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Franz Bock
Franz Bock
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Allgemeine Information
Vollständiger NameFranz Johann Joseph Bock
GeborenBurtscheid, 3. Mai1823
VerstorbenAachen, 30. April1899
StaatsangehörigkeitDeutsche
BerufPriester, Kanon und Kunsthistoriker
Bekannt ausBeschreibung verschiedene Kirchenschätze treasure, unter anderen Schatzkammer der Basilika des Heiligen Servatius und Liebfrauenbasilika, Maastricht
Andere
Religionrömisch katholisch
Portal  Portalsymbol  Kunstkultur

Franz Johann Joseph Bock, normalerweise abgekürzt als Franz Bock (Burtscheid, 3. Mai1823Aachen, 30. April1899) war ein Deutscher Priester, Kanon, Kunsthistoriker und Kunstsammler. In den beiden letztgenannten Funktionen interessierte er sich besonders für religiöse Textilkunst. Darüber hinaus beschrieb er eine Reihe von historischen Kirchenschätze treasure.[1]

Biografischer Entwurf

Bock wurde in Burtscheid bei Aachen als einziges Kind des Rettungsschwimmer Franz Joseph Bock (geb. 1796) und Agnes Dotru, die starb, als Franz Bock noch ein Kind war. Er wurde zunächst von seiner Großmutter, später von seinem Vater aufgezogen. Trotz begrenzter finanzieller Mittel gelang es seinem Vater, Franz eine gute Ausbildung am renommierten Kaiser-Karls-Gymnasium zu ermöglichen.[2] Von 1846–49 studierte er Theologie zum Universität Bonn. Nach einem weiteren Studienjahr beim PriesterSeminar von Köln wurde er 1850 zum Priester geweiht. Von 1850 bis 1853 war er unterKaplan zum St. Dionysius-Kirche im Krefeld.[1] Ab 1854 wirkte Bock als Pfarrer an der St. Albanus-Kirche in Köln. 1862 wurde er Kanoniker an der Kapitel des Aachener Dom.[3]

Bock pflegte enge Freundschaften zu Gleichgesinnten wie dem Kölner ErzbischofJohannes von Geissel, das Bischof von MünsterJohann Georg Müller, das Preußisch Monarch und Premierminister Karel Anton von Hohenzollern-Sigmaringen und andere Mitglieder prominenter Rheinisch und Westfälisch Familien. Außerdem war er mit Künstlern befreundet, wie dem Bildhauersculpt Friedrich Wilhelm Mengelberg und der Goldschmied August Witte.[1]

Obwohl Franz Bock gegen Ende seines Lebens überlegte, nach Italien zu ziehen, starb er 1899 nach einem Lungenentzündung in Aachen. Die Stadt Aachen stiftete ihm ein Ehrengrab auf dem Westfriedhof. Auf dem Friedhof Campo Santo dei Teutonici und dei Fiamminghi im Rom Es gibt eine Bronzetafel mit seinem Namen.[1]

Bock als Kunsthistoriker

Neben seinem spirituellen Werdegang zeigte sich schon früh sein großes Interesse an der Kunstgeschichte. 1852 stellte er in Krefeld eine Ausstellung mit rund 100 mittelalterlichen Kunstschätzen aus verschiedenen Schatzkammern aus der Umwelt. Im selben Jahr gründete er eine Werkstatt, in der Seidenstoffe nach mittelalterlichen Vorbildern gewebt wurden, insbesondere für den liturgischen Gebrauch. 1855 wurde er zum Priester geweiht und Kurator des neu gegründeten Erzbischofsmuseums in Köln ("Diözesan Museum", heute Kolumba). Von 1855 bis 1857 reiste er durch Frankreich und verschiedene andere europäische Länder, studierte die Geschichte der kirchlichen Kunst und sammelte Textilfragmente für das Museum. Regelmäßig schnitt er Fragmente aus historischen Geweben, womit er später den Spitznamen "Rasier-Bock" (Bock-mit-der-Schere) erhielt.[3] Bekannt ist die Geschichte um den berühmten Saint Gereon Teppich[4] des Kirche St. Gereon in Köln den zweitältesten europäischen Wandteppich, den er in vier Stücke schnitt, die dann an vier große Museen für religiöse Kunst verkauft wurden.

Die Ergebnisse dieser Reisen und Studien veröffentlichte er unter anderem im Standardwerk Geschichte des liturgischen Gewandels des Mittelalters, das ab 1859 erschien. Dieses dreiteilige Werk über historische Parameter (Massenroben und andere liturgisch textile Objekte) war die erste wissenschaftliche Arbeit zu diesem Thema.[1] Im Jahr 1860 wurde ein weiteres wichtiges Werk seiner Hand veröffentlicht, auf dem Insignien von dem Heiliges Römisches Reich, Die Kleinodien des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation nebst den Kroninsignien Böhmens, Ungarns und der Lombardei, an dem Bock acht Jahre lang gearbeitet hatte.[5] Im selben Jahr wurde eine prägnante illustrierte Beschreibung der of Aachener Domschatz, anlässlich der Heiligtum. Ein Jahr später beschrieb er die Kunstschätze der Basilika San Marco im Venedig. 1867 wurde der Aachener Domschatz von ihm ausführlicher dokumentiert, während 1870 terwijl das von Köln er war an der Reihe.

1872 veröffentlichte er zusammen mit der Maastricht Kaplan Michael Willemsen, der auch Schatzmeister der Schatzkammer der Kirche St. Servatius, eine wichtige Arbeit über die Kirchenschatz von den beiden ehemaligen Stiftskirchen aus Maastricht. Die Publikation mit 66 Holzschnitten erschien ursprünglich auf Deutsch, ein Jahr später auf Französisch und zwei Jahre später in Kurzform auf Niederländisch und markierte einen Wendepunkt in der Wertschätzung des religiösen Erbes Maastrichts.

Die von Bock zu Lebzeiten gesammelte kunstgewerbliche Sammlung war auf verschiedene Museen verteilt, darunter das Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen, die Kunstwaffenmuseum im Berlin, es Musée national du Moyen Age im Paris und der Victoria und Albert Museum im London.

Veröffentlichungen

  • Die Goldschmiede auf der Höhe ihrer Technischen und ästhetischen Kunst, plastisch nachgewiesen in einer Sammlung von Originalabgüssen der hervorragendsten kirchlichen Gefäße und Geräthschaften vom 10.-16. Jahrhundert, Köln, 1855
  • 'Baldachin-Altäre aus St. Stephan in Wien und aus der Teinkirche zu Prag; oder: who is it mit dem Neubaue von Altären zu halten?', In: Orgel für christliche Kunst, Band 7 (1857), Nr. 21, pp. 241–243 und Nr. 22, pp. 255–258;
  • Das heilige Köln. Beschreibung der mittelalterlichen Kunstschätze in seinen Kirchen und Sakristeien aus dem Bereich der Goldschmiedekunst und der Paramentik, Leipzig, 1858;
  • Das Carolingische Münster zu Aachen und die St. Godehards Kirche zu Hildesheim in ihrer beabsichtigten inneren Wiederherstellung. Praktische Beiträge zur Lösung der Frage: Welche Grundsätze sind bei der inneren Ausstattung und Einrichtung älterer romanischer Kirchen massgebend, Bonn, 1859;
  • Die Musterzeichner des Mittelalters. Anleitende Studienblätter für Gewerbe- und Webeschulen, für Ornamentzeichner, Paramenten-, Teppich- und Tapetenfabrieken nach alten Originalfabrics Eigentümer Sammlung, 8 Versionen, Leipzig, 1859–61;
Titelseite von Geschichte des liturgischen Gewandels des Mittelalters, Bd. 1 (1859)
Holzschnitt in: Die mittelalterlichen Kunst- und Reliquienschätze zu Maestricht (1872): Relikthorn im Schatzkammer der Liebfrauenbasilika (skandinavisch, 10. Jahrhundert), fälschlicherweise von Bock & Willemsen . als "orientalisch" bezeichnet
  • Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters, oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente mit Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung, 3 Bände mit 120 Abbildungen, Bonn 1859/1867/1871;
  • Der Reliquienschatz des Liebfrauen-Münsters zu Aachen in seinen kunstreichen Behältern: zum Andenken an die Heiligthumsfahrt von 1860 (mit Holzschnitt-Abbildungen), Aachen, 1860;
  • Die deutschen Reichskleinodien mit Hinzufügung der Krönungs-Insignien Böhmens, Ungarns und der Lombardei in Schichtlicher, liturgischer und archäologischer Beziehung, Teil 1, Wien, 1860;
  • Die Scriptures A. Reichenspergers und ihre Bedeutung für die christliche Kunst, Wien, 1860;
  • Der Schatz von Sanct Marcus in Venedig (Aufdruck), Wien, 1861;
  • Katalog der Ausstellung von neueren Meisterwerken mittelalterlicher Kunst zu Aachen, eröffnet anlässlich des XIV. General-Versammlung katholischer Vereine, nebst einer artgeschichtlichen Einleitung, Aachen, 1862;
  • Der St. Karls-Teppich in Ausführung von den Frauen und Jungfrauen Aachens, Aachen 1863;
  • ber die christlichen Messkännchen, Wien, 1864;
  • Karls des Grossen Pfalzkapelle und ihre Kunstschätze, Kunstgeschichtliche Beschreibung des karolingischen Octogons zu Aachen, etc., Köln/Neuss, 1866;
  • Das Heiligtum zu Aachen. Kurzgefaßte Angabe und sämtliche Abbildungr "großen und kleinen Reliquien" des ehemaligen Krönungs-Münsters, sowie der vorzüglichsten Kunstschätze daselbst, Köln/Neuss, 1867;
  • Das monumentale Rheinland. Autographische Darstellung der hervorragendsten Baudenkmale des Mittelalters am Rhein und seinen Nebenflüssen in kurzgefasster Description, Köln/Neuss, 1867;
  • Die ehemalige Benediktiner-Abteikirche zu Brauweiler (in der Serie: Rheinlands Baudenkmale des Mittelalters), Köln, 1867–72
  • Album mittelalterlicher Ornament-Stickerei zur Zierde für Kirche und Haus in Autographien nach älteren und neueren Mustervorlagen, Heft 1-3, Aachen, 1866/1869;
  • Der Kunst- und Reliquienschatz des Kölner Doms, Köln, 1870;
  • Der altromanische goldene Altaraufsatz im Münster zu Aachen und seine Wiederherstellung durch die Munifizienz Seiner Majestät des Kaisers (Aufdruck von: Echo der Gegenwart, Nr. 243, 2. Blatt, 3. September 1871), Aachen, 1871;
  • Die mittelalterlichen Kunst- und Reliquienschätze zu Maestricht, aufbewahrt in den ehemaligen Stiftskirchen des hl. Servatius und Unserer Lieben Frau daselbst, Beschreibung der wichtigsten Kunstwerke der Schatzkammer der Basilika des Heiligen Servatius und der Schatzkammer der Liebfrauenbasilika in Maastricht, zusammen mit Michael Willemsen, Keulen/Neuss, 1872 (auf Französisch 1873 veröffentlicht);
  • Der St. Lambertus-Teppich, ein Geschenk der Fürstlich Hohenzoller'schen Familie an die gleichnamige Pfarrkirche in Düsseldorf, Köln/Neuss, 1872 (Online-Text)
  • Karl's des Grossen Heiligthümer zu Aachen : kurze Beschreibung derselben nebst Betrachtungen u. gebissen bei d. offentl. Bestätigung; zur Erinnerung an die Aachener Heiligthumsfahrt im Jahre 1874 mit 30 erklärenden Holzschnitten, Köln, 1874 ( Online-Text)
  • Die St. Helena-Teppiche, angefertigt von den Frauen und Jungfrauen Triers, Trier, 1893;
  • dass Textilene Byssus-Reliquien des christlichen Abendlandes aufbewahrt in den Kirchen zu Köln, Aachen, Cornelimünster, Mainz und Prag, Aachen, 1895;
  • Die byzantinische Zellenschmelze der Sammlung Dr. Alex. von Swenigorodskoi und das darüber veröffentlichte Splendid work, Aachen, 1896
  • Aachener Goldschmiedekunst ehemals und heute. Unter besonderer Berücksichtigung des neuen Altars der h.h. Eucharistie für die Domgruft in Hildesheim, Aachen, 1897;
  • Verzeichnis von scripten über mittelalterliche Kunst und Altertumswissenschaft, erschienen in den Jahren 1852-98, Aachen, 1898.

Externer Link

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