Odfeld (im Kloster) Amelungsborn)
  • 1889 Der Lar. Eine Oster-, Pfingst-, Weihnachts- und Neujahrsgeschichte
  • 1894 Kloster Lugau
  • 1899 Hastenbeck
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