WikiDer > Kultige Hauptstadt

EIN ikonische Hauptstadt (nicht zu verwechseln mit ionisch Hauptstadt) oder figuratives Kapital ist ein Kapitaltyp mit figurativen Bildern von Pflanzen, Tieren, Fantasiewesen oder Menschen, meist eine biblische oder alegorische Szene. Kapitelle mit reinen Pflanzenbildern, ob stilisiert oder nicht, werden nicht zu den ikonischen Kapitellen gezählt (siehe: Blattkapital). Der Name für diese Art von Kapital leitet sich von der Ikonographie, die Wissenschaft, die sich mit der Bedeutung von Bildern im bildende Kunst.
Das ikonische Kapitell zeigt figurale Dekorationen von Tieren, Köpfen oder Menschen, aber auch Kapitelle wurden aus jeder erdenklichen Geschichte stilisiert. Für den Kapitaleinsatz stehen verschiedene Szenen aus der profanen oder sakralen Geschichte oder allegorische Darstellungen zur Verfügung. Dazu gehört auch die Mythologie, die Heldentaten der Herrscher, das Leben von Heiligen, biblische Szenen und mehr. Gruselige Monster und seltsame Köpfe sind ebenfalls üblich. Die Kapitelle wurden oft in leuchtenden Farben bemalt, was die plastische Darstellung stärker hervortreten ließ.
In vielen Kirchen hatten geschnitzte Kapitelle die Funktion Biblia pauperum, die Bibel der Armen und Analphabeten. In die Kapitelle wurden Bilder von biblischen Personen, Heiligen oder christlichen Geschichten geschnitzt. Ein berühmtes Beispiel dafür ist der Basilika von Vézelay, wo auf fast jeder Hauptstadt der Schiff ein biblisches oder symbolisches Bild wird dargestellt.

In den Niederlanden befinden sich wichtige ikonische Hauptstädte in den beiden ehemaligen Stiftskirchen aus Maastricht: die Liebfrauenbasilika und der Basilika des Heiligen Servatius. Es Chor der ehemaligen Kirche besitzt eine Serie Romantik hochwertige Kapitelle mit teils biblischen, teils symbolischen Bildern des Kampfes zwischen Mensch und Natur.[1] Die 34 Hauptstädte in der Westwerk der Kirche St. Servatius, Kunsthistoriker, darunter der Experte für die Kunst aus dem MaaslandProf. J.J.M. Zimmerleute, lange verwirrt. Die Leidener Kunsthistorikerin Prof. Elizabeth den Hartog konnte einen Großteil dieser Bilder erklären (u. a. Vögel, Tierpaare, Monster, Menschen und humanoide Kreaturen, mal mit ihren täglichen Aktivitäten, mal kämpfenden Tieren und Pflanzen). Es stellte sich heraus, dass einige Bilder von Augustinus'Die Civitate Deis; anders als mittelalterlich Bestiarium. Einige Bilder blieben ungeklärt, wie zum Beispiel das eines sitzenden Affen, der neben einem Blinden einen Hund greift, oder Blemyae (kopflose Kreaturen mit Gesicht auf dem Bauch), die angegriffen werden von Cynocephalus. Das Westwerk der Sint-Servaaskerk war nur für die Prost und der Kanonengebildete Menschen, die sicherlich die symbolische Bedeutung der Bilder gekannt haben.[2]
Siehe auch
- Liste der Kapitelle im Westwerk der Basilika des Heiligen Servatius
- Liste der Kapitelle im Chorumgang der Liebfrauenbasilika
- Tektonisches Kapital
- Blattkapital
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
|