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Jungfrauental | ||||
Jungfrauental | ||||
| Geografische Informationen | ||||
| Ort | Brügge | |||
| Nachbarschaft | Saint-Gilles | |||
| Loslegen | Nord-Gistelhof | |||
| Ende | St. Clara Straße | |||
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Jungfrauental ist eine kurze Straße im historischen Zentrum von Brügge.
Beschreibung
Der Name dieser Straße, deren älteste Erwähnung aus dem Jahr 1361 stammt, hat die lokalen Kenner lange Zeit verwirrt. Karel DeFlo und Albert Schouteet waren überhaupt nicht klar. Virgendal bezieht sich wörtlich auf einen Wohnsitz von jungfräulichen Frauen, zum Beispiel Ordensfrauen oder jungen Mädchen. Im Oudenaarde (Virgendale) und auch in oplinter (Jungfrauental) existierte seit dem 13. Jahrhundert eine Frauenabtei mit diesem Namen. In der Brügge Straße Maagdendal wurde jedoch nie ein Frauenkloster gegründet. Auch die Abteien von Oudenaarde oder die von Oplinter besaßen, soweit bekannt, in dieser Straße keine Besitztümer.
Albert Schouteet schlug vor, dass sich der Straßenname auf das 1559 erwähnte Haus mit diesem Namen bezogen haben könnte: in der geraden Straße, die 't Maechdendal heißt, naesten huuse gheheeten 't Maechdendal. Der Straßenname ist jedoch mindestens zwei Jahrhunderte älter! Außerdem ist nicht bekannt, ob der Hausname auch älter als 1559 ist. Es scheint also eher, dass das Haus den Straßennamen übernommen hat und nicht umgekehrt.
Die Forschungen des Historikers Guy Dupont zur Prostitution im mittelalterlichen Brügge haben dieses Mysterium neu beleuchtet. Denn wie sich herausstellte: Das Maidendal und die umliegenden Straßen bildeten Ende des 14. und 15. Jahrhunderts das berühmteste – und berüchtigtste – Prostitutionsviertel in Brügge. Zwischen 1398 und 1484 kassierte das Gericht von Brügge nicht weniger als 109 Geldstrafen wegen Prostitution oder Betrieb eines Bordells im Maiden Valley. 1465 gab es auch ein Ofen- oder Badehaus namens "in 't Lam", in dem (männliche) Kunden übernachteten. Die Straße war oft Schauplatz nächtlicher Schlägereien, wie die erhaltenen Gerichtsberichte belegen. 't Maagdendal muss ein ironischer Name für eine Straße gewesen sein, die im mittelalterlichen Brügge in Wirklichkeit alles andere als jungfräulich war.
Literatur
- Karel DEFLOU, Wörterbuch der Toponymie (...), Band 9, Brügge, 1929.
- Albert SCHOUTET, Die Straßennamen von Brügge. Herkunft und Bedeutung, Brügge, 1977, ISBN 9789062675036 .
- Kerl DUPONT, Verführerinnen, Huren und Spekulanten. Prostitution in Brügge während der Burgunderzeit, Brügge, 1996, ISBN 9789069661117.
Straßen und Plätze in Brügge mit einem Artikel auf Wikipedia: