WikiDer > Karl Gebhardt
Karl Gebhardt | ||||
Karl Gebhardt während der Nürnberger Prozesse gegen Nazi-Ärzte | ||||
| Geboren | 23. November1897 Haag in Oberbayern, Deutsches Kaiserreich | |||
| Verstorben | 2. Juni1948, Alliierte Besatzungszonen in Deutschland Landsberg am Lech | |||
| Ruheplatz | MünchenOstfriedhof Plot 8 – Reihe 5 – Grab 1/2 (möglicherweise geräumt.) | |||
| Landschaft | ||||
| Teil | Freikorps | |||
| Dienstjahre | 1933 - 1945 | |||
| Rang | SS-Gruppenführer und Generalleutnant in dem Waffen-SS Allgemeinarztder Reserve (Herr) Generalkommissar | |||
| Auftrag | Arzt von Heinrich Himmler Arzt des Führer: 20. April 1944 - April 1945[1] | |||
| Schlachten/Kriege | Zweiter Weltkrieg | |||
| Auszeichnungen | Siehe Dekorationen | |||
| Andere Arbeit | Professor Der Chirurg Arzt | |||
| ||||
Karl Franz Gebhardt (Haag in Oberbayern, 23. November1897 - Landsberg am Lech, 2. Juni1948) war ein Deutscheder Chirurg und der persönlicher Arzt von SS-Führer Heinrich Himmler.
Jugend, Bildung, Karriere
Gebhardt stammte aus einer Landshuter Ärztefamilie. Sein Vater war von 1912 bis 1916 Hausarzt bei den Eltern von Heinrich Himmler. Er studierte von 1919 bis um 1924 Medizin in München. 1935 wurde er Hausarzt bei Himmler. Er wurde dann auch „Verbindungsmann“ zwischen dem Reichssportführer und Himmler. Noch 1935 wurde er SS-Sturmbannführer in der General-SS (ohne Truppenkommando). 1937 wurde er in Berlin Ernennung zum Professor für orthopädische Operation.
Zu seinen Patienten zählte er unter anderem den Belgier König Leopold III; zwei seiner Kinder: Prinz Baudouin (der spätere König) und Prinzessin Josphine (spätere Ehefrau von Großherzog Johann von Luxemburg); die Frau des königlichen Kommissars für Verwaltungsreform, Camu; und Graf G. de Grunne, Großmeister des Hauses Königin Elisabeth (die Mutter von Leopold III.). Die meisten Patienten gingen zur Behandlung nach Deutschland, aber Gebhardt selbst kam ab 1937 immer wieder nach Brüssel. Am 10. und 11. Juni 1939 sowie Anfang Juli 1939 hielt er sich in Brüssel auf, wo er wiederholt politische Gespräche mit Königin Elisabeth führte. Er übernahm die Verantwortung für die Tuberkulose-Sanatorium in Hohenlychen, die er zunächst in eine orthopädische Klinik umgebaut hatte und dann im Laufe der Zweiter Weltkrieg, ins Krankenhaus der Waffen-SS. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs verkörperte Gebhardt den Präsidenten der Deutschen Rotes Kreuz (DRK), was sich aber später als falsch herausstellte.[2]
Karl Gebhardt war ein Jugendfreund von Heinrich Himmler und Mitglied der Freikorps Oberland, zu dem Himmler und SS-OberstgruppenführerSepp Dietrich gehörte. Er hat auch teilgenommen Hitlers gescheiterter Putschversuch in München auf 9. November1923, war aber nur an 1. Mai1933 Mitglied von NSDAP. Zwei Jahre später trat er der SS bei.
Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg
Gebhardt argumentierte in mehreren KonzentrationslagerExperimente gezielt auf Häftlinge, insbesondere im Konzentrationslager Ravensbrück, bei Hohenlychen, und in Auschwitz. Karl Gebhardt wuchs in seiner Position als Heinrich Himmler Leibarzt eines der bedeutendsten SS-Ärzte. Er begleitete Himmler auf seiner Flucht und war 21 oder 22. Mai1945 im Bremervörde verhaftet.
Auf 9. Dezember1946 begann die Nürnberger Prozessegegen die Nazi-Ärzte, in dem Gebhardt des Todes angeklagt wurde Sulfonamid-Experimente an Frauen KZ-Häftlinge und kriminelle chirurgische Verfahren. Gebhardt wurde auf 20. August1947 vor dem Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit zum Tode verurteilt und 2. Juni1948 im Alter von fünfzig aufgehangen.
Militärkarriere
- SS-Untersturmführer: 29. Juli 1934[1]
- SS-Obersturmführer: 1. Januar 1935[1]
- SS-Sturmbannführer: 20. April 1935[3]
- SS-Obersturmbannführer: 15. September 1935 (direkte Förderung durch Himmler.)
- SS-Standartenführer: 9. November 1936
- SS-Oberführer: 20. April 1938
- SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS: 1. Oktober 1940
- SS-Gruppenführer: 30. Januar 1943
- Generalarzt der Reserve (Herr): 1. März 1943[1]
- Generalleutnant der Waffen-SS: 9. November 1943
Registrierungsnummern
Dekorationen
- Wiederholschnalle am Eisernen Kreuz 1939, 1. Klasse und 2. Klasse[1][4]
- Eisernes Kreuz 1914, 1. Klasse und 2. Klasse
- Ritterkreuz des Kreuzes für Kriegsverdienste mit Schwerter[1][4]
- Kreuz für Kriegsverdienst, 1. Klasse und 2. Klasse mit Schwerter[1][4]
- Ehrenkreuz für den Weltkrieg[1][4]
- Wundabzeichen in Schwarz[1][4]
- Ehrrendegen des Reichsführer-SS[1][4]
- SS-Ehrenring[1][4]
- Sportabzeichen der SA[1]
- Deutsches Kreuz in Silber am 20. April 1944[4]
Literatur
- Freya Klier, Die Kaninchen von Ravensbrück, Droemer-Knaur (München, 1995), ISBN 3-426-77162-4 .
- Alexander Mitscherlich et al., Medizin ohne Menschlichkeit, Fischer Verlag (Frankfurt/Main, 1997), ISBN 3-596-22003-3 (kommentierte Dokumente aus den Nürnberger Prozessen gegen Naziärzte).
- Peter Witte et al., Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1941/42, Hans Christians Verlag (Hamburg, 1999), ISBN 3-7672-1329-X .
- A. DeJonghe, Hitler und das politische Schicksal Belgiens, Antwerpen - Utrecht, 1972, p. 100-106, p. 374
Externe Links
- Zwischenbericht Gebhardts zu seinen Menschenversuchen
- Schäfer, Silke Zum Selbstverständnis von Frauen im Konzentrationslager. Das Lager Ravensbrück 131 S., Dissertation 2002, TU Berlin. (PDFDatei, 741 K B).
- Biografischer Entwurf
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
|
| Siehe die Kategorie Karl Gebhardt von Wikimedia Commons für Mediendateien zu diesem Thema. |