WikiDer > Archetyp (Modell)
EIN Archetyp (griechisch: loslegen, Quelle) ist ein idealisiertes Urmodell, das späteren Varianten zugrunde liegt. Personifikationen, Objekte oder Konzepte aus dem kulturellen Tradition, (Theater, das Literatur, das Mythologie, Religion) oder sogar Geschichte (Helden) kann als Archetyp dienen. Es gibt auch archetypische Städte: Venedig als ultimative Wasserstadt oder Paris als ultimative Metropole.
Philosophie
In der Philosophie taucht der Archetyp nach langer Zeit wieder auf Descartes, John Locke und Immanuel Kant. Der Anfang von Kants sog kritische Periode ist datiert, als er seinem Freund Marcus Herz einen Brief schickte (Februar 1772), in dem die Unterscheidung zwischen den sog Intellectus Ektypus und der intellektuell archetypisch wurde gemacht. Es sind die zwei Arten des Intellekts, wie sich der Mensch nach Kant seinen eigenen Geist vorstellen kann. Der erste betrachtet die Dinge als Kopien oder Drucke der Realität selbst, während der "intellectus archetypus" betrachtet die Dinge als die platonische Ideen, die Archetypen, die den (rationalen) Verstand füllen. (die Dinge der Intellectus Ektypus füllen das empirische Verständnis in dieser Darstellung). Wo in der Philosophie die Frage lautet: "Wie können wir eigentlich wissen, was wir zu wissen glauben?" Es ist daher von größter Bedeutung zu wissen, in welcher Art von Geist man diese Dinge tatsächlich verortet, im platonischen (archetypischen) oder im empirischen (ektypischen) Geist.
Jungianische Archetypen
Carl Gustav Jung hat den Archetyp als Teil seiner verwendet analytische Psychologie. In diesem psychologischen Rahmen sind Archetypen angeborene Möglichkeiten, durch die sich Bilder in ähnlicher Weise entwickeln. Sie sind unbewusste, universelle Ideenmuster. Sie kommen nicht alleine Mythen und andere universelle Geschichten wie Märchen ausgedrückt, aber auch in träumen. Jungs Entwicklungspsychologie geht also nicht von der Psyche aus wie tabula rasa, was die meisten Tiefenpsychologen seiner Zeit taten.
Archetypen werden unabhängig vom menschlichen Willen aktiviert, oft als Ausgleich zu einseitiger psychischer Aktivität. Es ist jedoch nicht das Bild oder der Ausdruck selbst, der den Archetyp ausmacht: Es ist ein Körper psychischer Energie, eine Art Verbindung in der Psyche, die mit der kollektiven Unbewussten, die eine konkrete Deutung aus dem Unbewussten überhaupt erst möglich macht.
So wie der Körper bei der Geburt die gleiche Grundform aufweist, so ist auch die Psyche in gewisser Weise strukturiert. Die gemeinsamen Strukturen des kollektiven Unbewussten, die Archetypen, wurden durch die ähnlichen Erfahrungen aller Menschen zu allen Zeiten gleichsam in die Psyche eingegraben. So wie die Instinkte Tiere zu einem ähnlichen automatischen Verhalten treiben, so werden auch Menschen von den sogenannten Archetypen zu einem automatischen Denk- und Gefühlsmuster getrieben. Es gibt zum Beispiel „die Mutter“, „das Kind“, Archetypen, die die Menschen mit sich herumtragen, weil die Menschen aller Zeiten mit Müttern und Kindern zu tun hatten. In der Intensität der Erfahrung jedoch transzendiert der Archetyp die wirkliche Mutter. Archetypen sind sozusagen leere Formen, die erst dann zu Fleisch und Blut werden, wenn sie beschworen und dann nach außen projiziert werden. Bestimmte Menschen, Orte, Situationen, Gerüche können zum Beispiel genau das haben, was den Archetyp erweckt. Die Hauptfiguren in Film und Medien können wohl bei vielen Menschen einen bestimmten Archetyp berühren und sind gerade deshalb so attraktiv oder erschreckend.
Der Archetyp verleiht der Person, auf die er projiziert wird, immer einen übernatürlichen Glanz. Diese Brillanz verzaubert, weil sie etwas Anziehendes, Faszinierendes und zugleich Erschreckendes und sogar Erschreckendes hat. Diese mehrdeutige Wirkung des Archetyps und sein unbewusstes Wirken machen eine archetypische Projektion bindefähig. Daraus lässt sich die destruktive Ausstrahlung mancher Führungstypen und die Suchtfähigkeit mancher Schwärmereien erklären.
Über Jungs Vorstellung von Archetypen gibt es viele Missverständnisse. Beispielsweise wird oft von Archetypen gesprochen, aber Jung hat diesen Begriff nur in seinen früheren Arbeiten verwendet. Später distanzierte er sich von diesem Begriff und sprach nur noch von Archetypen. Es wird auch oft angenommen, dass voll entwickelte mentale Bilder vererbt werden. Aber diese latenten Bilder, Formen ohne Inhalt, werden persönlich ausgefüllt: So wird das vorgeformte, archetypische Bild der Mutter eines Kindes durch das Auftreten und Verhalten der wirklichen Mutter zu einem endgültigen Bild. In seinen Erinnerungen schreibt Jung nach seiner Nahtoderfahrung im Jahr 1944, dass ein Mensch, der wirklich in seiner Urform erscheint, von seiner Inkarnation(en) losgelöst ist und daher stirbt.
Bei einem Archetyp hingegen besteht immer die Möglichkeit, die gleichen Bildtypen zu bilden. Jung schreibt auch, dass es Archetyp an sich ist nicht vorhanden. Es ist nur eine Art Blaupause aus dem kollektiven Unterbewusstsein, die je nach Zeit, Ort und Kultur unterschiedlich ausgefüllt wird und doch immer erkennbar bleibt.
Eine Gruppe von Erinnerungen, die mit einem Archetyp verbunden sind, ist Jung ein Komplex genannt, zum Beispiel die Mutterkomplex das hängt mit dem zusammen Archetyp der Mutter. Jung verglich die Rolle von Archetypen in der Psyche mit der Funktion von Organen im Körper. Ihm zufolge sind beide Evolution stammen.[1]
Fünf große Archetypen nach Jung
- Das Persona: die Fassade, die ein Mensch nach außen zeigt, entspricht nicht seinem wahren Selbst;
- Das Schatten: die dunkle Seite des Unbewussten;
- Das Animation (weiblicher Teil der Psyche): dieser ist bei beiden Geschlechtern vorhanden, bei Männern aber das unbewusste Gegenteil;
- Das Animus (männlicher Teil der Psyche): dieser ist bei beiden Geschlechtern vorhanden, aber bei Frauen der unbewusste Gegenpol;
- Es Selbst: Einzelperson, Gesamtpersönlichkeit.
Symbole aus dem Unbewussten nach Jung
- Es Kind, beispielsweise Harry Potter, Krume, Whiskey.
- Das Held, beispielsweise Herakles, siegfried, Theseus, David, Beowulf, Batman, Sternchen, Tintin, Luke Skywalker
- Das Große Mutter, die gute Mutter oder der Zerstörer. Beispiele:
- Der weise alte Mann zum Beispiel Moses, Konfuzius, Laozien, Gandalf, das Papst, Sankt Nikolaus, Dumbledore, Obi Wan Kenobi
- Das Gauner, beispielsweise Reinaart de Vos, Tijl Ulenspiegel, Felix Krull, Hermes, Loki.
- Das Puer Aeternus, Latein für ewige Jugend zum Beispiel Narzisse, Adonis, Peter Pan.
- Das Schöne Jungfrau, beispielsweise Maria, Er ist, Jeanne d'ArcHeilige Sophia, persönlich.
- Die Syzygy, das göttliche Paar zum Beispiel Janus, Hermaphrodit und Aion.
Rhetorik
In der politischen Rhetorik werden manchmal Archetypen verwendet, wenn Bilder als Debattentechnik verwendet werden. Barack Obama beispielsweise verwendet in seinen Reden in Wahlrunden Joe der Klempner als Vorbild und Geert Wilders Henk und Ingrid.
Quellen
FußnotenLiteratur
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