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Gerhard Ertl
Nobelpreisträger Gerhard Ertl
10. Oktober1936
Gerhard Ertl im Jahr 2007
GeburtslandDeutschland
GeburtsortStuttgart
NobelpreisChemie
Jahr2007
Grund"Für seine Studien chemischer Prozesse auf festen Oberflächen."
VorgängerRoger Kornberg
NachfolgerOsamu Shimomura
Martin Chalfie
Roger Tsien
Portal  Portalsymbol  Chemie

Gerhard Ertl (Stuttgart, 10. Oktober1936) ist ein deutscher Physiker. Er hat die . entwickelt Oberflächenchemie sehr geholfen. Von 1986 bis 2004 war er Direktor des Lehrstuhls für Physikalische Chemie der Fritz-Haber-Institut in Berlin. 2007 erhielt er den Nobelpreis für Chemie.

Biografie

Gerhard Ertl wurde am 10. Oktober 1936 in Stuttgart-Bad Cannstatt geboren, Teil von Stuttgart. Kurz vor dem Ende der Grundschule zog seine Familie nach Fellbach, fünf Kilometer entfernt. Er absolvierte das Kepler-Gymnasium in Bad Cannstatt.

1955 begann Gerhard Ertl ein Studium der Physik an der Universität Stuttgart. Er studierte auch an zwei anderen Universitäten, 1957/58 an der Sorbonne in Paris und 1958/59 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1961 erhielt er sein Diplom in Physik. Er schloss sein Studium mit "Eine Temperatursprung method zur Untersuchung schneller Dissoziationsreaktionen mit Hilfe eines Mikrowellen Impulses" ab Mikrowelle Impulse). Dabei unterstützte ihn Heinz Gerischer vom "Max-Planck-Institut für Metallforschung" in Stuttgart. 1962 ging Gerhard Ertl mit Heinz Gerischer zu München, der Professor an der wurde Technische Universität München. Er arbeitete mit ihm bis 1965 an seinem These im Fachgebiet Physikalische Chemie „Über die Kinetik der katalytischen Oxidation von Wasserstoff an Germanium-Einkristallen“ (zur Kinetik der katalytischen Oxidation von Wasserstoff auf Germanium Einkristalle). Ihm wurde der Grad eines Doktors der Naturwissenschaften verliehen.

Gerhard Ertl ist an der TU München geblieben und hat seinen in zwei Jahren gemacht Habilitation von „Untersuchung von Oberflächenstrukturen und -reaktionen mittels Beugung langsamer Elektronen“ Beugung langsamer Elektronen). Er arbeitete bis 1968 als Lehrer in München, danach wurde er Professor an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität von Hannover und Leiter des Instituts für Physikalische Chemie und Elektrochemie. 1973 kehrte er nach München zurück und folgte Georg-Maria Schwab als Professor und Leiter des Instituts für Physikalische Chemie der Ludwig-Maximilians-Universität im München.

In den Folgejahren war er mehrfach Gastdozent an der Vereinigte Staaten: 1976/77 at Caltech in Pasadena, 1979 an der University of Wisconsin-Milwaukee und 1981/82 at Universität von Kalifornien, Berkeley. 1986 wurde ihm eine Honorarprofessur an der Freie Universität Berlin als Technische Universität Berlin. sein emeritierter Status 2004 war er einer der Direktoren des Fritz-Haber-Instituts in Berlin ebenso wie Heinz Gerischer, der die Abteilung Physikalische Chemie leitete. 1996 wurde ihm eine Honorarprofessur an der Humboldt-Universität aus Berlin und war dann an alle drei Berliner Universitäten angegliedert.

Gerhard Ertl ist an der Herausgabe von fünf Zeitschriften im Bereich der physikalischen Chemie und der Oberflächenchemie beteiligt. Er ist Mitglied des Editorial Boards von neun internationalen Zeitschriften, darunter Angewandte Chemie und Wissenschaft. Er ist in der "Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ)" und der "Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)" tätig. Von 1995 bis 2001 war er Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Performance

Während seiner Habilitation Gerhard Ertl war einer der ersten in Deutschland, der niederenergetische Elektronenbeugung (LEED) Geräteoberflächen untersucht. So begann er das Studium der Oberflächenchemie in Deutschland. Sein erster bahnbrechender Artikel erschien 1966 in der Zeitschrift „Surface Science“, deren Herausgeber er von 1977 bis 1986 war. Der Artikel beschrieb Oberflächenstrukturen und Oberflächenreaktionen auf Kupfer (Cu) Einkristalle.

Gerhard Ertl beschäftigte sich mit dem Studium der elementaren Schritte von Oberflächenreaktionen und der Struktur von Adsorptionen. Zunächst untersuchte er die Reaktionen kleiner Moleküle auf den Oberflächen von Metallen und Legierungen. Er hat die Oxidation von Kohlenmonoxid (CO) zu Kohlendioxid (CO2) auf der Oberfläche von Einkristallen. Er untersuchte, bei welchen Geschwindigkeitsschwingungen CO2Produktion stattfand. Ziel seiner Studie war es immer, Einblicke in den Mechanismus der heterogenen Katalyse.

Ein Höhepunkt war eine Reihe von Veröffentlichungen in den 1970er Jahren zum Mechanismus der Ammoniaksynthese, auch der Haber-Bosch-Verfahren erwähnt. Die Haber-Bosch-Ammoniak-Synthese beschreibt die Reaktion von Wasserstoffgas und Stickstoffgas zu Ammoniak auf der Oberfläche von Eisenpartikeln. Dieses Verfahren wird zur Herstellung von Dünger. Das Verständnis dieses Mechanismus ist seither ein begehrtes Ziel Fritz Haber entdeckte dieses technisch und wirtschaftlich wichtige Verfahren 1905. Ertl versuchte eine Antwort auf die Frage zu finden, welcher Reaktionsschritt bei der Ammoniaksynthese der langsamste war, und so Geschwindigkeitsbegrenzung war für den ganzen Umbau. Eine genaue Untersuchung zeigte, dass die Aufspaltung des Stickstoffmoleküls an der Eisenoberfläche in zwei separate Stickstoffatome der geschwindigkeitsbestimmende Schritt war.

Gerhard Ertl sieht in seiner Forschung schnell Anwendungsmöglichkeiten für moderne Techniken. Kurz nach dem ersten die Beschreibung eines funktionierenden Rasterkraftmikroskop durch Gerd Binnig und Heinrich Rohrer 1982 kaufte er es für seine Gruppe. Dadurch wurde die Möglichkeit geschaffen, Diffusionsprozesse zu visualisieren. Der Einsatz der Femtosekunden-Lasertechnologie ermöglichte die Erforschung sehr schneller Oberflächenreaktionen.

Neben der grundlegenden Erforschung von Modellkatalysatoren interessierte sich Gerhard Ertl schon immer für reale Katalysatoren. Zusammen mit Helmut Knözinger und Jens Weitkamp hat er die fünfbändige Enzyklopädie „Heterogeneous Catalysis“ (Handbuch der heterogenen Katalyse), ein Standardwerk auf diesem Gebiet.

Auszeichnungen und Ehrungen

Ertl ist ordentliches Mitglied der „Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina“, der „Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften“ und der „Academia Europaea“. Er ist Mitglied der "Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft", der "Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW)", der "Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BADW)" und der "Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften" und der Royal Society of Edinburgh (RSE )“ und Mitglied der „American Academy of Arts and Sciences“.

Neben seinen Professuren an drei Berliner Universitäten wurde Gerhard Ertl fünfmal die Ehrendoktorwürde verliehen: 1992 von der Ruhr-Universität Bochum, 2000 von der Westfälische Wilhelms-Universität Münster und 2003 vom Belgier Katholische Universität Löwen, vom Schwedischen Technischen Gymnasium Chalmers in Högskola und dem Dänischen Universität Aarhus.

1985 erhielt Gerhard Ertl die "Carl-Friedrich-Gauß-Medaille" der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft. 1987 erhielt Gerhard Ertl die Liebig-Denkmünze des Vereins Deutscher Chemiker. 1992 erhielt er die "Bunsen-Denkmünze" der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie, deren Ehrenmitglied er seit 2006 ist. 1992 erhielt er außerdem den Japan-Preis und das "Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland".

Am 10. Oktober 2007 erhielt er den Nobelpreis für Chemie für seine Forschung zu „Chemical Processes on Solid State Surfaces“, am 27. November 2007 erhielt Ertl den Otto-Hahn-Preis.Am 8. April 2008 erhielt Ertl mit Peter Grünberg aus den Händen der Bundespräsident von DeutschlandHorst Köhler es Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Am 26. April 2008 erhielt er vom Premierminister Günther Oettinger das Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg.Am 27. September 2008 wurde in Sprendlingen eine IGS-Schule eröffnet Mainz-Bingen im Beisein der Familie Ertl und vieler Ehrengäste umbenannt in "IGS Gerhard Ertl"[1].

Arbeiten

Artikel

  • G. Ertl: Kinetik des Zerfalls von N2O an Germanium-Spaltflächen. Z.Phys. Chem.-Nr. N. F. (Frankfurt) 50 (1966), 46–59.
  • G. Ertl: Untersuchung von Oberflächenreaktionen an Kupfer mittels Beugung langsamer Elektronen (LEED). Teil I: Surfen. szi. 6 (1967), 208–232; Teil II: Surfen. szi. 7 (1967), 309–331.
  • G. Ertl: Elementarprozesse an Gas/Metall-Grenzflächen. anw. Chem.-Nr. 88 (1976), 423–433.
  • M. Grunze, F. Bozso, G. Ertl, M. Weiss: Wechselwirkung von Ammoniak mit Fe(111)- und Fe(100)-Oberflächen. App. Surfen. szi. 2 (1978), 241-265.
  • M. Weiss, G. Ertl, F. Nitschke: Adsorption und Zersetzung von Ammoniak an Fe(110). App. Surfen. szi. 2 (1979), 614–635.
  • G. Ertl: Kinetik chemischer Prozesse auf wohldefinierten Oberflächen. In: J. R. Anderson, M. Boudart (Hrsg.): Katalyse: Wissenschaft und Technologie. bd. 4, Springer, Heidelberg 1983, S. 209–282.
  • G. Ertl: Metallcluster und Metalloberflächen. In: L. Guczi, H. Knözinger, B.C. Gates (Hrsg.): Metallcluster in der Katalyse. Elsevier, Amsterdam 1986, S. 577–604.
  • G. Ertl: Phasenumwandlung und Selbstorganisation in Chemical Systems System. In: K. Hierholzer, H.-G. Wittmann (Hrsg.): Phasensprünge und Stetigkeit in der natürlichen und kulturellen Welt. löschen. Verlagsges., Stuttgart 1988, S. 237–255.
  • G. Ertl: Die oszillierende katalytische Oxidation von Kohlenmonoxid auf Platinoberflächen. In: P. Gray, G. Nicolis, F. Baras, P. Borckmans, S.K. Scott (Hrsg.): Räumliche Inhomogenitäten und transientes Verhalten in der chemischen Kinetik. Manchester University Press, Manchester 1990, S. 6565–6579.
  • G. Ertl: Elementare Schritte der Ammoniaksynthese: Der oberflächenwissenschaftliche Ansatz. In: J. R. Jennings (Hrsg.): Katalytische Ammoniaksynthese: Grundlagen und Praxis. Plenum Press, New York 1991, S. 109–132.
  • G. Ertl: Heterogene Katalyse: Von Goethe zur „kalten“ Fusion. In: Generalverwaltung der MPG (Hrsg.): Max-Planck-Gesellschaft Jahrbuch 1990. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1990, S. 36–49.
  • G. Ertl: Oszillationskinetik und raum-zeitliche Selbstorganisation bei Reaktionen an festen Oberflächen. Wissenschaft 254 (1991), 1750-1755.
  • G. Ertl: Grenzen naturwissenschaftlicher Voraussagbarkeit. In: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Hrsg.): Grenzen erkennen – Grenzen setzen? Studium Allgemeines Sommersemester 1994. Universitätsverlag C. Winter - Programm „Heidelberger Verlagsanstalt“, 1995, S. 63–68.
  • G. Ertl: Was die Welt im Innerstenziemmenhält - 50 Years Erforschung der unbelebten, irdischen Natur in der Max-Planck-Gesellschaft. Im: Forschung an den Grenzen des Wissens. 50 Jahre Max-Planck-Gesellschaft. 1948-1998. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1998, S. 93–109.
  • G. Ertl: Heterogene Katalyse: Von der „schwarzen Kunst“ zum atomaren Verständnis. In: E. Keinan, I. Schechter (Hrsg.): Chemie für das 21. Jahrhundert. Wiley-VCH, Weinheim-New York 2001, S. 54–69.
  • G. Ertl: Ammoniaksynthese - heterogen. Drin. Horvath (Hrsg.): Enzyklopädie der Katalyse. bd. 1, John Wiley & Sons, Hoboken/NJ 2003, S. 329–352, ISBN 0-471-24183-0 .

Bücher

  • G. Ertl, J. Küppers: Niederenergetische Elektronen und Oberflächenchemie. 2. voll. überarb. Auflage. Verlag Chemie, Weinheim 1985 (1. Auflage 1974), ISBN 3-527-26056-0 .
  • T. N. Rhodin, G. Ertl (Hrsg.): Die Natur der chemischen Oberflächenbindung. Nordholland, Amsterdam 1979.
  • H. P. Bonzel, A. M. Bradshaw, G. Ertl (Hrsg.): Physik und Chemie der Alkalimetalladsorption. Elsevier, Amsterdam 1989.
  • G. Ertl, H. Knozinger, J. Weitkamp (Hrsg.): Handbuch der heterogenen Katalyse. Bd 1–5. Wiley-VCH, Weinheim 1997, ISBN 3-527-29212-8.
  • G. Ertl, H. Knozinger, J. Weitkamp (Hrsg.): Umweltkatalyse. Wiley-VCH, New York-Weinheim 1999, ISBN 3-527-29827-4.
  • G. Ertl, H. Knozinger, J. Weitkamp (Hrsg.): Herstellung fester Katalysatoren. Wiley-VCH, New York-Weinheim 1999, ISBN 3-527-29826-6.

Verweise

Literatur

  • J.Phys. Chem.-Nr. B 108 (2004) 14183–14215 (Englisch).

Externe Links