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Kurt Lewin
Kurt Lewin
Kurt Lewin (Mogilno)
Persönliche Informationen
Geburtsdatum9. September1890
Geburtsortmogilno
Sterbedatum12. Februar1947
Ort des TodesNewtonville
StaatsangehörigkeitDeutsch-Amerikanisch
Wissenschaftliche Arbeit
DisziplinPsychologie
Bekannt ausGestaltpsychologie
InstituteUniversität von Iowa, Massachusetts Institute of Technology

Kurt Lewin (mogilno, 9. September1890 - Newtonville, 12. Februar1947) war einer der Gründer der Gestaltpsychologie. Er wurde in Deutschland geboren, wo er 1914 sein Ph.D. an der Universität Berlin. Im 1932 er zog in die Vereinigten Staaten, wo er Professor für Kinderpsychologie an der University of Iowa wurde. Außerdem war er Direktor des Forschungszentrums für Gruppendynamik am Massachusetts Institute of Technology.

Neben der Gestaltpsychologie war Lewin auch für seine sogenannte Feldtheorie bekannt. Es basiert auf einer Analogie zwischen sozialem Druck und physischen Kräften. Dies bedeutet, dass ein Individuum sowohl dem inneren Drang (wie Wünsche und Erwartungen) als auch dem Druck der Umwelt (beispielsweise den Wünschen und Erwartungen anderer) ausgesetzt ist. Dies machte ihn zu einem der Pioniere auf dem Gebiet der Sozialpsychologie, mit als Hauptfach sozialer Druck.

Aktionsforschung

Kurt Lewin ist auch als Begründer der Aktionsforschung bekannt. Das hat er im Artikel gemacht Aktionsforschung und Minderheitenprobleme (Journal of Social Issues, 2:34-46, 1946). Aktionsforschung wird darin als Forschungsmethode beschrieben, bei der der Forscher in das Erforschte eingreift. Die Intervention dient zwei Zwecken: 1) einem Mittel zur Herbeiführung von Veränderungen und 2) der Generierung von Wissen/Theorie.

Lewin ist einer der ersten Psychologen, der auf das oben Genannte aufmerksam macht Aktionsforschung. Wichtig bei diesem Ansatz ist der Forscher, der als eine Art „Social Change Expert“ fungieren muss, der Menschen hilft, ihr Verhalten in Richtung demokratischer Werte und Führung zu ändern. Die T-Gruppe ist ein Beispiel für Aktionsforschung. Lewin strebte auch eine Zusammenarbeit zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung an. Seiner Meinung nach entstehen wissenschaftliche Erkenntnisse am besten durch die Vereinigung der Bemühungen von Akademiker und Praktiker.

Phasen der Verhaltensänderung

Lewin unterscheidet 3 grundlegende Phasen der Verhaltensänderung:

  • Phase 1: Auftauen: Die Menschen müssen sich bewusst werden und sich von unerwünschten Gewohnheiten befreien.
  • Phase 2: Umzug: Die Menschen müssen die erforderlichen Kenntnisse, Einstellungen und Fähigkeiten erwerben.
  • Phase 3: Einfrieren: Das gewünschte Verhalten soll nicht einmalig ausgeführt werden, sondern ein fester Bestandteil der täglichen Aktivitäten werden und bleiben.

In Phase 1 wird der Übergang von unbewusst falsch zu bewusst falsch, in Phase 2 von bewusst falsch zu bewusst richtig und schließlich in Phase 3 von bewusst gut zu unbewusst gut angestrebt.

Diese Basisphasen bilden den Rahmen für die Entwicklung individueller Verhaltensänderungsmodelle wie dem 6-Phasen-Modell von M.F.K. Balsam. (offen sein, verständnisvoll, willig, fähig, tun und ausdauern)

Literaturverzeichnis

Werke von Lewin

  • Eine dynamische Persönlichkeitstheorie (1935)
  • Prinzipien der Topologischen Psychologie (1936)
  • Die konzeptionelle Darstellung und Messung psychischer Kräfte (1938)
  • Feldtheorie des Lernens (1942)
  • Lösung sozialer Konflikte (1947)
  • Feldtheorie in den Sozialwissenschaften. New York: Harper & Brüder (1951)

Über Aktionsforschung

  • GI Susman, RD Evered, Eine Bewertung der wissenschaftlichen Vorzüge der Aktionsforschung. Verwaltungswissenschaft vierteljährlich, 1978.
  • R. L. Baskerville, Untersuchung von Informationssystemen mit Aktionsforschung. Mitteilungen des AIS, 1999
  • R. M. Davison, M. G. Martinsons, N. Kock, Prinzipien der kanonischen Aktionsforschung. Information Systems Journal, 2004, Ausgabe 14, S. 65-86.