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petuh oder petu ist ein dänisch-Deutschegemischte Sprache oder Kontaktsprache, genauer definiert eine Variante von Hochdeutsch beeinflusst von der Niedersächsisch, reiches dänisch und Süden ragt. Es ist oder wurde gesprochen in Flensburg an der dänisch-deutschen Grenze.
Petuh hat ein Hochdeutsch Satzbau und besteht hauptsächlich aus hochdeutschen Wörtern, ist aber stark von der Grammatik, Aussage und Wortschatz aus Dänisch und Niedersächsisch. Heute wird es nur noch von einer kleinen Gruppe älterer Flensburger gesprochen.
Name und Definition
Der Name des Petuh stammt von teilweise abgeleitet, denn es wäre die typische Sprache alter Damen gewesen, die Partout-Karten benutzten (Dauerkarten, Französisch teilweise: überall) für die Dampfer auf dem Flensburger Förde und haben sich so miteinander unterhalten. Es ist daher ursprünglich eher eine Bedeutung einer bestimmten sozialen Gruppe als eine feste Sprachnorm. Die ganze Idee von "Petuh-tanten" und einer eigenen Petuh-Sprache wurde jedoch auch von ihrer Darstellung in späteren Komödien und humorvollen Dialogen geprägt.[1]
Nach einer volkstümlichen Erklärung entstand die Petuhtanten-Sprache als eine Mischung aus dänischen und deutschen Dialekten auf beiden Seiten des Fjords, als sich die Einwohner auf den Ausflugsschiffen und in den Cafés am Ufer des Fjords trafen.
Ein Problem des Konzepts ist, dass es kaum zeitgenössische Quellen gibt. Die meisten zusammenhängenden Texte und Tondateien zu Petuh sind gefälschte Dialoge aus dem späten 20. und frühen 21. Jahrhundert.
Geschichte
Flensburg war ursprünglich dänischsprachig und dann jahrhundertelang eine plattdeutsche Insel im dänischsprachigen Raum, obwohl die Einwohner oft beide Sprachen beherrschten. Bis ins 17. Jahrhundert lag die dänisch-niederdeutsche Sprachgrenze etwa 40 km südlich von Flensburg, in der Nähe der Dannewerk. Das Flensburger Stadtgesetz von 1284 wurde auf Dänisch verfasst. Im 15. bis 17. Jahrhundert wechselte die Sprache des Bürgertums (Kaufleute und Beamte) ins Niederdeutsche. Die unteren Bevölkerungsgruppen, zum Beispiel Handwerker und Dienstmädchen (die aus dem Umland kamen) sprachen noch lange Dänisch (Südjuts).
Während der nationalen Gegensätze des 19. Jahrhunderts war Flensburg trotz der niederdeutschen Sprache der Stadt überwiegend pro-dänisch und royalistisch. Flensburg hatte starke Handelsbeziehungen zum Norden und wurde meist auch als Teil von Nordschleswig angesehen. 1864 Dänemark verlor die Deutsch-Dänischer Krieg. Es Herzogtum Schleswig gehörte zu Preußen. Die Gebiete südlich von Flensburg wurden zu diesem Zeitpunkt bereits auf Deutsch umgestellt, Nordschleswig blieb jedoch dänisch und überwiegend dänisch. Bereits im 19. Jahrhundert lag es direkt an der deutsch-dänischen Sprachgrenze. Die heutige Staatsgrenze ist nur ein Ergebnis der Volksabstimmung von 1920.
In den Jahrzehnten unter der Deutsches Kaiserreich die Stadt wuchs schnell und hatte viel Eindringen aus dem Süden und auch aus dem Umland. In der Zeit von 1870 bis 1900 gab es in Flensburg und im Raum Schleswig eine doppelte Sprachreise: vom Dänischen (Südjuts) ins Deutsche und vom Niederdeutschen ins Hochdeutsche. Es bestand jedoch weiterhin ein enger Kontakt zum dänischsprachigen Nordteil Schleswigs. Die Sprache dieser Übergangszeit wurde später als typisch für Flensburg angesehen und Petuh genannt.
Auch die Ausflugsschiffe auf dem Fjord fuhren in begrenztem Umfang nach der Grenzziehung 1920. 1953 die ersten steuerfrei Schiffsroute, die schnell zu einem Erfolg wurde (Deutsch: Butterfahrten, Dänisch: Sprite – Spirituosenroute, zu den beiderseitig begehrten Waren). Mit dem Wegfall der Steuerbefreiung für Reisen innerhalb der EU im Jahr 1999 verschwanden die meisten Schiffsfahrten auf der Flensburger Förde.
Klassifizierung und Herkunft
Es ist ungewiss, ob Petuh als Muttersprache von irgendjemandem existierte. Wahrscheinlicher war es, dass ehemalige Dänisch und Niederdeutsch sprechende Einwohner versuchten, Hochdeutsch zu sprechen, also a Kontaktsprache mehr als eine Pidgin.
Die typischen Merkmale von Petuh finden sich auch im niedersächsischen Dialekt von Engel, die Region südöstlich von Flensburg, wo die Bauern noch ein dänisches (Südjuts) sprach Dialekt. Es ist daher plausibel, dass Petuh ein Übergangsphänomen des Sprachwechsels vom Dänischen zum Deutschen ist. runden 1900 das Großbürgertum in Flensburg sprach Hochdeutsch, die Mehrheit sprach Niedersächsisch. Südjuts wurde in den westlichen und nördlichen Stadtbezirken gesprochen, die an das Land grenzten, und einige Einwohner hatten auch vor Zweiter Deutsch-Dänischer Krieg von 1864 der Beamte reiches dänisch in der Schule gelernt.
Dänen, die Deutsch sprechen, haben oft die gleichen "Fehler" wie Petuh-Sprecher. Petuh ist daher für Dänen mit Deutschkenntnissen recht einfach zu verstehen.
Einige von Petuhs Markenzeichen und -wörtern sind noch immer typisch für Flensburgs deutsche Großstadtdialekte. Wenn solche Wörter aus dem Dänischen stammen, werden sie von anderen Norddeutschen nicht verstanden.
Petuh heute
Die Sprache bzw. der Dialekt Petuh gilt als kulturelles Markenzeichen Flensburgs. Stadtrundgänge gibt es zum Beispiel in Flensburg und Glücksburg mit Petuh-sprechenden Guides.[2]
Flensburg hat ein niederdeutsches Theater, das, Niederdeutsche Bühne Flensburg, obwohl die plattdeutsche Sprache in Flensburg heute tatsächlich weniger verwendet wird als in anderen Teilen Norddeutschlands. Auch Auroren der Niederdeutschen Bühne haben sich dem Petuh verschrieben. Bekannte Vertreter von Petuh sind zum Beispiel Renate Delfs(das) (1925-2018), Hilke Rudolph (Petuh-Name: Frau Christiansen oder „Chrischansen“) und Gerti Molzen.[3] Von diesen und anderen gibt es auch Bücher und CDs mit Geschichten und Dialogen.
Beispiele
- Ist das Sunde! - das ist sehr schade! (Deutsche: Ist das ein Schaden?, Dänisch: Abschrecken synd, auch niederländisch: Das ist eine Schande)
- Das mit dem Jensen ist volle Sünde, nich? – Ärgerlich, was mit Jensen passiert ist, nicht wahr?
- Solche Aggressionen! – Was für ein Stress!
- besüsseln - jemanden pflegen und pflegen
- figellinsch – listig
- Kinner einlegen – Kinder ins Bett bringen inlegen bedeutet einfügen, anders einfügen)
- Nun sollen wir mal sehen und sich lösen. - Jetzt müssen wir nur sehen, dass wir gehen. (Deutsch: Nun sollen wir mal los, Dänisch: Nu skal vi se at komme af sted; das „at“ wird in der Alltagssprache „og“ ausgesprochen, was eigentlich „und“ bedeutet)
- Das ist gut und haben – das ist gut zu haben (Deutsch: Das ist gut zu haben, Dänisch: Det er godt at have, ausgesprochen: Det er godt og have)
- ohueha - ach, och (deutsch: oh, oh du, dänisch: ähh oder äh äh,
- nah – geizig (deutsch: geizig, dänisch: nærig),
- kräsen – wählerisch (deutsch: pingelig, wählerisch, dänisch: kræsen)
- pfeifen – Umzug (deutsch: umziehen, dänisch: flytte)
- Stachel – armes Ding (Deutsch: Armes Wesen, Dänisch: Stakkel)
- gegeben – schreien (deutsch: rufen, weinen, Südjuts Gaff schreit, während Standarddänisch gabe gähnt)
- schlecht zupass, geh zupass – sich schlecht fühlen (dänisch: dårligt tilpas, skidt tilpas)
- schluckohrig – niedergeschlagen, enttäuscht (dänisch: slukøret, aber ursprünglich aus dem Niederdeutschen träge, mit hängenden Ohren)
Das dänische Wort beim (auch) wird für a Infinitiv als "o" ausgesprochen, genau wie das Wort og (und). Im Petuh-Deutsch führte dies zu einer Verwirrung zwischen zu und und, deshalb heißt es un(d) Schalen Anstatt von zu kommen.
Auf Norddeutsch sprechen sie die so vor einem Vokal am Anfang eines ausgesprochenen Wortes (wie z Niederländischz), aber in Petuh ist die so überall stimmlos. Dies weist auch auf dänischen Einfluss hin, denn im Dänischen so ohne Stimme gesprochen. In geschriebenen Texten wird dieser Laut manchmal als . bezeichnet Größe oder ß geschrieben, weil ein deutsches ß immer stimmlos ist.
Der Klang G am Anfang eines Wortes oder einer Silbe wird Petuh im Gegensatz zum Dänischen weich ausgesprochen, aber ähnlich dem Plattdeutschen.
Siehe auch
Quellen
- ↑petuh, Grünseforeningen
- ↑Petuh-Stadtführung mit Frau Chrischiansen (mit Hilke Rudolph), FlensburgerLeben, Facebook
- ↑Flensburger Köpfe: Hilke Rudolph "Was ein Glück und sein wieder in Flensburg", 29.04.2018, Flensburg Journal
- (das) Flensburger Petuha, ostsee.de
- (da) Grænseland-Portal
- (das) Forschungsbericht 2001-2003 der Universität Flensburg, Universität Flensburg
- (da) Sonst Prahl: Petuh-Tante-Snak, rostra.dk, mit Sounddateien von 1984
- Bock, Karl Nielsen: Niederdeutsch auf dänischem Substrat : Studien zur Dialektgeographie Südostschleswigs, Kopenhagen und Marburg, 1933.