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Herman Wirth
Herman Wirth mit seiner Erzlaute als Mitglied der Dietsche Zugvögel, März 1920

Hermann Felix Wirth (Utrecht, 6. Mai1885Kusel, 16. Februar1981), offiziell Hermann Felix Wirth, auch nach 1945 Herman Wirth Roeper Bosch, war ein Niederländisch-Deutschegermanistisch, antiquarisch, Musikwissenschaftler und Amateurmusiker.[1] Er war einer der Pioniere der Drittes Reich, wurde aber bereits 1938 abgelenkt. Er wurde am besten als Mitbegründer der . bekannt Deutsches Ahnenerbe und Forscher von Symbole aus Volkskunst und Archäologie. Wirths symbolhistorisches von ideografisch Im Dritten Reich nahm die Methode richtig Fahrt auf. Seine Sammlung prä- und paläohistorischer Inschriften war berühmt.

Sein Name ist vor allem in den Niederlanden mit seinen Reflexionen über die Oera Linda Buch (Die Ura Linda Chronik, 1933), in dem er die Authentizität dieses Buches verteidigt. In seinen Werken zur Vorgeschichte der westlichen Zivilisation weiß er es Friesen ein großer Ort. Seine Theorie einer prähistorischen Atlantische-nordische Zivilisation, Hyperborea oder Thulea, die als Grundlage der westlichen Kultur gilt, ist nicht nur in radikalen politischen Bewegungen einflussreich, sondern auch in der Science-Fiction. Sollen verschwunden sein Palästinabuch spielt eine Rolle dabei Verschwörungstheorien. Seine Gedanken zum ario-germanischen Ursprung des Christentum mach mit Neuheidentum.

Wirths Bücher werden noch gelesen, beide in esoterisch und ökologischen Kreisen wie von Unterstützern von Äußerst richtig. Seine Arbeit ist eine wichtige Inspirationsquelle für die Anhänger der esoterischNeonazis und dafür Neo-Eurasianismus in dem Russische Föderation. Seine geopolitischen Theorien werden hauptsächlich von russischen Wissenschaftlern studiert. Innerhalb der Feminismus er hat sich einen Namen gemacht durch sein Eintreten für die Matriarchat.

Bedeutung

Wirths Studium ist ein Lehrbuchbeispiel für Pseudowissenschaft. Seine Theorien sind spekulativ, rassistisch und antisemitisch, aber sie fanden viel Resonanz bei der Öffentlichkeit. Berufsforscher beschuldigten ihn nicht zu Unrecht der Phantasie, Dilettantismus und Eklektizismus. Er verschmolz heterogene Daten auf der Grundlage äußerer Ähnlichkeiten oder Analogien zu einem System, ohne viel Rücksicht auf den Kontext oder alternative Interpretationen zu nehmen.

Im Zentrum von Wirths Arbeit steht das Studium von Schriftzeichen und Symbole (Schrift- und Sinnbildforschung), deren tiefere Bedeutung im Unterbewusstsein der Bevölkerung gespeichert ist und über die Jahrhunderte gleich geblieben ist. Er nannte diese Methode paläo-Epigraphie. Wegen der zentralen Rolle dieser bedeutungsvollen Symbole von Ideogramme spielen in diesem, wir können auch darüber reden ideografisch Forschung. Der australische Historiker Bernard Mees schreibt in seinem Buch Die Wissenschaft des Hakenkreuzes (2006), dass Wirth der Begründer dieser ideologisch farbigen Wissenschaftszweig, der es den Führern des Dritten Reiches ermöglichte, mit Hilfe historisch aufgeladener Symbole politische Stimmungen zu mobilisieren.[2] Wirths Ansatz führte zur Entstehung eines eigenständigen Disziplin die nach 1945 abgeschafft wurde.[3] Auch in den Niederlanden genoss seine Arbeit ein gewisses Ansehen. Innerhalb des NS-Regimes war Wirths Position jedoch marginal; Obsessive Köpfe wie er wurden als der Krieg näher rückte ins Abseits gedrängt, weil ihre unterschiedlichen Ideen die nationale Einheit unter Druck setzten.[4]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Forschungszweig tabuisiert. Der Volkskundler Gottfried Korff spricht in diesem Zusammenhang von der Nachkriegsangst vor Symbolik. Es gab einen blinden Fleck und sogar eine gewisse Feindseligkeit gegenüber dem Thema, was dazu führte, dass die Rolle, die Symbole in gesellschaftlichen und politischen Prozessen spielen, aus den Augen verloren wurde.[5] Es wurde als unangemessen angesehen, auf die Arbeit von Wirth und seinen Mitarbeitern zu verweisen. Spekulativen Ansätzen, die auf seinen Impulsen aufbauen, wurde daher freien Lauf gelassen.

Nach Ansicht des moldawischen Anthropologen Leonid Mosionjik waren Wirths weltfremde Ideen besonders geeignet, das ideologische Vakuum zu füllen, das in Russland nach dem Untergang von Kommunismus, Liberalismus und Demokratie entstanden war. Die Anhänger der Wirthschen Lehre seien an einer vernünftigen Diskussion seiner Thesen kaum interessiert.[6] Nicht nur Wirths geopolitische Ansichten und Symbolik, sondern auch seine esoterische Herangehensweise und sein Antisemitismus stehen im Einklang mit der Traditionalismus dass die Befürworter eine eurasische Machtpolitik befürworten.[7]

Lebenszyklus

Jugend und Studium

Herman Wirth war der Sohn von Dr. Phil. Ludwig Wirth (1847-1925), promovierter Leipziger Arzt germanistisch wer war Privatlehrer an der Universität Utrecht und zeitweise als Lehrer am Städtischen Gymnasium; er kam aus dem Musikantenland in Rheinland-Pfalz, woher viele Wandermusiker kamen.[8] Seine Mutter Sophia Gijsberta Roeper Bosch (1851-1891) stammte aus einer strengenCalvinist Umwelt in Utrecht; zwei ihrer Schwäger waren Pastoren.[9] Er selbst behauptete, er sei teilweise friesischer Abstammung und fügte nach 1945 ihren Nachnamen zu seinem hinzu.[10] Sein Großvater stammt jedoch aus Groningen, seine Vorfahren stammen aus Amsterdam. Kurz nach seinem sechsten Geburtstag starb seine Mutter; die Kinder wurden eine Zeitlang bei den tiefgläubigen Großeltern untergebracht.

Zusammen mit seinem älteren Bruder Peter Hermann besuchte er das Gymnasium in Utrecht und Kampen. Er studierte niederländische Linguistik, germanisch, Geschichte und Musikwissenschaft in Utrecht, arbeitete ein Jahr als Lehrer in Doesburg, nicht weit weg von Tiere, wo seine Schwester und ihr Mann eine Apotheke hatten. Anschließend absolvierte er sein Studium in Leipzig beim Musikwissenschaftler Hugo Riemann.

Holländer in Berlin

Wirth wurde Dozent an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin, wo er bis 1919 niederländische Sprache und Literatur unterrichtete.[11] Seit 1910 veranstaltet er hier jährlich mit Fördergeldern „Niederländische Historische Konzerte“.

Er promovierte im März 1911 in Basel unter den bekannten Folkloristen John Meier und Eduard Hoffmann-Krayer mit einer Dissertation über den Niedergang der niederländischen Nationalhymne. In dieser Dissertation kritisiert er den Mangel an Heldentum in der niederländischen Liedkultur, für den er die Kalvinismus, das wohlhabende Bürgertum und die städtische Kultur im Allgemeinen. Im selben Jahr hielt er sich eine Weile in Gent auf.[12]

Auf dem Nationalen Musikerziehungskongress in Amsterdam, Juni 1912, und anschließend in der Broschüre National-niederländische Musikpolitik er brachte seine Ansichten noch einmal scharf zum Ausdruck, diesmal jedoch für ein niederländisches Publikum. Der Calvinismus habe seiner Ansicht nach zu einer "Stärkung des Gefühlslebens" geführt, wobei das germanische Urgefühl durch den "schockierenden Semitismus" der Jüdische Psalmen war ersetzt worden. Aber auch die moderne Kunst konnte ihm nicht gefallen. Es würde nicht lange dauern, bis die "gesunden und konservativen Elemente des Volkes [...] mit einer Geste des überwältigenden Ekels all das schmutzige Durcheinander wegfegen". All dies führte zu hitzigen Debatten. Seine niederländischen Leser bemerkten vor allem Dogmatismus, Fanatismus und Einseitigkeit; in Deutschland wurden seine Beiträge eher mit Wohlwollen aufgenommen.[13]

In Berlin geriet Wirth − zusammen mit seiner Verlobten in den Bann der Reformbewegung, eine konservativ-nationalistische Bewegung, die zu einem natürlicheren Leben zurückkehren wollte. Er war auch von der angezogen Ariosophie, eine Konfession, die die germanischen Wurzeln der Religion suchte. Die holländische Welt sei ihm zu eng geworden, sein Tatendrang war größer als sein Gespür fürs Studium: "Ich war Dichter und Dramatiker", behauptete er im fortgeschrittenen Alter, "was ich schrieb, wurde sofort auf die Bühne gebracht".[14] Er hasste moderne Kunst; als er im April 1912 eine Broschüre mit Marinettis12 veröffentlichte Manifest des Futurismus in die Hände gedrückt, meldete er es der Polizei.[15] 1913 erhielt er die deutsche (d. h. preußische) Staatsangehörigkeit und wurde zum preußischen Militärdienst eingezogen, erhielt aber vorerst eine Ausnahmegenehmigung.[16]

Flandern (1914-1918)

Zu Beginn des Erster Weltkrieg Wirth meldete sich freiwillig an der Front und wurde danach zum Presseattaché in Gent im deutsch besetzten Belgien ernannt. Als Mitglied der Kommission für flämische Angelegenheiten beriet er die Besatzungsbehörden. Er wurde wegen Zensur angeklagt und angewiesen, Kontakt zu Flämische Separatisten. So hat er sich angefreundet Jan Derk Domela Nieuwenhuis Nyegaard (1870-1955), Pfarrer in Gent und andere Mitglieder von Junges Flandern, die ihre Region von Wallonien trennen wollten. Der begeisterte Wirth in militärischer Reitkleidung wurde schnell als treibende Kraft hinter der Gruppe, die sich um die von den Besatzungsbehörden gegründete Tageszeitung versammelt hatte, nach außen bekannt. Die flämische Post gebildet. Er war im Auftrag der Heeresleitung in der Redaktion, er stellte das Geld und die schnellen Militärautos zur Verfügung, um die Zeitung in Kriegsgefangenenlagern zu verteilen. Seine Genter Freunde nannten ihn spöttisch 't Bloemeken, Gegner bezeichneten ihn als "Erzfeind Belgiens".[17] Domela stammte aus Groningen, war aber eine glühende Verehrerin aller Friesischen; er schwärmte auch von der germanischen Vergangenheit. In seinen Augen hat es sich gebildet Großer friesischer Kulturraum (einschließlich der Flämische Küstenebene), das Großraum Niederlande und der ursprüngliche Lebensraum der germanischen konzentrischen Kreise, ein Gedanke, den wir später bei Wirth finden. Die Freundschaft hielt jedoch nur kurze Zeit und die beiden Männer sahen sich nie wieder – obwohl sich ihre Wege in Friesland kreuzten; anscheinend gingen ihre Ansichten zu weit auseinander.[18] Wirth spielte dann eine Rolle bei den Regierungsplänen, Universität Gent nach Flämisch; dies als rechte Hand des Regierungsberaters Walther von Dyck.[19] Im Allgemeinen wollte er mehr Druck machen und beklagte sich bei einem Kollegen, dass immer noch zu viele französisch gesinnte Juden für die Regierung arbeiteten.[20] Im Laufe des Jahres 1916 zog er nach Brüssel. Wie zuvor in Berlin organisierte er Konzerte, um die Bevölkerung für seinen patriotischen Gesang zu begeistern. Das Programm war überladen, der Chor sang verstimmt und es waren keine Flamen im Saal, seufzte ein deutscher Zuhörer.[21]

Im August 1916 wurde Wirth wegen "unverbesserlicher politischer Pedanterie" krankgeschrieben. Er sagt, er habe sich absichtlich mit angesteckt Typhus-Fieber, ein Bericht, der auch in der belgischen Auswandererpresse erschien. Kurz darauf heiratete er seine Verlobte Margarete (Constanze Hedwig Margarethe) Schmitt (1890-1978), Tochter des Malers und Akademielehrers (Eugen) Vital Schmitt (1858-1935) in Berlin, in Berlin.[22] Das Paar sollte zwei Söhne und zwei Töchter haben.[23] Gleichzeitig wurde er als Belohnung für seine Frontleistung im Dezember zum Titular ernannt Professor, aber ohne Stuhl. Es wurde auch mit dem Eisernes Kreuz (2e Klasse). Er hielt wieder Vorträge und gehörte im März 1917 zu den Gründern der Deutsch-Flämischen Gesellschaft in Berlin, die die deutschen Annexionspläne unterstützte.[24] Mit Lichtbildern und Vorträgen über Flandern nahm er an musikalischen Abenden für die deutschen Truppen teil, zunächst in Berlin und anderen Städten, ab Juli auch in Belgien, wo er in Begleitung seiner Frau auftrat. Im Dezember 1917 war er vermutlich an der Flämische Unabhängigkeitserklärung, eine Entwicklung, die Bundeswehrkommando war weniger erfreulich; sein Schwiegervater porträtierte die Stellvertreter, seine Schwiegereltern blieben bei ihm hem Uccle.[25] Im September desselben Jahres wurde Wirth als flämischsprachiger Lehrer an der Königliches Konservatorium von Brüssel, mit der Lehre für Musikgeschichte, wurde er auch zum stellvertretenden Kurator der Musiksammlung der of Königliche Bibliothek. Seine Eröffnungsstunde folgte am 8. April 1918.[26]

Die Niederlande

Zwei Mitglieder der Dietsche Zugvögel 1920: A. van der Linden und J. Aukes

Kurz vor Kriegsende im November 1918 emigrierten Wirth und seine Frau vorübergehend in die Niederlande, wo sie mit anderen Flüchtlingen eine Musikgruppe gründeten, die in der Jordanien alte holländische Lieder.[27] Sie beschlossen, vorerst vor dem Revolutionsgetümmel in Berlin zu fliehen und ließen sich im Januar 1919 nieder Ellecom in Dieren, dann in einer Villa in Baarn, wo Wirth zeitweise das Neue unterrichtete Baarnsch Lyzeum.[28] Er war auch journalistisch tätig und unterhielt ein Studio für technische, wissenschaftliche und künstlerische Fotografie.[29] Er genoss einige Berühmtheit für sein musikhistorisches Werk, aber er zeichnete sich auch durch seine pro-deutschen, pangermanisch Haltung und Antisemitismus.

Dietsche Zugvögel

In den Niederlanden organisierte er wieder mehrere klassische Konzerte und gründete im April 1920 zusammen mit seiner Frau das De Landbond der Dietsche Zugvögel op – ein Musikunternehmen in der Tradition der deutschen Jugendmusikbewegung und der konservative Jugendgewerkschaften, die Lagerfeuerromantik mit der Verherrlichung der Soldateska und der Nation verband.[30] Mit einer Zunft von Musikern marschierte er durchs Land, Torschloss und seine Frau de Doppelchor spielte die Laute; alle waren in Kostümen des 17. Jahrhunderts gekleidet.[31] Er sammelte auch antike Musikinstrumente und deren Repliken (er ließ seine Sammlung im September 1942 aus Geldgründen in Amsterdam versteigern).[32]

Wirth verband die Konzerte mit Propagandaabenden für seine völkische Variante des Wandervogel-Bewegung, die zur Wiederbelebung der traditionellen Volkskultur und zur Wiederherstellung des Gemeinschaftsgefühls beitragen soll. Die Zugvögel wurden von konservativen Kreisen unterstützt, darunter Königin Wilhelmina. Die Organisation war extrem nationalistisch und gegen das Großstadtleben gerichtet. Als Emblem diente ein Aufwärtsflug Sonnenadler mit (umgekehrt) Hakenkreuz, ariosophische Symbole seit der Berliner Kapp-Putsch März 1920 wurden überwiegend mit Antisemitismus in Verbindung gebracht.[33] All dies stand einer Einladung, für das Königshaus aufzutreten, offenbar nicht im Wege. Andere Jugendbewegungen nahmen diese Organisation nicht ernst. Es wurde spöttisch beobachtet, dass Wirth:

... wollte uns in Paketen laufen lassen, in denen wir teils auf einen Blaricum-Maler, teils auf einen Wassergeus würde scheinen. Wir würden wieder singen lernen und mit doppelchörigen Lauten bewaffnet zu heem und gouw Festen gehen und uns nicht mehr „Bonjour“, sondern „Heil“ sagen.[34]

In Zwolle organisierte Wirth im Mai 1922 im Rahmen einer bundesweiten Demonstration der Abstinenzbewegung. Dies war auch das letzte Mal, dass sich die Dietsche Zugvögel Gehör verschafften.[35] In den Niederlanden kam die Idee nicht an, das Interesse an den Aufführungen war enttäuschend.

Wirth hatte inzwischen eine große Untersuchung in Angriff genommen, die schließlich zu seinem Lebenswerk werden sollte. Er ging in Bereiche wie Archäologie, Volkskunde, Religionswissenschaft und Altgermanismus. Im Vergleich zu Spezialisten blieb er jedoch ein Amateur, was ihn später auseinanderbrach. Vergebens fragte er die Nationale Kommission für Denkmalpflege im September 1921 für einen Zuschuss von nicht weniger als 8000 Gulden für eine Studie über „Die emblematischen Zeichen in den Niederlanden“, aus der Perspektive des größeren Zusammenhalts der ario-germanischen Rasse. Seine schriftliche Erklärung bezog sich auf megalithische Denkmäler, primitive Runeninschriften und uralte Lichtrituale, deren tiefere Bedeutung nur Eingeweihten bekannt war. Moderne Bewegungen, insbesondere Humanismus und Calvinismus, hatten versucht, dieses Erbe zu zerstören, aber das gemeine Volk hatte immer noch "einen dunklen Instinkt", der die Erinnerung aufrechterhielt. Vizepräsident E. J. Hasling-Haus und der Kunsthistoriker Hofstede de Groot reagiert empört. Wirths Ideen bestanden ihrer Meinung nach aus wilden Fantasien, die Sprache und Ethnizität in einen Topf werfen und in der Verherrlichung eines "blonden Volkes des Lichts" resultieren.[36]

Friesland

Im August 1922 erhielt der inzwischen 37-jährige Wirth eine unbezahlte Anstellung als Assistent am Deutschen Seminar in Marburg an der Lahn (Hessen) und unterrichtete niederländische Folklore und Volksgeschichte, kehrte aber zunächst im Studienurlaub in die Niederlande zurück.[37] Ende März 1923 fand er eine vorübergehende Anstellung in Sneek, danach war er zehn Monate lang als Lehrer für Niederländisch und Geographie am Gymnasium tätig. In der Zwischenzeit forschte er über die ländliche Kultur. Auf seinem Motorrad durchquerte er die Provinz, interviewte ältere Handwerker und machte Fotos von Eulenteller, Grabsteine ​​und andere Gegenstände, die er später als Lichtbilder ausstellte. Seine Methode bestand darin, alte Symbole zu entziffern, von denen er glaubte, sie überall um sich herum zu sehen. Durch die Entdeckung ihrer Herkunft glaubte er, das älteste Schriftsystem und damit auch die älteste Religion der Menschheit rekonstruieren zu können. Er nannte diese Methode Paläo-Epigraphie: Studium symbolischer Inschriften aus der frühesten Menschheitsgeschichte, von denen er glaubte, dass sie - anders als Mythen - der Zeit unberührt geblieben waren. Es ist nicht klar, was Wirth nach Friesland gebracht hat; seine ältesten Fotografien stammen aus dem Jahr 1911, als er seinen Hauptsponsor, die einflussreiche Vikarswitwe A.W. Posthumus Meyjes-Star Numan auf dem Riniastate zu Oudemirdum hat besucht.[38] Seine Suche nach antiken Fassadenschildern führte ihn auch zu Westfriesland und Twente.

Am 2. November 1922 hielt Wirth für die Friesische Gesellschaft in Leeuwarden ein Vortrag über Die Eulenzeichen und andere Symbole in Friesland, in dem er ausführlich seine Theorien und Forschungspläne erläuterte. Darüber hinaus ist zum ersten Mal die Oera Linda Buch erwähnt, ein Zufallsfund, der sein Leben verändern sollte:

Dieses Buch, eine alte Tradition, geschrieben im großen Kampf der Friesen und Franken, ist ein wahres Buch, steht höher als das Testament und ist eine Antwort auf das sechsspeichige Rad (Zeichen Gottes). Wie verstümmelt dieses Buch von denen sein mag, die nichts davon verstehen, wenn nur noch zehn Seiten davon übrig bleiben, wird es immer noch das höchste und wertvollste sein, das uns je aus dem Osten zugekommen ist.[39]

Wirths Aktivitäten stießen nicht nur in Friesland, sondern auch darüber hinaus auf großes Interesse. Die Gesellschaft gewährte ihm einen Zuschuss für das Fotografieren. Aber seine Begeisterung dafür Oera Linda Buch provozierte auch eine Reaktion des friesischen Vorarbeiters ds. Geert Ailco Wumkes, der betonte, dass dieses Buch eine neue Fälschung sei. Wumkes, der an derselben Schule arbeitete, erinnerte sich später an seinen grimmigen Kopf und sein elektrisierendes Aussehen, aber auch an den Fluch über die „Hassdoktrin der“ Jahwe“ und verherrlicht Wralda, die vermeintliche Gottheit der heidnischen Friesen. Trotzdem ist die ariosoph Wirth nannte sich "eine zutiefst fromme Christin". Der orthodox reformierte Wumkes war jedoch davon überzeugt, dass Pangermanismus, Judenhass und Unglaube schon im Text der Oera Linda Buch verwurzelt waren.[40] Auch jüdische Kreise reagierten mit Sorge auf Wirths Pläne für die alte germanische Götterkultur etwas wiederherstellen.[41] Der durch seine Ansichten hervorgerufene Widerstand scheint einer der Gründe für seine vorzeitige Rückkehr nach Deutschland gewesen zu sein.[42]

Juni 1923 verkündete er im Neuer Rotterdamsche Courant sein neues Buch, das zeigen würde, wie man sich durch "Erbe" (ein Begriff der AriosophGuido von List) könnte den schlummernden Glauben der Urdeutschen wiederbeleben.[43] Die Hauptpunkte seiner Argumentation standen bereits fest, wie aus einem langen Interview hervorgeht.[44] Wirth war ganz von seiner eigenen Begeisterung mitgerissen. Die von ihm gesammelten Fotografien "im gesamten Nordseegebiet von Holland bis Dänemark" belegen seiner Meinung nach, dass die Symbolsprache in dieser Region "eine geradlinige Kontinuität von der Jungsteinzeit bis in die Gegenwart" aufweise. Die Fassadenschilder und hölzernen Grabsteine, die rund um die Zuiderzee und in Twenthe vor seine Kamera kamen, zeigten "eine uralte Tradition, die so unglaublich alt ist", dass er jeden Zweifel losgelassen hatte.[45]

Wirth glaubte an die außersinnliche Wahrnehmung: Die tiefere Bedeutung der von ihm studierten Symbole war ihm weitgehend durch seine Frau offenbart worden. Die Wirths waren dafür bekannt, dass sie regelmäßig in handgefertigten Tuniken altgermanischen Schnitts auftraten. Ihre Zusammenarbeit war eng; Abends tippte Margarete die Texte, die Hermann geschrieben hatte. Er stellte sie auf ein Podest, sie verteidigte ihn durch dick und dünn. Sie nannten ihre neugeborene Tochter Adela, nach der "Mutter des Volkes" und Priesterin aus dem ersten Teil des Oera Linda Buch. Die jüngste Tochter Ilge wurde dem Besuch später als "Sonnenkind" gezeigt, das die visionäre Aufgabe ihrer Mutter fortführen sollte.[46]

Atlantis

Im Februar 1924 ließ sich Wirth mit seiner Familie in Marburg nieder, wo er am Kaffweg (heute Gerichtsweg 9) eine Villa bauen ließ. Das Haus wurde 'Eresburg' genannt, benannt nach einem mythischen Bauernhof im Schatten des Weltenbaums Irminsul.[47] Später zogen seine Schwiegereltern bei ihnen ein; oft hatte das Paar auch Untermieter. Wirth trat im August 1925 der NSDAP bei, trat jedoch im folgenden Jahr zurück, weil er seine (teilweise jüdischen) Hintermänner nicht beleidigt hatte.[48] Erst 1931 sprach er sich in seinen Schriften offen für den Nationalsozialismus aus.

1928 veröffentlichte Wirth nach dreijähriger Isolation seine erste große Studie zur Menschheitsgeschichte, in der er – folgend Ludwig Wilser, Willy Pastor und Wilhelm Schmidt – versuchte zu beweisen, dass der Monotheismus die ursprüngliche Religion der alten Deutschen war, bevor er durch östliche (sprich: jüdische) Einflüsse korrumpiert wurde.[49] Der Titel Der Aufgang der Menschheit war eine antwort darauf Kulturpessimismus das klang in Oswald SprenglerDer Untergang des Abendlandes (1918-1923). Das Buch wurde von Eugen Diederichs in Jena wunderschön herausgegeben, chaotisch geschrieben, aber überzeugend in der Stoffmenge, in die der Leser eintauchte. Diederichs nannte das Buch die „Krönung und Rechtfertigung“ seiner Öffentlichkeitsarbeit: der ultimative Beweis dafür, dass das Licht der Menschheit auch in Zukunft aus dem Norden kommen muss.[50]

Das Christentum, so argumentierte Wirth, wäre in der Steinzeit im äußersten Nordwesten Europas entstanden. Da war der Kontinent Atlantis, der legendäre Thulea die von zivilisierten Seevölkern der atlantisch-nordischen Rasse bewohnt wurde, d.h. die ersten Arier, der noch immer im Einklang mit den Jahreszeiten lebte. Alles Gute der Menschheit kam von ihnen, von Gesetzen und Religion bis hin zu den ersten lineares Schreiben in der Welt: es Futhark Runenalphabet. Sie verehrten die Muttergöttin als Dreh- und Angelpunkt der göttlichen Dreifaltigkeit und bauten megalithisch Monumente. Als dieser Kontinent vor 10.000 Jahren durchzog Verschiebungen der Kontinente unbewohnbar, die Bewohner zogen nach Süden und ließen sich im Doggerland mit anderen Worten Armband-Land in der Nordsee; die Felseninsel Helgoland ist der letzte Rest davon. Wirth nennt sie die Tuatha-Völker, seiner Meinung nach die ältesten Vorfahren der Deutschen (und damit auch der Friesen). Nachdem auch ihr Gebiet im letzten Jahrtausend v. Chr. durch eine gewaltige Sturmflut ertrunken war, verbreiteten sich ihre Nachkommen über den Kontinent.

Christus stammte von einem dieser verlorenen weißen Stämme ab, die per Schiff in Palästina gelandet waren (in Übereinstimmung mit dem, was Kammerherr zuvor argumentiert). Aber das Christentum wurde von östlichen Despotismus und Aberglauben befleckt und verlor seine heilende Verbindung mit der ursprünglichen Muttergöttin. Die Vorfahren wandten sich von der Natur ab und verehrten Kriegsgötter. Der väterliche Gott wurde zum Diktator, sein Sohn zum passiven Opfer, die Frau zum Objekt der Begierde. In den Städten war Verfall; Alkohol, Fleisch und Tabak verrichteten ihre zerstörerische Arbeit; ihre eigene Kultur drohte unterzugehen. Nur durch die Rückkehr zu den ursprünglichen Quellen konnte die westliche Zivilisation gerettet werden.

Okkulte Netzwerke

Mit diesen Ideen orientiert sich Wirth eng an bestehenden ariosophisch und Okkulte Netzwerke, die schon länger nach einer alternativen Form des Christusglaubens suchten, die sich besser mit germanischem Heldentum vereinbaren ließe. Wirths Glaubenssystem lässt sich am besten beschreiben als Stirb und werde! – es wagen, sich für das Wohl der Nation zu opfern.[51] Dank ihm ist die Deutsche Glaubensbewegung von Jakob Hauer – eine nationalsozialistische und antisemitische Ausrichtung im deutschen Protestantismus – der Wind in den Segeln. Das Idealbild eines versunkenen Atlantis oder Thule wurde auch in diesen Kreisen weit verbreitet, unter anderem von Karl Georg Zschaetzsch, Guido von List, Jörg Lanz von Liebenfels und Rudolf John Gorsleben. Die Kosmologie von Untergang und Wiedergeburt, der ewige Kampf zwischen Meer und Land, Wasser und Feuer passte wunderbar zur mystischen Welteistheorie der Österreicher Hanns Hörbiger, von vielen Zeitgenossen fanatisch gegen die Kritik der etablierten Wissenschaft verteidigt. Gleichzeitig symbolisierte es den Kampf des heldenhaften deutschen Volkes gegen die Seestaaten der das Land 1919 zu einem demütigenden Friedensvertrag gezwungen hatte. In einer anschließenden, reich bebilderten Studie Die heilige Urschrift der Menschheit, das zwischen 1931 und 1936 in vierzehn Bänden erschien, führte Wirth seine Vorstellungen von der Symbolsprache weiter aus. Aus seiner Sicht war es der endgültige Ausgleich mit den Ansprüchen des Judentums auf das Erbe des Nordens.[52]

Die von Wirth entworfene Atlantis-Statue hatte einen großen Einfluss auf die Populärkultur im Dritten Reich. Die erfolgreichen pseudohistorischen Romane von Edmund Kisso (1930-1939) basierten weitgehend auf seinen Schriften, ebenso wie die populären Science-Fiction-Magazine von Lok Myler (=Paul Alfred Müller) unter dem Titel Sun Koh, der Erbe von Atlantis (1933-1936) und wöchentlichen Auflagen von 60 bis 90.000, gefolgt von den etwas weniger erfolgreichen Jan Mayen, der Herr der Atomkraft (1936-1938).[53] Der Atlantis-Gedanke wurde im Bestseller fortgesetzt Der Mythus des zwanzigsten Jahrhunderts (1930) vom Parteiideologen Alfred Rosenberg, der ihr allerdings selbst wenig Bedeutung beimaß, fuhr mit dem rechten Publizisten fort Heinrich Pudor, die sich auf Helgoland konzentrierte. der Geograph Albert Herrmann Er soll 1934 eine friesische Atlantis-Kolonie in Nordafrika entdeckt haben. Auch die Metapher des Todesschiffes in Gottfried Benno's Totenrede für Klabund (1928) ist auf Wirths Der Aufgang der Menschheit zurückzusenden.[54]

Aber auch innerhalb der NSDAP gab es viel Kritik an Wirth, geäußert von Parteiideologen Alfred Rosenberg der seine Schriften viel zu vage fand. Seine Gedanken zur Stellung der Frau, die auf die Theorie des Mutterrechts von Johann Jakob Bachofen, so Rosenberg, seien nicht heroisch genug, zu pazifistisch oder gar feministisch. Außerdem würde seine Verherrlichung der nordischen Götterwelt beim konservativen Kirchenvolk unnötiges Misstrauen wecken. Hingegen fühlten sich vor allem Frauen aus dem rechten Nationallager von Wirths Arbeit angezogen; sie bildeten einen großen Teil seines Publikums. Das von ihm skizzierte Idealbild bildete ein wichtiges Gegengewicht zur aufkommenden Kameradschaftsrhetorik. „Die Frau ist das höhere Wesen“, verkündete Wirth, nur dank ihr kennen wir den Sinn des Lebens.[55] Mit Feminismus hatte dies jedoch wenig zu tun: Seine Verherrlichung der Frau unterstrich die bestehende Unterscheidung zwischen den Geschlechtern und betonte die Rolle der Frau bei der Fortpflanzung.[56]

Kultfigur oder Scharlatan?

Wirths war eine charismatische Persönlichkeit – er trug armeegrüne Reformkleidung mit Shorts, Abstinenzler, Vegetarier, Rohkost-Esser und sexueller Puritaner, aber auch Liebhaber schneller Autos und Spezialist im Bereich Fotografie und Filmtechnik. Er war angeblich einer der gefragtesten Sprecher des Deutschen Reiches. Mit seinen Vorträgen und Veröffentlichungen, gespickt mit Angriffen auf die etablierte akademische Ordnung und kirchliche Orthodoxie, aber auch auf Juden und Marxisten. Ein schwedischer Gelehrter charakterisierte ihn als den Adolf Hitler der Wissenschaft: einen Zauberer, der sein Publikum mit Emotionen führte.[57] Er forderte sein Publikum auf, seiner Intuition zu vertrauen: Die Menschheit stand seiner Meinung nach am Rande eines neuen Tages; im hellen licht der prähistorischen zeit würden die irrtümer der nahen vergangenheit in der nacht verschwinden.[58] In der Öffentlichkeit galt er als Kultfigur, die meisten Kollegen hielten ihn für einen Scharlatan.

Wirths Arbeit wurde unterstützt von der Hermann-Wirth-Gesellschaft e.V., einen VerbandG mit Filialen in verschiedenen Städten. Immer auf Geld angewiesen, hat er es immer geschafft, prominente Personen zu finden, die es konntenvölkische Ideen und waren bereit, seine Arbeit zu finanzieren. Der reiche Kaffeemagnat und PatronLudwig Roselius (1874-1943) aus Bremen, der enge Beziehungen zur Künstlerkolonie in . hatte Wagenkraut, betrachtete ihn mehr oder weniger als Heimatgelehrten.[59] Roselius ordnete den Bau des 'Haus Atlantis' in der Böttcherstraße 1930/31, Entwurf des Bildhauers Bernhard Hötger, sondern von Wirth inspiriert und sollte ihm einen Ort zum Leben und Arbeiten geben. Die Fassade wurde mit einem riesigen Kruzifix in Form von Weltbaum, innerhalb von a . platziert Sonnenrad, in dem die Gestalt Christi mit dem nordischen Gott gleichgesetzt wurde Odin. Dieses umstrittene Kunstwerk ging 1944 bei Bombenangriffen der Alliierten verloren; der Rest wurde zehn Jahre später wieder aufgebaut. Der Komplex umfasste auch eine Bibliothek (de Bibliothek Friesen[60]), ein Antiquitätenmuseum (mit der archäologischen Bibliothek des späten Gustaf Kossinnan), einen Ausstellungsraum und einen spektakulären Konferenzraum in Form einer Himmelskuppel.

In Marburg versuchte Wirth unterdessen, ein Lehramtsstudium (Habilitation) zu erwerben. Aber das ist komplett gescheitert: Dean Hermann Jacobsohn, ein renommierter Linguist, entschied im November 1929, Wirths Buch sei dilettantisch, voller Unsinn und weit unter dem Niveau, das man von einem Wissenschaftler erwartet.[61]

Jugendbewegung

Wieder begann das Paar, eine Gruppe Jugendlicher um sich zu sammeln. Der energische Professor wurde zum Mittelpunkt einer Handvoll idealistischer junger Männer, die seine Ansichten und seinen Lebensstil teilten. Gangmaker war sein Assistent Werner Haverbeck (1909-1999), die vanaf 1930 langere perioden bij hen inwoonde en te zijner tijd bij Wirth wilde promoveren. De mannen bleven een leven lang bevriend. Haverbeck was lid van de SA en behoorde tot de top van de Hitlerjeugd en de Nationaalsocialistische Studentenbond, waar hij Wirths ideeën begon uit te dragen. Hij vond de nazi-organisaties te militaristisch en pleitte voor een verinnerlijking van de völkische waarden met veel muziek, toneel en ritueel. Februari 1932 hield Wirth in Berlijn een inspirerende toespraak aan een groep jongeren uit de traditionele jeugdbonden met als motto de terugkeer naar het Noorden (Aufbruch des Nordens) onder het teken van het hakenkruis.

Haverbecks eigenmachtige optreden leidde tot zijn verwijdering uit de Hitlerjeugd, waarna hij in december 1932 een eigen jeugdorganisatie vormde, de Arbeitsgemeinschaft Deutsche Jugend rund um Herman Wirth. De organisatie bestond maar kort; de daadkrachtige Haverbeck trad toe tot de staf van Rudolf Heß en kreeg in juni 1933 als eerste taak het integreren van jeugdbonden en natuurbeschermingsorganisaties in de nieuwe staatsorde.[62] Wirths droom van een levende, in oeroude tradities gewortelde jeugdbeweging leek zo alsnog werkelijkheid te worden, maar Haverbeck kreeg al snel weer andere taken. Hij was de eerste die in 1937 in het nieuwe vak Sinnbildkunde aan de Universiteit van Heidelberg zou promoveren.[63]

Bad Doberan

Oktober 1932 vertrok Wirth naar Rostock, met in zijn kielzog maar liefst vijftien assistenten (waaronder zijn secretaris Wolfram Sievers, Alarich Augustin, Otto Huth, Werner Müller, de al wat oudere Joseph Plassmann en daarna ook Haverbeck). De NSDAP-deelstaatregering had hem gevraagd leiding te geven aan een nieuw onderzoeksinstituut te Bad Doberan (Forschungsinstitut für Geistesgeschichte e.V.), ondergebracht in de deftige 'Villa Möckel'. Dit instituut zou dan weer verbonden worden met een openluchtmuseum, een volkshogeschool en een leerstoel.[64] Wirth doopte zijn onderzoeksveld Geistesurgeschichte, dat is studie naar de oudste bronnen van het religieuze denken. Het was de eerste aanzet voor wat later de Ahnenerbe zou worden: het weer tot leven brengen van het religieuze erfgoed dat de voorouders in ons hebben nagelaten. Het echtpaar voelde zich hier helemaal op zijn plaats; ook zijn schoonouders kwamen mee. Geregeld aten allen mee aan tafel, waarbij de assistenten hem en zijn vrouw als 'vader' en 'moeder' aanspraken.[65]

Maar het debacle van Marburg herhaalde zich. Wirth mocht dan wel de lieveling van het publiek en van de studenten zijn, de universiteit kon niks met hem beginnen. Zijn belezenheid kan niet verhullen dat hij geen idee heeft hoe de vork werkelijk in de steel zit, oordeelde een van de professoren. Politieke steun bleef uit: Hitler had het niet zo op met de Dunkelmänner en hun noordse religie; hij waardeerde alleen het enthousiasme dat zij voor de nazibeweging creëerden. Onverrichterzake vertrok Wirth voorjaar 1933 naar Berlijn; het instituut werd in november formeel opgeheven; de nalatenschap ging op in de Ahnenerbe. De meeste assistenten zouden daar ook terecht komen.

Berlijn 1933

Wirth had – na aanvankelijke aarzelingen – grote verwachtingen van het Hitlerregime; hij hoopte eindelijk de erkenning te krijgen waarop hij recht meende te hebben en schreef de ene publicatie na de andere. Zijn belangrijkste medewerker in Berlijn, de antisemitische journalist Johann von Leers propageerde intussen zijn gedachtegoed via het tijdschrift Nordische Welt, terwijl ook Die Sonne, Nordische Stimmen en Germanien eenzelfde geluid verkondigden.

Mei 1933 richtte Wirth in Berlijn samen met Plassmann de tentoonstelling Der Heilbringer in, over de oudste voorlopers van de christelijke god. De oeroude Thule-cultuur uit het hoge noorden werd hier voorgesteld als belangrijkste inspiratiebron voor de mensheid; de ondertitel "van Thule naar Galilea en weer terug" gaf aan hoe hij de werdegang van het Christusgeloof zag. Geestelijk herstel vergde een omgekeerd pad, terug naar de oorspronkelijke waarden van het hoge noorden. De suggestie was tevens dat Adolf Hitler de verlosser van het Duitse volk was. In Wirths lezingen speelden de lichtbeelden die hij onder andere in Friesland had gemaakt een belangrijke rol. Volgens Nederlandse kranten was dit "een show, die een paar maal geprolongeerd moest worden, en elke dag opnieuw volliep [met] complete schoolklassen en SA-gardes".[66] De tentoonstelling was daarna te zien in Bremen; de verhuizing naar Rostock en Schwerin werd wegens geldgebrek afgelast. Zijn vakgenoten bleven kritisch. Op een archeologencongres in Bremen, het eerste Nordische Thing dat in juni 1933 werd gehouden in 'Haus Atlantis', liep Engelse en Duitse vakgenoten boos weg toen Wirth het woord nam.[67]

Oktober 1933 werd hij lector godsdienstwetenschappen in Berlijn, verantwoordelijk voor de opbouw van een collectie voor volksgebruiken en prehistorische religie (Volksbrauch und Urreligion), maar zonder leerstoel of lesbevoegdheid. Het was vooral een politieke benoeming. Enkele maanden later verhuisde het gezin vanuit de modieuze tuinwijkBerlijn-Eichkamp naar Michendorf bij Potsdam waar hij in opdracht van de Brandenburgse deelstaatregering een openluchtmuseum voor prehistorische religie – de Freilichtschau "Deutsches Ahnenerbe" – zou stichten. Maar ook daar bleef hij kort: via het forenzenstadje Biesenthal kwam het gezin terecht in Berlijn-Zehlendorf, waar behalve zijn schoonouders ook zijn assistent Wolfram Sievers bij hen inwoonde.[68]

Wirth was inmiddels weer lid geworden van de NSDAP; Martin Bormann zorgde dat hij als oudgediende zijn oorspronkelijke ledennummer (nr. 20.157) terug kreeg. Twee jaar later werd hij opgenomen in de SS (nr. 258.776), sinds september 1937 in de rang van Hauptsturmführer.[69] Zijn teksten, waaronder het publieksboek Was heißt Deutsch? uit 1931, schaafde hij intussen bij zodat ze beter in de partijlijn pasten. Openlijk kwam hij uit voor een vorm van rassenhygiëne die onwaardige levens wilde beëindigen. Tegelijkertijd maakte hij – samen met Johann von Leers – enige tijd deel uit van de leiding van Jakob HauersDuitse Geloofsbeweging en was hij redacteur van het verenigingsblad Deutscher Glaube. Toen het hem niet lukte hierin een prominente rol te spelen, trok hij zich terug.[70]

Oera Linda

De publicatie van Die Ura Linda Chronik in december 1933 – opgedragen aan "mijn Germaanse moeders" en bedoeld als "Joel-geschenk voor het Duitse volk" – leidde tot een ware hype. Wirth zag in het Oera Linda-boek de oerbijbel van de Germanen, een opvatting waarin hij gesteund werd door Heinrich Himmler, de leider van de SS.[71] In de toelichting schetst hij het ideaalbeeld van een mythisch Friesland aan de wieg van de hele westerse beschaving, raszuiver en matriarchaal, geregeerd door vrouwen, maar ondermijnd door oosterse despoten, oriëntaals-joodse cultuur en katholiek geloof. Hij plaatste zichzelf de traditie van 'noordse bewustwording', in gang was gezet door rassentheoretici als Arthur de Gobineau, Paul de Lagarde en Houston Chamberlain. Zijn fans waren laaiend enthousiast, maar Duitse vakgenoten reageerden geschokt. Antisemitisme was niet het probleem, wel zijn bedenkelijke omgang met wetenschappelijke kennis. Dat hij zijn critici vervolgens betitelde als een 'opportunistische professorenclan' van 'jodenknechten' deed zijn zaak evenmin goed.[72]

Wirth had zijn hand overspeeld; op 5 mei 1934 werd hij in een openbaar debat door vier geleerden terechtgewezen. Dat gebeurde in de aula van de Berlijnse universiteit ten overstaan van 1300 toehoorders.[73] De professoren namen hem kwalijk dat hij overgeleverde tekst niet aan een kritisch onderzoek had onderworpen alvorens die te vertalen. Men vond het bovendien ongepast dat hij geloof hechtte aan een geschrift waarin beweerd werd dat de Friezen de enige echte Germanen waren, terwijl de rest van de Duitsers er maar bekaaid van afkwamen. Wirth werd publiekelijk neergezet als fantast en amateur; openlijke steun kreeg hij alleen van zijn secundant Walther Wüst, zijn medewerkers Otto Huth en Johann von Leers en de bejaarde amateurgeleerde Wilhelm Teudt. Zijn fans reageerden geschokt en organiseerden op 23 juni een steunbijeenkomst, maar Alfred Rosenberg, die de Atlantismythe inmiddels een plaats in zijn eigen werk had gegeven, verordonneerde de pers er niet meer over te schrijven.[74]

Zijn belangrijkste fan, Heinrich Himmler, liet zich echter niet van de wijs brengen. Hij liet het Oera Linda-boek uitvoerig bestuderen door de taalkundige Otto Maußer, verbood verdere kritiek en gelastte nog eind jaren dertig meerdere onderzoekingen op Helgoland, die pas onder druk van de naderende oorlog werden afgebroken.[75] Vermoedelijk in juni 1934 maakte Himmler voor het eerst persoonlijk kennis met Herman Wirth tijdens een gespreksavond bij Johan en Gesine von Leers; ook rijkslandbouwminister en boerenleider Richard Walther Darré was daarbij aanwezig.[76] Himmler kon Wirth en diens Gesellschaft für germanische Ur- und Vorgeschichtsforschung – de voortzetting van de Herman-Wirth-Gesellschaft – goed gebruiken. Het onderwerp was volop in de mode; de symboliek die Wirth aanreikte leek geknipt om de massa te kunnen mobiliseren. Maar ook de sponsorgelden die Gesine von Leers voor de vereniging wist binnen te halen, waren de SS erg welkom.[77]

Weerklank in Friesland

In de Nederlandse pers werden de discussies over het Oera Linda-boek op de voet gevolgd. Wirth bezocht in december 1934 Leeuwarden, waar hij drie lezingen hield voor de Federaasje fan Fryske Studinteferienings. De studenten vonden het ongepast dat hij zijn lezing in het Nederlands zou houden; hij sprak daarom Duits, omdat hij naar eigen zeggen het Fries nog niet machtig was.[78] Een handvol studenten ging mee terug naar Duitsland om bij hem in de leer te gaan, anderen werden op pad gestuurd om koekplanken te verzamelen.[79] Het volgende voorjaar maakte hij in Berlijn de tentoonstelling 'De Levensboom in het Germaanse volksgebruik', waarna hij in augustus terugkeerde naar Friesland voor een studiekamp bij de Volkshogeschool Allardsoog te Bakkeveen. Hij toonde zich daarbij een warm pleitbezorger voor "de grootse zending van de nordische mens". Ook organiseerde hij een archeologische opgraving bij de 'Poppestien' (kindersteen) in Burgum, waarvan hij dacht dat dit een prehistorisch heiligdom betrof. Een tweede opgraving bij Langweer werd van overheidswege verboden.[80]

Wirths propaganda voor het 'nieuwe heidendom' van de Duitse Geloofsbeweging stuitte echter in Nederland op kritiek, zijn succes bij het grotere publiek was aanvankelijk beperkt. Wetenschappers hekelden zijn verouderde schoolboekjeskennis. "Hier zijn de lopers te vinden, die alle deuren openen", meende oudgermanist Jan de Vries, die waarschuwde voor wilde speculatie. Eerder noemde hij Wirth al "de grootste mythograaf van de twintigste eeuw".[81]

Zijn opvattingen sloegen bij een deel van de NSB-aanhang juist aan, met name bij NSB-organisatieleider Franz Farwerck, journalist Nico de Haas en andere leden van Der Vaderen Erfdeel, een fanclub voor de Ahnenerbe die in 1940 werd omgedoopt tot Volksche Werkgemeenschap. Hetzelfde gebeurde in Friesland, onder andere bij de antropoloog Haring Piebenga (omstreeks 1935 enige tijd Wirths secretaris), journalist Willem Hielkema, ingenieur Jan Bartele Vries en veearts-dichter Rintsje Sybesma. De laatste, leider van het Frysk Fascisten Front, noemde Wirths Ura Linda Chronik in 1934 "een tweede bijbel".[82] Ook ariosofen als amateurarcheoloog Hendrik Bellen uit Assen, toneelschrijver August Heyting en de Groningse NSB-ideoloog Tjark Bontkes lieten zich door Wirths geschriften inspireren.[83] Heyting verklaarde in 1941 dat het Oera Linda-boek volgens hem op een oeroude tekst was gebaseerd.[84] De historicus Frans J. Los uit Castricum, die toetrad tot de SS, en de völkisch-schrijvende ingenieur Jacques Overwijn uit Dordrecht, die zich juist bij het verzet aansloot, bleven ook na de oorlog pleiten voor de 'echtheid' van het Oera Linda-boek.[85]

Ahnenerbe

Berlijn

Juli 1935 richtte Himmler samen met Wirth en Darré het SS-onderzoeksbureau Deutsches Ahnenerbe: Studiengesellschaft für Geistesurgeschichte e.V. op. De vijftigjarige Wirth kreeg formeel de leiding; hij werd verantwoordelijk voor de afdeling die schriftelijk en symbolisch erfgoed bestudeerde (Pflegstätte für Schrift- und Sinnbildkunde). Gedurende korte tijd fungeerde hij als 'Himmlers hofgeleerde'; zijn woord was wet, zijn plannen waren richtinggevend.[86] Om zijn stellingen over de herkomst van het Noordse ras te kunnen onderbouwen, maakte hij in september 1935 een studiereis naar Zweden, waar hij prehistorische rotstekeningen uit de Bronstijd bestudeerde. Hieraan gekoppeld was een lezing voor het extreemrechtse genootschap Samfundet Manhem te Stockholm. De filmopnamen die hij tijdens deze reis maakte, vormde de aanleiding voor een grotere expeditie naar Zweden en Noorwegen in de nazomer van 1936, waarbij grote oppervlakten rotstekeningen met behulp van gipsafgietsels, film en fotografie werden gedocumenteerd.[87] De reis was een succes, mede dankzij de welwillendheid van de Zweedse autoriteiten, maar hij zou niet worden herhaald.

Wirths succes duurde echter maar kort. Zijn negatieve houding ten aanzien van het christelijke geloof werd door de partijleiding gezien als een risicofactor die de steun voor het regime zou kunnen ondermijnen. Wat hij had geschreven over het matriarchaat en de relativering van het mannelijke leidersprincipe strookte sowieso niet met de partijlijn. Op de Reichsparteitag van Neurenberg in september 1936 zette Hitler de aanval in. Hij hekelde de "vage Noordse frasen" over een Atlantische beschaving. En terloops maakte hij ook de Böttcher-straatcultuur belachelijk; geldschieter Roselius moest diep door het stof.

Himmler, verwikkeld in een heftige machtstrijd met Rosenberg en diens overheidsdiensten, besloot daarom tot een vlucht naar voren. Naar verluidt opgestookt door verontruste archeologen verving hij Wirth in maart 1937, nadat hij hem eerder had ontheven van zijn belangrijkste taken.[88] Niet alleen had Wirths geloofwaardigheid geleden onder de publieke discussies; ook riepen zijn chaotische werkwijze, zijn omgang met ondergeschikten en de kosten van de Scandinavische expeditie irritatie op. Het echtpaar Wirth leefde ver boven zijn stand en had enorme schulden (84.000 rijksmark, bijna vierenhalf keer zijn riante jaarinkomen).[89] Het manuscript van Wirths nieuwe boek Odal: Vom Sinn des Lebens und der Heimat over de oeroude wortels van de boerencultuur voldeed evenmin aan de verwachtingen. Een tentoonstelling over dit onderwerp op de rijksboerendag te Goslar in najaar 1936 werd geschrapt. Zijn collega's meenden hem zelfs op een vervalsing kunnen te betrappen: Wirths reconstructie van de prehistorische zonnekalender van Fossum (Zweden) bleek op een onjuist geïnterpreteerde foto te berusten.[90] Mogelijk had hij zelfs te maken met pesterijen.[91]

De indogermanistWalther Wüst, die over betere papieren beschikte, nam het voorzitterschap van de Ahnenerbe over; Wirth mocht erevoorzitter blijven. De zakelijke leiding moest hij overdragen aan zijn assistent Wolfram Sievers. Niet alleen Wirth, ook de groep rond Darré werd vervangen door wetenschappers van zwaarder kaliber. De bejaarde Wilhelm Teudt werd buiten spel gezet, nadat de Ahnenerbe diens onderzoeksinstituut in Detmold had overgenomen. Wirths meest prominente leerling Haverbeck werd door Himmler persoonlijk uit de SS gezet; hij kon zijn geschriften niet publiceren en koos voor een diplomatieke loopbaan. Speculatieve germanofilie (Deutschtümlerei) moest plaatsmaken voor een robuustere, streng-wetenschappelijk gefundeerde rassenwetenschap die ook voor de buitenwereld geloofwaardig was. Tegelijkertijd kwam de Duitse Geloofsbeweging waarmee Wirth en zijn entourage zich eerder verbonden voelden sterker onder controle van het regime te staan.

Aanvankelijk werd Wirth maart 1937 met zijn staf teruggestuurd naar Marburg, waar zijn afdeling werd samengevoegd met de Hauptstelle für Sinnbildforschung van Karl Theodor Weigel.[92] Maar het boterde niet tussen beide onderzoekers, Wirth voelde zich bekeken, Weigel wist zich geschoffeerd. December 1938 werden de laatste formele banden die Wirth met de Ahnenerbe had doorgesneden en moest hij zijn lidmaatschap beëindigen. Het gezin bleef achter in de halflege villa. Het instituut verhuisde begin 1939 naar een voormalig kindertehuis te Horn-Bad Meinberg, dicht bij het vermeende heiligdom Externsteine in het Teutoburgerwoud, waar de nazi's – in navolging van Wilhelm Teudt – de Germaanse wereldboom Irminsul vermoedden. Wirth belandde op een zijspoor en fungeerde als kop van jut. Hij was inmiddels professoraat kwijt; zijn verzameling had hij in Berlijn moeten achterlaten, de zeldzame boeken gingen terug naar Roselius. Publiceren was niet meer mogelijk, zelfs niet in Nederland, hoewel zijn werk daar enige vermaardheid genoot. Hij wilde terug naar zijn geboorteland, schreef hij een Zweedse collega, maar dat had men hem verboden.[93]

Nederland

Maar ook al moest Wirth in Marburg blijven, het leek alsof zijn schaduw wel degelijk naar Nederland terugkeerde, aldus historicus Bernard Mees.[94] In het NSB-kaderblad Volksche Wacht verscheen vanaf september 1939 een enthousiaste serie over zijn geniale 'ontdekkingen' en ook tijdens de oorlogsjaren bleef men hem citeren.[95] Succesvolle propagandaboeken als Zinnebeelden in Nederland (1940) en Friesland – Friezenland (1942), ademen Wirths geest, mede dankzij de pakkende beelden van SS-fotograaf Willem van Heemskerck Düker en de teksten van uitgever Herman van Houten en volkskundige Sytse Jan van der Molen.

Twijfel aan het leiderschapsprincipe of aan het wetenschappelijke gehalte van het onderzoek konden de leiding van de Ahnenerbe er echter niet bij hebben. Ook voor een tournee door Nederland achtte men hem niet de juiste persoon.[96] Wirths aanpak zou in lekenhanden gemakkelijk tot misverstanden kunnen leiden; men had bovendien angst dat zijn boodschap het Friese particularisme aan beide kanten van de grens zou aanwakkeren. De regionale sentimenten waarop de steun voor het regime dreef, konden zich in theorie ook tegen de Duitse eenheid keren. Wirths pogingen om het manuscript Vom Kinderstein und Gottesjahr in 1941 bij uitgeverij Hamer gepubliceerd te krijgen, werden eveneens gedwarsboomd. Zijn kinderlijke verlangen naar het moedertijdperk was, zo oordeelde SS-adviseur Hans Ernst Schneider, typerend voor de halfslachtige steun aan het regime ("Geschichtsfurcht") waar de Nederlanders sowieso al te veel last van hadden.[97]

Bij de grote propagandatentoonstelling Eeuwig levende teekens in het Haags Gemeentemuseum, 15 oktober tot 7 december 1941, werd Wirths naam niet genoemd. Het was de bedoeling om het grote publiek te overtuigen van het gemeenschappelijke erfgoed dat de Nederlanders met hun Duitse buren deelden. De organisatie lag in handen van de gebroeders Heinrich en Josef Ropohl uit Erkelenz, geruggesteund door Karl Weigel, die al ervaring hadden met een vergelijkbaar project.[98] De gestudeerde heren bliezen echter te hoog van de toren en toonden weinig begrip voor de Nederlandse gevoeligheden. Dat leidde tot stevige confrontaties met de medewerkers van de Volksche Werkgemeenschap. Woordvoerder Nico de Haas greep de gelegenheid aan om in het Nederlandse SS-blad Storm nog eens duidelijk op Withs ontdekkingen te wijzen:

Hermann Wirth heeft ontzaglijk veel stof doen opwaaien en hij 's met meer dan gewone woede aangevallen en verguisd. Onderdelen van zijn werk zijn onhoudbaar gebleken en enkele van zijn gevolgtrekkingen en stellingen onbewijsbaar gebleven of weerlegd. Niettemin blijft er na alle critiek een geweldige, baanbrekende arbeid over en een materiaalverzameling van verbazingwekkenden omvang.

Zonder Wirths Die Urschrift der Menschheit zou de "zinnebeeldvorsing [...] nauwelijks nog denkbaar zijn", benadrukte hij, wat men ook verder van Wirths latere publicaties mocht denken.[99] Schneider rapporteerde naar Berlijn dat het beter was de gebroeders Ropohl nooit meer in bezet gebied te laten werken.[100]

Marburg

Wirths opvolgers bij de Duitse Ahnenerbe omarmden stilzwijgend zijn pangermanistische visie. Eind 1937 had de organisatie al bijna veertig wetenschappers in dienst, waarvan het gros zich met volkskunde en zinnebeelden bezig hield.[101] Wirths vroegere vertrouwelingen bleven sleutelfuncties bekleden, ze gingen verder met het onderzoek en maakten gebruik van het materiaal en de inzichten die hij had verzameld. Zo keerde zijn voormalige assistent Alarich Augustin in 1942 terug naar Friesland om een proefschrift over geveltekens te schrijven; Werner Müller besteedde aandacht aan de Ura Linda Chronik. Huth en Plassmann speelden een belangrijke rol in het Ahnenerbe-project Wald und Baum.[102] We hebben een schat aan baanbrekende inzichten over de geschiedenis van de Indo-Germaanse denken aan hem te danken", concludeerde Wolfram Sievers in 1943: "wel beschouwd is hij de grondlegger van het onderzoek naar zinnebeelden", dat zich inmiddels tot een serieuze wetenschap heeft ontwikkeld.[103]

De Tweede Wereldoorlog gooide echter roet in het eten. Het zinnebeeldonderzoek raakte steeds verder naar de achtergrond. Wirth is "gekneveld", zijn vereniging vernietigd en het onderzoek verworden tot opgravingskunde, klaagde Johann von Leers herfst 1942 tegenover Walther Darré. Hun gezamenlijke hoop op het geestelijke ontwaken van het Duitse volk was volgens hem veranderd in zijn tegendeel.[104] Ook Weigels Sinnbildarchiv hield geen stand. Het instituut werd in 1943 overgebracht naar Göttingen; het omvangrijke fotoarchief belandde twee jaar later in de kelders van het gedenazificeerde Instituut voor Volkskunde, waarna het materiaal in 1953 opnieuw werd gerubriceerd voor andere doeleinden.[105]

Wirth was intussen teleurgesteld geraakt in het regime. Nu hij niet naar Nederland mocht, probeerde hij het in Zweden. Hij stuurde rijksoudheidkundige Sigurd Curman begin 1939 een uittreksel van zijn nieuwste boek Des Großen Gottes älteste Runen, dat hij in Zweden wilde laten publiceren. Hij beweerde dat hij zelf ontslag had genomen omdat hij zijn onderzoeksvrijheid was ingeperkt en niet langer mocht schrijven over het matriarchaat. Nu zocht hij een aanstelling in dit land, waar de gewetensvrijheid in zijn ogen nog bestond en kondigde aan zijn leven aan de rotstekeningen te willen wijden. De topambtenaar vroeg advies aan zijn collega's en reageerde daarna afwijzend. Een van Wirths meest uitgesproken critici, de archeoloog Nils Åberg die hem eerder in Bremen had leren kennen, was overtuigd van Wirths goede bedoelingen, maar stelde dat de meeste wetenschappers niets met zijn romantische theorieën konden aanvangen. De tekst was volgens hem vooral uit cultuurhistorisch oogpunt de moeite waard, namelijk als een boeiend inkijkje in de cultuur van het Hitlerregime.[106]

Ondanks de vernederingen die hij had moeten ondergaan, bleef Wirth contact houden met Himmler en Sievers. Himmler hielp hem tot februari 1942 aan verdiensten en maakte daarna een terugkeer naar de universiteit mogelijk. Hij kreeg een onderzoekstoelage van het Rijksministerie van Onderwijs, extra middelen van de Deutsche Forschungsgemeinschaft en hij vroeg (tevergeefs) of hij een nieuwe reis naar Scandinavië mocht maken.[107] Hij zocht tevens contact met de antisemitische Arbeitsgemeinschaft "Germanentum und Christentum" van de theoloog Wolf Meyer-Erlach te Jena, die nauwe banden onderhield met vooraanstaande nazi's in Zweden.[108] De SS-leiding achtte zijn vertrek naar het buitenland echter ongewenst en liet de plaatselijke politie voor de zekerheid zijn paspoort innemen. In november 1944 werd hij (op papier) aangesteld tot faculteitsbeheerder (Kustos) van het Instituut voor Duitse Volkskunde te Göttingen, ondanks verzet van de collega's aldaar; hij mocht thuis aan zijn eigen onderzoek blijven werken. Hij behield bovendien de rang van SS-Hauptsturmführer; ook zijn oudste zoon Volkhart trad toe tot de SS.

Naoorlogs

In 1945 werd Wirth – inmiddels de zestig gepasseerd – door de Amerikaanse troepen twee jaar lang gevangen gezet en verhoord, maar de onderzoekers kregen geen duidelijk beeld welke rol hij in het regime had gespeeld. Zijn bewonderaars, met name de lutherse theoloog Friedrich Heiler uit Marburg, wisten de autoriteiten met Nederlandse hulp te overtuigen dat Wirth slachtoffer was geworden van politieke intriges. Zijn huis in Marburg was door Amerikaanse inkwartiering uitgewoond, veel fotomateriaal, onderzoeksgegevens en manuscripten waren verdwenen, ook zijn Leica-camera was gestolen. Eenmaal vrijgelaten, verhuisde hij begin 1948 met zijn gezin naar Dieren (Gelderland), waar ze introkken bij zijn zus en zwager. Tevergeefs legde hij zijn plannen voor een Europese Verzameling van Oergodsdienstgeschiedenis voor aan verschillende instanties. Tegenwerking kreeg hij onder andere van vroegere Ahnenerbe-archeoloog Assien Bohmers, die waarschuwde dat Wirth en zijn volgelingen geen afstand hadden gedaan van hun racistische programma.[109]Friedrich Hielscher noemde hem tijdens het Neurenberger Artsenproces in april 1947 een gevaarlijke gek.[110] Wirth merkte dat het gezin, hoewel allen afstand hadden gedaan van de Duitse nationaliteit, in Nederland niet erg welkom was.

Wirth zou later altijd blijven volhouden dat hij zich vanwege zijn bezwaren tegen het regime vrijwillig uit de Ahnenerbe had teruggetrokken. Omdat hij door Himmler aan de kant was gezet, meende hij tevens aanspraak te kunnen maken op een uitkering als oorlogsslachtoffer; nog op hoge leeftijd produceerde hij een kritische brief aan Himmler die zijn onschuld moest bewijzen.[111] Hij beweerde verder dat hij en zijn vrouw maar amper aan het concentratiekamp waren ontkomen.[112] Het echtpaar meende de strijd tegen verdachtmakingen en leugens te moeten aangaan, zodat – zoals zijn vrouw het in 1974 uitdrukt – "het licht van de Duitse ziel weer zal gaan oplichten".[113] Zijn aanhangers hielden dan ook vol dat Wirths betrokkenheid bij de Ahnenerbe na 1938 een kwaad gerucht was dat vooral door antifascisten werd verspreid.[114]

Desondanks bleef hij in zijn publicaties ook na 1945 trouw aan de principes van het nationaalsocialisme en loyaal aan de Führer. Door zijn openlijke afkeer van de naoorlogse politiek verspeelde hij in 1956 het recht op staatspensioen.[115] Zijn antisemitisme wist hij nauwelijks te verbergen. Oud-nazi's die zich van de vooroorlogse rassenwaan probeerden te distantiëren, noemden hem het toonbeeld van al te ver doorgeschoten Germanengekte.[116]

Zweden

Onder de schuilnaam H.W. Roeper Bosch week Wirth in oktober 1948 met vrouw, drie kinderen en kleinzoon uit naar Zweden; zijn jongste zoon Gernot was sinds januari 1943 in Rusland vermist. De volgende zomer was hij even terug in Nederland, waar hij in juni samen met de West-Friese rechtshistoricus en oud-naziArian de Goede te Utrecht een Stichting voor Oergodsdienstgeschiedenis oprichtte. Enkele maanden later werden de plannen gelanceerd voor een museum in de grotten van Kasteel Neercanne (Zuid-Limburg), dat onlangs was aangekocht door het Limburgs Landschap. Maar de initiatiefnemers waren al gebrouilleerd geraakt en de schadevergoeding waarop Wirth recht dacht te hebben bleef uit, zodat het project strandde.[117] Het jaar daarop dook hij weer op in Utrecht, met een valse identiteit, naar verluidt op jacht naar een verloren Oera Linda-manuscript.[118] Ook legde hij contacten met de theologische faculteiten van de Katholieke Universiteit Nijmegen en de Universiteit van Münster, maar het lukte hem niet voldoende interesse voor zijn denkbeelden, laat staan voor zijn museumplannen te wekken. Kwade tongen beweerden dat men eiste dat hij zich zou bekeren tot het katholicisme. De gerenommeerde uitgeverij Brill te Leiden hadden evenmin belangstelling voor zijn studies.[119]

Wirth bleef voorlopig in Zweden wonen. Nadat hij een tijdlang op een boerderij te Hörja Hågnarp bij Hässleholm had gebivakkeerd, verhuisde hij met zijn gezin naar een villa te Bjärred bij Lund vlakbij de Sont. Tegenover de nationale veiligheidsdienst beweerde hij stukjes te schrijven voor bekende bladen, onder het pseudoniem Folke Freij. Een bezoeker vertelde later dat in zijn studeerkamer een groot portret van hemzelf in SS-uniform hing. Mogelijk nam hij deel aan de vergadering bij Per Engdahl in Malmö in mei 1951, waar fascisten uit heel Europa een nieuwe Europese Sociale Beweging oprichtten.[120] Een van de aanwezigen was oud-SS-er Wilhelm Landig (1909-1997), leider van een neonazistische kring in Wenen en een bewonderaar van Wirth, die vanaf het begin van de jaren vijftig zijn geschriften verspreidde en met hem bevriend raakte.[121] De buitenwereld kreeg te horen dat hij een aanstelling had gekregen aan de Universiteit van Lund; in werkelijkheid ging het om een eenmalige lezing in november 1951 over landschapsfotografie en kleurendia's. Het jaar daarop kwam Wirth aan het hoofd te staan van een nieuw bedrijf in Lund (Institutet för Färgfoto AB), dat zich specialiseerde met kleurenfotografie. Hij bediende ook zich van andere namen, zoals Felix Bosch en Heinrich Bosch, en verhulde soms zijn woonplaats. Het lukte hem echter niet voor zijn gezin Zweedse paspoorten te krijgen. Na te zijn ontslagen wegens malversaties keerde hij begin 1954 met zijn vrouw en kleinzoon Mario terug naar Marburg, waar hij zijn eerdere onderzoekingen, nu als privé-persoon, voortzette.[122] Zoon Volkhart vertrok met zijn bruid, een taalkundige, naar haar geboorteland Nederland; de beide dochters Adela en Ilge bleven in Zweden.

Rechtsradicale netwerken

Op uitnodiging van Heiler kon Wirth april 1955 samen met andere oud-nazi's deelnemen aan het 8eInternationale Congres voor Religiegeschiedenis te Rome. Zijn Atlantisch-Oergermaanse vocabulaire en zijn verheerlijking van het Noordse ras maakten plaats voor verbale loyaliteit aan Europese waarden. Wetenschappelijke erkenning bleef echter uit en hij raakte alsnog met Heiler gebrouilleerd.[123] Zijn Ahnenerbe-verzameling wist hij grotendeels terug te krijgen, maar plannen voor een tentoonstellingsruimte in Marburg strandden. Wirth was daarna weer aangewezen op een kleine kring van getrouwen, waaronder Wilhelm Landig, de omstreden SS-kolonel Helmut Bischoff en de rechtse anti-kernenergieactivist Joachim Weitzsäcker.[124] Zijn gedachtegoed werd sinds het einde van de jaren zestig verspreid door organisaties als het Collegium Humanum van zijn oudste leerling en levenslange vriend Werner Haverbeck, die zich met zijn echtgenote op de antroposofie had gestort. Haverbeck, die in 1933 de Duitse natuurorganisaties onder controle van de nazi's had gebracht, was sinds 1967 als hogeschooldocent werkzaam en zou als eerste de brug slaan tussen het völkische denken en de ecologie.[125] De toon van diens hoofdwerk Das Ziel der Technik uit 1965 is zorgvuldig aangepast aan de liberale tijdgeest, maar tussen de regels door is Wirths invloed (met inbegrip van zijn antisemitisme) goed te merken.[126] Beide mannen deelden een diepe afkeer van de moderne consumptiecultuur, de American Way of Life, die het leven de Bondsrepubliek in zijn greep had gekregen. Ook in kleine paganistische secten als de Goden-Orden en de Armanen-Orden was men vertrouwd met Wirths denkbeelden. Zijn boeken werden op de markt gebracht door Landigs uitgeverij Volkstum-Verlag te Wenen; vanaf 1969 bracht hij enkele publicaties uit onder de naam van zijn eigen uitgeverij Eccestan-Verlag te Marburg (genoemd naar de Externsteine).

Wirth bleef ook na de oorlog een opvallende persoon in de rechtsradicale netwerken en bewoog zich openlijk in kringen rond de neonazipartij NPD en verwante groeperingen. Voor de rechter verklaard hij in 1956 dat het nationaalsocialisme ook veel goeds had gebracht. Een CIA-rapport uit 1957 stelt dat hij sinds kort weer aanhangers voor zijn denkbeelden probeerde te werven; hij wist het vertrouwen van Mathilde Ludendorffs reactionaire Bund für Gotterkenntnis te winnen en trachtte zijn bekenden in Vlaanderen te interesseren voor een nieuwe Europese nazipartij. Met Johann von Leers, die via Buonos Aires naar Caïro was gevlucht, onderhield hij intensief contact; diens maandblad Der Weg vormde het belangrijkste platform van de wereldwijde fascistische beweging.[127] Ook de Duitse veiligheidsdienst maakte zich zorgen over de "mystieke rassencultus" die Wirth propageerde.[128] De historicus Jost Hermand leerde hem in 1958 kennen als een "fanatieke nationaalsocialist".[129] In 1959 sprak hij bij het Hermannsdenkmal te Detmold voor de neonazistische Northern League van Roger Pearson; zes jaar later voor het Deutsches Kulturwerk van Herbert Böhme; in 1975 voor de Freie Deutsche Bauernschaft van Holocaust-ontkenner Thies Christophersen, in 1971 en 1976 voor de Arbeitskreis Walter Machalett, een völkische ontmoetingskring die zich rond de Externsteine formeerde.[130] In de jaren vijftig sloot hij zich aan bij de Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft, een völkisch-racistische kerkgenootschap waarin zich voormalige aanhangers van de Deutsche Glaubensbewegung en andere ariosofen verenigden.[131]

De antisemitische Thule-romans van Wilhelm Landig zijn niet alleen geënt op het werk van Wirth, ze vormen tevens een populaire weergave van diens gedachtegoed en behoren tot de standaardwerken van het zogenaamde esoterisch nazisme; het embleem van de zwarte zon (sinds 1991) grijpt terug op Wirths symbolenleer.[132] Enige afstand van dit milieu nam de reactionair occulte bestseller-auteur Jürgen Spanuth, die in navolging van Heinrich Pudor probeerde te bewijzen dat Helgoland het centrum van het verdronken Atlantis uit de Bronstijd moet zijn geweest. Net als Wirth en Landig werd Spanuth in 1969 lid van de omstreden Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte (Bonn) en publiceerde hij zijn werk bij het extreemrechtse Grabert-Verlag; zijn geschriften werden door Wirths aanhangers enthousiast ontvangen.[133] Zeekapitein Rudolph Krohne (alias H.K. Horken), die eveneens op Wirths theorie over de noordelijke herkomst van het blanke ras voortbouwde, was voorzichtiger: hij wilde niet geassocieerd worden met de raciale zendingsdrang waarmee Wirth behept was.[134]

Antisemitisme

Eind jaren vijftig kwam Wirth openlijk uit voor zijn antisemitisme. Hij schreef twee deskundigenrapporten voor de rechtse activist Wilhelm Prothmann, leider van de Bund für Gotterkenntnis, die wegens zijn antisemitische geschriften voor de rechter kwam te staan. Antisemitisme is de schuld van de joden, zo redeneert Wirth, hun religie leidt namelijk tot uitwassen en daarop ontstaan telkens weer reacties. Hij hekelde het "massale bedrog" bij de Wiedergutmachung en beweerde dat het jodendom en de staat Israël een slaatje sloegen uit het tragische onrecht van de Holocaust en het gefantaseerde aantal van zes miljoen doden.[135]

Naar eigen zeggen werkte hij nog altijd aan een vuistdikke monografie (het zogenaamde Palestinabuch) over de geschiedenis van het jodendom, die hij al in 1933 aangekondigd had.[136] Het was zijn theorie dat de joden afstamden van een bijgelovig slavenvolk (Chazaren) in de marges van een mythische Noordse beschaving (Shambhala) in de Gobi-woestijn. Volgens de Chileense oud-diplomaat Miguel Serrano (1917-2009) moest het zijn magnus opus worden, de negatieve tegenhanger van de Ura Linda Chronik waarin de vrije Friezen de hoofdrol speelden. Het boek was vrijwel voltooid toen de manuscripten onder verdachte omstandigheden verdwenen. Serrano sprak hem hierover in september 1979:

Professor Wirth […] had onlangs een boek voltooid over de oorsprong van de joden, het resultaat van een leven lang onderzoek. Toen ik hem kende was hij 94 jaar oud, maar nog steeds levendig en alert. En juist toen, niet lang voordat hij stierf, werden de manuscripten van dit werk gestolen, hij geloofde door zijn eigen medewerkers. Marxistische infiltranten of misschien katholieken zorgden ervoor dat zijn meest waardevolle werk verdween. De wereld zal er nooit kennis van nemen. Het is een tragedie zo groot als de vernietiging van de bibliotheek van Alexandrië.[137]

In het esoterische nazisme van Serrano spelen de denkbeelden van Wirth een belangrijke rol; beide mannen leerden elkaar in de jaren zestig persoonlijk kennen.[138] De reactionair-esoterische filosoof Julius Evola en de traditionalistRené Guénon rekenden Wirth eveneens tot hun intellectuele voorbeelden. Evola ontwierp al in 1934 het ideaalbeeld van een noords-boreale beschaving; hij sprak datzelfde jaar op het tweede Nordische Thing in Bremen; mogelijk ontmoette hij Wirth tijdens een van zijn Duitse lezingen in 1937 en 1938. Wirths theorie van het matriarchaat stootte beide elitaire denkers echter tegen de borst.[139]

Onderzoek

In het deels autobiografische Um den Ursinn des Menschseins (1960) overheerst vooral rancune. In zwarte bewoordingen schetst de 75-jarige Wirth de teloorgang van de westerse beschaving dankzij de wreedheden van de kerk en de corrumperende invloed van de joods-christelijke beschaving. Tweeduizend jaar Christendom hebben de vrije noordse vrouw tot slavernij gebracht en de samenleving in een negatieve spiraal van oorlog en geweld gestort. Das Dritte Reich mit seinem Männlichkeitskult hat lediglich eine Form der Gewalt durch eine andere ersetzt. Und die Bundesrepublik ist für ihn nicht besser. Deshalb muss es eine neue spirituelle Bewegung geben, einen Bruch mit der männlichen Kultur der Macht und Gewalt. Er plädiert daher für ein neues und mächtiges Heidentum, das in der Urgemeinschaft der Nordseevölker verwurzelt und mit einem soliden esoterischen Fundament versehen ist, damit Deutschland wieder seinen Platz in der Mitte des Westens einnehmen kann. Wirth weiß aber auch, dass die „Wende zum Besseren“ mehrere Generationen dauern wird. Zum Holocaust er nimmt kein Blatt vor den Mund. Noch immer lobt er Hitler und macht die SS-Führung für den Untergang des Dritten Reiches verantwortlich, von der er sich schikaniert fühlt. Es war einfach ein Krieg mit falschen Zielen und an der falschen Front.[140]

Das Buch wurde in der wissenschaftlichen Gemeinschaft und in den Medien ignoriert. Lediglich die DDR, in der die Menschen ihre Abneigung gegen die Bundesrepublik teilten, erhielt positive Resonanz.[141] Die geplanten Fortsetzungen erschienen nie. Einer seiner Biografen merkt an, dass Wirth es sich wegen seiner Geradlinigkeit nicht leicht gemacht hat.[142] Bis ins hohe Alter schrieb und dokumentierte er weiter, auch wenn das Ergebnis oft ungesehen in der Schublade blieb. Er ließ sich leicht von seinen eigenen Gedanken mitreißen, wie bei den früheren Ura Linda Chronik und Fossums angeblicher Sonnenkalender war eingetreten, und dann fiel es schwer zuzugeben, dass er sich geirrt hatte.

In seinen Nachkriegspublikationen konzentriert er sich hauptsächlich auf religiöse Symbolik und ikonische Objekte wie Runeninschriften, Petroglyphen, prähistorische Heiligtümer und heilige Berge. Er verfügte nun über das meiste Material, das er während seiner früheren Expeditionen nach Skandinavien gesammelt hatte, darunter eine große Menge Gipsabgüsse von Petroglyphen aus der Bronzezeit. Er beherbergte seine Sammlung im Europäische Sammlung für Urreligionsgeschichte, geleitet von Friedrich Heiler. Darüber hinaus stellte er um 1957 die Hermann-Wirth-Gesellschaft die zuvor im Ahnenerbe aufgegangen war, wieder auf die Beine. Beide Vereine fusionierten 1962 zur Gründung der Europäische Sammlung für Gemeinschaftskundee.V. Dies im Rahmen einer neuen Jugendbewegung mit Begegnungszentrum und Freilichtmuseum Heimskringla "Weltkreis" die er aufbauen wollte.[143]

In den Jahren 1962 und 1964 unternahm er zwei weitere Reisen nach Schweden, um sein Material aufzufüllen, aber die Behörden machten ihn für die Schäden verantwortlich, die er durch seine Methode verursachte, und es wurde ihm verboten, solche Gipsabdrücke mehr herzustellen.[144] 1960 organisierte er in Marburg eine Kurzausstellung über Weihnachten als Nacht der Urmütter. Pläne für eine Dauerausstellung in Horn-Bad Meinberg lösten einen Sturm der öffentlichen Empörung aus. „Die Externsteine ​​können sich nicht wehren“, hieß es Ende 1964 in einer umstrittenen Radiosendung. In seiner früheren Arbeit spielten die Externsteine ​​kaum eine Rolle, aber Wirth hatte gemerkt, dass er verwandte politische, esoterische und religiöse Gruppen unterstützen konnte für seine Ideen zu gewinnen.[145] In seinen Augen waren die Steine ​​die Überreste eines Mütterkults und nicht eines phallischen Rituals, wie Machalett und seine Anhänger behaupteten.[146] Die von ihm verfassten Führer unterstützten die rituellen Versammlungen und Gedenkfeiern, die hier abgehalten wurden.[147] Mitte der siebziger Jahre stellte er seine Sammlung in einem leerstehenden Bauernhof in . aus Fromhausen Biene Detmold. Dafür musste er erhebliche Schulden machen, die Reisezeit war enttäuschend und nach zwei Spielzeiten musste er die Ausstellungsfläche wieder aufgeben.

Grün oder braun?

Ab den frühen 1970er Jahren interessierten sich auch anthroposophische, feministische und ökologische Kreise für Wirths esoterische Theorien und schufen neue Schnittstellen zwischen linksalternativen und rechtsradikalen Strömungen ("grün mit braunem Rand").[148] Der Reaktionär Häm-Schutz und Naturschutzideale ab etwa 1900 durch ihn ein neues, mehr oder weniger alternatives Publikum erreicht. Wirth blühte ganz auf. Er präsentierte sich als starker Verfechter der Frauenrechte und konnte sich so öffentlich von der NS-Zeit distanzieren.[149] Sein Interesse an der Schamanismus und der Aufruf, die tieferen Werte von Mutter Erde (einschließlich der Paleo-Diät) entsprachen der aktuellen Mode. Insbesondere Andreas Lentz, Gründer der Öko-Gemeinde Mutter Erde te Frauenberg bei Marburg, wurde vom Lebensstil der . inspiriert Indianer Nordamerikas, der nach seinem Lehrer von den Urdeutschen abstammen sollte. Wirths Unterstützer organisierten Treffen mit amerikanischen Besuchern wie den Traditionalisten hoffnungsvollFührer James Danaqyumptewa, die nach Wissen über ihre entfernten Vorfahren suchten. Haverbeck, wer ist Die Grünen organisierte wiederum eine Tour durch den umstrittenen Medizinmann Vincent LaDuke auch bekannt als Sonnenbär.[150] Schlüsselfiguren waren neben der Schwiegermutter von Lentz die Geomantie-Anhängerin Waltraud Wagner und der rechtsextremen nationalen Yogalehrerin, Heilpraktikerin und Runologe Gerhard Heß (*1941), Gründer der Neoheide Oding Glaubensgemeinschaft. Letzterer ehrte Wirth als Begründer einer neuen Religion und als „großen Propheten des nördlichen Heidentums“.[151] Von 1979 bis 1981 ein Nachdruck von volgde Urschrift der Menschheit vom Lentz-Hausverlag.

Der energische Professor hatte auch im Alter wenig von seiner Ausstrahlung verloren. Im Alter von 94 Jahren sprach er stundenlang vor einem Raum voller begeisterter Zuhörer im Universität Augsburg zur Geschichte des Matriarchats.[152] In einem Interview von 1979 sagte er, es sei seine Berufung, zu der großen sozialen und spirituellen Revolution beizutragen, auf die er immer gehofft hatte. Er verglich dies mit der Wintersonnenwende: Eines Tages würden die Seelen der Vorfahren wieder auferstehen und in der Nachwelt weiterleben.[153] Er gab sich als Opfer der Nazis aus, hielt es aber nicht für nötig, sich von ihnen zu distanzieren; schließlich hatte er schon immer andere Ansichten gehabt. Seine Anhänger schienen letzteres tatsächlich zu glauben, und einer von ihnen kannte sogar eine Unterstützungserklärung von Willy Brandt arrangieren. In der Zwischenzeit sprach er zu seinem Seelenverwandten Serrano offen über seine Hochachtung für Hitler.[154] Dabei hat Wirth stets zwei Gesichter bewahrt: der Außenwelt verpflichtet und gleichzeitig dem Kreis der Gleichgesinnten treu. Ehrlich gesagt, wie seine Biographen immer wieder bemerkten, war er nicht immer vorsichtig.[155]

Wieder einmal tat er alles, um seine Sammlung in einem permanenten Museum unterzubringen, jetzt in einer Zehntscheune Thallichtberg in der Pfalz, nicht weit vom Geburtsort seines Vaters entfernt. Kurz nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1978 zog er mit seiner Sammlung und Bibliothek von 10.000 Bänden hierher. Seine Pläne wurden von Kommunalpolitikern unterstützt, die sich seines politischen Doppellebens nicht bewusst waren. Während er auf die Restaurierung wartete, eröffnete er eine Ausstellung in einem örtlichen Schulgebäude und erforschte mit seinem Assistenten Roland Häke Felskunst in nahe gelegenen Höhlen. Haverbeck und sein Mentor organisierten anlässlich seines 95 Collegium Humanum in Vlotho-Valdorf.[156] Doch das Museumsprojekt ist dann gescheitert des Spiegels über Wirths NS-Vergangenheit im September 1980 veröffentlicht.[157] Er starb mehr als vier Monate später. Seine Anhänger sprachen von politischen Rufmord.[158] Der Hype um seine Person erstarb erst nach wenigen Jahren.

Erbe

Als Fortsetzung des Sammlung für Gemeinschaftskunde Wirths Unterstützer gründeten die Gesellschaft für europäische Urgemeinschaftskunde e.V. Hermann-Wirth-Gesellschaft auf.[159] Erster Vorsitzender war der Holocaustleugner Tjudar Rudolph.[160] Unter den Referenten und Gästen waren regelmäßig führende Persönlichkeiten der internationalen Neonazi-Szene, aber auch Interessierte mit ganz anderen Motiven. Nach dem Tod ihres Lehrers radikalisierte sich ein Teil von Wirths Unterstützern vor allem in die Fußstapfen von Haverbeck, der 1981 zu den Unterzeichnern der umstrittenen Heidelberger Manifest gehörte. Die meisten jungen Leute brachen ab; die Gemeinde Mutter Erde zerfiel im Streit.

Unter der Leitung von Andreas Lentz gründeten die eingefleischtesten Wirth-Anhänger theaan Arbeitsviertel für Ur-Sinnbild-Forschung te Frauenberg bei Marburg, der sein eigenes Bulletin herausgab. Kritikern zufolge war dies eine "Spielwiese für ariosophische und rechte Nationalbewegungen", auf der Vorkriegsideen ohne große Vorbehalte diskutiert wurden.[161] 1985 wurde Wirths 100. Geburtstag gemeinsam mit einem fünftägigen Symposium unter der Leitung von Haverbeck im Collegium Humanum gefeiert. Das Arbeitskreis dann aufgelöst, der ursprüngliche Verein bestand weiter und erhielt 1996 einen neuen Namen Ur-Europa e.V.[162] 1999 starb Wirths treuer Freund Haverbeck; seine Witwe machte sich daraufhin zum Aushängeschild der Neonazis.

Die wichtigsten Teile von Wirths Sammlung und Bibliothek – falls noch vorhanden – wurden wenige Jahre nach seinem Tod in das Österreichische Felsbildermuseum in . überführt Spital am Pyrhne im Oberösterreich, geführt von dem älteren Volkskundler Ernst Burgstaller, ein Oldtimer aus der Zeit des Ahnenerbes.[163] Seit 1998 werden einige Gipsabgüsse aus der Ahnenerbe-Sammlung ohne viel Kommentar der Öffentlichkeit gezeigt. Kritiker sprachen von einem geheimen Nazi-Denkmal. 2015 wurde das Material an die (private) Tanums Hallristningsmuseum zu Tanumshede (Schweden).[164] Seit 1984 beherbergt die Zehntscheune in Thalbeeldenberg die Musikantenland-Museum.

Die Manuskripte wurden kurz nach Wirths Tod von seiner jüngsten Tochter Ilge Bosch-Willebrand, Landschaftsarchitektin bei Torsås (Schweden). Einige Überreste wurden später in einem deutschen Müllcontainer gefunden, andere landeten im österreichischen Museum, aber der größte Teil des schriftlichen Materials ist laut Eberhard Baumann, dem Ersteller von Wirths Bibliographie, verloren gegangen. Sein Vertrauter Gerhard Heß schaffte es zwar, Kopien anzufertigen, aber auch hier entbrannte ein Richtungskampf. Die treuen Wirth-Anhänger versuchten – beklagte Heß –, jede Kritik an ihrem Idol, auch wenn sie von Gleichgesinnten kam, im Keim zu ersticken.[165]

Nachwirkungen

Wirths religionsgeschichtlicher und ethnografisch Diese Vorschläge werden von der wissenschaftlichen Welt fast einstimmig abgelehnt. Dennoch schwingen seine Theorien immer noch mit, einerseits in Feminist und der Neues ZeitalterKreise (besonders Rohkost), andererseits an Unterstützer von Neonazis und esoterische Nazis und mit Anhängern von Neuheidentum und Geomantie (Leylinien). Seine Ideen werden hauptsächlich von Organisationen verbreitet, die zu den direkten Erben des Nationalsozialismus gehören. Über das Internet erreichen sie ein neues Publikum, das sich für Okkultismus interessiert und Esoterik, oft ohne sich mit politischen Hintergründen beschäftigt zu haben.[166] Das Interesse an seiner Arbeit entspricht der aktuellen Überzeugung Verschwörungstheorien und Pseudowissenschaft. Einige seiner regelmäßigen Anhänger, darunter der wissenschaftliche Leiter von Ur-Europa, der Biologe Wolfram Zarnack (1937), ist auch ein Befürworter von Historisch-Revisionist Ansätze wie die Phantomzeittheorie und andere Formen von Chronologie Kritikchron.[167] Darüber hinaus wird auf die spekulativen Theorien von Elisabeth Neumann-Gundrum (1910-2002) über Mega-Skulpturen, die auch von der Arbeit von Wilhelm Teudt, Jürgen Spanuth und dem SS-Okkultisten inspiriert sind Karl Maria Wiligut.[168]

Die Union Ur-Europa hat sich seit den 1990er Jahren von den rassistischen Tendenzen in Wirths Werk und allem, was an das Dritte Reich erinnert, distanziert. Neonazis, Rassisten und Antisemiten wären aus dem Vorstand verbannt worden; dennoch gehörten einige Führer und einige der Redner der rechtsradikalen Szene an.[169] Es gab weitere Überschneidungen mit den Forschungskreis Externsteine, wo auch das nationale Gedankenrecht geschätzt wurde.[170] Nicht wenige Autoren, die auf Wirths Werk aufbauen, darunter die völkische Aktivist und "Spracharchäologe" Gert Meier (1937-2019), veröffentlichte ihre Ergebnisse mit der Rechtsextremen Grabert-Verlag in Tübingen oder im Magazin Deutschland in Geschichte und Gegenwart.[171] Die Ideen von Wirth und Haverbeck wurden in den rechten Zeitschriften weiter aufgegriffen Zeitenwende (1994-1996), Hagal (1999-2004) und Trojaburg (seit 2005).[172] Seit 2016 wurden keine neuen Aktivitäten des Vereins bekannt gegeben.

Indirekt ist Wirths Einfluss wesentlich größer, nicht nur in populären Werken über Symbole und versunkene Kontinente, sondern auch in den Science-Fiction und deutsche Literatur. Seine Bedeutung für die Nachkriegswissenschaft ist wegen seines beschädigten Rufs und der vielen Tabus, die sein Werk umgaben, schwer einzuschätzen. Er hätte zum Beispiel die Arbeit des Archäologen beeinflusst Herbert Kuhn (1895-1980), einer der größten Kenner prähistorischer Kunst in Europa.[173] Einige Ideen über das Matriarchat und die frühe biblische Kultur wurden stillschweigend von anderen übernommen, wie zum Beispiel von den Archäologen Marija Gimbutas (1921-1994), die Wirth erst 1991 zu ihren Vorgängern zählte.[174] Sein ehemaliger Assistent, der EthnologeWerner Müller (1907-1990) unterstützte 1982 - ohne Wirths Namen zu erwähnen - seine Theorie über die nördliche Herkunft der Indianer. An anderer Stelle verfolgt er eng seine Theorie des Matriarchats. Über Müller gibt es direkte Verbindungen zur Arbeit der Anthropologen Mircea Eliade und Hans Peter Dürr.[175] Einer der wenigen ernsthaften Gelehrten, die sich offen auf Wirths Werk bezogen, war der betagte Philosophphilosoph Rudolf Pannwitz (1881-1969), ein Veteran der Jugendgewerkschaften, der 1968 voraussagte, dass sein "großes Analogiematerial" eines Tages wiederentdeckt werden würde.[176]

In rechtsextremen Kreisen wird Wirths Vorkriegswerk hauptsächlich gelesen; die Originalpublikationen erzielen hohe Antiquariatspreise. In Deutschland sind das Thule-Seminar und der Verein "Parzifal" (vormals Trojaburg e.V.) von seinem Erbe inspiriert; die Haupttitel werden von den Neonazi herausgegeben Forsite-Verlag zu bottrop und Edition Geheimes Wissen in Graz, andere von kleinen ökologischen, neoheidnischen oder antisemitischen Verlagen.[177] Wirths Unterstützer betonen jedoch, dass Wirth angesichts der Auswüchse des Dritten Reiches nicht nur Täter, sondern auch Opfer war.[178]

In Frankreich wird er regelmäßig in Zeitschriften wie Nouvelle Droit, Elemente und Editionen Heimdal.Neues Recht Publizisten wie Alain de Benoist und Robert Steuckers kritisieren seine Theorien.[179] Sein Ura Linda Chronik erschien 1989 auf Italienisch, sein Hauptwerk Der Aufgang der Menschheit wird seit 2017 ins Italienische übersetzt.[180] Deutsche, französische, italienische und russische radikale Nationalisten interagieren oft und zitieren sich gegenseitig.

Bemerkenswerterweise blieb die Aufmerksamkeit für Wirths Theorien in den Niederlanden nach dem Zweiten Weltkrieg begrenzt. Gerade im kleinen Kreis der Amateurhistoriker, die auf die Authentizität der Oera Linda Buch er wird immer noch regelmäßig zitiert. In Flandern der rechtsextreme Aktivist Koenraad Logghe gründete um 1989 seine eigene Herman-Wirth-Gesellschaft.[181]

Russland

Russische Rechtsradikale als einflussreicher Politologe Alexander Dugin (1962) und der Publizist Valerii Demin (1945-2006) verweisen auf Wirths Werk. Letztere förderte erfolgreich den Mythos, dass die russische Zivilisation im hohen Norden entstand.[182] Dugins Buch Hyperboreale Theorie: die Erfahrung der ariosophischen Forschung von 1993 widmet sich ganz Wirths Theorien, die er ausführlich erläutert.[183] Er lobt den Gelehrten als "das stillste Genie der Zeit, den Entdecker der ersten Sprache der Menschheit" und "den Auserwählten des Nordlichts". Dugins erster Manifest von Arctogaia von 1998 ist in einer Sprache artikuliert, die direkt seinem intellektuellen Vorbild entlehnt ist.[184] In Fernsehsendungen berichtete er über seine angeblichen Funde in russischen Geheimarchiven. Und bei mehreren Gelegenheiten gab er weitere Details zu Wirths verschwundenem Meisterwerk, das auf den Ausgrabungen des Ahnenerbe in Palästina basieren soll:

Es gibt also keine Regel, kein Wort im Alten Testament, das einer solchen hyperborealen Dekonstruktion nicht erliegen würde. Es geht nicht darum, den Text zu kritisieren. [...] Wirth führte den Regieauftrag wieder ein und enthüllte die ursprüngliche hyperboreale Gnosis - die wahre Grundlage der alttestamentlichen Tradition, befreit von farbigen Interpretationsmodellen. [...] Sie können sich vorstellen, was das für eine Arbeit war. Leider können wir den Inhalt jetzt nur erahnen. [...] Schon in den 1970er Jahren, als Wirth sie fast fertig hatte, verschwand die einzige fertige Ausgabe spurlos. In seiner Abwesenheit betraten Unbekannte das Haus, stellten alles auf den Kopf, nahmen es aber nur mit Palästina Buch entlang. Wirth wandte sich an seine Schüler (es gab zwei oder drei unvollendete Exemplare), aber auch sie wurden von mysteriösen Fremden besucht. [...] Auch wenn Sie nur Fragmente der Palästina Buch Holen Sie sich... Stellen Sie sich vor, wie das alles ändern könnte.[185]

Es schien, dass das Manuskript, so behauptete sein Mitarbeiter Yurii Vorob'evskii, israelischer Geheimdienst wurde gestohlen.[186] Wirths Ausgabe der Ura Linda Chronik wurde auch entlarvt und als Rassenmythos analysiert, der leicht zur Mobilisierung von Menschen verwendet werden könnte.[187] Einer von Dugins Schülern übersetzte den Text 2007 ins Russische und versah ihn mit einer ausführlichen Einführung.[188]

Wissenswertes

Herman Wirth ist nicht zu verwechseln mit dem Klassizisten Hermann Wirth in Freiburg, dem Kunsthistoriker Hermann Wirth-Bernards in Bonn und dem Architekturhistoriker Hermann Wirth (1940-2019) in Weimar.

Questenfest

Ab den 1920er Jahren förderte Herman Wirth alle Arten von rituellen Jahresfeiern, die seiner Meinung nach einen prähistorischen Ursprung hatten. 1924 nahm er erstmals an der Questenfest zu Questenberg im Harz, wo an Pfingsten ein Mittsommerbaum aufgestellt wird; dieses Ritual ist auch zu DDR-Zeiten in Mode geblieben. Dazu schrieb er das Lied „Lichtkreuzweihe“ (1925). Für die Artamanen er schrieb 1928 „Von Licht Born, zu Licht Koror“.[189] Die Mai- und Mittsommer-Gedenken an der Außensteine in Detmold, einem wichtigen Treffpunkt der rechtsextremen Szene.[190]

Weihnachtskerzenhalter

In seiner Erklärung der Oera Linda Chronik Herman Wirth führte die sogenannte Ihr (Gelbe Leuchter). Es handelte sich um Keramikkerzenleuchter, die wahrscheinlich aus dem 18. Jahrhundert stammen, aber seiner Meinung nach an eine alte Germane erinnern Mittwinter-Ritual, wo die 'Urmütter' das 'ewige Licht' in einem Turm brennen lassen. In der Blütezeit des Dritten Reiches spielten solche Leuchter eine wichtige Rolle in politischen Ritualen, die die Treue zum Regime symbolisierten. Als besondere Dekoration überreichte die SS-Führung die gewaltigen Leuchter. Von SS-Angehörigen wurde erwartet, dass sie dem Leuchter einen wichtigen Platz in ihrer Wohnung einräumen. Bei Zuwiderhandlung musste es zurückgegeben werden. Im Neoheide In Ritualen spielt der Whopper Kandelaber noch immer eine Rolle.

Neofolk

Eine Reihe von Musikgruppen von rechts dunkle Welle- und NeofolkSzene zeichnet sich durch großes Interesse an völkische Symbolik und für „unbesungene“ Spitzenfiguren aus dem Dritten Reich wie Herman Wirth. Der Deutsch-Amerikaner Traditionalist Neofolk-Sänger Markus Wolff alias Waldteufel hat – in Zusammenarbeit mit Anabel Lee – Herman Wirths Lied „Lichtkreuzweihe“ wiederveröffentlicht, zunächst unter dem Titel „Berghoch am Walde“ (1999), dann auf seinem Album Heimliches Deutschland aus dem Jahr 2000. Besonders beliebt waren diese Lieder bei der SS. Ein Konzert der verwandten Darkwave-Band alle Dinge im 'Haus Atlantis' in Bremen im Jahr 2005 wurde von den Zimmervermietern wegen seiner politischen Vorwürfe abgesagt.[191]

Veröffentlichungen

Die Bibliographie von Herman Wirth umfasst etwa 240 gedruckte Titel. Darüber hinaus sind etwa hundert Handschriften dokumentiert. Seine 16-Millimeter-Filme „Nordischer Urmythus und die Fleischwerdung Christi“ (1935) und „Die Heiligung der Erde“ (1938) sind nicht erhalten, ebenso wenig Aufnahmen, die er unter dem Pseudonym Dr. Hendrik Wybrants machte für 'Der Frauenberg und der Gang zu den Müttern' (ca. 1938).[192]

Musikhistorisches Werk (1911-1920)

Archäologische Arbeit (1922-1939)

  • „Die Eulenplatten und andere emblematische Zeichen in Friesland und die alte friesische Religion“, in: Huussen, Hermann Felix Wirth, s. 200-205 (Vortragsbericht für die Friesische Gesellschaft, Leeuwarden, 2. November 1922)
  • 'Das Atlantis-Problem“, in: Eugen Diederichs (Hrsg.), Das deutsche Gesicht: Zum 30jährigen Jubiläum des Verlages Eugen Diederichs, Jena 1926, S. 69-79 (Herd. in Germanien: Monatshefte für Vorgeschichte 2 (1930/31), p. 115-122)
  • 'Zum Ursprung des Kreuzes', in: Leopold Feiler, Die Entstehung des Christentums aus der Geiste desmagen Denkens, Jena 1927, S. 150-152 (Anhang)
  • Der Aufgang der Menschheit: Untersuchungen zur Geschichte der Religion, Symbolik und Scripture der atlantisch-nordischen Rasse, Jena 1928; 2e Gew. Dr. 1934; 3e Dr. Horn Bad-Meinberg 1993; 4e Dr. Bottrop 2012; 5e Dr. Graz 2018 (3 Teile)
    • dl. 1: Zur Urgeschichte der Rassen; die Urheimat der Nordischen Rasse; Die Auswanderung der Nordic Rasse
    • dl. 2: Das heilige Jahr
    • dl. 3: Das Jahr und die Urgeschichte der Sprache undschrift der atlantisch-nordischen Rasse
  • 'Deutsche Vorgeschichte und Deutsche Geistesgeschichte. Eine Erklärung in einer offentlichen deutschen Anlegenheit“, in: Germanien: Monatshefte für Vorgeschichte 1 (1929/30), p. 33-38
  • War es deutsch? Ein Urgeistesgeschichtlicher Rückblick zur Selbstbesinnung und Selbstbestimmung, Jena 1931, 2e Gew. Dr. 1934, 3e Dr. 1939, 4e Dr. Horn-Bad Meinberg 1993, 5e Dr. Graz 2016
  • Die Heilige Urschrift der Menschheit: symbolgeschichtliche Untersuchungen diesseits und jenseits des Nordatlantik, Herr. 1: Textband, vol. 2: Bilderatlas, Leipzig 1931-36 (14 F.); 2e Dr. Frauenberg in Marburg 1979-81 (4 Bde.); 3e Dr. Horn-Bad Meinberg 1993 (4 Bde.); 4e Dr. Saarbrücken 2007 (2 dl.)
    • dl. 1: Das Jahr Gottes: Die atlantische Jahresteilung
    • dl. 2: Mutter Erde und das Leben
    • dl. 3: Der Gottessohn
  • Diese Ura Linda Chronik. übersetzt und mit einer einführenden schichtlichen Untersuchung herausgegeben, Leipzig 1933; 2e Dr. Horn-Bad Meinberg 1993 (Hier in der modernen Typografie)
  • Führer durch die erste urreligionsgeschichtliche Ausstellung "Der Heilbringer": Von Thule bis Galiläa und von Galiläa bis Thule, Berlin 1933
  • Holy Turn: Ein Zeitenspiel in 6 Aufzügen, Leipzig 1933 (herausgegeben 'Reform und Wiedergeburt')
  • 'Vom Ursprung und Sinn des Hakenkreuzes', im: Germanien: Monatshefte für Vorgeschichte 5 (1933), S. 6, S. 5; 161-166
  • 'Die letzten Odal-Urkunden des germanischen Bauern', in: Odal: Monatsschrift für Blut und Boden 4 (1936), F. 11, S. 4; 882-890
  • 'Odal: Vom Sinn des Lebens und der Heimat', Typoskript, 1936 (600 S.)
  • 'Des Grossen Gottes älteste Runes: Fimbults fornar runar (voluspá 60)“, Typoskript, 1939 (761 S.)
    • Schwedische Zusammenfassung von Sigurd Curman: 'Den store Gudens äldsta runar', 1939; Englisch: 'Zusammenfassung der "ältesten Runen des großen Gottes": Fimbults's prähistorische Runen (voluspá 60)“, in: Horst Junginger & Andreas kerlund (Hrsg.), Nordische Ideologie zwischen Religion und Wissenschaft, Frankfurt am Main 2013, S. 251-279

Archäologische Arbeit (1948-1981)

Literatur

Externe Links