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Trivulzio-getijdenboek
Trivulzio Stundenbuch
Trivulzio Stundenbuch
LagerraumKönigliche Bibliothek
HerkunftsortFlandern
Entstehungsdatumca. 1470
ArtBeleuchtete Handschrift auf Pergament
Beteiligte Personen
Kopist(und)Nicolas Spierinc
Belüfter(s)Lieven van Lathem, Simon Marmion, Wiener Meister der Maria von Burgund
Eigenschaften
Größeca. 130×90 mm, 382 Folien,
Format1 Spalte, 16 Zeilen (Kalender 18 Zeilen)
MaterialPergament
Schriftlittera cursiva (Buchstabe bourguignonne)
Belüftungen28 ganzseitige Miniaturen und 16 historisierte Initialen
Einzelheiten
Herkunft2001 von einer anonymen Person an die KB gespendet. Die Familie des Spenders hat es bei einer Auktion gekauft. Davor war es im Besitz von Luigi Alberico Trivulzio (1868-1938). Er erbte es von seinem Vater Gian Giacomo Trivulzio (1839-1902).
Externe Links
PPN311783767
Gesamter Textwww.kb.nl
Portal  Portalsymbol  Literatur

Es Trivulzio Stundenbuch ist ein wichtiges Flämisches belüftetStundenbuch, hergestellt um 1470 von einer Reihe bekannter flämischer Miniaturisten. Es befindet sich jetzt im Niederländische Königliche Bibliothek signiert Den Haag, KB: KW 1900 A 009 (ehemals: SMC 1). Durch eine Schenkung gelangte das Buch 2001 in den Besitz der Bibliothek. Der damalige Besitzer, dessen Familie es familie Handschrift auf einer Auktion gekauft, wollte anonym bleiben. Das Stundenbuch hat seinen Namen von der Mailänder Familie Trivulzio die das Buch viele Jahre in ihrer Sammlung hatte.[1]

In der englischen Literatur ist es Turin-Mailand-Stundenbuch manchmal auch Trivulzio-Stunden benannt, weil auch diese Handschrift zur Sammlung des Trivulzios gehörte.

Beschreibung

Das Manuskript hat die Nummer 319 Pergamentefolia 130 x 90 mm groß. Der Textblock misst c. 78 x 45 mm.[2] Es ist mit schwarzer Tinte in einem Burgunder geschrieben littera hybrida in einer Spalte von 16 Zeilen (18 Zeilen im Kalender). Es wurde geschrieben von Nicolas Spierinc der in Gent arbeitete.[3] Der Text ist in Latein und für den römischen Gebrauch.[4]

Die Handschrift ist reich verziert und enthält 28 ganzseitige Miniaturen und 16 historisierte Initialen. Die Ränder um die ganzseitigen Miniaturen und um den Textblock auf der gegenüberliegenden Seite sind aufwendig mit Akanthusranken, Blättern und Blüten und allerlei Tieren verziert.

Der Kalender nimmt zwei Seiten pro Monat ein und ist bis auf die Zierinitialen „KL“ auf der ersten Seite eines jeden Monats nicht verziert. Der Kalender ist flämisch, nicht alle Tage sind ausgefüllt. Der Kalender enthält nur drei Spalten, die erste mit dem Numerus aureus[5] und der Sonntagsbrief in der zweiten Spalte. In der dritten Spalte steht der Name des Heiligen, dem an diesem Tag gedacht wurde oder des an diesem Tag gefeierten Kirchenfestes.

Geschichte

Der Auftraggeber des Stundenbuches ist unbekannt, neben dem Schreiber Nicolas Spierinck sind auch drei Miniaturisten bekannt, die an der Arbeit mitgewirkt haben. Der Erste, Lieven van Lathem, arbeitete in dieser Zeit in Antwerpen. Der zweite war der Wiener Meister der Maria von Burgund der wahrscheinlich in Gent gearbeitet hat[6], aber darüber gibt es keine Gewissheit. Er hat die Miniatur bei der Freitagskreuzfahrt gemacht. Der dritte Meister war Simon Marmion der in Valencia lebte und arbeitete. Es ist daher schwer zu sagen, dass das Buch in Gent oder in Brügge geschrieben wurde. Nach dem Schreiben, das lose verlangt wahrscheinlich von den verschiedenen Miniaturisten in ihren Ateliers weiter bearbeitet. So entstand das Buch als Gemeinschaftsprojekt in den südlichen Niederlanden.

Die Handschrift befand sich Anfang des 19. Jahrhunderts in der Sammlung von Gian Giacomo Trivulzio in Mailand und gelangte durch ihn zu seinem Sohn Luigi Alberico Trivulzio. Die Sammlung der Trivulzios entstand in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts[7] Es blieb im Besitz der Familie, bis es 1935 von der Stadt Mailand gekauft wurde. Dann erwies sich das Manuskript als spurlos, bis es 2001 vom damaligen Besitzer der KB geschenkt wurde.[1]

Die Datierung des Stundenbuches richtet sich nach den Stilmerkmalen. Auf dieser Grundlage platzieren Kunsthistoriker das Werk zwischen dem Gebetbuch Karls des Kühnen und dem Stundenbuch der Maria von Burgund. Damit liegt das Werk zwischen 1470 und 1475. Diese Datierung wird durch die Mode auf den Miniaturen des Messzyklus bestätigt.[8]

Inhalt

Die mit einem * gekennzeichneten Folia sind ganzseitige Miniaturansichten, die einen neuen Abschnitt oder Abschnitt innerhalb eines Abschnitts des Stundenbuchs einleiten.

  • f1r-f12r: Kalender
  • f13r*-f21v Sonntagsstunden: Gezeiten der Heiligen Dreifaltigkeit
  • f22v*-f29v: Messe der Heiligen Dreifaltigkeit
  • f30v*-f39v: Montag Gezeiten: Gezeiten für die Toten de
  • f40r-f43v: Masse für die Toten[9]
  • f44v*-f51v: Dienstag Gezeiten: Gezeiten des Heiligen Geistes
  • f52v*-f60r: Messe für den Heiligen Geist
  • f59v*-f66v: Mittwochs-Gezeiten: Gezeiten für alle Heiligen
  • f67v*-f75r: Messe für alle Heiligen
  • f76v*-f85r: Donnerstag Stunden: Stunden des Allerheiligsten Sakraments
  • f86v*-f93r: Sakramentenmesse
  • f94v*-f102r: Gezeiten am Freitag: Kleine Fluten des Heiligen Kreuzes
  • f103v*-f109v: Messe vom Heiligen Kreuz
  • f110v*-f119v: Gezeiten am Samstag: Gezeiten der Jungfrau Maria
  • f120v*-126v: Messe der Heiligen Jungfrau Maria
  • f128r-f138v: Suffragie. Jedes Gebet ist mit einer historisierten Initiale illustriert, die den Heiligen darstellt.
    f128r: Gebet zum Erzengel Michael
    f128v: Gebet zum heiligen Petrus
    f129r: Gebet zum Heiligen Christophorus
    f130r: Gebet zum Heiligen Georg
    f131r: Gebet zum Heiligen Sebastian
    f132r: Gebet zum Heiligen Adrian
    f132v: Gebet zum Heiligen Kornelius
    f133r: Gebet zum Heiligen Nikolaus von Myra
    f133v: Gebet zum Heiligen Nikolaus von Tollentino
    f134v: Gebet zum Heiligen Antonius dem Bekenner
    f135r: Gebet zum heiligen Eligius
    f135v: Gebet zum Heiligen Bavo
    f136r: Gebet zur Heiligen Maria Magdalena
    f137r: Gebet zur Heiligen Katharina
    f137v: Gebet zur Heiligen Barbara
    f138r: Gebet zum Heiligen Flucht (Wilgefortis)
  • f139v*-f155v: Gebete an Maria
    f139v-f144r: Stabat Mater Dolorosa
    f149r-f152v: Obsecro-Te
    f153r-f155v: O Intemerata
  • f144v-f148r: Leer
  • f157v-f166r: Auszüge aus den Evangelien
    f157v*-f159r: Auszug aus dem Johannes-Volgens-Evangelium
    f159v*-f161r: Auszug aus dem Lukas-Evangelium
    f161v*-f163v: Auszug aus dem Matthäus-Evangelium
    f164v*-f165v: Auszug aus dem Markusevangelium
  • f166v-f238r: Kleines Amt Unserer Lieben Frau nach römischem Brauch
    f166v*-f185v: Mary Tides – machen
    f186v*-f198v: Gezeiten Mariens - lauden
    f199v*-f204r: Gezeiten Mariens - Ahle
    f205v*-f210r: Gezeiten Mariens - dritte
    f211v*-f216r: Gezeiten Mariens – sechste
    f217v*-f222r: Gezeiten Mariens – keiner
    f223v*-f231r: Gezeiten Mariens – Vesper
    f232v*-f238r: Gezeiten Mariens – Komplett
    f239r-f247r: Marienstunden – besondere Gebete zum Advent
  • f248v*-f259v: Bußpsalmen
  • f260r –f270r: Litanei Allerheiligen
  • f271v-f318v: Todeswache

Miniaturisten

Dieses Stundenbuch ist das Ergebnis eines gemeinsamen Projekts von drei großen Meistern der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, nämlich Simon Marmion, Lieven van Lathem und der Wiener Meister der Maria von Burgund. Dieselben Künstler arbeiteten auch an der Stundenbuch der Maria von Burgund. Auch der Kopist war derselbe, nämlich Nicolas Spierinck.

Simon Marmion war verantwortlich für den Zyklus in den Stunden Mariens und das Beten König David am Anfang der Bußpsalmen (f248v). Der Wiener Meister fertigte in der Handschrift nur eine Miniatur an, nämlich die Kreuzigung zu Beginn der Kreuzflut (f94v). Lieven van Lathem war der Autor der anderen ganzseitigen Miniaturen und der ungewöhnlichen Bilder, die den Texten der Messen vorangehen.[2]

Der Zyklus mit den klassischen Marienbildern, die die Stunden der Muttergottes schmücken, scheint aus einem Musterbuch zu stammen. Sie sind den entsprechenden Drucken in den Berlaymont-Gezeiten sehr ähnlich[10] Die Figuren und deren Körperhaltung sind oft identisch, die Kleidung hingegen ist meist anders ausgearbeitet. Auch die Landschaften und Gebäude sind in beiden Handschriften sehr ähnlich.[2]

Lieven van Lathem zog dann auf das Gebetbuch, für das er gemacht hatte Karl der Kühne[11] Die Miniaturen der Dreifaltigkeit (f13v), Allerheiligen (f59v), Johannes auf Patmos (f157v), Maria mit Kind und musizierenden Engeln (f110v) und St. Georg und der Drache (f130r) sind alle Variationen der Miniaturen derselben Namen im Gebetbuch von Karel. Die Miniatur zu den Sonntagsstunden der Heiligen Dreifaltigkeit (f13v) hat eine ganz besondere Ikonographie, da der Heilige Geist statt der traditionellen Taube als bärtiger Engel dargestellt wurde.

Vermutlich waren auch Van Lathem und sein Atelier für einen Großteil der Bordürendekoration verantwortlich. Das Duellieren, Musizieren und allerlei menschliche Aufgaben Droller und Affen sind das Markenzeichen dieses Künstlers.[2] Van Lathem war auch der Designer des Miniaturzyklus, der als Einführung in die täglichen Messen diente. Dabei ging er von der damaligen Messebeobachtung aus und entwarf einen Zyklus mit Höhepunkten aus der damals üblichen liturgischen Feier. Er geht immer von einem männlichen Gläubigen aus, der die Messe besucht und zeigt, was er sieht oder an dem er teilnimmt, wie bei der Kommunion. Seine Miniaturen zeigen uns komplexe räumliche Darstellungen von Kircheninnenräumen aus unterschiedlichen Blickwinkeln.[2] Die Miniatur zu Beginn der Stunden aller Heiligen gilt als vom Genter Altar der Gebrüder Van Eyck inspiriert.[12]

Die Kreuzigung, die der Wiener Meister der Maria von Burgund gemalt hat, erinnert laut Kunsthistorikern wie die entsprechende Miniatur im Stundenbuch der Maria von Burgund stark an die Kreuzigung auf dem Kalvarienberg-Triptychon von Joos van Gent.[2]

Bilder

Siehe die Kategorie Trivulzio Stundenbuch - Königliche Bibliothek Frau SMC 1 von Wikimedia Commons für Mediendateien zu diesem Thema.

Web-Links

Das gesamte Stundenbuch von Trivulzio kann auf der Seite Website der KB