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Adolf Deucher
Adolf Deucher

Adolf Deucher (Wipkings, 15. Februar1831 - Bern, 10. Juli1912) war ein schweizerisch Politiker.

Adolf Deucher war der Sohn eines Hausarztes. Auch er selbst ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten und hat studiert Medikamente im Heidelberg, Prag, Wien und Zürich. Er war von 1851 bis 1862 Arzt Steckborn und von 1862 bis 1879 in Frauenfeld.

1858 als Gegner von Eduard Hablin für die Radikale Partei (Vorgänger der Liberaldemokratische Partei) im Großen Rat der KantonThurgau gewählt. Er stimmte für die Einrichtung der standesamtlichen Eheschließung und setzte sich für den Erhalt konfessionell gemischter Schulen ein. Er war jedoch gegen die Schließung des Kloster von St. Katharinental (1869). Von 1871 bis 1872 war Deucher Präsident des Thurgauer Großen Rates. Er war ein Befürworter einer totalen Verfassungsreform.

Deucher war von 1869 bis 1872 Mitglied der Nationalrat (Bundestag) und setzte sich in dieser Position als Verfechter einer weiteren Zentralisierung der Bundesstaat. 1872 zog er sich wegen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der radikalen Fraktion aus dem Nationalrat zurück. 1872 war er Mitbegründer des Schweizerischen Freidenkervereins (umgewandelt 1892 in Liberaldemokratische Partei) und ein Jahr später wurde er zum Vorsitzenden des Departements Thurgau gewählt. 1879 wurde er wieder in den Nationalrat gewählt (Vorsitzender von 1882 bis 1883) und trat in den Regierungsrat des Kantons Thurgau, wo er sukzessive die Departemente Bildung, Sanitär und kirchliche Angelegenheiten leitete. Vom 1. Juni 1880 bis 31. Mai 1881 war er Präsident des Thurgauer Regierungsrates.

Adolf Deucher wurde am 10. April 1883 im Bundesrat gewählt. Im Bundesrat blieb er bis zu seinem Tod am 10. Juli 1912. Während seiner Amtszeit leitete er folgende Ressorts:

Als Wirtschaftsminister (Handel, Industrie und Landwirtschaft) legte er den Grundstein für den Schweizer Sozialstaat.

Adolf Deucher war 1885, 1896, 1902 und 1908 sowie 1886, 1897, 1903 und 1909 Vizepräsident Bundespräsident. Die Bundespräsidentschaft hat er stets mit dem Außenministerium (Politische Angelegenheiten) verbunden.

Er starb an Altersschwäche. Adolf Deucher wurde am Bremgartenfriedhof (Bern).

Sein Sohn Adolf Deucher (1861-1910) war Mitglied der Kantonsrat van Thurgau und Gründungsmitglied (1891) der Demokratischen Partei Thurgau.

Siehe auch

Externe Links

Vorgänger:
Simeon Bayern
Mitglied des Schweizerischen Bundesrates
1883-1912
Nachfolger:
Edmund Schulthess