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Hermann Broch (Wien, 1. November1886 – New Haven, Connecticut, 1. Mai1951) war ein österreichischModernist Schriftsteller und Philosoph jüdischer Herkunft.
Leben und Arbeiten
Broch wurde in eine wohlhabende jüdische Familie hineingeboren. Er sollte in der Textilfirma seines Vaters arbeiten, lernte aber auch Naturwissenschaften und Kulturphilosophie kennen. In seinem späteren Werk strebte er immer nach einer Art „totaler Totalität“ und wandte sich gegen alle Formen der „Berufstheologie“.
Als Industrieller zeigte Broch bereits ein starkes soziales Engagement. Während der Erster Weltkrieg er war eine Zeitlang Krankenhausdirektor und sah sich mit großer individueller Not konfrontiert, die tiefe Spuren in ihm hinterlassen hat. Nach einer gescheiterten Ehe trennte er sich 1925 von seiner Familie und ging Erkenntnistheorie, Psychologie, Mathematik und Philosophie studieren. In den zwanziger Jahren rückte er auch aufgrund seiner Zusammenarbeit mit der Zeitschrift 'Summa' immer mehr in literarische Kreise und freundete sich mit Robert Musil, Rainer Maria Rilke, Elias Canetti und Franz Bleiss. Sein erster großer Roman, Der Schlafwandler, erschien 1931 und beschreibt seine Erfahrung, dass kein Gegenstand vollständig in eine philosophische Analyse passt, dass es immer einen "mystischen" Rest gibt.
Im März 1938 wurde Broch als angeblicher Kommunist verhaftet, aber auch dank der Hilfe von Thomas Mann und Albert Einstein er wusste es gerade noch rechtzeitig via England zum Vereinigte Staaten fliehen. Dort verfolgte er ein umfassendes interdisziplinäres Studium der Massenpsychologie, das zu seinem HauptwerkDer Tod des Vergil (1945): ein komplexes lyrisches Epos in vier Teilen, das Dantesque die Ankunft, den Abstieg, die Erwartung und die Rückkehr des sterbenden Dichters beschreibt Virgil beschreibt. Vergils Abneigung gegen Massen, Realität, Kunst und seine eigene Poesie (die Aeneis, die er zerstören will, aber vom römischen Kaiser Augustus frustriert wird) sind die Hauptmotive des Buches. Es endet in einer Art kosmologischer Offenbarung einer bewusst erlebten totalen Degeneration.
Broch war auch ein begnadeter Essayist und schrieb mit großem Verständnis unter anderem über: Hugo von Hofmannsthal und James Joyce. Er starb 1951 in New Haven, Connecticut. Kurz zuvor war er für den . nominiert Literaturnobelpreis.
Bibliographie (Auswahl)
- Die Schlafwandler: Eine römische Trilogie, 1932
- Die unbekannte Größe, 1933
- Der Tod des Vergil, 1945
- Diese Schuldenfreigaben, 1950
- Der Versucher, 1953
- Hofmannsthal und Seine Zeit, 1974
- Die Verzauberung, 1976
Literatur und Quellen
- A. Bachrach et al.: Enzyklopädie der Weltliteratur. Büsum, 1980-1984. ISBN 90-228-4330-0
- * Paul Michael Lutzeler (Hrsg.): Hermann Broch 1886-1951. Eine Chronik (Marbacher Magazin 94/2001). ISBN 3-933679-44-3